Daratumumab (9) – Darzalex®
Multiples Myelom, neu diagnostiziert, Patienten für autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet, Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.10.2021 – Zulassung: 19.11.2019 |
|---|---|
| Beschluss | 18.03.2022 |
| Wirkstoff | Daratumumab |
| Handelsname | Darzalex® |
| Pharm. Unternehmer | Janssen-Cilag GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-736 |
| ATC-Code | L01FC01 CD38-Inhibitoren (L01FC) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C90.00Multiples Myelom: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C90.01Multiples Myelom: In kompletter Remission |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I21328Multiples Myelom, I31059Multiples Myelom in kompletter Remission |
| ORPHAcodes (AIS) | 29073Multiples Myelom, |
| DDD Tagesdosis | 64 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom (MM) Orphan (Umsatzgrenze) |
| Grund des Verfahrens |
Neubewertung: §14 (Antrag Hersteller)
Ursprünglicher Beschluss: Daratumumab (5) (20.08.2020) |
| Besonderheit | Praxisbesonderheit |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Daratumumab ist indiziert in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason für die Behandlung erwachsener Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind | - Daratumumab in Kombination mit Bortezomib, Melphalan und Prednison oder - Bortezomib in Kombination mit Melphalan und Prednison oder - Bortezomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder - Thalidomid in Kombination mit Melphalan und Prednison oder - Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason oder - Bortezomib in Kombination mit Cyclophosphamid und Dexamethason [nur für Patientinnen und Patienten mit einer peripheren Polyneuropathie oder einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer peripheren Polyneuropathie; vgl. Anlage VI zum Abschnitt K der Arzneimittel-Richtlinie] |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (MAIA) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- In der Studie MAIA wird Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason gegenüber der Zweifachkombination bestehend aus Lenalidomid und Dexamethason verglichen.
Erwachsene mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind
- Für Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason für die Behandlung erwachsener Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind, liegt ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen vor.
- In der Gesamtbetrachtung gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason für die Behandlung erwachsener Patientinnen und Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind, ein beträchtlicher Zusatznutzen im Vergleich zu Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason vorliegt.
- Die genannten Unsicherheiten führen dazu, dass insgesamt ein Anhaltspunkt abgeleitet wird.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben ist in der Studie MAIA als die Zeit zwischen Randomisierung und Tod, ungeachtet der zugrundeliegenden Todesursache, definiert.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason.
- Diese Verlängerung der Überlebenszeit durch die Behandlung mit Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason gegenüber einer Behandlung mit Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason wird als eine deutliche Verbesserung bewertet.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben
- Das progressionsfreie Überleben (PFS) stellt den primären Endpunkt der Studie MAIA dar. Es ist operationalisiert als Zeit von der Randomisierung bis zum Eintritt der Krankheitsprogression gemäß IMWG-Kriterien oder des Todes.
- Unter Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason war das PFS im Vergleich zu Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason statistisch signifikant verlängert.
- Bei dem Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien „Mortalität“ und „Morbidität“ zusammensetzt.
- Morbidität - Symptomatik
- Die Krankheitssymptomatik wird in der Studie MAIA anhand der Symptomskalen des krebsspezifischen Fragebogens EORTC QLQ-C30 erhoben.
- Es zeigten sich statistisch signifikante Vorteile von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason hinsichtlich der Endpunkte „Schmerzen“ und „Dyspnoe“.
- Für alle weiteren Endpunkte zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
- Insgesamt liegt somit ein Vorteil von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason hinsichtlich der Symptomatik vor.
- Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D Visuelle Analogskala)
- Der allgemeine Gesundheitszustand wird in der Studie MAIA mittels der visuellen Analogskala (VAS) des EQ-5D erhoben.
- Es zeigte sich für keine der drei Responseschwellen ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
- Hinsichtlich des Gesundheitszustandes liegen somit weder positive noch negative Effekte von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason vor.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität
- Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wird in der Studie MAIA mittels der Funktionsskalen des krebsspezifischen Fragebogens EORTC QLQ-C30 erhoben.
- Es zeigten sich statistisch signifikante Vorteile von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason hinsichtlich der Endpunkte „körperliche Funktion“ und „soziale Funktion“.
- Für alle weiteren Endpunkte zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
- Insgesamt liegt somit ein Vorteil von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität vor.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE)
- Die Erhebung aller Endpunkte der Kategorie UE erfolgt bis 30 Tage nach der letzten Gabe der Studienmedikation, bis zum Widerruf der Einverständniserklärung oder bis zum Beginn einer nachfolgenden Myelomtherapie, je nachdem, welches dieser Ereignisse früher eintritt.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
- Für die schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
- Nebenwirkungen - Schwere UE (CTCAE Grad ≥ 3)
- Für die schweren unerwünschten Ereignisse mit CTCAE-Grad ≥ 3 liegt ein signifikanter Unterschied zum Nachteil von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason vor.
- Nebenwirkungen - Abbruch wegen UE
- Für den Endpunkt Abbruch wegen UE zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
- Gesamtbewertung
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigen die vorliegenden Ergebnisse eine statistisch signifikante Verlängerung der Überlebenszeit durch die Behandlung mit Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason gegenüber einer Behandlung mit Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason, die als eine deutliche Verbesserung bewertet wird.
- Hinsichtlich der Symptomatik (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) zeigen sich Vorteile für die Therapie mit Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason in den Endpunkten Schmerz und Dyspnoe.
- In Bezug auf den Gesundheitszustand (erhoben mittels EQ-5D VAS) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
- Hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) ergeben sich Vorteile für Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason in Bezug auf die Endpunkte körperliche Funktion und soziale Funktion.
- Bezüglich der unerwünschten Ereignisse liegt ein Nachteil der Daratumumab-Dreifachkombination hinsichtlich des Auftretens schwerer unerwünschter Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) vor.
- In der Gesamtschau stehen eine deutliche Verbesserung angesichts der Verlängerung der Überlebenszeit sowie Vorteile in Symptomatik und Lebensqualität einem Nachteil in den schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3) gegenüber.
- Der Nachteil wird als moderat gewertet.
Zugehörige Verfahren
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