Olaparib (3) – Lynparza®
Mammakarzinom, BRCA1/2-Mutationen, HER2-
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.07.2019 – Zulassung: 08.04.2019 |
|---|---|
| Beschluss | 16.01.2020 |
| Wirkstoff | Olaparib |
| Handelsname | Lynparza® |
| Pharm. Unternehmer | AstraZeneca GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-459 |
| ATC-Code | L01XK01 PARP-Inhibitoren (L01XK) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C50.0Bösartige Neubildung: Brustwarze und Warzenhof, C50.1Bösartige Neubildung: Zentraler Drüsenkörper der Brustdrüse, C50.2Bösartige Neubildung: Oberer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.3Bösartige Neubildung: Unterer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.4Bösartige Neubildung: Oberer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.5Bösartige Neubildung: Unterer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.6Bösartige Neubildung: Recessus axillaris der Brustdrüse, C50.8Bösartige Neubildung: Brustdrüse, mehrere Teilbereiche überlappend, C50.9Bösartige Neubildung: Brustdrüse, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I102868Bösartige Neubildung der äußeren 2 Quadranten der Brustdrüse, I102970Bösartige Neubildung des oberen inneren Quadranten der Brustdrüse, I102971Bösartige Neubildung des unteren inneren Quadranten der Brustdrüse, I102972Bösartige Neubildung des oberen äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102973Bösartige Neubildung des unteren äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102998Bösartige Neubildung des zentralen Drüsenkörpers der Brustdrüse, I102999Bösartige Neubildung des Recessus axillaris der Brustdrüse, I111628Bösartige Neubildung der Brustwarze und des Warzenhofes, I18052Mammakarzinom |
| DDD Tagesdosis | 0.8 g oral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom / Brustkrebs (BC) |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Besonderheit | Bundling Praxisbesonderheit |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
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Lynparza wird als Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn angewendet, die ein HER2-negatives, lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Mammakarzinom haben. Die Patienten sollten zuvor mit einem Anthrazyklin und einem Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting behandelt worden sein, es sei denn, die Patienten waren für diese Behandlungen nicht geeignet. Patienten mit Hormonrezeptor (HR)-positivem Mammakarzinom sollten außerdem eine Krankheitsprogression während oder nach einer vorherigen endokrinen Therapie aufweisen oder für eine endokrine Therapie nicht geeignet sein. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene Patienten mit HER2-negativem, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn; nach vorangegangener Therapie mit einem Anthrazyklin und einem Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting oder ungeeignet für diese Behandlungen | Capecitabin oder Vinorelbin oder Eribulin oder ggf. eine Anthrazyklin- oder Taxan-haltige Therapie |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (OlympiAD) |
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- OlympiAD ist eine multizentrische, offene, randomisierte kontrollierte Studie, in der Olaparib mit einer Chemotherapie nach Wahl des Arztes unter Verwendung von Capecitabin oder Vinorelbin oder Eribulin verglichen wird.
Erwachsene Patienten mit HER2-negativem, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn; nach vorangegangener Therapie mit einem Anthrazyklin und einem Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting oder ungeeignet für diese Behandlungen
- Für die Behandlung erwachsener Patienten mit HER2-negativem, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn, die zuvor mit einem Anthrazyklin und einem Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting behandelt worden sind oder für diese Behandlungen ungeeignet waren, liegt ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen vor.
- In der Gesamtbetrachtung stellt der G-BA basierend auf den Vorteilen in der Endpunktkategorie Nebenwirkungen einen geringen Zusatznutzen für Olaparib gegenüber Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin fest.
- Vor dem Hintergrund, dass aufgrund des offenen Studiendesigns der OlympiAD in der Kategorie Nebenwirkungen überwiegend von einem hohen Verzerrungspotenzial auszugehen ist und keine verwertbaren Daten zu den Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität vorliegen, kann bezüglich der Aussagesicherheit nur ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen abgeleitet werden.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben war in der Studie OlympiAD als die Zeit zwischen Randomisierung und Tod, ungeachtet der zugrundeliegenden Todesursache, definiert.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigte sich bezogen auf die Gesamtpopulation der Studie kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben wird infolgedessen kein Zusatznutzen festgestellt.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
- Das progressionsfreie Überleben war in der Studie OlympiAD der primäre Endpunkt und definiert als Zeit zwischen Randomisierung und Krankheitsprogression (festgestellt durch ein zentrales, verblindetes, unabhängiges, radiologisches Komitee (BICR) anhand der RECIST-Kriterien Version 1.1) oder Tod ungeachtet der zugrundeliegenden Todesursache.
