Dupilumab (4) – Dupixent®
Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.12.2019 – Zulassung: 24.10.2019 |
|---|---|
| Beschluss | 14.05.2020 |
| Wirkstoff | Dupilumab |
| Handelsname | Dupixent® |
| Pharm. Unternehmer | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-505 |
| ATC-Code | D11AH05 Mittel zur Behandlung der Dermatitis, exkl. Corticosteroide (D11AH) |
| ICD-10 Codes (AIS) | J32.0Chronische Sinusitis maxillaris, J32.1Chronische Sinusitis frontalis, J32.2Chronische Sinusitis ethmoidalis, J32.3Chronische Sinusitis sphenoidalis, J32.4Chronische Pansinusitis, J32.8Sonstige chronische Sinusitis, J32.9Chronische Sinusitis, nicht näher bezeichnet, J33.0Polyp der Nasenhöhle, J33.1Polyposis nasalis deformans, J33.8Sonstige Polypen der Nasennebenhöhlen, J33.9Nasenpolyp, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I5131Chronische Rhinosinusitis, I5132Chronische Sinusitis maxillaris, I5137Chronische Sinusitis frontalis, I5139Chronische Sinusitis ethmoidalis, I5142Chronische Sinusitis sphenoidalis, I5144Chronische Pansinusitis, I5145Chronische Rhinosinusitis mit Exazerbation, I5152Nasenhöhlenpolyp, I7751Nasenpolyp, I79149Nasennebenhöhlenpolyp, I85887Polyposis nasi deformans |
| DDD Tagesdosis | 21.4 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Krankheiten des Atmungssystems Chroinic Rhinitis / Rhinosinusitis (CRS) |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Besonderheit | Praxisbesonderheit |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Dupixent ist angezeigt als Add-on-Therapie mit intranasalen Kortikosteroiden zur Behandlung von Erwachsenen mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit nasaler Polyposis (CRSwNP), die mit systemischen Kortikosteroiden und/oder chirurgischem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene Patienten mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit nasaler Polyposis (CRSwNP), die mit systemischen Kortikosteroiden und/oder chirurgischem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann | Eine Therapie mit intranasalen Kortikosteroiden (Budesonid oder Mometasonfuroat) |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
2 (SINUS-24, SINUS-52) |
|---|---|
|
Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
ja |
- Klinische Studien
- Basis der Nutzenbewertung sind die beiden doppelblinden, randomisierten Studien SINUS-24 und SINUS-52 sowie die Metaanalyse beider Studien zu Woche 24.
- Bei den Studien SINUS-24 und SINUS-52 handelt es sich um randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studien zum Vergleich von Dupilumab gegenüber Placebo, jeweils im Add-On-Design zu einer Erhaltungstherapie mit intranasalem Mometasonfuroat.
Erwachsene Patienten mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit nasaler Polyposis (CRSwNP), die mit systemischen Kortikosteroiden und/oder chirurgischem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann
- Für erwachsene Patienten mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit nasaler Polyposis (CRSwNP), die mit systemischen Kortikosteroiden und/oder chirurgischem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann, liegt für Dupilumab als Add-On zu intranasalen Kortikosteoiden ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber Mometasonfuroat vor.
- Folglich wird für erwachsene Patienten mit schwerer CRSwNP, die mit systemischen Kortikosteroiden und / oder chirurgischem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann, für Dupilumab als Add-On zu intranasalen Kortikosteoiden ein Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abgeleitet.
- Insgesamt ergibt sich eine Einstufung der Aussagesicherheit als „Hinweis“.
- Mortalität
- In den beiden Studien SINUS-24 und SINUS-52 traten bis zur Woche 24 bzw. Woche 52 keine Todesfälle auf.
- Morbidität - SNOT-22 (Symptomatik und soziale / emotionale Konsequenzen der Rhinosinusitis; hier: Verbesserung von ≥ 8,9 Punkten im SNOT-22 Gesamtscore)
- Für den Endpunkt SNOT-22 zeigt sich beim Anteil der Patienten mit einer relevanten Verbesserung des Gesamtscores um ≥ 8,9 Punkte in der Metaanalyse der Studien SINUS-24 und SINUS-52 zu Woche 24 ein statistisch signifikanter Vorteil für Dupilumab + Mometasonfuroat gegenüber Placebo + Mometasonfuroat.
- Dieser statistisch signifikante, beträchtliche Vorteil für Dupilumab als Add On zu Mometasonfuroat bleibt zu Woche 52 (Studie SINUS-52) in einer vergleichbaren Größenordnung erhalten.
- Morbidität - Nasale Kongestion / Obstruktion
- Für den Endpunkt nasale Kongestion / Obstruktion zeigt sich in der Metaanalyse der SINUS-Studien zu Woche 24 auf Basis der mittleren Veränderung ein statistisch signifikanter, Unterschied zum Vorteil von Dupilumab + Mometasonfuroat gegenüber Placebo + Mometasonfuroat.
