Atezolizumab (2) – Tecentriq®
Urothelkarzinom, Erstlinie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.10.2017 – Zulassung: 21.09.2017 |
|---|---|
| Beschluss | 16.03.2018 Patientengruppen aufgehoben |
| Wirkstoff | Atezolizumab |
| Handelsname | Tecentriq® |
| Pharm. Unternehmer | Roche Pharma AG |
| G-BA Vorgangsnummer | D-314 |
| ATC-Code | L01FF05 PD-1/PDL-1-Inhibitoren (L01FF) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C65Bösartige Neubildung des Nierenbeckens, C66Bösartige Neubildung des Ureters, C67.0Bösartige Neubildung: Trigonum vesicae, C67.1Bösartige Neubildung: Apex vesicae, C67.2Bösartige Neubildung: Laterale Harnblasenwand, C67.3Bösartige Neubildung: Vordere Harnblasenwand, C67.4Bösartige Neubildung: Hintere Harnblasenwand, C67.5Bösartige Neubildung: Harnblasenhals, C67.6Bösartige Neubildung: Ostium ureteris, C67.7Bösartige Neubildung: Urachus, C67.8Bösartige Neubildung: Harnblase, mehrere Teilbereiche überlappend, C67.9Bösartige Neubildung: Harnblase, nicht näher bezeichnet, C68.0Bösartige Neubildung: Urethra, C68.8Bösartige Neubildung: Harnorgane, mehrere Teilbereiche überlappend, C68.9Bösartige Neubildung: Harnorgan, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I104386Bösartige Neubildung des Harnblasensphinkters, I13895Bösartige Neubildung der Harnblase, I14845Bösartige Neubildung des Harnblasenhalses, I15288Bösartige Neubildung der hinteren Harnblasenwand, I15360Bösartige Neubildung der seitlichen Harnblasenwand, I15411Bösartige Neubildung der vorderen Harnblasenwand, I20177Bösartige Neubildung des Nierenbeckens, I20685Bösartige Neubildung des Ostium ureteris, I22423Bösartige Neubildung des Trigonum vesicae, I22501Bösartige Neubildung des Urachus, I22610Bösartige Neubildung des Ureters, I22762Bösartige Neubildung der Urethra, I22909Urothelkarzinom, I30262Bösartige Neubildung des Apex vesicae |
| DDD Tagesdosis | 57 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Urothelkarzinom (UC) |
| Grund des Verfahrens |
Erstbewertung
Aufgehoben durch: Atezolizumab (3) (20.06.2019) |
| Besonderheit | Bundling ZVT-Änderung Praxisbesonderheit |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
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Tecentriq als Monotherapie wird angewendet bei erwachsenen Patienten zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinoms (UC) nach vorheriger platinhaltiger Chemotherapie oder bei erwachsenen Patienten, die für eine Behandlung mit Cisplatin als ungeeignet angesehen werden (siehe Abschnitt 5.1). |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Urothelkarzinom: Patienten, die nicht für eine Cisplatin-basierte Therapie geeignet sind (Erstlinie) | Chemotherapie nach Maßgabe des Arztes |
| b1) | Urothelkarzinom: Patienten mit vorheriger Platin-basierter Therapie mit einem Frührezidiv (≤ 6 Monate) | Vinflunin |
| b2) | Urothelkarzinom: Patienten mit vorheriger Platin-basierter Therapie mit einem Spätrezidiv (> 6 – 12 Monate) | Vinflunin oder erneute Cisplatin-basierte Chemotherapie |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (Mvigor211) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Vorbehandlung, Patienten-Eignung |
| ZVT-Änderung | 21.07.2017 – Zulassungänderung nach positiver Opinion (EMA) |
a) Patienten, die nicht für eine Cisplatin-basierte Therapie geeignet sind (Erstlinie)
- Für die Erstlinienbehandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms bei Patienten, für die eine Cisplatin-basierte Chemotherapie nicht geeignet ist, ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
- Mortalität
- Ergebnisse zum Gesamtüberleben liegen nur aus 4 Studien vor; die Ergebnisse zum medianen Gesamtüberleben in der einarmigen Studie IMvigor210 liegen mit 15,9 Monaten im Vergleich zu Ergebnissen unter Behandlung mit Gemcitabin und Carboplatin mit Werten von 7,2 bis 10 Monaten nicht in einer Größenordnung, bei der hinreichend sicher ausgeschlossen werden kann, dass ein Unterschied nicht allein auf systematische Verzerrung zurückzuführen ist.
- Im Rahmen der vom pharmazeutischen Unternehmer durchgeführten 4 Einzelvergleiche zum Gesamtüberleben, sind nur die Ergebnisse von 2 Auswertungen statistisch signifikant unterschiedlich.
- Nebenwirkungen
- Unerwünschte Ereignisse wurden für das Nutzenbewertungsdossier ebenfalls berichtet, sowohl hinsichtlich relevanter Gesamtraten, als auch hinsichtlich spezifischer Chemotherapie-assoziierter und Immuntherapie-assoziierter Ereignisse.
- Ergebnisse zu unerwünschten Ereignissen wurden nur selektiv berichtet bzw. wurden nicht adäquat operationalisiert und sind daher unvollständig. So liegen aus den herangezogenen Vergleichsstudien keine Angaben zu den Gesamtraten an unerwünschten Ereignissen vor (schwere UE mit CTCAE Grad ≥ 3, SUE). Ergebnisse zu Therapieabbrüchen wegen UE liegen nur aus IMvigor210 und 2 Vergleichsstudien vor.
- Hinsichtlich spezifischer UE wurden in Ermangelung weiterer Angaben aus den Vergleichsstudien nur solche gegenübergestellt, die in mindestens einer der für den Vergleich herangezogenen Studien erhoben wurden. Zwangsläufig ist diese Gegenüberstellung dadurch auf Chemotherapie-assoziierte Nebenwirkungen fokussiert, da alle für den Vergleich herangezogenen Studien Chemotherapien untersuchten.
- Gesamtbewertung
- Insgesamt ist in der Erstlinientherapie von Patienten, die nicht für eine Cisplatin-basierte Therapie geeignet sind, ein Zusatznutzen von Atezolizumab aufgrund der eingeschränkten Datenlage nicht belegt. Es liegen keine verwertbaren Ergebnisse vor, die nicht allein durch systematische Verzerrung zustande gekommen sein könnten.
- Die Angaben zu spezifischen UE sind aus diesem Grund nicht geeignet eine umfassende Übersicht zu den Schadensaspekten von Atezolizumab zu gewährleisten, sodass einzelne signifikante Vorteile bei spezifischen UE insgesamt nicht ausreichend für den Nachweis eines Zusatznutzens von Atezolizumab in der Erstlinientherapie Cisplatin-ungeeigneter Patienten sind.
b) Patienten mit vorheriger Platin-basierter Therapie
- Der pharmazeutische Unternehmer legt im Dossier keine Ergebnisse aus direkt vergleichenden Studien oder Studien, die sich für einen adjustierten indirekten Vergleich eignen, für diese Population vor.
Zugehörige Verfahren
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