Durvalumab (11) – Imfinzi®
Muskelinvasives Blasenkarzinom (MIBC), neoadjuvante/adjuvante Therapie nach Zystektomie, Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.08.2025 – Zulassung: 02.07.2025 |
|---|---|
| Beschluss | 22.01.2026 |
| Wirkstoff | Durvalumab |
| Handelsname | Imfinzi® |
| Pharm. Unternehmer | AstraZeneca GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1227 |
| ATC-Code | L01FF03 PD-1/PDL-1-Inhibitoren (L01FF) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C67.0Bösartige Neubildung: Trigonum vesicae, C67.1Bösartige Neubildung: Apex vesicae, C67.2Bösartige Neubildung: Laterale Harnblasenwand, C67.3Bösartige Neubildung: Vordere Harnblasenwand, C67.4Bösartige Neubildung: Hintere Harnblasenwand, C67.5Bösartige Neubildung: Harnblasenhals, C67.6Bösartige Neubildung: Ostium ureteris, C67.7Bösartige Neubildung: Urachus, C67.8Bösartige Neubildung: Harnblase, mehrere Teilbereiche überlappend, C67.9Bösartige Neubildung: Harnblase, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I133924Bösartige Neubildung des Harnblase, mehrere Teilbereiche überlappend, I13895Bösartige Neubildung der Harnblase, I14845Bösartige Neubildung des Harnblasenhalses, I15288Bösartige Neubildung der hinteren Harnblasenwand, I15360Bösartige Neubildung der seitlichen Harnblasenwand, I15411Bösartige Neubildung der vorderen Harnblasenwand, I20685Bösartige Neubildung des Ostium ureteris, I22423Bösartige Neubildung des Trigonum vesicae, I22501Bösartige Neubildung des Urachus, I30262Bösartige Neubildung des Apex vesicae |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
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Imfinzi in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin zur neoadjuvanten Behandlung gefolgt von Imfinzi als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung nach radikaler Zystektomie ist angezeigt zur Behandlung von Erwachsenen mit resezierbarem muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC). |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit resezierbarem muskelinvasivem Blasenkrebs (MIBC), die für eine platinbasierte Chemotherapie geeignet sind; neoadjuvante und adjuvante Therapie | Ein Therapieschema bestehend aus <ul><li>neoadjuvanter Behandlung mit Cisplatin in Kombination mit Gemcitabin</li></ul> gefolgt von radikaler Zystektomie und:<br><ol><li>beobachtendem Abwarten</li><li>Nivolumab (kommt nur für Patientinnen und Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % und hohem Rezidivrisiko nach radikaler Resektion infrage)</li></ol> |
Studien und Ergebnisse
- Klinische Studien
- Der pharmazeutische Unternehmer legt die Ergebnisse aus der noch laufenden, offenen, randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studie NIAGARA zum Vergleich von Durvalumab in Kombination mit Gemcitabin + Cisplatin (neoadjuvant) und anschließender Durvalumab Monotherapie (adjuvant) nach radikaler Zystektomie im Vergleich zu Gemcitabin + Cisplatin (neoadjuvant) gefolgt von beobachtendem Abwarten nach radikaler Zystektomie vor.
Erwachsene mit resezierbarem muskelinvasivem Blasenkrebs (MIBC), die für eine Platinbasierte Chemotherapie geeignet sind; neoadjuvante und adjuvante Therapie
- Im Ergebnis wird für Durvalumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin (neoadjuvant), gefolgt von Durvalumab (adjuvant), ein geringer Zusatznutzen gegenüber Gemcitabin in Kombination mit Cisplatin gefolgt von beobachtendem Abwarten festgestellt.
- Die Aussagesicherheit für den festgestellten Zusatznutzen wird in die Kategorie „Hinweis“ eingestuft.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben wird in der Studie NIAGARA operationalisiert als die Zeit zwischen Randomisierung und dem Tod aus jeglicher Ursache.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zugunsten von Durvalumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin (neoadjuvant), gefolgt von Durvalumab (adjuvant).
