Nivolumab (18) – Opdivo®
Kolorektalkarzinom mit Mismatch-Reparatur-Defizienz oder hoher Mikrosatelliteninstabilität, vorbehandelte Patienten, Kombination mit Ipilimumab
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.08.2021 – Zulassung: 24.06.2021 |
|---|---|
| Beschluss | 20.01.2022 |
| Wirkstoff | Nivolumab |
| Handelsname | Opdivo® |
| Pharm. Unternehmer | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA |
| G-BA Vorgangsnummer | D-717 |
| ATC-Code | L01FF01 PD-1/PDL-1-Inhibitoren (L01FF) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C18.0Bösartige Neubildung: Zäkum, C18.1Bösartige Neubildung: Appendix vermiformis, C18.2Bösartige Neubildung: Colon ascendens, C18.3Bösartige Neubildung: Flexura coli dextra (hepatica), C18.4Bösartige Neubildung: Colon transversum, C18.5Bösartige Neubildung: Flexura coli sinistra (lienalis), C18.6Bösartige Neubildung: Colon descendens, C18.7Bösartige Neubildung: Colon sigmoideum, C18.8Bösartige Neubildung: Kolon, mehrere Teilbereiche überlappend, C18.9Bösartige Neubildung: Kolon, nicht näher bezeichnet, C19Bösartige Neubildung am Rektosigmoid, Übergang, C20Bösartige Neubildung des Rektums |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I104488Bösartige Neubildung des rektosigmoidalen Überganges, I115345Karzinom des Colon und des Sigmas, I18119Bösartige Neubildung des Rektums, I25671Bösartige Neubildung der Flexura coli sinistra, I29955Bösartige Neubildung des Kolons, I29956Bösartige Neubildung des Zäkums, I29957Bösartige Neubildung der Appendix vermiformis, I29959Bösartige Neubildung des Colon ascendens, I29964Bösartige Neubildung der Flexura coli dextra, I29966Bösartige Neubildung des Colon transversum, I29971Bösartige Neubildung des Colon descendens, I29972Bösartige Neubildung des Colon sigmoideum |
| DDD Tagesdosis | 17 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Kolorektalkarzinom (CRC) / Dünndarmkarzinom |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
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Opdivo ist in Kombination mit Ipilimumab zur Behandlung des metastasierten Kolorektalkarzinoms mit Mismatch-Reparatur-Defizienz oder hoher Mikrosatelliteninstabilität bei Erwachsenen nach vorheriger fluoropyrimidinbasierter Kombinationschemotherapie indiziert. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit metastasiertem Kolorektalkarzinom mit Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR) oder hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H); nach vorheriger fluoropyrimidinbasierter Kombinationstherapie | Eine patientenindividuelle Therapie in Abhängigkeit von der Art und Anzahl der Vortherapien, des RAS- und BRAF-Mutationsstatus, der Lokalisation des Primärtumors, des Allgemeinzustandes und des Risikos der durch anti-VEGF und anti-VEGFR Substanzen induzierten Toxizität unter Auswahl von: - 5-Fluorouracil + Folinsäure + Irinotecan (FOLFIRI) ± Bevacizumab oder Aflibercept oder Ramucirumab - 5-Fluorouracil + Folinsäure + Irinotecan (FOLFIRI) ± Cetuximab oder Panitumumab (nur für Patientinnen und Patienten mit RAS Wildtyp) - 5-Fluorouracil + Folinsäure + Oxaliplatin (FOLFOX) ± Bevacizumab - Capecitabin + Oxaliplatin (CAPOX) ± Bevacizumab - 5-Fluorouracil + Folinsäure ± Bevacizumab - Capecitabin ± Bevacizumab - Irinotecan als Monotherapie - Panitumumab als Monotherapie (nur für Patientinnen und Patienten mit RAS Wildtyp) - Cetuximab als Monotherapie (nur für Patientinnen und Patienten mit RAS Wildtyp) - Trifluridin/Tipiracil - Irinotecan + Cetuximab (nur für Patientinnen und Patienten mit RAS Wildtyp) - Encorafenib + Cetuximab (nur für Patientinnen und Patienten mit BRAF-V600E Mutation) |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (CA209-6EP) |
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
Single-Arm + indirekter Vergleich (PID/PSM) |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Bei der Studie CA209-142 handelt es sich um eine laufende, offene, nicht kontrollierte, multizentrische, prospektive Phase-II-Kohortenstudie mit insgesamt 7 Kohorten.
Erwachsene mit metastasiertem Kolorektalkarzinom mit Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR) oder hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H); nach vorheriger fluoropyrimidinbasierter Kombinationstherapie
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Insgesamt sind die vorgelegten Daten nicht geeignet, einen Zusatznutzen von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nachzuweisen, weshalb ein Zusatznutzen von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab zur Behandlung des metastasierten Kolorektalkarzinoms mit Mismatch-Reparatur-Defizienz oder hoher Mikrosatelliteninstabilität bei Erwachsenen nach vorheriger fluoropyrimidinbasierter Kombinationschemotherapie nicht belegt ist.
- Mortalität
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben wurde ein Vergleich einzelner Arme aus verschiedenen Studien (Studie CA209-6EP) anhand von verschiedenen Methoden vorgelegt.
- Insbesondere aufgrund von relevanten Unsicherheiten, die sich aus der Identifizierung, Vollständigkeit und Adjustierung der Confounder ergeben, sind die im Dossier für die Studie CA209-6EP vorgelegten Auswertungen nicht für die Bewertung des Zusatznutzens von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab geeignet.
- Die für die Studie CA209-6EP vorgelegten Auswertungen sind daher nicht für die Bewertung des Zusatznutzens von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab geeignet.
- Morbidität
- Für die Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität führte der pharmazeutische Unternehmer vorher-nachher-Vergleiche mit Daten aus der CA209-142 (Kohorte 2) durch.
- Die Ergebnisse der vorher-nachher-Vergleiche der Studie CA209-142 (Kohorte 2) sind nicht für die Bewertung des Zusatznutzens von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab in den Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität geeignet, da sie keinen Vergleich gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ermöglichen.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität
- Die Krankheitssymptomatik und gesundheitsbezogene Lebensqualität werden in der Studie CA209-142 anhand des krebsspezifischen Fragebogens EORTC QLQ-C30 erhoben.
- Der Gesundheitszustand wird mit der visuellen Analogskala (VAS) des EQ-5D erfasst.
- Die Ergebnisse der vorher-nachher-Vergleiche der Studie CA209-142 (Kohorte 2) sind nicht für die Bewertung des Zusatznutzens von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab in den Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität geeignet, da sie keinen Vergleich gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ermöglichen.
- Nebenwirkungen
- Insgesamt ist der deskriptive Vergleich nicht für die Bewertung des Zusatznutzens von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab geeignet.
- Fazit
- Insgesamt sind die vorgelegten Daten nicht geeignet, einen Zusatznutzen von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nachzuweisen, weshalb ein Zusatznutzen von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab nicht belegt ist.
Zugehörige Verfahren
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