Dupilumab (10) – Dupixent®

COPD

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.08.2024 – Zulassung: 28.06.2024
Beschluss 06.02.2025
Wirkstoff Dupilumab
Handelsname Dupixent®
Pharm. Unternehmer Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-1086
ATC-Code D11AH05 Mittel zur Behandlung der Dermatitis, exkl. Corticosteroide (D11AH)
ICD-10 Codes (AIS) J44.10Chronische obstruktive Lungenkrankheit mit akuter Exazerbation, nicht näher bezeichnet: FEV1 <35 % des Sollwertes, J44.11Chronische obstruktive Lungenkrankheit mit akuter Exazerbation, nicht näher bezeichnet: FEV1 >=35 % und <50 % des Sollwertes, J44.19Chronische obstruktive Lungenkrankheit mit akuter Exazerbation, nicht näher bezeichnet: FEV1 nicht näher bezeichnet, J44.80Sonstige näher bezeichnete chronische obstruktive Lungenkrankheit: FEV1 <35 % des Sollwertes, J44.81Sonstige näher bezeichnete chronische obstruktive Lungenkrankheit: FEV1 >=35 % und <50 % des Sollwertes, J44.89Sonstige näher bezeichnete chronische obstruktive Lungenkrankheit: FEV1 nicht näher bezeichnet, J44.90Chronische obstruktive Lungenkrankheit, nicht näher bezeichnet: FEV1 <35 % des Sollwertes, J44.91Chronische obstruktive Lungenkrankheit, nicht näher bezeichnet: FEV1 >=35 % und <50 % des Sollwertes, J44.99Chronische obstruktive Lungenkrankheit, nicht näher bezeichnet: FEV1 nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I101303Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit mit Bronchitis, I110636Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit, I131842Chronisch-obstruktive Bronchitis mit FEV1 >= 35 % und < 50 % des Sollwertes, I131849Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit mit FEV1 < 35 % des Sollwertes, I131851Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit mit FEV1 >= 35 % und < 50 % des Sollwertes, I131863Chronische obstruktive Lungenkrankheit mit akuter Exazerbation und mit FEV1 >= 35 % und < 50 % des Sollwertes, I131864Chronische obstruktive Lungenkrankheit mit akuter Exazerbation und mit FEV1 < 35 % des Sollwertes, I131872Chronisch-obstruktive Bronchitis mit FEV1 < 35 % des Sollwertes, I5209Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung mit akuter Exazerbation
Therapeutisches Gebiet Krankheiten des Atmungssystems Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet
Besonderheit ZVT-Änderung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Dupixent ist angezeigt als Add-on-Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patienten mit durch eine erhöhte Anzahl an Eosinophilen im Blut gekennzeichneter chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), die trotz einer Kombinationstherapie aus einem inhalativen Corticosteroid (ICS), einem langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) und einem langwirksamen Muskarinantagonisten (LAMA) oder, falls ICS nicht angebracht ist, einer Kombinationstherapie aus LABA und LAMA unzureichend kontrolliert ist.

Patientengruppe Indikation ZVT
a) Erwachsene mit durch eine erhöhte Anzahl an Eosinophilen im Blut gekennzeichneter COPD, die trotz einer Kombinationstherapie aus ICS, LABA und LAMA oder, falls ICS nicht angebracht ist, einer Kombinationstherapie aus LABA und LAMA unzureichend kontrolliert ist, mit einem Post-BD-FEV1 ≥ 50 % vom Soll LABA und LAMA und ggf. ICS
b) Erwachsene mit durch eine erhöhte Anzahl an Eosinophilen im Blut gekennzeichneter COPD, die trotz einer Kombinationstherapie aus ICS, LABA und LAMA oder, falls ICS nicht angebracht ist, einer Kombinationstherapie aus LABA und LAMA unzureichend kontrolliert ist, mit einem Post-BD-FEV1 < 50 % vom Soll LABA und LAMA und ggf. ICS und Roflumilast, sofern die für die Anwendung von Roflumilast notwendigen Kriterien erfüllt sind

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
2 (BOREAS, NOTUS)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
ja
ZVT-Änderung 04.12.2024 – Stellungnahme der Fachgesellschaften

