Trastuzumab deruxtecan (6) – Enhertu®
Mammakarzinom, HR+, HER2-low oder -ultralow, nach mind. 1 endokrinen Therapie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.05.2025 – Zulassung: 31.03.2025 |
|---|---|
| Beschluss | 16.10.2025 |
| Wirkstoff | Trastuzumab deruxtecan |
| Handelsname | Enhertu® |
| Pharm. Unternehmer | Daiichi Sankyo Deutschland GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1190 |
| ATC-Code | L01FD04 HER2-Inhibitoren (L01FD) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C50.0Bösartige Neubildung: Brustwarze und Warzenhof, C50.1Bösartige Neubildung: Zentraler Drüsenkörper der Brustdrüse, C50.2Bösartige Neubildung: Oberer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.3Bösartige Neubildung: Unterer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.4Bösartige Neubildung: Oberer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.5Bösartige Neubildung: Unterer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.6Bösartige Neubildung: Recessus axillaris der Brustdrüse, C50.8Bösartige Neubildung: Brustdrüse, mehrere Teilbereiche überlappend, C50.9Bösartige Neubildung: Brustdrüse, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I102868Bösartige Neubildung der äußeren 2 Quadranten der Brustdrüse, I102970Bösartige Neubildung des oberen inneren Quadranten der Brustdrüse, I102971Bösartige Neubildung des unteren inneren Quadranten der Brustdrüse, I102972Bösartige Neubildung des oberen äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102973Bösartige Neubildung des unteren äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102998Bösartige Neubildung des zentralen Drüsenkörpers der Brustdrüse, I102999Bösartige Neubildung des Recessus axillaris der Brustdrüse, I111628Bösartige Neubildung der Brustwarze und des Warzenhofes, I18060Metastasierendes Mammakarzinom |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Enhertu wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit inoperablem oder metastasiertem Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-low oder HER2-ultralow Brustkrebs, die mindestens eine endokrine Therapie in der metastasierten Situation erhalten haben und die für eine endokrine Therapie als nächste Therapielinie nicht in Frage kommen. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit inoperablem oder metastasiertem, Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-low oder HER2-ultralow Brustkrebs, die mindestens eine endokrine Therapie in der metastasierten Situation erhalten haben und die nicht für eine endokrine Therapie als nächste Therapielinie in Frage kommen | <ul><li>Doxorubicin</li><li>Doxorubicin liposomal (kommt nur für Patientinnen infrage)</li><li>Epirubicin</li><li>Docetaxel (kommt nur für Patientinnen infrage)</li><li>Paclitaxel (kommt nur für Patientinnen, bei denen eine Anthrazyklin-haltige systemische Therapie nicht infrage kommt, infrage)</li><li>nab-Paclitaxel (kommt nur für Patientinnen, bei denen eine Anthrazyklin-haltige systemische Therapie nicht infrage kommt, infrage)</li><li>Capecitabin (kommt nur für Patientinnen und Patienten, bei denen eine Anthrazyklin- und Taxan-haltige Therapie versagt hat oder eine weitere Anthrazyklinbehandlung nicht infrage kommt, infrage)</li><li>Vinorelbin (kommt nur für Patientinnen und Patienten, bei denen eine Anthrazyklin- oder Taxan-haltige systemische Therapie nicht infrage kommt, infrage)</li></ul> |
Studien und Ergebnisse
- Klinische Studien
- Die Studie DESTINY-Breast06 ist eine laufende, multizentrische, offene, randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie zum Vergleich von Trastuzumab deruxtecan mit einer Chemotherapie nach ärztlicher Maßgabe unter Auswahl von Capecitabin, Paclitaxel oder nab-Paclitaxel jeweils als Monotherapien.
Erwachsene mit inoperablem oder metastasiertem, Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-low oder HER2-ultralow Brustkrebs, die mindestens eine endokrine Therapie in der metastasierten Situation erhalten haben und die nicht für eine endokrine Therapie als nächste Therapielinie in Frage kommen
- Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen
- In der Gesamtschau wird ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Trastuzumab deruxtecan gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie festgestellt.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben ist in der Studie DESTINY-Breast06 als die Zeit zwischen Randomisierung und dem Tod aus jeglicher Ursache definiert.
- Zwischen den Behandlungsarmen zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied mit einem Vorteil von Trastuzumab deruxtecan, dessen Ausmaß als eine relevante, jedoch nicht über ein geringes Ausmaß hinausgehende Verbesserung bewertet wird.
- In der Subgruppenanalyse zeigte sich eine Effektmodifikation durch das Merkmal „Alter“. Für Personen < 65 Jahre zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Trastuzumab deruxtecan während sich für Personen ≥ 65 Jahre kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zeigt.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben
- Das progressionsfreie Überleben (PFS) stellt den primären Endpunkt der Studie DESTINY-Breast06 dar. Es ist definiert als die Zeit von der Randomisierung bis zur ersten RECIST 1.1-definierten radiologischen Krankheitsprogression oder bis zum Tod aus jeglichem Grund ohne vorherige Progression, unabhängig davon, ob die Patientin die Therapie abbrach oder eine andere antineoplastische Therapie vor der Progression erhielt.
- Für das PFS zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil für Trastuzumab deruxtecan.
