Dapagliflozin (8) – Forxiga®

Chronische Herzinsuffizienz mit linksventrikulärer Ejektionsfraktion LVEF > 40 %

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.03.2023 – Zulassung: 03.02.2023
Beschluss 17.08.2023
Wirkstoff Dapagliflozin
Handelsname Forxiga®
Pharm. Unternehmer AstraZeneca GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-906
ATC-Code A10BK01 SGLT2-Inhibitoren (A10BK)
ICD-10 Codes (AIS) I50.00Primäre Rechtsherzinsuffizienz, I50.01Sekundäre Rechtsherzinsuffizienz, I50.12Linksherzinsuffizienz: Mit Beschwerden bei stärkerer Belastung, I50.13Linksherzinsuffizienz: Mit Beschwerden bei leichterer Belastung, I50.14Linksherzinsuffizienz: Mit Beschwerden in Ruhe, I50.19Linksherzinsuffizienz: Nicht näher bezeichnet, I50.9Herzinsuffizienz, nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I115729Linksherzinsuffizienz mit Beschwerden in Ruhe, I130860HFpEF (Herzinsuffizienz mit erhaltener linksventrikulärer Ejektionsfraktion), I15932Chronische Herzinsuffizienz, I27019Rechtsherzinsuffizienz, I86836Primäre Rechtsherzinsuffizienz, I86842Linksherzinsuffizienz mit Beschwerden bei stärkerer Belastung, I86845Linksherzinsuffizienz mit Beschwerden bei leichterer Belastung
Therapeutisches Gebiet Herz-Kreislauf-Erkrankungen Chronische Herzinsuffizienz (CHF)
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet
Besonderheit Praxisbesonderheit

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Erwachsene mit einer symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion HFpEF (LVEF > 50 %) und mit geringgradig eingeschränkter Ejektionsfraktion HFmrEF (LVEF > 40 bis 49 %)

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene mit einer symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion HFpEF (LVEF > 50 %) und mit geringgradig eingeschränkter Ejektionsfraktion HFmrEF (LVEF > 40 bis 49 %) Eine optimierte Standardtherapie zur Behandlung der symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion bzw. geringgradig eingeschränkter Ejektionsfraktion und der zugrundeliegenden Erkrankungen, wie z.B. Hypertonie, Herzrhythmusstörungen, Koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus, chronische Nierenerkrankung, Dyslipoproteinämien sowie der Begleitsymptome

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (DELIVER)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Für die Bewertung des Zusatznutzens von Dapagliflozin liegt die doppelblinde, placebokontrollierte, randomisierte Studie DELIVER vor.

Erwachsene mit einer symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion HFpEF (LVEF > 50 %) und mit geringgradig eingeschränkter Ejektionsfraktion HFmrEF (LVEF > 40 bis 49 %)

  • Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen
  • Aufgrund der oben beschriebenen Unsicherheiten wird die Aussagesicherheit in der Kategorie „Anhaltspunkt“ eingeordnet.
  • Mortalität
    • Weder für den Endpunkt „Gesamtmortalität“ noch für den ergänzend dargestellten Endpunkt „kardiovaskulärer Tod“ ergeben sich statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
  • Morbidität - Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz
    • Für den Endpunkt „Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz“ für die Zeit bis zum ersten Ereignis zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Dapagliflozin gegenüber dem Vergleichsarm.
    • Für die ergänzend dargestellte Operationalisierung „inklusiver wiederholter Ereignisse“ zeigt sich ebenfalls ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Dapagliflozin gegenüber dem Vergleichsarm.
  • Morbidität - Gesamthospitalisierung
    • Beim Endpunkt „Gesamthospitalisierung“ für die Zeit bis zum ersten Ereignis zeigt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Dapagliflozin gegenüber dem Vergleichsarm.
  • Morbidität - Myokardinfarkt und Schlaganfall
    • Bei den Endpunkten „Myokardinfarkt“ und „Schlaganfall“ zeigen sich jeweils keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
  • Morbidität - Renale Morbidität
    • Der Endpunkt „renale Morbidität“ wird daher nur ergänzend dargestellt. Insgesamt zeigen sich bei diesem Endpunkt keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
  • Gesundheitszustand - EQ-5D VAS
    • Für die Verbesserung um ≥ 15 Punkte zur Studienabschlussvisite zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
  • Gesundheitszustand - PGIS
    • Für den Endpunkt Gesundheitszustand erhoben mittels PGIS ergibt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Dapagliflozin gegenüber dem Vergleichsarm. Dieser Unterschied wird jedoch als nicht mehr als geringfügig eingeschätzt.
  • Lebensqualität - Klinischer Summenscore KCCQ-OSS (Overall Summary Score)
    • Für den klinischen Summenscore KCCQ-OSS operationalisiert als Verbesserung um ≥ 15 % ergebt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Dapagliflozin gegenüber dem Vergleichsarm.
  • Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) und Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse (UE)
    • Für die Endpunkte SUE und Abbruch wegen UE zeigen sich jeweils keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
  • Nebenwirkungen - Spezifische unerwünschte Ereignisse
    • Für die Endpunkte Harnwegsinfektion (UE) und Genitalinfektion (UE) liegen keine geeigneten Daten vor, da nicht schwerwiegende UE in der Studie nicht systematisch erfasst wurden und bekannt ist, dass diese Ereignisse mehrheitlich der Kategorie nicht schwerwiegende Nebenwirkungen zuzuordnen sind.
    • Für den Endpunkt diabetische Ketoazidosen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
    • Im Detail zeig sich bei den spezifischen SUE Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Dapagliflozin im Vergleich zum Kontrollarm.
    • Im Detail zeig sich bei den spezifischen SUE COVID-19 ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Dapagliflozin im Vergleich zum Kontrollarm.
  • Gesamtbewertung
    • In der Gesamtschau der Ergebnisse auf Basis der positiven Effekte von Dapagliflozin bei der Vermeidung von Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz und bei der Verbesserung um ≥ 15 % für den klinischen Summenscore KCCQ-OSS in der Kategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität wird insgesamt ein geringer Zusatznutzen für Dapagliflozin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abgeleitet.

Zugehörige Verfahren

Dapagliflozin (8) Forxiga® AstraZeneca GmbH Herz-Kreislauf-Erkrankungen Chronische Herzinsuffizienz mit linksventrikulärer Ejektionsfraktion LVEF > 40 % 1.270.000–1.400.000 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen
Dapagliflozin (7) Forxiga® AstraZeneca GmbH Stoffwechselkrankheiten Diabetes mellitus Typ 2, ≥ 10 Jahre 650–710 100% Zusatznutzen nicht belegt
Dapagliflozin (6) Forxiga® AstraZeneca GmbH Krankheiten des Urogenitalsystems Chronische Niereninsuffizienz 2.520.200–3.409.200 50% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen
Dapagliflozin (5) Forxiga® AstraZeneca GmbH · Herz-Kreislauf-Erkrankungen Chronische Herzinsuffizienz mit linksventrikulärer Ejektionsfraktion LVEF ≤ 40 % 2.061.700–2.273.000 100% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen
Dapagliflozin (4) Forxiga® AstraZeneca GmbH Stoffwechselkrankheiten Diabetes mellitus Typ 2 2.108.000 41% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen
Dapagliflozin (3) Forxiga® AstraZeneca GmbH Stoffwechselkrankheiten Diabetes mellitus Typ 1 0
19.200
100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen aufgehoben
Dapagliflozin (2) Forxiga® AstraZeneca GmbH Stoffwechselkrankheiten Diabetes mellitus Typ 2 0
468.700
100% Zusatznutzen nicht belegt aufgehoben
Dapagliflozin (1) Forxiga® Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA/ AstraZeneca GmbH Stoffwechselkrankheiten Diabetes mellitus Typ 2 0
896.100
100% Zusatznutzen nicht belegt aufgehoben


<< Liste aller Beschlüsse