Durvalumab (9) – Imfinzi®

Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, EGFR/ALK-negativ, neoadjuvante/adjuvante Therapie, Kombination mit platinbasierter Chemotherapie

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.08.2025 – Zulassung: 31.03.2025
Beschluss 22.01.2026
Wirkstoff Durvalumab
Handelsname Imfinzi®
Pharm. Unternehmer AstraZeneca GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-1225
ATC-Code L01FF03 PD-1/PDL-1-Inhibitoren (L01FF)
ICD-10 Codes (AIS) C34.0Bösartige Neubildung: Hauptbronchus, C34.1Bösartige Neubildung: Oberlappen (-Bronchus), C34.2Bösartige Neubildung: Mittellappen (-Bronchus), C34.3Bösartige Neubildung: Unterlappen (-Bronchus), C34.8Bösartige Neubildung: Bronchus und Lunge, mehrere Teilbereiche überlappend, C34.9Bösartige Neubildung: Bronchus oder Lunge, nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I111155Karzinom des Oberlappenbronchus, I116693Nicht kleinzelliges Lungenkarzinom, I24595Karzinom des Hauptbronchus, I30015Lungenkarzinom des Mittellappens, I30021Lungenkarzinom des Unterlappens, I30022Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge, mehrere Teilbereiche überlappend
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Imfinzi in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie zur neoadjuvanten Behandlung gefolgt von Imfinzi als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung ist angezeigt bei Erwachsenen mit resezierbarem NSCLC mit hohem Rezidivrisiko und ohne EGFR-Mutationen oder ALK-Translokationen.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene mit resezierbarem NSCLC mit hohem Rezidivrisiko und ohne EGFR-Mutationen oder ALK-Translokationen; neoadjuvante und adjuvante Therapie <ul><li>Neoadjuvante Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit einer platinbasierten Therapie gefolgt von beobachtendem Abwarten (nur für Patientinnen und Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 %)</li><li>Neoadjuvante Behandlung mit Pembrolizumab in Kombination mit einer platinbasierten Therapie gefolgt von adjuvanter Behandlung mit Pembrolizumab</li></ul>

Studien und Ergebnisse

  • Klinische Studien
    • Bei der Studie AEGEAN handelt es sich um eine laufende, doppelblinde, randomisierte Phase-III-Studie, in der Durvalumab in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie zur neoadjuvanten Behandlung gefolgt von Durvalumab als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung (Interventionsarm) mit Placebo in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie zur neoadjuvanten Behandlung gefolgt von Placebo nach Operation (Vergleichsarm) verglichen wurde.
    • Bei der Studie KEYNOTE 671 handelt es sich um eine laufende, doppelblinde, randomisierte Phase-III-Studie, in der Pembrolizumab in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie zur neoadjuvanten Behandlung gefolgt von Pembrolizumab als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung (Interventionsarm) mit Placebo in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie zur neoadjuvanten Behandlung gefolgt von Placebo nach Operation (Vergleichsarm) verglichen wurde.

Erwachsene mit resezierbarem NSCLC mit hohem Rezidivrisiko und ohne EGFR-Mutationen oder ALK-Translokationen; neoadjuvante und adjuvante Therapie

  • Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
  • In Ermangelung direkt vergleichender Studien zieht der pharmazeutische Unternehmer für den Nachweis eines Zusatznutzens einen adjustierten indirekten Vergleich nach dem Verfahren von Bucher et al. heran.
  • Im Ergebnis wird der vorgelegte adjustierte indirekte Vergleich insgesamt als nicht geeignet bewertet, um Aussagen zum Zusatznutzen treffen zu können.
  • Somit liegen in der Gesamtschau keine Daten vor, die eine Bewertung des Zusatznutzens ermöglichen.
  • Fazit
    • Hinsichtlich der Ähnlichkeit der Studien AEGEAN und KEYNOTE 671 bzw. der für den adjustierten indirekten Vergleich herangezogenen Patientenpopulation verbleiben relevante Unsicherheiten in Bezug auf den Anteil der Patientinnen und Patienten mit einer EGFR-Mutation oder ALK-Translokation.
    • Die im Dossier des pharmazeutischen Unternehmers dargelegten Ergebnisse des adjustierten indirekten Vergleiches zeigen keine statistisch signifikanten Unterschiede in den Endpunkten Gesamtüberleben, ereignisfreies Überleben und unerwünschte Ereignisse.
    • Im Ergebnis wird der vorgelegte adjustierte indirekte Vergleich insgesamt als nicht geeignet bewertet, um Aussagen zum Zusatznutzen treffen zu können. Der pharmazeutische Unternehmer leitet selbst keinen Zusatznutzen aus diesen Ergebnissen ab.

Zugehörige Verfahren

Durvalumab (12) Imfinzi® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs, neoadjuvante und adjuvante Kombination mit FLOT-Chemotherapie gefolgt von adjuvanter Monotherapie n.d. laufendes Verfahren
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Durvalumab (8) Imfinzi® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Primär fortgeschrittenes oder rezidiviertes Endometriumkarzinom, Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel; Erhaltungstherapie, Kombination mit Olaparib 990–1.810 50% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen
Durvalumab (6) Imfinzi® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Hepatozelluläres Karzinom, Erstlinie, Monotherapie 1.900–5.470 100% Zusatznutzen nicht belegt
Durvalumab (3) Imfinzi® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Biliäre Tumore, Erstlinie, Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin 1.800 100% Hinweis auf geringer Zusatznutzen
Durvalumab (4) Imfinzi® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, EGFR/ALK-negativ, Erstlinie, Kombination mit Tremelimumab und platinbasierter Chemotherapie 14.470–24.660 100% Zusatznutzen nicht belegt
Durvalumab (5) Imfinzi® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Hepatozelluläres Karzinom, Erstlinie, Kombination mit Tremelimumab 1.900–5.470 100% Zusatznutzen nicht belegt
Durvalumab (2) Imfinzi® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Kleinzelliges Lungenkarzinom, Erstlinie, Kombination mit Etoposid und entweder Carboplatin oder Cisplatin 3.210–6.130 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen
Durvalumab (1) Imfinzi® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, Erhaltungstherapie 1.600–1.800 100% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen


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