- Das Ausmaß der erzielten Verlängerung im Gesamtüberleben wird als eine relevante Verbesserung bewertet.
- Morbidität - Scheitern des kurativen Therapieansatzes (Ereignisrate und Ereignisfreies Überleben)
- In der Studie NIAGARA wurde das Scheitern des kurativen Therapieansatzes als Endpunkt nicht direkt erhoben. Im Dossier des pharmazeutischen Unternehmers wurden für die vorliegende Bewertung als Operationalisierung für den Endpunkt näherungsweise die Ereignisse betrachtet, die im Rahmen des primären Endpunkts der Studie NIAGARA, dem kombinierten Endpunkt ereignisfreies Überleben, erfasst wurden.
- Sowohl in der Ereignisrate als auch für das ereignisfreie Überleben zeigt ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Durvalumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin (neoadjuvant), gefolgt von Durvalumab (adjuvant).
- In der Betrachtung beider Endpunkte wird insgesamt ein geringer Vorteil hinsichtlich der Vermeidung des Scheiterns des kurativen Therapieansatzes für Durvalumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin (neoadjuvant), gefolgt von Durvalumab (adjuvant) festgestellt.
- Morbidität - Symptomatik (erhoben mittels EORTC QLQ-C30 und PGIS)
- Für die mittels EORTC QLQ-C30 erhobenen Endpunkte Fatigue, Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen, Dyspnoe, Schlaflosigkeit, Appetitverlust, Verstopfung und Diarrhö zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Zudem zeigt sich für die mittels PGIS erhobene Symptomatik kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Gesundheitszustand (erhoben mittels EQ-5D VAS und PGIC)
- Für den mittels EQ-5D VAS erhobenen Gesundheitszustand zeigt sich in der Gesamtpopulation kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Für den mittels PGIC erhobenen Gesundheitszustand zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Durvalumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin (neoadjuvant), gefolgt von Durvalumab (adjuvant).
- Lebensqualität
- Für die Endpunkte Rollenfunktion und soziale Funktion zeigt sich in der Gesamtpopulation jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Für die Endpunkte globaler Gesundheitsstatus, körperliche Funktion, emotionale Funktion und kognitive Funktion zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) und schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3)
- Für die Endpunkte SUE und schwere UE zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Nebenwirkungen - Immunvermittelte schwere unerwünschte Ereignisse
- Für die Endpunkte immunvermittelte SUEs und immunvermittelte schwere UEs zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Durvalumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin (neoadjuvant), gefolgt von Durvalumab (adjuvant).
- Nebenwirkungen - Anämie (bevorzugter Begriff (PT), schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs))
- Für den Endpunkt Anämie (PT, SUEs) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Durvalumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin (neoadjuvant), gefolgt von Durvalumab (adjuvant).
- Gesamtbewertung
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zugunsten von Durvalumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin (neoadjuvant), gefolgt von Durvalumab (adjuvant). Das Ausmaß der erzielten Verlängerung im Gesamtüberleben wird als eine relevante Verbesserung bewertet.
- Hinsichtlich des Scheiterns des kurativen Therapieansatzes, dargestellt als Ereignisrate und Ereignisfreies Überleben (EFS), wird ein Vorteil von Durvalumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin (neoadjuvant), gefolgt von Durvalumab (adjuvant) festgestellt, dessen Ausmaß als eine geringe Verbesserung bewertet wird.
- Zudem zeigt sich ein Vorteil beim Gesundheitszustand (erhoben mittels PGIC).
- Aus den Ergebnissen zur Symptomatik (erhoben mittels EORTC QLQ-C30 und PGIS), dem Gesundheitszustand (erhoben mittels EQ-5D VAS) und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) lässt sich weder ein Vorteil noch ein Nachteil für Durvalumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin (neoadjuvant), gefolgt von Durvalumab (adjuvant) ableiten.
Zugehörige Verfahren
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