Pembrolizumab (18) – Keytruda®
Mammakarzinom, triple-negativ, PD-L1-Expression ≥ 10 (CPS), Kombination mit Chemotherapie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.11.2021 – Zulassung: 19.10.2021 |
|---|---|
| Beschluss | 05.05.2022 |
| Wirkstoff | Pembrolizumab |
| Handelsname | Keytruda® |
| Pharm. Unternehmer | MSD Sharp & Dohme GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-752 |
| ATC-Code | L01FF02 PD-1/PDL-1-Inhibitoren (L01FF) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C50.0Bösartige Neubildung: Brustwarze und Warzenhof, C50.1Bösartige Neubildung: Zentraler Drüsenkörper der Brustdrüse, C50.2Bösartige Neubildung: Oberer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.3Bösartige Neubildung: Unterer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.4Bösartige Neubildung: Oberer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.5Bösartige Neubildung: Unterer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.6Bösartige Neubildung: Recessus axillaris der Brustdrüse, C50.8Bösartige Neubildung: Brustdrüse, mehrere Teilbereiche überlappend, C50.9Bösartige Neubildung: Brustdrüse, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I102867Bösartige Neubildung der inneren 2 Quadranten der Brustdrüse, I102970Bösartige Neubildung des oberen inneren Quadranten der Brustdrüse, I102971Bösartige Neubildung des unteren inneren Quadranten der Brustdrüse, I102972Bösartige Neubildung des oberen äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102973Bösartige Neubildung des unteren äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102998Bösartige Neubildung des zentralen Drüsenkörpers der Brustdrüse, I102999Bösartige Neubildung des Recessus axillaris der Brustdrüse, I111628Bösartige Neubildung der Brustwarze und des Warzenhofes, I18052Mammakarzinom |
| DDD Tagesdosis | 9.5 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom / Brustkrebs (BC) |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Besonderheit | Bundling Praxisbesonderheit |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
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Keytruda ist in Kombination mit Chemotherapie zur Behandlung des lokal rezidivierenden nicht resezierbaren oder metastasierenden triple-negativen Mammakarzinoms mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (Combined Positive Score [CPS] ≥ 10) bei Erwachsenen, die keine vorherige Chemotherapie zur Behandlung der metastasierenden Erkrankung erhalten haben, angezeigt. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Erwachsene mit lokal rezidivierenden nicht resezierbarem oder metastasierendem triple-negativen Mammakarzinom mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (Combined Positive Score [CPS] ≥ 10), die keine vorherige Chemotherapie zur Behandlung der metastasierenden Erkrankung erhalten haben (in Kombination mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel) | eine Anthrazyklin- und/oder Taxan-haltige systemische Therapie unter Berücksichtigung der Zulassung der Arzneimittel |
| b) | Erwachsene mit lokal rezidivierenden nicht resezierbarem oder metastasierendem triple-negativen Mammakarzinom mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (Combined Positive Score [CPS] ≥ 10), die keine vorherige Chemotherapie zur Behandlung der metastasierenden Erkrankung erhalten haben (in Kombination mit einer anderen Chemotherapie als nab-Paclitaxel oder Paclitaxel) | eine Anthrazyklin- und/oder Taxan-haltige systemische Therapie unter Berücksichtigung der Zulassung der Arzneimittel |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (KEYNOTE 355) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Sonstiges |
- Klinische Studien
- In der Studie KEYNOTE 355 wurde Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie gegenüber Placebo in Kombination mit einer Chemotherapie verglichen.
a) Pembrolizumab in Kombination mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel zur Behandlung von Erwachsenen mit lokal rezidivierenden nicht resezierbarem oder metastasierendem triple-negativen Mammakarzinom mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (Combined Positive Score [CPS] ≥ 10), die keine vorherige Chemotherapie zur Behandlung der metastasierenden Erkrankung erhalten haben
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben war in der Studie KEYNOTE 355 operationalisiert als Zeitraum von der Randomisierung bis zum Tod, unabhängig von der zugrunde liegenden Ursache.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Pembrolizumab in Kombination mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel.
- Das Ausmaß der erzielten Verlängerung im Gesamtüberleben wird als eine deutliche Verbesserung bewertet.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
- Das PFS war in der Studie KEYNOTE 355 operationalisiert als Zeitraum von der Randomisierung bis zur ersten Dokumentation einer Krankheitsprogression oder Tod jeglicher Ursache, je nachdem, was zuerst eintritt.
- Es zeigt sich ein statistisch signifikant verlängertes PFS zugunsten von Pembrolizumab in Kombination mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel.
- Bei dem Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien Mortalität und Morbidität zusammensetzt.
- Die Erhebung der Morbiditätskomponente erfolgte nicht symptombezogen, sondern ausschließlich mittels bildgebenden Verfahren (radiologisch bestimmte Krankheitsprogression nach den RECIST 1.1-Kriterien).
- Lebensqualität
- Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde in der Studie KEYNOTE 355 mittels der Funktionsskalen des EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23 erhoben.
- Operationalisiert wurde die Erhebung der Lebensqualität als Zeit bis zur ersten Verschlechterung. Hierbei wurde eine Abnahme des Scores um ≥ 10 Punkte im Vergleich zum Studienbeginn als klinisch relevante Verschlechterung angesehen.
