Olaparib (12) – Lynparza®

Primär fortgeschrittenes oder rezidiviertes Endometriumkarzinom mit pMMR, Kombination mit Durvalumab, Erhaltungstherapie

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.09.2024 – Zulassung: 12.08.2024
Beschluss 20.02.2025
Wirkstoff Olaparib
Handelsname Lynparza®
Pharm. Unternehmer AstraZeneca GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-1095
ATC-Code L01XK01 PARP-Inhibitoren (L01XK)
ICD-10 Codes (AIS) C54.1Bösartige Neubildung: Endometrium
Alpha-ID Codes (AIS) I27788Endometriumkarzinom
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Endometriumkarzinom (EC)
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet
Besonderheit Bundling Kombinationstherapie

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Lynparza in Kombination mit Durvalumab wird angewendet für die Erhaltungstherapie von erwachsenen Patientinnen mit primär fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom mit Mismatch-Reparatur-Profizienz (pMMR), deren Erkrankung während der Erstlinienbehandlung mit Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel nicht progredient war.

Patientengruppe Indikation ZVT
a) Erwachsene Patientinnen mit primär fortgeschrittenem Endometriumkarzinom (Stadium III oder IV) oder rezidivierendem Endometriumkarzinom mit Mismatch-Reparatur-Profizienz (pMMR), die zur Behandlung- der primär fortgeschrittenen Erkrankung bisher keine systemische Therapie als postoperative bzw. adjuvante Therapie erhalten haben,- des Rezidivs noch keine Chemotherapie erhalten haben; ErhaltungstherapiePatientinnen mit neu diagnostizierter Erkrankung Carboplatin + Paclitaxel gefolgt von beobachtendem Abwarten
b) Erwachsene Patientinnen mit primär fortgeschrittenem Endometriumkarzinom (Stadium III oder IV) oder rezidivierendem Endometriumkarzinom mit Mismatch-Reparatur-Profizienz (pMMR), die zur Behandlung- der primär fortgeschrittenen Erkrankung bisher keine systemische Therapie als postoperative bzw. adjuvante Therapie erhalten haben,- des Rezidivs noch keine Chemotherapie erhalten haben; ErhaltungstherapiePatientinnen mit rezidivierender Erkrankung Carboplatin + Paclitaxel gefolgt von beobachtendem Abwarten

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (DUO-E)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) Vorbehandlung

a) Patientinnen mit neu diagnostizierter Erkrankung

  • Im Ergebnis wird für die Gruppe der Patientinnen mit neu diagnostizierter Erkrankung für Olaparib in Kombination mit Durvalumab in der Erhaltungstherapie nach Erstlinientherapie mit Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel ein beträchtlicher Zusatznutzen festgestellt.
  • Die Aussagesicherheit für den festgestellten Zusatznutzen wird in die Kategorie „Hinweis“ eingestuft.
  • Mortalität
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich in der Subgruppe der Patientinnen mit neu diagnostizierter Erkrankung ein statistisch signifikanter Vorteil von Olaparib in Kombination mit Durvalumab in der Erhaltungstherapie nach Erstlinientherapie mit Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel.
    • Das Ausmaß der erzielten Verlängerung im Gesamtüberleben wird als eine deutliche Verbesserung bewertet.
  • Morbidität - Dyspnoe
    • Für den Endpunkt Dyspnoe (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Olaparib in Kombination mit Durvalumab in der Erhaltungstherapie nach Erstlinientherapie mit Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel.
  • Morbidität - Appetitverlust
    • Für den Endpunkt Appetitverlust (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Olaparib in Kombination mit Durvalumab in der Erhaltungstherapie nach Erstlinientherapie mit Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel.
  • Morbidität - Verstopfung
    • Für den Endpunkt Verstopfung (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Olaparib in Kombination mit Durvalumab in der Erhaltungstherapie nach Erstlinientherapie mit Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel.
  • Morbidität - Patient Global Impression of Severity (PGIS)
    • Für die mittels PGIS erhobene Symptomatik zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Kognitive Funktion
    • Für den Endpunkt kognitive Funktion (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Sexueller Genuss
    • Für den Endpunkt sexueller Genuss (erhoben mittels EORTC QLQ-EN24) liegen keine geeigneten Daten vor, da maximal 29 vs. 25 Patientinnen (15 % vs. 13 %) einen Baselinewert und einen weiteren Wert im Studienverlauf hatten.
  • Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3)
    • Für den Endpunkt schwere UEs zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Nebenwirkungen - Anämie (schwere unerwünschte Ereignisse)
    • Für den Endpunkt Anämie (schwere UEs) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Olaparib in Kombination mit Durvalumab in der Erhaltungstherapie nach Erstlinientherapie mit Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.
  • Nebenwirkungen - Myelodysplastisches Syndrom (MDS)/akute myeloische Leukämie (AML) (schwerwiegende unerwünschte Ereignisse)
    • Für den Endpunkt MDS/AML (SUEs) trat in beiden Behandlungsarmen kein Ereignis auf, es zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Nebenwirkungen - Pneumonitis (schwere unerwünschte Ereignisse)
    • Für den Endpunkt Pneumonitis (schwere UEs) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Gesamtschau
    • In der Gesamtbetrachtung stehen dem deutlichen Vorteil beim Gesamtüberleben moderate Nachteile bei Endpunkten der Endpunktkategorie Morbidität gegenüber.
    • Diese Nachteile stellen das Ausmaß der Verbesserung beim Gesamtüberleben nicht infrage.
    • Für die Endpunktkategorien gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen wurde kein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied festgestellt.

