Daratumumab (5) – Darzalex®
Multiples Myelom, neu diagnostiziert, Patienten für autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet, Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.02.2020 – Zulassung: 19.11.2019 |
|---|---|
| Beschluss | 20.08.2020 aufgehoben |
| Wirkstoff | Daratumumab |
| Handelsname | Darzalex® |
| Pharm. Unternehmer | Janssen-Cilag GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-521 |
| ATC-Code | L01FC01 CD38-Inhibitoren (L01FC) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C90.00Multiples Myelom: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C90.01Multiples Myelom: In kompletter Remission |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I21328Multiples Myelom, I31059Multiples Myelom in kompletter Remission |
| ORPHAcodes (AIS) | 29073Multiples Myelom, |
| DDD Tagesdosis | 40 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom (MM) Orphan (Umsatzgrenze) |
| Grund des Verfahrens |
Neues Anwendungsgebiet
Aufgehoben durch: Daratumumab (9) (18.03.2022) |
| Besonderheit | Bundling |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Darzalex® ist indiziert in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder mit Bortezomib, Melphalan und Prednison für die Behandlung erwachsener Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind | Daratumumab in Kombination mit Bortezomib, Melphalan und Prednison oder Bortezomib in Kombination mit Melphalan und Prednison oder Bortezomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder Thalidomid in Kombination mit Melphalan und Prednison oder Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (Studie MAIA) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Der Nutzenbewertung liegen die Ergebnisse der offenen, randomisierten, kontrollierten Studie MAIA zugrunde. In der Studie wird Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason gegenüber der Zweifachkombination bestehend aus Lenalidomid und Dexamethason verglichen.
Erwachsene Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind
- Mortalität
- Hinsichtlich des Gesamtüberlebens liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Behandlungsarmen vor. Unter Daratumumab + Lenalidomid + Dexamethason ist dieses Ereignis bei 85 Patienten (23,1 %) und unter Lenalidomid + Dexamethason bei 103 Patienten (27,9 %) aufgetreten.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben ist ein Zusatznutzen von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid + Dexamethason nicht belegt.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben
- Das progressionsfreie Überleben (PFS) stellt den primären Endpunkt der Studie MAIA dar. Es ist operationalisiert als Zeit von der Randomisierung bis zum Eintritt der Krankheitsprogression gemäß IMWG-Kriterien oder des Todes. Es liegt ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Studienarmen vor. Unter Daratumumab + Lenalidomid + Dexamethason hatten zum Zeitpunkt des 2. Datenschnittes 120 Patienten (32,6 %) ein Ereignis erlitten gegenüber 171 Patienten (46,3 %) unter Lenalidomid + Dexamethason.
- Bei dem Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien „Mortalität“ und „Morbidität“ zusammensetzt. Die Endpunktkomponente „Mortalität“ wird bereits über den Endpunkt „Gesamtüberleben“ als eigenständiger Endpunkt erhoben. Die Erhebung der Morbiditätskomponente "Krankheitsprogression" erfolgt nach IMWG-Kriterien und damit nicht symptombezogen, sondern mittels laborparametrischer, bildgebender und hämatologischer Verfahren. Unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte bestehen hinsichtlich der Patientenrelevanz des Endpunktes PFS unterschiedliche Auffassungen innerhalb des G-BA. Die Gesamtaussage zum Zusatznutzen bleibt davon unberührt.
- Lebensqualität - Gesundheitsbezogene Lebensqualität
- Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde anhand der Funktionsskalen des krebsspezifischen Fragebogens EORTC QLQ-C30 operationalisiert als Zeit bis zur Verschlechterung um ≥ 10 Punkte erhoben. Die Erhebung erfolgte bis 16 Wochen nach Eintritt der Krankheitsprogression.
- Es zeigten sich statistisch signifikante Vorteile unter Daratumumab + Lenalidomid + Dexamethason hinsichtlich der beiden Funktionsskalen „körperliche Funktion“ und „soziale Funktion“.
- In den Funktionsskalen „globaler Gesundheitsstatus“, „Rollenfunktion“, „emotionale Funktion“ und „kognitive Funktion“ zeigte sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied.