- Morbidität - Symptomatik (EORTC QLQ-C30, EORTC QLQ-BR45 und PGIS)
- Die Symptomatik wurde in der Studie DESTINY-Breast06 mit Hilfe der Fragebögen EORTC QLQ-C30, EORTC QLQ-BR45 und PGIS erhoben.
- Da bereits zu Studienbeginn die Rückläufe der Fragebögen in beiden Studienarmen niedrig waren und aufgrund der im Studienverlauf weiter abnehmenden und unterschiedlichen Rücklaufquoten, sind die Daten insgesamt nicht geeignet.
- Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D, Visuelle Analogskala)
- Es liegen keine geeigneten Daten für den Gesundheitszustand, erhoben mittels EQ-5D VAS, vor.
- Bereits zu Studienbeginn war der Rücklauf des Fragebogens in beiden Studienarmen niedrig. Aufgrund der im Studienverlauf weiter abnehmenden und unterschiedlichen Rücklaufquote sind die Daten insgesamt nicht geeignet.
- Morbidität - Gesundheitszustand (PGIC)
- Der Gesundheitszustand wurde anhand des PGIC-Fragebogens erhoben.
- Zwischen den Behandlungsarmen zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Trastuzumab deruxtecan.
- In der Endpunktkategorie Morbidität wird insgesamt ein Vorteil aufgrund des statistisch signifikanten Unterschiedes im Endpunkt PGIC festgestellt, der eine deutliche Verbesserung im Gesundheitszustand zeigt.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität (EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR45)
- Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde in der Studie DESTINY-Breast06 mittels der Fragebögen EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR45 erhoben.
- Da bereits zu Studienbeginn die Rückläufe der Fragebögen in beiden Studienarmen niedrig waren und aufgrund der im Studienverlauf weiter abnehmenden und unterschiedlichen Rücklaufquoten, sind die Daten insgesamt nicht geeignet.
- Zur Beurteilung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität liegen keine geeigneten Daten vor.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
- In der Studie DESTINY-Breast06 traten im Trastuzumab deruxtecan-Arm bei nahezu allen Patientinnen und Patienten und im Kontroll-Arm bei 95% der Patientinnen und Patienten ein UE auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende UE (SUE), schwere UE und Therapieabbrüche wegen UEs
- Für die Endpunkte SUE, schwere UE und Abbruch wegen UE zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Spezifische UE
- Für die Endpunkte Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems, Hand-Fuß-Syndrom und Ödem peripher liegt jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Trastuzumab deruxtecan vor.
- Ein statistisch signifikanter Nachteil für Trastuzumab deruxtecan wurde für die Endpunkte Thrombozytenzahl vermindert, Untersuchungen, Anämie, ILD / Pneumonitis, Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums, Appetit vermindert, Obstipation, Übelkeit, Erbrechen und Alopezie festgestellt.
- In der Kategorie Nebenwirkungen wird insgesamt weder ein Vor- oder Nachteil festgestellt.
- Gesamtschau
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Trastuzumab deruxtecan zur Behandlung von Erwachsenen mit inoperablem oder metastasiertem HR-positivem, HER2-low oder HER2-ultralow Brustkrebs, die mindestens eine endokrine Therapie in der metastasierten Situation erhalten haben und die für eine endokrine Therapie als nächste Therapielinie nicht in Frage kommen, liegen Ergebnisse zur Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogenen Lebensqualität und Nebenwirkungen aus der Studie DESTINY-Breast06 vor.
- Für das Gesamtüberleben liegt ein statistisch signifikanter Unterschied mit einem Vorteil für Trastuzumab deruxtecan vor, dessen Ausmaß als eine relevante, jedoch nicht über ein geringes Ausmaß hinausgehende Verbesserung bewertet wird.
- In der Endpunktkategorie Morbidität liegen für die Symptomatik, erhoben mittels EORTC QLQ-C30, EORTC QLQ-BR45 und PGIS, und den mit dem EQ-5D VAS erhobenen Gesundheitszustand keine geeigneten Daten vor. Für den Gesundheitszustand, erhoben mit dem PGIC, wurde ein Vorteil festgestellt. Insgesamt wird ein Vorteil für Trastuzumab deruxtecan abgeleitet.
- Hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (EORTC QLQ-C30 und -BR45) liegen keine geeigneten Daten vor.
- Für die Endpunkte SUE, schwere UE und Therapieabbrüche wegen UE zeigen sich jeweils keine Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Im Detail zeigen sich Vor- und Nachteile bei den spezifischen UE. In der Kategorie Nebenwirkungen wird insgesamt weder ein Vor- oder Nachteil festgestellt.
- In der Gesamtbetrachtung stehen den Vorteilen im Gesamtüberleben und in der Morbidität keine Nachteile gegenüber. Der G-BA kommt in der Gesamtschau zu dem Ergebnis, dass für Trastuzumab deruxtecan zur Behandlung von Erwachsenen mit inoperablem oder metastasiertem HR-positivem, HER2-low oder HER2-ultralow Brustkrebs, die mindestens eine endokrine Therapie in der metastasierten Situation erhalten haben und die für eine endokrine Therapie als nächste Therapielinie nicht in Frage kommen, ein geringer Zusatznutzen vorliegt.
Zugehörige Verfahren
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