Upadacitinib (2) – Rinvoq®
Psoriasis-Arthritis
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.02.2021 – Zulassung: 22.01.2021 |
|---|---|
| Beschluss | 15.07.2021 |
| Wirkstoff | Upadacitinib |
| Handelsname | Rinvoq® |
| Pharm. Unternehmer | AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG |
| G-BA Vorgangsnummer | D-638 |
| ATC-Code | L04AF03 IMMUNSUPPRESSIVA (L04A) |
| ICD-10 Codes (AIS) | L40.5Psoriasis-Arthropathie |
| DDD Tagesdosis | 15 mg oral |
| Therapeutisches Gebiet | Hauterkrankungen Psoriasis-Arthritis (PA) |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Besonderheit | Bundling |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
RINVOQ wird angewendet zur Behandlung der aktiven Psoriasis-Arthritis bei erwachsenen Patienten, die auf ein oder mehrere DMARDs unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. RINVOQ kann als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat angewendet werden. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Erwachsene mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die auf eine vorangegangene krankheitsmodifizierende antirheumatische (DMARD-) Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben | Ein TNF-alpha-Antagonist (Adalimumab oder Certolizumab Pegol oder Etanercept oder Golimumab oder Infliximab) oder ein Interleukin-Inhibitor (Ixekizumab oder Secukinumab oder Ustekinumab), ggf. in Kombination mit Methotrexat |
| b) | Erwachsene mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die unzureichend auf eine vorhergehende Therapie mit krankheitsmodifizierenden biologischen Antirheumatika (bDMARD) angesprochen oder diese nicht vertragen haben | Der Wechsel auf ein anderes biologisches krankheitsmodifizierendes Antirheumatikum (Adalimumab oder Certolizumab Pegol oder Etanercept oder Golimumab oder Infliximab oder Ixekizumab oder Secukinumab oder Ustekinumab), ggf. in Kombination mit Methotrexat |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (SELECT-PsA 1) |
|---|---|
|
Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Patienten-Eignung |
- Klinische Studien
- Der pharmazeutische Unternehmer legt für die Nutzenbewertung die randomisierte kontrollierte Studie SELECT-PsA 1 vor, in der Upadacitinib mit Adalimumab, jeweils allein oder in Kombination mit Methotrexat, verglichen wird.
- Der pharmazeutische Unternehmer legt für die zu bewertende Patientenpopulation Ergebnisse einer Placebo-kontrollierten RCT (SELECT-PsA 2) vor.
a) Erwachsene mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die auf eine vorangegangene krankheitsmodifizierende antirheumatische (DMARD-) Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben.
- Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen.
- In der Gesamtschau wird ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Upadacitinib gegenüber Adalimumab bei Erwachsenen mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die auf eine vorangegangene krankheitsmodifizierende antirheumatische (DMARD-) Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben, festgestellt.
- Die Bewertung des Zusatznutzens erfolgt auf Basis einer randomisierten und direktvergleichenden Studie. Zum herangezogenen Datenschnitt waren alle Erwachsenen mindestens 56 Wochen behandelt worden. Das endpunktübergreifende Verzerrungspotential wird für die Studie als niedrig eingestuft.
- Insgesamt wird daher für die Aussagesicherheit ein Anhaltspunkt abgeleitet.
- Mortalität
- In der Studie SELECT-PsA 1 traten während des Studienzeitraums keine Todesfälle auf.
- Morbidität - Minimale Krankheitsaktivität (MDA und DAPSA)
- Für den Endpunkt minimale Krankheitsaktivität liegen Ergebnisse aus zwei Operationalisierungen (Minimal Disease Activity [MDA] und DAPSA) vor. Die Berechnung der minimalen Krankheitsaktivität auf Basis des DAPSA beinhaltet im Gegensatz zum MDA die Erhebung eines Entzündungsparameters (C-reaktives Protein). Die Beurteilung des Endpunktes minimale Krankheitsaktivität erfolgt daher primär auf Basis des MDA. Für die minimale Krankheitsaktivität erhoben über den MDA zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Upadacitinib gegenüber Adalimumab. Dieser Effekt wird bezüglich der statistischen Signifikanz nur in einer der drei durchgeführten Sensitivitätsanalysen unter Verwendung alternativer Ersetzungsstrategien bestätigt (NRI mit Varianzkorrektur). Für die minimale Krankheitsaktivität erhoben über den DAPSA (≤ 15) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Remission (DAPSA ≤ 3,3)
- Für den Endpunkt Remission erhoben mit dem DAPSA ≤ 3,3 zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Upadacitinib gegenüber Adalimumab.
