Daratumumab (8) – Darzalex®

Multiples Myelom, mind. 1 Vortherapie, Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.08.2021 – Zulassung: 21.06.2021
Beschluss 03.02.2022
Wirkstoff Daratumumab
Handelsname Darzalex®
Pharm. Unternehmer Janssen-Cilag GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-716
ATC-Code L01FC01 CD38-Inhibitoren (L01FC)
ICD-10 Codes (AIS) C90.00Multiples Myelom: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C90.01Multiples Myelom: In kompletter Remission
Alpha-ID Codes (AIS) I21328Multiples Myelom, I31059Multiples Myelom in kompletter Remission
ORPHAcodes (AIS) 29073Multiples Myelom,
DDD Tagesdosis 64 mg parenteral
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom (MM) Orphan (Umsatzgrenze)
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet
Besonderheit Bundling ZVT-Änderung Praxisbesonderheit Kombinationstherapie

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Darzalex ist indiziert in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason für die Behandlung erwachsener Patienten mit multiplem Myelom, die bereits eine vorherige Therapie mit einem Proteasom-Inhibitor und Lenalidomid erhalten haben und refraktär gegenüber Lenalidomid waren oder die bereits mindestens zwei vorherige Therapien erhalten haben, die Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor enthielten, und die während oder nach der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben.

Patientengruppe Indikation ZVT
a) Erwachsene mit Multiplem Myelom, die eine vorausgegangene Therapie, darunter einen Proteasom-Inhibitor und Lenalidomid, erhalten haben und refraktär gegenüber Lenalidomid waren • Bortezomib in Kombination mit pegyliertem liposomalen Doxorubicin oder – Bortezomib in Kombination mit Dexamethason oder – Carfilzomib in Kombination mit Dexamethason oder – Daratumumab in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason
b1) Erwachsene mit Multiplem Myelom, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben • Bortezomib in Kombination mit liposomalem pegyliertem Doxorubicin oder – Bortezomib in Kombination mit Dexamethason oder – Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason oder – Pomalidomid in Kombination mit Dexamethason oder – Elotuzumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder – Elotuzumab in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason oder – Carfilzomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder – Carfilzomib in Kombination mit Dexamethason oder – Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder – Daratumumab in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason
b2) Erwachsene mit Multiplem Myelom, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und nach der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben • Bortezomib in Kombination mit liposomalem pegyliertem Doxorubicin oder – Bortezomib in Kombination mit Dexamethason oder – Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason oder – Elotuzumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder – Carfilzomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder – Carfilzomib in Kombination mit Dexamethason oder – Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder – Daratumumab in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (APOLLO)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) Vorbehandlung
ZVT-Änderung 10.08.2021 – Änderung der EMA-Zulassung

a) Erwachsene mit Multiplem Myelom, die eine vorausgegangene Therapie, darunter einen Proteasom-Inhibitor und Lenalidomid, erhalten haben und refraktär gegenüber Lenalidomid waren

  • Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
  • Da der pharmazeutische Unternehmer keine geeigneten Daten zur Bewertung des Zusatznutzens von Patientenpopulation a) gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vorlegt, ist ein Zusatznutzen für D-Pd nicht belegt.

b1) Erwachsene mit Multiplem Myelom, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben

  • Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen
  • Insgesamt stellt der G-BA für D-Pd gegenüber Pd einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen fest.
  • Mortalität
    • Der Endpunkt Gesamtüberleben ist in der Studie APOLLO operationalisiert als Zeitraum zwischen Randomisierung und dem Tod jeglicher Ursache.
    • Es zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen. Die mediane Überlebenszeit war im D-Pd-Arm nicht erreicht.
  • Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
    • Das PFS war der primäre Endpunkt der APOLLO-Studie und wurde operationalisiert als Zeitraum zwischen Randomisierung bis zum Datum des Eintretens der Krankheitsprogression oder des Todes jeglicher Ursache.
    • Für den Endpunkt PFS liegt ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von D-Pd vor.
    • Bei dem Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien Mortalität und Morbidität zusammensetzt. Die Endpunktkomponente „Mortalität“ wird bereits über den sekundären Endpunkt Gesamtüberleben als eigenständiger Endpunkt erhoben. Die Erhebung der Morbiditätskomponente "Krankheitsprogression" erfolgte nach IMWG-Kriterien und damit nicht symptombezogen, sondern mittels laborparametrischer, bildgebender und hämatologischer Verfahren. Unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte bestehen hinsichtlich der Patientenrelevanz des Endpunktes PFS unterschiedliche Auffassungen innerhalb des G-BA. Die Gesamtaussage zum Zusatznutzen bleibt davon unberührt.
  • Morbidität - Symptomatik (Fatigue)
    • Es zeigt sich für die Symptomskala Fatigue ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von D-Pd.
  • Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)
    • Bei Betrachtung der Zeit bis zur bestätigten dauerhaften Verschlechterung zeigt sich für keines der Responsekriterien ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Zukunftsperspektive
    • Für die Skala Zukunftsperspektive des EORTC QLQ-MY20 liegen statistisch signifikante Unterschiede zugunsten von D-Pd vor.
  • Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE), gesamt
    • Bei nahezu allen Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern traten UE auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
  • Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3), Abbruch wegen UE (≥ 1 Wirkstoffkomponente)
    • Für die Endpunkte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) und Abbruch wegen UE (≥ 1 Wirkstoffkomponente) liegt jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen vor.
  • Nebenwirkungen - Spezifische UE (CTCAE-Grad ≥ 3)
    • Für die spezifischen Preferred Terms (PT) Lymphopenie und febrile Neutropenie liegt jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zuungunsten von D-Pd vor.
  • Fazit zu den Nebenwirkungen
    • In der Gesamtschau der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen ergeben sich keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen. Im Detail zeigen sich bei den spezifischen UE Lymphopenie und febrile Neutropenie Nachteile für D-Pd.
  • Gesamtbewertung
    • Für das Gesamtüberleben liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen vor.
    • Für die patientenberichteten Endpunkte wird unter Berücksichtigung der Ausgangswerte zu Studienbeginn, der vorliegenden Responderanalysen und des zu erwartenden progredienten Krankheitsverlaufs die Auswertung für die Zeit bis Verschlechterung betrachtet. Da eine Verschlechterung, die über einen Zeitraum anhält, für die Patientinnen und Patienten aufgrund der Dauerhaftigkeit eine höhere Relevanz zugesprochen wird als eine erstmalige Verschlechterung, werden der vorliegenden Bewertung die Analysen der Zeit bis zur bestätigten dauerhaften Verschlechterung zugrunde gelegt.
    • In der Endpunktkategorie Morbidität zeigt sich für die Symptomskala Fatigue des EORTC-QLQ-C30 ein Vorteil für D-Pd gegenüber Pd. Hinsichtlich des Gesundheitszustandes erhoben mittels der EQ-5D VAS zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede.
    • Bezüglich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität liegt für die Skalen emotionale Funktion und Zukunftsperspektive ein Vorteil von D-Pd gegenüber Pd vor.
    • Für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen ergeben sich keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen. Im Detail zeigen sich bei den spezifischen UE Lymphopenie und febrile Neutropenie Nachteile für D-Pd.
    • Insgesamt zeigen sich somit Vorteile von D-Pd in einzelnen Skalen der Fragebögen zur patientenberichteten Morbidität und gesundheitsbezogenen Lebensqualität. In der Gesamtschau kommt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für Daratumumab in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason zur Behandlung Erwachsener mit Multiplem Myelom, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben, ein geringer Zusatznutzen gegenüber Pomalidomid in Kombination mit Dexamethason vorliegt.

b2) Erwachsene mit Multiplem Myelom, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, erhalten haben und nach der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben

  • Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
  • Da der pharmazeutische Unternehmer keine geeigneten Daten zur Bewertung des Zusatznutzens von Patientenpopulation b2) gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vorlegt, ist ein Zusatznutzen für D-Pd nicht belegt.

Zugehörige Verfahren

Daratumumab (15) Darzalex® Janssen-Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Schwelendes multiples Myelom (SMM) 160–325 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze)
Daratumumab (14) Darzalex® Janssen-Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom, Stammzelltransplantation ungeeignet, Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason 3.450–3.680 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze)
Daratumumab (13) Darzalex® Janssen-Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Systemische Leichtketten-Amyloidose, Erstlinie, Kombination mit Cyclophosphamid, Bortezomib und Dexamethason 220–515 100% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze)
Daratumumab (12) Darzalex® Janssen-Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom, Erstlinie, Stammzelltransplantation geeignet, Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason 1.750–1.910 100% Zusatznutzen nicht belegt Orphan (Umsatzgrenze)
Daratumumab (11) Darzalex® Janssen-Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom, Erstlinie, Stammzelltransplantation ungeeignet, Kombination mit Bortezomib, Melphalan und Prednison 3.450–2.680 100% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze)
Daratumumab (10) Darzalex® Janssen Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom, nach mind. 1 Vortherapie, Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder Bortezomib und Dexamethason 4.700–7.000 100% Beleg für beträchtlicher Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze)
Daratumumab (9) Darzalex® Janssen-Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom, neu diagnostiziert, Patienten für autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet, Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason 3.470–3.670 100% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze)
Daratumumab (8) Darzalex® Janssen-Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom, mind. 1 Vortherapie, Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason 3.190–3.600 38% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze)
Daratumumab (7) Darzalex® Janssen-Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Systemische Leichtketten-Amyloidose, Erstlinie, Kombination mit Cyclophosphamid, Bortezomib und Dexamethason 0
440–1.030
50% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze) aufgehoben
Daratumumab (5) Darzalex® Janssen-Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom, neu diagnostiziert, Patienten für autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet, Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason 0
3.479–3.670
100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze) aufgehoben
Daratumumab (6) Darzalex® Janssen-Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom, neu diagnostiziert, Patienten für autologe Stammzelltransplantation geeignet, Kombination mit Bortezomib, Thalidomid und Dexamethason 1.800–1.900 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze)
Daratumumab (4) Darzalex® Janssen-Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom, Erstlinie, Stammzelltransplantation ungeeignet, Kombination mit Bortezomib, Melphalan und Prednison 0
3.380–3.900
100% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze) aufgehoben
Daratumumab (3) Darzalex® Janssen-Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom, Monotherapie; neues Anwendungsgebiet: Multiples Myelom, mind. 1 Vortherapie, Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder Bortezomib und Dexamethason 2.300
7.000–9.300
72% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze) Patientengruppen aufgehoben
Daratumumab (2) Darzalex® Janssen Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom, Monotherapie n.d. eingestellt Orphan
Daratumumab (1) Darzalex® Janssen-Cilag GmbH Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom 0
2.300
100% nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan aufgehoben


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