  • Klinische Studien
    • Für die Nutzenbewertung legt der pharmazeutische Unternehmer Ergebnisse aus den Studien BOREAS und NOTUS vor, zwei doppelblinde randomisierte kontrollierte Studien zum Vergleich von Dupilumab mit Placebo.
    • Die Studie BOREAS wurde im Zeitraum Mai 2019 bis Mai 2023 und die Studie NOTUS im Zeitraum Juli 2020 bis Mai 2024 an jeweils circa 300 Zentren weltweit (inklusive Europa und Deutschland) durchgeführt.

a) Erwachsene mit durch eine erhöhte Anzahl an Eosinophilen im Blut gekennzeichneter COPD, die trotz einer Kombinationstherapie aus ICS, LABA und LAMA oder, falls ICS nicht angebracht ist, einer Kombinationstherapie aus LABA und LAMA unzureichend kontrolliert ist, mit einem Post-BD-FEV1 ≥ 50 % vom Soll

  • In der Gesamtbewertung wird für Dupilumab als Add-on-Erhaltungstherapie ein geringer Zusatznutzen gegenüber einer Erhaltungstherapie aus LABA und LAMA und ggf. ICS festgestellt.
  • Unter Berücksichtigung des Vorliegens einer Metaanalyse zweier RCT-Studien wird die Aussagesicherheit jedoch insgesamt als Hinweis eingestuft.
  • Mortalität
    • Für den Endpunkt Gesamtmortalität zeigt sich in der Metaanalyse kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Exazerbationen (adjudiziert)
    • In den Studien BOREAS und NOTUS wurden Exazerbationen durch den Prüfarzt bzw. die Prüfärztin dokumentiert und über ein externes Adjudizierungs-Komitee bestätigt und wie folgt definiert: „Ein akutes Ereignis einer Verschlechterung der respiratorischen Symptome über die normale Tages-Variation hinaus, die zu einer Veränderung der Medikation führt. Dies beinhaltet üblicherweise eine akute Veränderung in einem oder mehreren der folgenden kardinalen Symptome: i) Zunahme des Hustens (Häufigkeit und Schweregrad), ii) Zunahme der Sputumproduktion im Volumen und / oder Veränderung in der Art des Sputums und iii) Zunahme der Dyspnoe“.
    • Sowohl für den Endpunkt mittelschwere oder schwere Exazerbationen als auch für den Endpunkt schwere Exazerbationen zeigt sich jeweils in der Metaanalyse ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Dupilumab im Vergleich zu Placebo.
    • Insgesamt traten jedoch nur wenige schwere Exazerbationen auf (in der Studie BOREAS bei 2,1% bzw. 4,3% und in der Studie NOTUS bei 1,8% bzw. 4,7% der Patientinnen und Patienten im Interventions- bzw. Kontrollarm). Im Ergebnis zeigt sich für die Reduktion der Anzahl der Patientinnen und Patienten mit schweren Exazerbationen nur ein absoluter Unterschied von 2,2 % bzw. 2,9 %.
  • Morbidität - Respiratorische Symptome (E-RS:COPD)
    • Die 11 Fragen des EXACT zu respiratorischen Symptomen bilden ein eigenständiges Instrument (E-RS:COPD), das Veränderungen der respiratorischen Symptomatik misst.
    • Für den Endpunkt respiratorische Symptomatik, gemessen anhand des Gesamtscores des E-RS:COPD, liegt Heterogenität zwischen den Ergebnissen aus den Studien BOREAS und NOTUS (p = 0,049) vor.
    • In der Metaanalyse (wie auch in den Einzelstudien) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Gesundheitszustand
    • Für den Endpunkt Gesundheitszustand, gemessen anhand der EQ-5D VAS, zeigt sich in der Studie NOTUS kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Für die Studie BOREAS liegen keine Daten vor.
  • Lebensqualität - St. Georges Respiratory Questionnaire (SGRQ)
    • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mittels des SGRQ erhoben. Der SGRQ beinhaltet die Domänen Symptome, Aktivität und Alltagsbelastung. Eine Reduktion des Scores bedeutet eine Verbesserung.
    • Für den Endpunkt SGRQ, gemessen anhand des Gesamtscore des SGRQ, zeigt sich in der Metaanalyse ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Dupilumab im Vergleich zu Placebo.
    • Ein signifikanter Unterschied zeigt sich auf Einzelstudienebene nur in der Studie BOREAS, der absolute Unterschied bezüglich der Anzahl der Patientinnen und Patienten mit einer Verbesserung der Lebensqualität beträgt 8,2%.
  • Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (SUEs)
    • Für den Endpunkt SUEs zeigt sich in der Metaanalyse kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Nebenwirkungen - Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse (UEs)
    • Für den Endpunkt Abbruch wegen UEs zeigt sich in der Metaanalyse kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Nebenwirkungen - Spezifische unerwünschte Ereignisse
    • Für die Endpunkte Augenerkrankungen (SOC, UEs) und Pneumonie (PT, UEs) liegen keine Daten für die relevante Teilpopulation vor.
    • Für den Endpunkt Kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) zeigt sich in der Metaanalyse kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Gesamtbewertung
    • Für den Endpunkt Gesamtmortalität zeigt sich in der Metaanalyse kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
    • Für den Endpunkt Respiratorische Symptome, gemessen anhand des E-RS:COPD, und für den Endpunkt Gesundheitszustand, gemessen anhand der EQ-5D VAS, zeigen sich in der Metaanalyse (E-RS:COPD) bzw. in der Studie NOTUS (Gesundheitszustand) keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
    • In der Kategorie Lebensqualität zeigt sich für den Endpunkt SGRQ in der Metaanalyse ein statistisch signifikanter Vorteil von Dupilumab im Vergleich zu Placebo. Ein signifikanter Unterschied zeigt sich auf Einzelstudienebene nur in der Studie BOREAS, der absolute Unterschied bezüglich der Anzahl der Patientinnen und Patienten mit einer Verbesserung der Lebensqualität beträgt 8,2%. Der Vorteil wird daher als moderat gewertet.
    • In der Kategorie der Nebenwirkungen ergeben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
    • In der Gesamtbewertung wird daher für Dupilumab als Add-on-Erhaltungstherapie ein geringer Zusatznutzen für die vorliegende Teilpopulation der Patientinnen und Patienten mit einem Post-BD-FEV1 ≥ 50 % vom Soll gegenüber einer Erhaltungstherapie aus LABA und LAMA und ggf. ICS festgestellt.

