Olaparib (7) – Lynparza®
Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom, FIGO-Stadien III und IV, HRD-positiv, Erhaltungstherapie, Kombination mit Bevacizumab
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.12.2020 – Zulassung: 03.11.2020 |
|---|---|
| Beschluss | 03.06.2021 aufgehoben |
| Befristung bis | 01.10.2022 |
| Wirkstoff | Olaparib |
| Handelsname | Lynparza® |
| Pharm. Unternehmer | AstraZeneca GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-616 |
| ATC-Code | L01XK01 PARP-Inhibitoren (L01XK) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C48.0Bösartige Neubildung: Retroperitoneum, C48.1Bösartige Neubildung: Näher bezeichnete Teile des Peritoneums, C48.2Bösartige Neubildung: Peritoneum, nicht näher bezeichnet, C48.8Bösartige Neubildung: Retroperitoneum und Peritoneum, mehrere Teilbereiche überlappend, C56Bösartige Neubildung des Ovars, C57.0Bösartige Neubildung: Tuba uterina (Falloppio), C57.1Bösartige Neubildung: Lig. latum uteri, C57.3Bösartige Neubildung: Parametrium, C57.4Bösartige Neubildung: Uterine Adnexe, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I105561Bösartige Neubildung des parietalen Peritoneums, I127389Primäres Peritonealkarzinom, I12785Bösartige Neubildung des Retroperitoneums, I20716Ovarialkarzinom, I30230Eileiterkarzinom, I30231Bösartige Neubildung des Ligamentum latum uteri, I30237Bösartige Neubildung des Parametriums, I30243Bösartige Neubildung der Uterusadnexe |
| DDD Tagesdosis | 0.8 g oral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Ovarialkarzinom / Eileiterkarzinom / Peritonealkarzinom |
| Grund des Verfahrens |
Neues Anwendungsgebiet
Aufgehoben durch: Olaparib (9) (20.04.2023) |
| Besonderheit | Bundling |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Lynparza in Kombination mit Bevacizumab wird angewendet für die: Erhaltungstherapie von erwachsenen Patientinnen mit einem fortgeschrittenen (FIGO-Stadien III und IV) high-grade epithelialen Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primären Peritonealkarzinom, die nach einer abgeschlossenen Platin-basierten Erstlinien-Chemotherapie in Kombination mit Bevacizumab ein Ansprechen (vollständig oder partiell) haben und deren Tumor mit einem positiven Status der homologen Rekombinations-Defizienz (HRD) assoziiert ist. Der Status HRD-positiv ist definiert entweder durch eine BRCA1/2-Mutation und/oder genomische Instabilität. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene Patientinnen mit einem fortgeschrittenen (FIGO-Stadien III und IV) high-grade epithelialen Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primären Peritonealkarzinom, die nach Abschluss einer Platin-basierten Erstlinien-Chemotherapie in Kombination mit Bevacizumab ein Ansprechen (vollständig oder partiell) haben; Erkrankung assoziiert mit homologer Rekombinations-Defizienz (definiert durch entweder eine BRCA1/2 Mutation und/oder genomische Instabilität); Erhaltungstherapie | Die Fortführung der mit der Platin-basierten Erstlinien-Chemotherapie begonnenen Behandlung mit Bevacizumab |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (PAOLA-1) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- PAOLA-1 ist eine multizentrische, doppelblinde, randomisierte kontrollierte Studie, in der Olaparib in Kombination mit Bevacizumab mit Bevacizumab verglichen wird.
Erwachsene Patientinnen mit einem fortgeschrittenen (FIGO-Stadien III und IV) high-grade epithelialen Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primären Peritonealkarzinom, die nach Abschluss einer Platin-basierten Erstlinien-Chemotherapie in Kombination mit Bevacizumab ein Ansprechen (vollständig oder partiell) haben; Erkrankung assoziiert mit homologer Rekombinations-Defizienz (definiert durch entweder eine BRCA1/2-Mutation und/oder genomische Instabilität); Erhaltungstherapie
- Im Ergebnis stellt der G-BA fest, dass ein Zusatznutzen von Olaparib in Kombination mit Bevacizumab gegenüber Bevacizumab nicht belegt ist.
- Mortalität
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich bezogen auf die bewertungsrelevante Teilpopulation (mit positivem HRD-Status) kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Es liegt eine Effektmodifikation durch das Merkmal „Ergebnis der Erstlinientherapie“ für das Gesamtüberleben vor.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben wird kein Zusatznutzen festgestellt.
- Morbidität - Symptomatik
- Anhand dieser Auswertungen zeigt sich für die Endpunkte „Schlaflosigkeit“, „hormonelle Symptome“ sowie „Nebenwirkungen der Chemotherapie“ ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Olaparib in Kombination mit Bevacizumab.
- Für die Endpunkte „Übelkeit und Erbrechen“ sowie „Appetitverlust“ zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Olaparib in Kombination mit Bevacizumab.
- In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse liegt hinsichtlich der Symptomatik kein überwiegender Vor- oder Nachteil vor.
- Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D Visuelle Analogskala)
- Der Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen ist hinsichtlich der Mittelwertdifferenz nicht statistisch signifikant.