- Das PFS war im Interventionsarm gegenüber dem Kontrollarm statistisch signifikant um 2,8 Monate im Median verlängert (7,0 vs. 4,2 Monate im Median; HR: 0,58 [95%-KI: 0,43; 0,80]; p = 0,0009).
- Bei dem Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien Mortalität und Morbidität zusammensetzt. Die Endpunktkomponente „Mortalität“ wurde in der vorliegenden Studie über den Endpunkt „Gesamtüberleben“ als eigenständiger Endpunkt erhoben. Die Erhebung der Morbiditätskomponente erfolgte nicht symptombezogen, sondern ausschließlich mittels bildgebenden Verfahren (radiologisch bestimmte Krankheitsprogression nach den RECIST-Kriterien). Unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte bestehen hinsichtlich der Patientenrelevanz des Endpunktes PFS unterschiedliche Auffassungen innerhalb des G-BA. Die Gesamtaussage zum Ausmaß des Zusatznutzens bleibt davon unberührt.
- Lebensqualität
- Zur Erhebung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurde in der Studie OlympiAD die Funktionsskalen des krankheitsspezifischen Fragebogens EORTC QLQ-C30 eingesetzt.
- Da sich auch bezüglich der Responderanalysen zu den Funktionsskalen der Anteil von in den Auswertungen unberücksichtigt gebliebenen Patienten in fast allen Skalen zwischen den Behandlungsgruppen in einem relevanten Ausmaß (Differenz von mehr als 15 Prozentpunkten) unterscheidet, ist auch hier die Ergebnissicherheit der Auswertungen als unzureichend zu betrachten. Infolgedessen werden die Responderanalysen im Rahmen der vorliegenden Bewertung nicht herangezogen. Dies gilt analog für die entsprechenden stetigen Analysen.
- Es liegen somit keine verwertbaren Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität vor.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE)
- In OlympiAD trat im Interventionsarm bei 97,6 % der Patienten ein unerwünschtes Ereignis auf, im Vergleichsarm waren es 95,6 % der Patienten.
- Gesamtbewertung
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Olaparib liegen aus der offenen, randomisierten, kontrollierten Studie OlympiAD Ergebnisse im Vergleich zu Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin zur Mortalität (Gesamtüberleben), Morbidität, Lebensqualität und zu Nebenwirkungen vor.
- In der Endpunktkategorie Mortalität zeigen die vorliegenden Ergebnisse zum Endpunkt Gesamtüberleben bezogen auf die Gesamtpopulation der Studie keinen statistisch signifikanten Effekt. Für den Endpunkt Gesamtüberleben wird kein Zusatznutzen festgestellt.
- Für die Endpunkte der Kategorien Morbidität (Symptomatik) und gesundheitsbezogene Lebensqualität liegen keine verwertbaren Daten vor, da die Ergebnissicherheit der vorgelegten Auswertungen vor dem Hintergrund des zwischen den Behandlungsgruppen relevant unterschiedlichen Anteils unberücksichtigter Patienten als unzureichend zu betrachten ist.
- Bei den Nebenwirkungen sind hinsichtlich der Endpunkte schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3 oder 4) sowie Abbruchs wegen UE Vorteile von Olaparib im Vergleich zu Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin festzustellen. Kein Unterschied zeigt sich für den Endpunkt schwerwiegende UE. Bei den spezifischen UE überwiegen positive Effekte von Olaparib. In der Kategorie Nebenwirkungen ist somit insgesamt ein Vorteil von Olaparib gegenüber Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin festzustellen.
- In der Gesamtbetrachtung stellt der G-BA basierend auf den Vorteilen in der Endpunktkategorie Nebenwirkungen einen geringen Zusatznutzen für Olaparib gegenüber Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin fest.
Zugehörige Verfahren
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