Daratumumab (15) – Darzalex®
Schwelendes multiples Myelom (SMM)
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.08.2025 – Zulassung: 18.07.2025 |
|---|---|
| Beschluss | 19.02.2026 |
| Wirkstoff | Daratumumab |
| Handelsname | Darzalex® |
| Pharm. Unternehmer | Janssen-Cilag GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1242 |
| ATC-Code | L01FC01 CD38-Inhibitoren (L01FC) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C90.00Multiples Myelom: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C90.01Multiples Myelom: In kompletter Remission |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I21328Multiples Myelom, I31059Multiples Myelom in kompletter Remission |
| ORPHAcodes (AIS) | 29073Multiples Myelom, |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Orphan (Umsatzgrenze) |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Darzalex als Monotherapie ist indiziert für die Behandlung erwachsener Patienten mit schwelendem multiplen Myelom, die ein hohes Risiko zur Entwicklung eines multiplen Myeloms haben. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit schwelendem multiplen Myelom und hohem Risiko für die Entwicklung eines multiplen Myeloms | <ul><li>Beobachtendes Abwarten</li></ul> |
Studien und Ergebnisse
- Klinische Studien
- Der pharmazeutische Unternehmer hat für die Nutzenbewertung die Ergebnisse des präspezifizierten Datenschnitts vom 01. Mai 2024 der laufenden offenen, randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studie AQUILA vorgelegt, in der Daratumumab als Monotherapie gegenüber keiner Intervention verglichen wird.
Erwachsene mit schwelendem multiplen Myelom und hohem Risiko für die Entwicklung eines multiplen Myeloms
- Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen.
- Im Ergebnis wird für Daratumumab, insbesondere aufgrund der moderaten Vorteile in den Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität, ein geringer Zusatznutzen gegenüber beobachtendem Abwarten festgestellt.
- Insgesamt wird für die Aussagesicherheit für den festgestellten Zusatznutzen ein Anhaltspunkt abgeleitet.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben wird in der Studie AQUILA operationalisiert als die Zeit zwischen Randomisierung und dem Tod aus jeglicher Ursache.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Daratumumab im Vergleich zu beobachtendem Abwarten.
- Allerdings bestehen relevante Unsicherheiten hinsichtlich der Übertragbarkeit dieses Ergebnisses der Studie AQUILA auf die Versorgungsrealität.
- Diesbezüglich zeigt sich in den Subgruppenanalysen eine Effektmodifikation durch das Merkmal „Region“. Dabei zeigt sich für die Subgruppe der Patientinnen und Patienten in der Region „Westeuropa und USA“ kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Daratumumab und beobachtendem Abwarten.
- Des Weiteren ist hinsichtlich der Angaben zu den Folgetherapien davon auszugehen, dass die Folgetherapien in der Studie AQUILA den aktuellen Versorgungsstandard nur unzureichend abbilden.
- Neben diesen Unsicherheiten basiert das statistisch signifikante Ergebnis im Endpunkt Gesamtüberleben auf einer geringen Anzahl an Ereignissen in beiden Studienarmen zum Zeitpunkt des vorliegenden Datenschnitts.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
- Das progressionsfreie Überleben wird in der Studie AQUILA operationalisiert als Zeit von der Randomisierung bis zum Zeitpunkt der Krankheitsprogression zum multiplen Myelom gemäß den IMWG-Kriterien bzw. dem Zeitpunkt des Todes aufgrund jeglicher Ursache, je nachdem, welches Ereignis früher eintritt.
- Für den Endpunkt PFS zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Daratumumab.
- Bei dem vorliegenden Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien „Mortalität“ und „Morbidität“ zusammensetzt.
- Unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte bestehen hinsichtlich der Patientenrelevanz des Endpunktes PFS unterschiedliche Auffassungen innerhalb des G-BA. Die Gesamtaussage zum Ausmaß des Zusatznutzens bleibt davon unberührt.
- Lebensqualität
- Die Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität erfolgt in der Studie AQUILA mittels EORTC QLQ-C30 und der Funktionsskala „Zukunftsperspektive“ des EORTC QLQ-MY20.
- Die Funktionsskala „Zukunftsperspektive“ des EORTC QLQ-MY20 wird aus den im Abschnitt „Symptomatik“ genannten Gründen ebenfalls nicht herangezogen.
- Im EORTC QLQ-C30 zeigt sich für die Endpunkte globaler Gesundheitsstatus und emotionale Funktion ein statistisch signifikanter Vorteil für Daratumumab.
- Für die Endpunkte körperliche Funktion, Rollenfunktion, kognitive Funktion und soziale Funktion zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
- In der Studie AQUILA traten bei 96,9 % der Patientinnen und Patienten im Interventionsarm und bei 82,7 % der Patientinnen und Patienten im Kontrollarm unerwünschte Ereignisse auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
- Gesamtbewertung
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Daratumumab als Monotherapie zur Behandlung von Erwachsenen mit schwelendem multiplen Myelom, die ein hohes Risiko zur Entwicklung eines multiplen Myeloms haben, legt der pharmazeutische Unternehmer die Ergebnisse der Studie AQUILA vor, in der Daratumumab gegenüber beobachtendem Abwarten verglichen wird.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil für Daratumumab im Vergleich zu beobachtendem Abwarten. Allerdings bestehen relevante Unsicherheiten hinsichtlich der Übertragbarkeit dieses Ergebnisses der Studie AQUILA auf die Versorgungsrealität. Diesbezüglich zeigt sich in den Subgruppenanalysen eine Effektmodifikation durch das Merkmal „Region“. Dabei zeigt sich für die Subgruppe der Patientinnen und Patienten in der Region „Westeuropa und USA“ kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Daratumumab und beobachtendem Abwarten. Des Weiteren ist hinsichtlich der Angaben zu den Folgetherapien davon auszugehen, dass die Folgetherapien in der Studie AQUILA den aktuellen Versorgungsstandard nur unzureichend abbilden. Neben diesen Unsicherheiten basiert das statistisch signifikante Ergebnis im Endpunkt Gesamtüberleben auf einer geringen Anzahl an Ereignissen in beiden Studienarmen zum Zeitpunkt des vorliegenden Datenschnitts.
- Insgesamt ergibt sich für die Endpunktkategorie Morbidität unter Berücksichtigung der signifikanten Vorteile in den Symptomskalen „Schmerzen“ und „Dyspnoe“ des EORTC QLQ-C30 ein moderater Vorteil zugunsten von Daratumumab.
- Insgesamt ergibt sich für die Endpunktkategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität unter Berücksichtigung der signifikanten Vorteile in den Funktionsskalen „globaler Gesundheitsstatus“ und „emotionale Funktion“ des EORTC QLQ-C30 ein moderater Vorteil zugunsten von Daratumumab.
- Bei den Nebenwirkungen ergeben sich anhand der Gesamtraten zu schwerwiegenden UE (SUE) und schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3) keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede zwischen den Studienarmen. Für den Endpunkt Abbruch wegen UE liegen keine geeigneten Daten vor. Im Detail zeigen sich Nachteile bei den spezifischen UE.
- Im Ergebnis wird für Daratumumab, insbesondere aufgrund der moderaten Vorteile in den Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität, ein geringer Zusatznutzen gegenüber beobachtendem Abwarten festgestellt.
Zugehörige Verfahren
<< Liste aller Beschlüsse