b) Patientinnen mit rezidivierender Erkrankung

  • Im Ergebnis stellt der G-BA für Olaparib in Kombination mit Durvalumab in der Erhaltungstherapie nach Erstlinientherapie mit Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel gegenüber Carboplatin in Kombination mit Paclitaxel, gefolgt von beobachtendem Abwarten für Patientinnen mit rezidivierender Erkrankung in zusammenfassender Interpretation der Daten kein Zusatznutzen fest.
  • Morbidität - Dyspnoe
    • Für den Endpunkt Dyspnoe (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Olaparib in Kombination mit Durvalumab in der Erhaltungstherapie nach Erstlinientherapie mit Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel.
  • Morbidität - Appetitverlust
    • Für den Endpunkt Appetitverlust (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Olaparib in Kombination mit Durvalumab in der Erhaltungstherapie nach Erstlinientherapie mit Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel.
  • Morbidität - Verstopfung
    • Für den Endpunkt Verstopfung (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Olaparib in Kombination mit Durvalumab in der Erhaltungstherapie nach Erstlinientherapie mit Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel.
  • Morbidität - Patient Global Impression of Severity (PGIS)
    • Für die mittels PGIS erhobene Symptomatik zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Kognitive Funktion
    • Für den Endpunkt kognitive Funktion (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Sexueller Genuss
    • Für den Endpunkt sexueller Genuss (erhoben mittels EORTC QLQ-EN24) liegen keine geeigneten Daten vor, da maximal 29 vs. 25 Patientinnen (15 % vs. 13 %) einen Baselinewert und einen weiteren Wert im Studienverlauf hatten.
  • Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3)
    • Für den Endpunkt schwere UEs zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Nebenwirkungen - Anämie (schwere unerwünschte Ereignisse)
    • Für den Endpunkt Anämie (schwere UEs) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Olaparib in Kombination mit Durvalumab in der Erhaltungstherapie nach Erstlinientherapie mit Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.
  • Nebenwirkungen - Myelodysplastisches Syndrom (MDS)/akute myeloische Leukämie (AML) (schwerwiegende unerwünschte Ereignisse)
    • Für den Endpunkt MDS/AML (SUEs) trat in beiden Behandlungsarmen kein Ereignis auf, es zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Nebenwirkungen - Pneumonitis (schwere unerwünschte Ereignisse)
    • Für den Endpunkt Pneumonitis (schwere UEs) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Gesamtschau
    • Insgesamt zeigt sich in den Endpunktkategorien Gesamtüberleben, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen jeweils kein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied.
    • Hinsichtlich der Morbidität zeigen sich moderate Nachteile.

Zugehörige Verfahren

Olaparib (12) Lynparza® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Primär fortgeschrittenes oder rezidiviertes Endometriumkarzinom mit pMMR, Kombination mit Durvalumab, Erhaltungstherapie 780–1.430 50% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen
Olaparib (11) Lynparza® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom, BRCA-mutiert, FIGO-Stadien III und IV, Erhaltungstherapie 520–630 100% Zusatznutzen nicht belegt
Olaparib (10) Lynparza® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Prostatakarzinom, metastasiert, kastrationsresistent,Chemotherapie nicht klinisch indiziert, Kombination mit Abirateron und/oder Prednison 9.400–12.200 25% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen
Olaparib (9) Lynparza® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom, FIGO-Stadien III und IV, HRD-positiv, Erhaltungstherapie, Kombination mit Bevacizumab 1.030–1.250 100% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen
Olaparib (8) Lynparza® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HER2-, BRCA1/2-Mutation, vorbehandelt, hohes Rezidivrisiko, Adjuvanz, Monotherapie oder Kombination mit endokriner Therapie 540–690 100% Hinweis auf geringer Zusatznutzen
Olaparib (5) Lynparza® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Adenokarzinom des Pankreas, BRCA1/2-Mutationen, Erhaltungstherapie 75–95 100% Zusatznutzen nicht belegt
Olaparib (6) Lynparza® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Prostatakarzinom, BRCA1/2-Mutationen, Progredienz nach hormoneller Behandlung 2.290–3.040 100% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen
Olaparib (7) Lynparza® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom, FIGO-Stadien III und IV, HRD-positiv, Erhaltungstherapie, Kombination mit Bevacizumab 0
1.030
100% Zusatznutzen nicht belegt aufgehoben
Olaparib (3) Lynparza® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, BRCA1/2-Mutationen, HER2- 460–710 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen
Olaparib (4) Lynparza® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom, BRCA-mutiert, FIGO-Stadien III und IV, Erhaltungstherapie 0
70–325
100% Zusatznutzen nicht belegt aufgehoben
Olaparib (2) Lynparza® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom, Platin-Sensitiv, Erhaltungstherapie 1.900–2.400 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen
Olaparib (1) Lynparza® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom 0
200–600
100% nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan aufgehoben


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