Dupilumab (7) – Dupixent®

Prurigo nodularis

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.04.2023 – Zulassung: 12.12.2022
Beschluss 05.10.2023
Wirkstoff Dupilumab
Handelsname Dupixent®
Pharm. Unternehmer Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-915
ATC-Code D11AH05 Mittel zur Behandlung der Dermatitis, exkl. Corticosteroide (D11AH)
ICD-10 Codes (AIS) L28.1Prurigo nodularis
Alpha-ID Codes (AIS) I6091Prurigo nodularis
Therapeutisches Gebiet Hauterkrankungen Pruritus / Prurigo nodularis
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet
Besonderheit ZVT-Änderung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Dupixent ist angezeigt zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Prurigo nodularis (PN) bei Erwachsenen, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Prurigo nodularis, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen Best-Supportive-Care

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
2 (PRIME, PRIME-2)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
ja
ZVT-Änderung 13.04.2023 – Aktuelle Leitlinien

  • Klinische Studien
    • Für die Bewertung des Zusatznutzens von Dupilumab legt der pharmazeutische Unternehmer zwei multizentrische, randomisierte, doppelblinde Placebo-kontrollierte Phase-III-Studien vor.
    • In die Studien PRIME und PRIME2 wurden 151 bzw. 160 Patientinnen und Patienten im Alter von 18 bis 80 Jahren mit einer vor mindestens 3 Monaten diagnostizierten Prurigo nodularis eingeschlossen.
    • Die Studienteilnehmenden wurden im Verhältnis 1:1 entweder mit Dupilumab (PRIME: N= 75; PRIME2: N = 78) oder Placebo (PRIME: N = 76; PRIME2: N = 82), jeweils zusätzlich zu einer Hintergrundtherapie behandelt.

Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Prurigo nodularis, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen

  • Zur Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Prurigo nodularis, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen, liegt ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.
  • In der Gesamtschau wird ein Anhaltspunkt für einen nicht-quantifizierbaren Zusatznutzen für Dupilumab festgestellt.
  • Die Aussagekraft der Nachweise wird in die Kategorie Anhaltspunkt eingestuft, da sich hinsichtlich hoher und zwischen den Behandlungsgruppen unterschiedlicher Anteile ersetzter Werte Unsicherheiten ergeben.
  • Mortalität
    • In beiden Studien traten keine Todesfälle im Studienverlauf auf.
  • Morbidität - Symptomatik – Juckreiz, Hautschmerz und Schlafqualität mittels Worst Itching Intensity Numerical Rating Scale (WI-NRS), Skin Pain NRS und Sleep Quality NRS
    • Für die Endpunkte Juckreiz (Verbesserung um ≥ 4 Punkte), Hautschmerz (Verbesserung um ≥ 1,5 Punkte) und Schlafqualität (Verbesserung um ≥ 1,5 Punkte) liegen für die Metaanalyse keine verwertbaren Daten vor.
    • Bei alleiniger Berücksichtigung der Studie PRIME zeigt sich bei Betrachtung der Verbesserung bis Woche 24 für alle 3 aufgeführten Endpunkte ein statistisch signifikanter Vorteil von Dupilumab gegenüber Placebo.
  • Morbidität - Symptomatik – Läsionen mittels Prurigo Activity Score (PAS)
    • Für den Endpunkt Läsionen (100 % abgeheilte Läsionen) zeigte sich in der Metaanalyse der Studien PRIME und PRIME2 ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Dupilumab.
  • Morbidität - Angstsymptomatik und depressive Symptomatik mittels Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS)
    • Für die Endpunkte Angstsymptomatik (Verbesserung um ≥ 3,15 Punkte) und depressive Symptomatik (Verbesserung um ≥ 3,15 Punkte) ergab die Metaanalyse der Daten zu Woche 24 jeweils statistisch signifikante Vorteile von Dupilumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
  • Morbidität - Gesundheitszustand mittels Patient Global Impression of Change (PGIC), Patient Global Impression of Severity (PGIS) und visueller Analogskala des Fragebogens EQ-5D (EQ-5D VAS)
    • Die Auswertungen des PGIC, des PGIS und des EQ-5D VAS zu Woche 24 gegenüber Studienbeginn zeigten in der Metaanalyse jeweils statistisch signifikante Vorteile für Dupilumab verglichen mit Placebo.
  • Lebensqualität - Dermatology Life Quality Index (DLQI)
    • Für den Anteil der Patientinnen und Patienten mit einem DLQI von 0 oder 1 zeigte sich in der Metaanalyse der Studien PRIME und PRIME2 ein statistisch signifikanter Vorteil von Dupilumab im Vergleich zu Placebo.
  • Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (SUEs) und Augenerkrankungen (SOC, UEs)
    • Für die bewertete Population ergaben sich in der Metaanalyse der Studien PRIME und PRIME2 zwischen den Behandlungsgruppen keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Auswertung der Endpunkte SUEs und Augenerkrankungen (SOC, UEs).
  • Nebenwirkungen - Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse (UEs)
    • Für den Endpunkt Abbruch wegen UEs zeigte sich in der Metaanalyse ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Dupilumab im Vergleich zu Placebo.
  • Gesamtbewertung
    • Zusammenfassend liegen in der Kategorie Morbidität zu Woche 24 ausschließlich statistisch signifikante, klinisch relevante Effekte zugunsten von Dupilumab gegenüber Placebo vor.
    • In der Metaanalyse zeigte sich unter Dupilumab gegenüber Placebo eine statistisch signifikante Verbesserung des Krankheitssymptoms Läsionen (erhoben mittels PAS) und der Angstsymptomatik bzw. depressiven Symptomatik (erhoben mittels HADS).
    • Bei alleiniger Betrachtung der Studie PRIME konnten auch für die Krankheitssymptome Juckreiz (erhoben mittels WI-NRS), Hautschmerz (erhoben mittels Skin Pain NRS) und Schlafqualität (erhoben mittels Sleep Quality NRS) statistisch signifikante Vorteile von Dupilumab gegenüber Placebo gezeigt werden.
    • Des Weiteren liegen für Dupilumab gegenüber Placebo für die Endpunkte Gesundheitszustand (erhoben mittels EQ-5D VAS, PGIC und PGIS) und gesundheitsbezogene Lebensqualität (erhoben mittels DLQI) in der Metaanalyse jeweils statistisch signifikante Vorteile vor, die ebenfalls als klinisch relevant einzustufen sind.
    • In der Kategorie der Nebenwirkungen zeigten sich bei Betrachtung der Ergebnisse zu SUE und im Detail bei den UEs beim SOC Augenerkrankungen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
    • Für den Endpunkt Abbruch wegen UEs war in der Metaanalyse ein statistisch signifikanter Vorteil für Dupilumab gegenüber Placebo zu beobachten.
    • In der Gesamtschau ergeben sich zu Woche 24 ausschließlich statistisch signifikante, positive Effekte für Dupilumab gegenüber Placebo.
    • Den Vorteilen in den Kategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität stehen keine Nachteile aus den Kategorien Mortalität und Nebenwirkungen gegenüber.
    • Insgesamt können diese Vorteile jedoch wegen der Unsicherheiten bezüglich der Umsetzung der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht im Ausmaß quantifiziert werden.

