Tislelizumab (8) – Tevimbra®
Rezidiviertes oder metastasiertes Nasopharynxkarzinom (NPC), Erstlinie, Kombination mit Gemcitabin and Cisplatin
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.10.2025 – Zulassung: 09.07.2025 |
|---|---|
| Beschluss | 19.03.2026 |
| Wirkstoff | Tislelizumab |
| Handelsname | Tevimbra® |
| Pharm. Unternehmer | BeOne Medicines Germany GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1250 |
| ATC-Code | L01FF09 PD-1/PDL-1-Inhibitoren (L01FF) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C11.0Bösartige Neubildung: Obere Wand des Nasopharynx, C11.1Bösartige Neubildung: Hinterwand des Nasopharynx, C11.2Bösartige Neubildung: Seitenwand des Nasopharynx, C11.3Bösartige Neubildung: Vorderwand des Nasopharynx, C11.8Bösartige Neubildung: Nasopharynx, mehrere Teilbereiche überlappend, C11.9Bösartige Neubildung: Nasopharynx, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I102584Bösartige Neubildung der Choane, I104484Bösartige Neubildung der Tonsilla pharyngea, I104485Bösartige Neubildung des Ostium pharyngeum der Tuba auditiva, I106103Bösartige Neubildung des Daches des Nasenrachenraums, I106110Bösartige Neubildung des Nasenrachenraums, I134266Nasopharynxkarzinom, mehrere Teilbereiche überlappend |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Tevimbra in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin wird angewendet zur Erstlinienbehandlung erwachsener Patienten mit rezidivierendem, für eine kurative Operation oder Strahlentherapie nicht infrage kommendem oder metastasiertem Nasopharynxkarzinom (NPC). |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit rezidivierendem, für eine kurative Operation oder Strahlentherapie nicht infrage kommendem oder metastasiertem Nasopharynxkarzinom (NPC); Erstlinienbehandlung | <ul><li>Cisplatin in Kombination mit Gemcitabin</li></ul> |
Studien und Ergebnisse
- Klinische Studien
- Für die Nutzenbewertung legte der pharmazeutische Unternehmer die Ergebnisse aus der abgeschlossenen, doppelblinden, randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studie RATIONALE 309 zum Vergleich von Tislelizumab in Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin gegenüber Cisplatin in Kombination mit Gemcitabin vor.
Erwachsene mit rezidivierendem, für eine kurative Operation oder Strahlentherapie nicht infrage kommendem oder metastasiertem Nasopharynxkarzinom (NPC); Erstlinienbehandlung
- Im Ergebnis wird festgestellt, dass ein Zusatznutzen für Tislelizumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin gegenüber Gemcitabin in Kombination mit Cisplatin für Erwachsene mit rezidivierendem, für eine kurative Operation oder Strahlentherapie nicht infrage kommendem, oder metastasiertem Nasopharynxkarzinom nicht belegt ist.
- Mortalität
- Gesamtüberleben
- Das Gesamtüberleben war in der Studie RATIONALE 309 operationalisiert als Zeit von der Randomisierung bis zum Tod jeglicher Ursache. Für diesen Endpunkt zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität
- Progressionsfreies Überleben
- Das progressionsfreie Überleben (PFS) wurde in der Studie RATIOANALE 309 definiert als die Zeit von der Randomisierung bis zur ersten objektiv dokumentierten Krankheitsprogression oder bis zum Tod, je nachdem, was zuerst eintrat, basierend auf dem Zeitpunkt der ersten radiologischen Dokumentation einer Krankheitsprogression gemäß den RECIST- (Response Evaluation Criteria In Solid Tumors, Version 1.1) Kriterien.
- Unter Tislelizumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin ist das PFS im Vergleich zu Gemcitabin in Kombination mit Cisplatin statistisch signifikant verlängert.
- Bei dem vorliegenden Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien „Mortalität“ und „Morbidität“ zusammensetzt. Die Endpunktkomponente „Mortalität“ wird bereits über den Endpunkt „Gesamtüberleben“ als eigenständiger Endpunkt erhoben. Die Erhebung der Morbiditätskomponente "Krankheitsprogression" erfolgt nach RECIST-Kriterien und damit überwiegend mittels bildgebender Verfahren.
- Unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte bestehen hinsichtlich der Patientenrelevanz des Endpunktes PFS unterschiedliche Auffassungen innerhalb des G-BA.