- Somit liegt hinsichtlich des Gesundheitszustands weder ein Vorteil noch ein Nachteil vor.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben 1 (PFS1)
- Unter Olaparib in Kombination mit Bevacizumab ist das PFS1 im Vergleich zu Bevacizumab statistisch signifikant verlängert.
- Unter Berücksichtigung der aufgeführten Aspekte wird der Endpunkt PFS1 nicht für die Nutzenbewertung herangezogen.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben 2 (PFS2)
- Unter Olaparib in Kombination mit Bevacizumab ist das PFS2 im Vergleich zu Bevacizumab statistisch signifikant verlängert.
- Unter Berücksichtigung der aufgeführten Aspekte wird der Endpunkt PFS2 nicht für die Nutzenbewertung herangezogen.
- Morbidität - Rezidive
- Die Ergebnisse zu den Endpunkten zum Komplex „Rezidive“ werden deshalb in der vorliegenden Bewertung nicht herangezogen.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität
- Für den Endpunkt „Globaler Gesundheitszustand“ zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse liegen bezogen auf die bewertungsrelevante Teilpopulation hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität keine relevanten Unterschiede vor.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE)
- Die Erhebung der UE erfolgt bis 30 Tage nach Behandlungsende.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
- Für die schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Schwere UE (CTCAE Grad ≥ 3)
- Für die schweren unerwünschten Ereignisse mit CTCAE-Grad ≥ 3 zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Abbruch wegen UE
- Für den Endpunkt Therapieabbruch aufgrund eines UE zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Olaparib in Kombination mit Bevacizumab im Vergleich zu Bevacizumab.
- Nebenwirkungen - Spezifische UE
- Es ergibt sich für Olaparib in Kombination mit Bevacizumab ein statistisch signifikanter Nachteil gegenüber Bevacizumab hinsichtlich des spezifischen UE Übelkeit (PT) sowie der spezifischen schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3) Anämie (PT) und Fatigue und Asthenie (PT).
- Für das spezifische schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) Hypertonie (PT) zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Olaparib in Kombination mit Bevacizumab.
- In der Gesamtschau zeigt sich bei den Nebenwirkungen hinsichtlich der Endpunkte schwerwiegende UE und schwere unerwünschte Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3) kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Im Detail zeigen sich bei den spezifischen UE überwiegend negative Effekte von Olaparib in Kombination mit Bevacizumab im Vergleich zu Bevacizumab.
- Gesamtbewertung
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Olaparib in Kombination mit Bevacizumab liegen aus der doppelblinden, randomisierten kontrollierten Studie PAOLA-1 Ergebnisse im Vergleich zu Bevacizumab zur Mortalität (Gesamtüberleben), Morbidität (Symptomatik und Gesundheitszustand), Lebensqualität und zu Nebenwirkungen vor.
- In der Endpunktkategorie Mortalität zeigen die vorliegenden Ergebnisse zum Endpunkt Gesamtüberleben bezogen auf die bewertungsrelevante Teilpopulation (mit positivem HRD-Status) keinen statistisch signifikanten Unterschied.
- Für die Endpunkte der Kategorie Morbidität ergeben sich für die Behandlung mit Olaparib in Kombination mit Bevacizumab hinsichtlich der Symptomatik (erhoben mittels EORTC QLQ-C30 sowie EORTC QLQ-OV28) sowohl positive Effekte hinsichtlich der Endpunkte Schlaflosigkeit, hormonelle Symptome sowie Nebenwirkungen der Chemotherapie als auch negative Effekte hinsichtlich der Endpunkte Übelkeit und Erbrechen sowie Appetitverlust.
- Hinsichtlich der Symptomatik liegt in der Gesamtbetrachtung somit kein überwiegender Vor- oder Nachteil vor.
- Für den Endpunkt allgemeiner Gesundheitszustand (erhoben mittels EQ-5D VAS) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität (erhoben mittels EORTC QLQ-C30 sowie EORTC QLQ-OV28) zeigen sich keine relevanten Unterschiede zwischen der Behandlung mit Olaparib in Kombination mit Bevacizumab im Vergleich zu Bevacizumab.
- Bei den Nebenwirkungen zeigt sich hinsichtlich der Endpunkte schwerwiegende UE und schwere unerwünschte Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3) kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Beim Endpunkt Abbruch wegen UE liegt ein Nachteil von Olaparib in Kombination mit Bevacizumab vor.
- Der Nachteil bei den Nebenwirkungen erreicht unter Berücksichtigung der klinischen Relevanz angesichts der Tatsache, dass sich moderate Nachteile nur bei dem Endpunkt Abbruch wegen UE sowie im Detail bei den spezifischen UE gezeigt haben, jedoch nicht ein Ausmaß, das in der Gesamtbewertung einen geringeren Nutzen rechtfertigen würde.
- In der Gesamtschau kommt der G-BA zu dem Ergebnis, dass ein Zusatznutzen von Olaparib in Kombination mit Bevacizumab gegenüber Bevacizumab nicht belegt ist.
Zugehörige Verfahren
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