- Das 95 %-Konfidenzintervall (KI) der standardisierten Mittelwertdifferenz (Hedges’ g) liegt vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs, sodass von einem klinisch relevanten Unterschied ausgegangen wird.
- Der Effekt zugunsten von Dupilumab als Add On zu Mometasonfuroat bestätigt sich auch in der ergänzenden Analyse der SINUS-52-Studie zu Woche 52.
- Lebensqualität
- In den Studien SINUS-24 und SINUS-52 wurden keine für die Nutzenbewertung geeignete Daten für die gesundheitsbezogene Lebensqualität erhoben.
- Der pharmazeutische Unternehmer hat einzelne Domänen des Symptomfragebogens SNOT-22 der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zugeordnet, jedoch diese nicht für die Ableitung des Zusatznutzens berücksichtigt.
- Alle Items des SNOT-22 werden aus Sicht des G-BA der Kategorie Morbidität zugeordnet und dort entsprechend berücksichtigt.
- Nebenwirkungen
- In den vorgelegten Auswertungen der SINUS-Studien zu UE sind auch Ereignisse vorhanden, die sowohl der Kategorie Nebenwirkung als auch der Symptomatik der Erkrankung (Morbidität) zugeordnet werden können.
- Da dies einen großen Anteil der Patienten betrifft, sind die Daten zu den UE für die Ableitung des Zusatznutzens nicht verwertbar.
- Für die Endpunkte SUE sowie Abbruch wegen UE liegen analog sowohl aus Studie SINUS-24 als auch aus Studie SINUS-52 jeweils keine verwertbaren Daten vor.
- Insgesamt kann bei der Betrachtung der Ergebnisse zu SUE und Abbrüche wegen UE - auch unter Berücksichtigung der geringen Anzahl an Ereignissen – davon ausgegangen werden, dass für Dupilumab + Mometasonfuroat gegenüber Placebo + Mometasonfuroat kein Nachteil abzuleiten ist.
- Gesamtbewertung
- Zusammenfassend liegen in der Kategorie Morbidität sowohl zu Woche 24, wie auch zu Woche 52 ausschließlich statistisch signifikante, klinisch relevante Effekte zugunsten von Dupilumab + Mometasonfuroat gegenüber Placebo + Mometasonfuroat vor.
- Unter Dupilumab + Mometasonfuroat zeigt sich gegenüber Placebo + Mometasonfuroat eine statistisch signifikante und im Ausmaß beträchtliche Verbesserung der Symptomatik und sozialer/ emotionaler Konsequenzen der Rhinosinusitis (erhoben mittels SNOT-22) sowohl in der Metaanalyse zu Woche 24, als auch in der Studie SINUS-52 zu Woche 52.
- Des Weiteren liegen für Dupilumab + Mometasonfuroat gegenüber Placebo + Mometasonfuroat für die Endpunkte „Verlust des Geruchssinns“, „VAS Rhinosinusitis“, „nasale Kongestion / Obstruktion“, „Rhinorrhö (anterior / posterior)“ sowie für den „Gesundheitszustand (erhoben mittels EQ-5D VAS)“ zu Woche 24 in der Metaanalyse jeweils statistisch signifikante Vorteile vor; diese Effekte lassen sich als klinisch relevant einordnen und bestätigen sich zudem in der Auswertungen der SINUS-52-Studie jeweils in allen Endpunkten zu Woche 52.
- In der Kategorie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden keine für die Nutzenbewertung geeignete Daten vorgelegt.
- In der Kategorie der Nebenwirkungen kann bei der Betrachtung der Ergebnisse zu SUE und Abbrüche wegen UE - auch unter Berücksichtigung der geringen Anzahl an Ereignissen – insgesamt davon ausgegangen werden, dass für Dupilumab + Mometasonfuroat gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Placebo + Mometasonfuroat kein Nachteil abzuleiten ist.
- In der Gesamtschau ergeben sich zu Woche 24 und zu Woche 52 ausschließlich statistisch signifikante, positive Effekte für Dupilumab + Mometasonfuroat gegenüber Placebo + Mometasonfuroat.
- Diesen Morbiditätsvorteilen stehen keine Nachteile aus anderen Kategorien gegenüber.
- Aus diesen Erwägungen heraus, auf Basis der Angaben im Dossier und der Ergebnisse der Nutzenbewertung erachtet der G-BA den Zusatznutzen für Dupilumab als Add-On zu intranasalen Kortikosteoiden gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit schwerer CRSwNP, die mit systemischen Kortikosteroiden und / oder chirurgischem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann, als bisher nicht erreichte deutliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens und stuft das Ausmaß des Zusatznutzens als beträchtlich ein.
Zugehörige Verfahren
<< Liste aller Beschlüsse