- In den Funktionsskalen des EORTC QLQ-C30 zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Auch für die Funktionsskalen des EORTC QLQ-BR23 („Körperbild“, „sexuelle Aktivität“ und „Zukunftsperspektive“) liegen keine statistisch signifikanten Unterschiede vor. Für die Skala „sexueller Genuss“ liegen keine verwertbaren Daten vor.
- In Bezug auf die Lebensqualität lässt sich somit insgesamt kein Vor- oder Nachteil von Pembrolizumab in Kombination mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel im Vergleich mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel feststellen.
- Nebenwirkungen
- Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
- In der Studie KEYNOTE 355 traten in beiden Studienarmen bei nahezu allen eingeschlossenen Patientinnen UE auf.
- Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) und Abbruch wegen UE
- Für die Endpunkte SUE, schwere UE und Abbruch wegen UE zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Spezifische unerwünschte Ereignisse
- Für die spezifischen UE Diarrhoe (PT, UEs), Dysgeusie (PT, UEs) und Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (SOC, SUEs) liegt jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil für Pembrolizumab in Kombination mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel vor.
- In der Gesamtschau der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen lässt sich für Pembrolizumab in Kombination mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel im Vergleich zu nab-Paclitaxel oder Paclitaxel weder ein Vorteil noch ein Nachteil feststellen. Im Detail zeigen sich Nachteile bei den spezifischen UE.
- Gesamtbewertung
- Für die Nutzenbewertung von Pembrolizumab in Kombination mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel zur Behandlung des lokal rezidivierenden nicht resezierbaren oder metastasierenden triple-negativen Mammakarzinoms mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (Combined Positive Score [CPS] ≥ 10) bei Erwachsenen, die keine vorherige Chemotherapie zur Behandlung der metastasierenden Erkrankung erhalten haben, liegen Daten zur relevanten Teilpopulation aus der Studie KEYNOTE 355 zur Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und Nebenwirkungen vor.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Pembrolizumab in Kombination mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel. Das Ausmaß des Effektes wird als eine deutliche Verbesserung bewertet.
- In der Kategorie Morbidität ergibt sich innerhalb der Symptomskalen des EORTC QLQ-C30 für die Skala Diarrhö ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil für Pembrolizumab in Kombination mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel. Innerhalb der Symptomskalen des EORTC QLQ-BR23 ergibt sich für die Skala „Symptome im Armbereich“ ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil für Pembrolizumab in Kombination mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel. In der Gesamtbetrachtung wird hinsichtlich der Morbidität insgesamt kein relevanter Unterschied festgestellt.
- In den Funktionsskalen des EORTC QLQ-C30 und des EORTC QLQ-BR23 („Körperbild“, „sexuelle Aktivität“ und „Zukunftsperspektive“) zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen. Für die Skala „sexueller Genuss“ liegen keine verwertbaren Daten vor. In Bezug auf die Lebensqualität lässt sich somit insgesamt kein Vor- oder Nachteil von Pembrolizumab in Kombination mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel feststellen.
- In der Gesamtschau der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen lässt sich für Pembrolizumab in Kombination mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel im Vergleich zu nab-Paclitaxel oder Paclitaxel weder ein Vorteil noch ein Nachteil feststellen. Im Detail zeigen sich Nachteile bei den spezifischen unerwünschten Ereignissen.
- Insgesamt liegen ein deutlicher Vorteil im Gesamtüberleben, keine relevanten Unterschiede in der Morbidität und Lebensqualität, keine relevanten Unterschiede in den Gesamtraten zu unerwünschten Ereignissen und im Detail Nachteile bei den spezifischen unerwünschten Ereignissen vor. Bezüglich der Nebenwirkungen wird insgesamt kein relevanter Unterschied festgestellt.
- In der Gesamtbewertung wird im vorliegenden Fall in Abwägung der beschriebenen Unsicherheiten und der Größe des Effektes beim Gesamtüberleben eine Quantifizierbarkeit des Zusatznutzens vorgenommen. Für Pembrolizumab in Kombination mit nab-Paclitaxel oder Paclitaxel bei Erwachsenen mit lokal rezidivierenden nicht resezierbarem oder metastasierendem triple-negativen Mammakarzinom mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (Combined Positive Score [CPS] ≥ 10), die keine vorherige Chemotherapie zur Behandlung der metastasierenden Erkrankung erhalten haben, wird ein beträchtlicher Zusatznutzen festgestellt.
b) Pembrolizumab in Kombination mit einer anderen Chemotherapie als nab-Paclitaxel oder Paclitaxel zur Behandlung von Erwachsenen mit lokal rezidivierenden nicht resezierbarem oder metastasierendem triple-negativen Mammakarzinom mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (Combined Positive Score [CPS] ≥ 10), die keine vorherige Chemotherapie zur Behandlung der metastasierenden Erkrankung erhalten haben
- Es liegen keine Daten vor, die eine Bewertung des Zusatznutzens ermöglichen. Ein Zusatznutzen ist somit nicht belegt.
Zugehörige Verfahren
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