- In der Kategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität liegt somit insgesamt ein Vorteil für die Daratumumab-Kombinationstherapie im Bereich der Skalen „körperliche Funktion“ und „soziale Funktion“ vor.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UEs) gesamt
- Die Ergebnisse zu dem Endpunkt Unerwünschte Ereignisse gesamt werden ausschließlich ergänzend dargestellt.
- In beiden Studienarmen erlitt nahezu jeder Patient ein unerwünschtes Ereignis (Daratumumab + Lenalidomid + Dexamethason: 100 %; Lenalidomid + Dexamethason: 99,2 %).
- Gesamtbewertung / Fazit
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid + Dexamethason für die Behandlung erwachsener Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind, liegen aus der Studie MAIA Daten in den Kategorien Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogener Lebensqualität und Nebenwirkungen vor.
- Hinsichtlich der Mortalität liegt weder ein Vor- noch ein Nachteil für die Daratumumab-Dreifachkombination vor.
- Im Bereich der Morbidität zeigt sich ein Vorteil unter Therapie mit Daratumumab + Lenalidomid + Dexamethason hinsichtlich der Endpunkte Schmerz und Dyspnoe. Insbesondere der Vorteil in Bezug auf den Endpunkt Schmerz wird als klinisch relevanter Vorteil gewertet.
- In Bezug auf den Gesundheitszustand erhoben mittels EQ-5D VAS lässt sich kein klinisch relevanter Unterschied zwischen den beiden Behandlungsarmen mit hinreichender Sicherheit ableiten.
- In der Kategorie Lebensqualität ergeben sich Vorteile in Bezug auf die körperliche Funktion und die soziale Funktion.
- Bezüglich der unerwünschten Ereignisse liegt ein Nachteil zuungunsten der Daratumumab-Dreifachkombination vor in dem Auftreten schwerer unerwünschter Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3). In Bezug auf schwerwiegende UEs und Abbrüchen wegen UEs (Abbruch ≥ 1 Komponente) liegen keine statistisch signifikanten Unterschiede vor.
- In der Gesamtschau stehen sich Vorteile in der Symptomatik und der Lebensqualität Nachteilen in den schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3) gegenüber. Die Nachteile hinsichtlich der schweren UEs (CTCAE-Grad ≥ 3) werden als moderate Nachteile gewertet. Die nachteiligen Effekte stellen vorliegend nicht die positiven, relevanten Effekte insbesondere im Symptom Schmerz in Frage.
- Gesamtbewertung / Fazit
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid + Dexamethason für die Behandlung erwachsener Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind, liegen aus der Studie MAIA Daten in den Kategorien Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogener Lebensqualität und Nebenwirkungen vor.
- Hinsichtlich der Mortalität liegt weder ein Vor- noch ein Nachteil für die Daratumumab-Dreifachkombination vor.
- Im Bereich der Morbidität zeigt sich ein Vorteil unter Therapie mit Daratumumab + Lenalidomid + Dexamethason hinsichtlich der Endpunkte Schmerz und Dyspnoe. Insbesondere der Vorteil in Bezug auf den Endpunkt Schmerz wird als klinisch relevanter Vorteil gewertet.
- In Bezug auf den Gesundheitszustand erhoben mittels EQ-5D VAS lässt sich kein klinisch relevanter Unterschied zwischen den beiden Behandlungsarmen mit hinreichender Sicherheit ableiten.
- In der Kategorie Lebensqualität ergeben sich Vorteile in Bezug auf die körperliche Funktion und die soziale Funktion.
- Bezüglich der unerwünschten Ereignisse liegt ein Nachteil zuungunsten der Daratumumab-Dreifachkombination vor in dem Auftreten schwerer unerwünschter Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3). In Bezug auf schwerwiegende UEs und Abbrüchen wegen UEs (Abbruch ≥ 1 Komponente) liegen keine statistisch signifikanten Unterschiede vor.
- In der Gesamtschau stehen sich Vorteile in der Symptomatik und der Lebensqualität Nachteilen in den schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3) gegenüber. Die Nachteile hinsichtlich der schweren UEs (CTCAE-Grad ≥ 3) werden als moderate Nachteile gewertet. Die nachteiligen Effekte stellen vorliegend nicht die positiven, relevanten Effekte insbesondere im Symptom Schmerz in Frage.
Zugehörige Verfahren
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