Zugehörige Verfahren

Dupilumab (13) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Hauterkrankungen Chronische spontane Urtikaria, ≥ 2 Jahren bis < 12 Jahren n.d. laufendes Verfahren
Dupilumab (12) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Hauterkrankungen Chronische spontane Urtikaria, ≥ 12 Jahren n.d. laufendes Verfahren
Dupilumab (11) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Krankheiten des Verdauungssystems Eosinophile Ösophagitits, ≥ 1 Jahr bis < 12 Jahre 530–590 100% Zusatznutzen nicht belegt
Dupilumab (10) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Krankheiten des Atmungssystems COPD 9.370 71% Hinweis auf geringer Zusatznutzen
Dupilumab (7) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Hauterkrankungen Prurigo nodularis 3.500–4.800 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen
Dupilumab (8) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Krankheiten des Verdauungssystems Eosinophile Ösophagitis, ≥ 12 Jahre, mind. 40 kg 3.900–4.400 100% Zusatznutzen nicht belegt
Dupilumab (9) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Hauterkrankungen Atopische Dermatitis, 6 Monate bis 5 Jahre 2.700–3.900 50% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen
Dupilumab (6) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Krankheiten des Atmungssystems Asthma bronchiale, 6 bis 11 Jahre 150–860 100% Zusatznutzen nicht belegt
Dupilumab (5) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Hauterkrankungen Atopische Dermatitis, 6–11 Jahre 9.700–14.100 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen
Dupilumab (4) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Krankheiten des Atmungssystems Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen 10.500–12.600 100% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen
Dupilumab (2) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Krankheiten des Atmungssystems Asthma bronchiale, ≥ 12 Jahre 17.560–54.300 100% Zusatznutzen nicht belegt
Dupilumab (3) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Hauterkrankungen Atopische Dermatitis, 12 bis < 18 Jahre 5.300–10.600 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen
Dupilumab (1) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Hauterkrankungen Atopische Dermatitis 52.000 100% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen


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