- Morbidität - Druckschmerzempfindliche Gelenke (TJC68 ≤ 1)
- Für den Endpunkt druckschmerzempfindliche Gelenke zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Geschwollene Gelenke (SJC66 ≤ 1)
- Für den Endpunkt geschwollene Gelenke zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Enthesitis (LEI und SPARCC)
- Für den Endpunkt Enthesitis liegen Ergebnisse aus zwei Operationalisierungen vor (LEI und SPARCC). Der LEI wurde für die Indikation Psoriasis-Arthritis entwickelt und der SPARCC für die Indikation Spondyloarthritis. Die Beurteilung des Endpunktes Enthesitis erfolgt daher primär auf Basis des LEI. Für Enthesitis erhoben über den LEI zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Upadacitinib gegenüber Adalimumab. Für Enthesitis erhoben über den SPARCC zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Daktylitis (LDI)
- Für den Endpunkt Daktylitis erhoben mit dem LDI zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Fatigue (FACIT-Fatigue)
- Für den Endpunkt Fatigue erhoben mit dem FACIT-Fatigue zeigt sich weder für den Anteil der Erwachsenen mit einer Verbesserung um ≥ 7,8 Punkte (dies entspricht 15 % der Skalenspannweite) noch für den Anteil der Erwachsenen mit einer Verbesserung um ≥ 4 Punkte ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Hautsymptomatik (PASI 100-Remission, PASI 90- und PASI 75-Response)
- Für den Endpunkt Hautsymptomatik erhoben mit dem PASI zeigt sich weder in der Remission der Hautsymptomatik (PASI 100) noch im PASI 90- und PASI 75-Response ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Körperlicher Funktionsstatus (HAQ-DI)
- Für den Endpunkt körperlicher Funktionsstatus erhoben mit dem HAQ-DI zeigt sich sowohl für den Anteil der Erwachsenen mit einer Verbesserung um ≥ 0,45 Punkte (dies entspricht 15 % der Skalenspannweite) als auch für den Anteil der Erwachsenen mit einer Verbesserung um ≥ 0,35 Punkte ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Upadacitinib gegenüber Adalimumab.
- Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)
- Für den Endpunkt Gesundheitszustand erhoben mit der EQ-5D VAS zeigt sich auf Basis der Responderanalysen zur Responseschwelle von 15 % der Skalenspannweite ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Upadacitinib gegenüber Adalimumab.
- Nebenwirkungen - Gesamtraten SUEs und Abbrüche wegen UEs
- Für die Endpunkte SUE und Abbruch wegen UE zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Gesamtbewertung
- In der Endpunktkategorie Morbidität zeigt sich jeweils in den Endpunkten minimale Krankheitsaktivität (MDA), Remission (DAPSA), Enthesitis (LEI), körperlicher Funktionsstatus (HAQ-DI) und Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Upadacitinib gegenüber Adalimumab.
- In der Endpunktkategorie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigt sich beim SF-36 sowohl für den körperlichen als auch für den psychischen Summenscore ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Upadacitinib gegenüber Adalimumab.
- In der Endpunktkategorie der Nebenwirkungen zeigt sich weder ein Vorteil noch ein Nachteil für eine Behandlung mit Upadacitinib im Vergleich zu einer Therapie mit Adalimumab.
- In der Gesamtschau werden insbesondere die positiven Effekte von Upadacitinib auf die minimale Krankheitsaktivität (MDA), die Remission (DAPSA), den körperlichen Funktionsstatus (HAQ-DI) und den Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) sowie auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität (körperlicher und psychischer Summenscore des SF-36) gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie als bisher nicht erreichte deutliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens bewertet und das Ausmaß des Zusatznutzens als beträchtlich eingestuft.
- Gesamtschau
- In der Gesamtschau werden insbesondere die positiven Effekte von Upadacitinib auf die minimale Krankheitsaktivität (MDA), die Remission (DAPSA), den körperlichen Funktionsstatus (HAQ-DI) und den Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) sowie auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität (körperlicher und psychischer Summenscore des SF-36) gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie als bisher nicht erreichte deutliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens bewertet und das Ausmaß des Zusatznutzens als beträchtlich eingestuft.
b) Erwachsene mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die unzureichend auf eine vorhergehende Therapie mit krankheitsmodifizierenden biologischen Antirheumatika (bDMARD) angesprochen oder diese nicht vertragen haben.
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Der pharmazeutische Unternehmer legt für die zu bewertende Patientenpopulation keine geeigneten Daten vor, sodass keine Aussagen zum Zusatznutzen von Upadacitinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abgeleitet werden können.
- In der Gesamtschau wird kein Zusatznutzen von Upadacitinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie bei Erwachsenen mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die unzureichend auf eine vorhergehende Therapie mit krankheitsmodifizierenden biologischen Antirheumatika (bDMARD) angesprochen oder diese nicht vertragen haben, festgestellt.
Zugehörige Verfahren
<< Liste aller Beschlüsse