b) Erwachsene mit durch eine erhöhte Anzahl an Eosinophilen im Blut gekennzeichneter COPD, die trotz einer Kombinationstherapie aus ICS, LABA und LAMA oder, falls ICS nicht angebracht ist, einer Kombinationstherapie aus LABA und LAMA unzureichend kontrolliert ist, mit einem Post-BD-FEV1 < 50 % vom Soll

  • Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
  • Für Patientinnen und Patienten mit einem Post-BD-FEV1 < 50 % vom Soll liegen keine Daten im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie vor. Ein Zusatznutzen ist daher nicht belegt.

Zugehörige Verfahren

Dupilumab (13) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Hauterkrankungen Chronische spontane Urtikaria, ≥ 2 Jahren bis < 12 Jahren n.d. laufendes Verfahren
Dupilumab (12) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Hauterkrankungen Chronische spontane Urtikaria, ≥ 12 Jahren n.d. laufendes Verfahren
Dupilumab (11) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Krankheiten des Verdauungssystems Eosinophile Ösophagitits, ≥ 1 Jahr bis < 12 Jahre 530–590 100% Zusatznutzen nicht belegt
Dupilumab (10) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Krankheiten des Atmungssystems COPD 9.370 71% Hinweis auf geringer Zusatznutzen
Dupilumab (7) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Hauterkrankungen Prurigo nodularis 3.500–4.800 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen
Dupilumab (8) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Krankheiten des Verdauungssystems Eosinophile Ösophagitis, ≥ 12 Jahre, mind. 40 kg 3.900–4.400 100% Zusatznutzen nicht belegt
Dupilumab (9) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Hauterkrankungen Atopische Dermatitis, 6 Monate bis 5 Jahre 2.700–3.900 50% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen
Dupilumab (6) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Krankheiten des Atmungssystems Asthma bronchiale, 6 bis 11 Jahre 150–860 100% Zusatznutzen nicht belegt
Dupilumab (5) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Hauterkrankungen Atopische Dermatitis, 6–11 Jahre 9.700–14.100 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen
Dupilumab (4) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Krankheiten des Atmungssystems Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen 10.500–12.600 100% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen
Dupilumab (2) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Krankheiten des Atmungssystems Asthma bronchiale, ≥ 12 Jahre 17.560–54.300 100% Zusatznutzen nicht belegt
Dupilumab (3) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Hauterkrankungen Atopische Dermatitis, 12 bis < 18 Jahre 5.300–10.600 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen
Dupilumab (1) Dupixent® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Hauterkrankungen Atopische Dermatitis 52.000 100% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen


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