- Die Gesamtaussage zum Zusatznutzen bleibt davon unberührt.
- Symptomatik (EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-H&N35)
- Die Symptomatik wurde erhoben anhand des Fragebogens EORTC QLQ-C30 und dessen krankheitsspezifischem Ergänzungsmodul EORTC QLQ-H&N35. Für die Nutzenbewertung wird die Zeit bis zur erstmaligen Verschlechterung um ≥ 10 Punkte herangezogen.
- Es liegen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen vor.
- Es liegt eine Effektmodifikation insbesondere durch das Merkmal „Vorhandensein von Lebermetastasen“ vor. Für Patientinnen und Patienten mit Lebermetastasten ergibt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Tislelizumab bei der Symptomskala „Sprachprobleme“ und bei Patientinnen und Patienten ohne Lebermetastasten ein statistisch signifikanter Unterschied zuungunsten von Tislelizumab bei der Symptomskala „Krankheitsgefühl“.
- Vor dem Hintergrund, dass sich diese Effektmodifikation nur bei einzelnen Endpunkten zeigt, wird für die Bewertung das Ergebnis für die Gesamtpopulation herangezogen.
- In der Gesamtschau ergeben sich keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede in der Endpunktkategorie Morbidität.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität
- EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-H&N35
- Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde erhoben anhand des Fragebogens EORTC QLQ-C30 und dessen krankheitsspezifischem Ergänzungsmodul EORTC QLQ-H&N35. Für die Nutzenbewertung wird die Zeit bis zur erstmaligen Verschlechterung um ≥ 10 Punkte herangezogen.
- Es liegen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen vor.
- Nebenwirkungen
- Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
- In der Studie RATIONALE 309 traten in beiden Behandlungsarmen bei beinahe allen Patientinnen und Patienten UE auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
- Schwerwiegende UE (SUE), schwere UE und Abbruch wegen UE
- Für die Endpunkte SUE, schwere UE und Abbruch wegen UE zeigen sich jeweils keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- Spezifische UE
- Im Detail zeigt sich bei den spezifischen UE ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Tislelizumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin bezüglich „Immunvermittelte schwere UE“ sowie „Fieber (PT, UE)". Es liegt eine Effektmodifikation durch das Merkmal „Vorhandensein von Lebermetastasen“ vor. Für Patientinnen und Patienten mit Lebermetastasten ergibt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen bei „Fieber (PT, UE)".
- In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen wird insgesamt weder ein Vor- noch Nachteil für die Behandlung mit Tislelizumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin gegenüber Gemcitabin in Kombination mit Cisplatin festgestellt.
- Gesamtbewertung
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Tislelizumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin bei Erwachsenen mit rezidivierendem, für eine kurative Operation oder Strahlentherapie nicht infrage kommendem, oder metastasiertem Nasopharynxkarzinom (NPC) liegen Ergebnisse zu Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogener Lebensqualität und Nebenwirkungen aus der randomisierten, kontrollierten, doppelblinden Phase-III-Studie RATIONALE 309 zum Vergleich gegen Gemcitabin in Kombination mit Cisplatin vor. Die Bewertung basiert auf dem finalen Datenschnitt vom 08. Dezember 2023.
- In der Endpunktkategorie Mortalität ergibt sich kein Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Für die Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigen sich in den Endpunkten Zeit bis zur ersten Verschlechterung der Symptomatik bzw. der Lebensqualität (jeweils erhoben mittels EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-H&N35) jeweils keine statistisch signifikanten Unterschiede.
- Für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen ergeben sich ebenfalls keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
- In den Endpunktkategorien Morbidität und Nebenwirkungen zeigen sich vereinzelt Effektmodifikationen insbesondere durch das Merkmal „Vorhandensein von Lebermetastasen“. Nach Aussagen klinischer Experten in der mündlichen Anhörung handelt es sich bei Lebermetastasen um einen relevanten prognostischen Faktor im vorliegenden Anwendungsgebiet. Vor diesem Hintergrund wird dies vom G-BA zwar als ein relevantes Ergebnis der Nutzenbewertung gewertet, aufgrund des lediglich vereinzelten Auftretens dieser Effektmodifikation wird für die Bewertung jedoch das Ergebnis für die Gesamtpopulation herangezogen.
- In der Gesamtschau lassen sich in allen Endpunktkategorien keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede für eine Behandlung mit Tislelizumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin feststellen. Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
Zugehörige Verfahren
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