Trastuzumab deruxtecan (2) – Enhertu®
Mammakarzinom, HER2+, mind. 2 Vortherapien
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.08.2022 – Zulassung: 18.01.2022 |
|---|---|
| Beschluss | 02.02.2023 |
| Wirkstoff | Trastuzumab deruxtecan |
| Handelsname | Enhertu® |
| Pharm. Unternehmer | Daiichi Sankyo Deutschland GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-837 |
| ATC-Code | L01FD04 HER2-Inhibitoren (L01FD) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C50.0Bösartige Neubildung: Brustwarze und Warzenhof, C50.1Bösartige Neubildung: Zentraler Drüsenkörper der Brustdrüse, C50.2Bösartige Neubildung: Oberer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.3Bösartige Neubildung: Unterer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.4Bösartige Neubildung: Oberer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.5Bösartige Neubildung: Unterer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.6Bösartige Neubildung: Recessus axillaris der Brustdrüse, C50.8Bösartige Neubildung: Brustdrüse, mehrere Teilbereiche überlappend |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I102867Bösartige Neubildung der inneren 2 Quadranten der Brustdrüse, I102970Bösartige Neubildung des oberen inneren Quadranten der Brustdrüse, I102971Bösartige Neubildung des unteren inneren Quadranten der Brustdrüse, I102972Bösartige Neubildung des oberen äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102973Bösartige Neubildung des unteren äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102998Bösartige Neubildung des zentralen Drüsenkörpers der Brustdrüse, I102999Bösartige Neubildung des Recessus axillaris der Brustdrüse, I111628Bösartige Neubildung der Brustwarze und des Warzenhofes |
| DDD Tagesdosis | 18 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom / Brustkrebs (BC) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Regulatorischer Status | Bedingte Zulassung (CMA) |
| Besonderheit | Bundling ZVT-Änderung Praxisbesonderheit |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
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Trastuzumab-Deruxtecan (Enhertu) wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit inoperablem oder metastasiertem HER2-positivem Brustkrebs, die bereits mindestens zwei gegen HER2 gerichtete Vorbehandlungen erhalten haben. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene Patienten mit HER2-positivem nicht resezierbarem oder metastasiertem Brustkrebs, die zuvor mit zwei oder mehr Anti-HER2 basierten Therapien behandelt wurden | Eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe* * Im Rahmen der Therapie nach ärztlicher Maßgabe werden die Behandlungsoptionen – Lapatinib in Kombination mit Capecitabin, – Trastuzumab in Kombination mit Lapatinib (nur für Patienten mit Hormonrezeptor-negativem Mammakarzinom), – Trastuzumab in Kombination mit Capecitabin und – Tucatinib in Kombination mit Trastuzumab und Capecitabin als gleichermaßen geeignete Komparatoren erachtet. Hinsichtlich des Zulassungsstatus ist Trastuzumab in Kombination mit Capecitabin jedoch nicht zugelassen |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (DESTINY-Breast02) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| ZVT-Änderung | 26.10.2021 – Änderung der Leitlinien |
- Klinische Studien
- Für den Nachweis eines Zusatznutzens von Trastuzumab-Deruxtecan gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe hat der pharmazeutische Unternehmer Ergebnisse der noch laufenden, offenen, randomisierten und kontrollierten, 2-armigen Phase III-Studie DESTINY-Breast02 vorgelegt.
Erwachsene Patientinnen bzw. Patienten mit HER2-positivem nicht resezierbarem oder metastasiertem Brustkrebs, die zuvor mit zwei oder mehr Anti-HER2 basierten Therapien behandelt wurden
- In der Gesamtbetrachtung kommt der G-BA zu dem Ergebnis, dass insbesondere aufgrund des Ausmaßes der Verlängerung der Überlebensdauer und in Anbetracht der positiven Effekte auf die Morbidität und Lebensqualität für Trastuzumab-Deruxtecan in der Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit inoperablem oder metastasiertem HER2-positivem Brustkrebs, die bereits mindestens zwei gegen HER2-gerichtete Vorbehandlungen erhalten haben, ein beträchtlicher Zusatznutzen gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe vorliegt.
- Im Ergebnis stellt der G-BA für Trastuzumab-Deruxtecan einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie fest.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben war in der Studie DESTINY-Breast02 operationalisiert als die Zeit von der Randomisierung bis zum Tod jeglicher Ursache.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Trastuzumab-Deruxtecan gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe.
- Die hiermit erzielte Verlängerung der Überlebenszeit durch die Behandlung mit Trastuzumab-Deruxtecan wird als eine deutliche Verbesserung gewertet.
- Für die Bewertung der Daten zum Gesamtüberleben ist zu berücksichtigen, dass ein hoher Anteil an Patientinnen und Patienten innerhalb des ersten Jahres zensiert wurde.
- Es wird davon ausgegangen, dass die Gründe für die meisten frühen Zensierungen der Rückzug der Einwilligung bzw. Kontaktabbruch (Lost-to Follow-up) sind, weil die Studie für die letzte eingeschlossene Patientin / den letzten eingeschlossenen Patienten bereits seit mindestens 1,5 Jahren läuft und Zensierungen aufgrund des Datenschnitts erst später zu erwarten sind.
- Zudem besteht ein großer Unterschied in den Zensierungsanteilen aufgrund des Rückzugs der Einwilligung bzw. Kontaktabbruchs zwischen den Behandlungsarmen dahingehend, dass dieser Zensierungsanteil in der Kontrollgruppe deutlich größer ist als in der Interventionsgruppe.
- Darüber hinaus erhielten ca. 30 % der Patientinnen und Patienten des Vergleichsarms Trastuzumab-Deruxtecan als eine antineoplastische Folgetherapie im Sinne eines Treatment Switchings.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben
- Das progressionsfreie Überleben (PFS) stellt den primären Endpunkt der Studie DESTINY-Breast02 dar.
- Das PFS wurde definiert als Zeit von der Randomisierung bis zum frühesten Zeitpunkt der ersten objektiven Dokumentation einer radiologischen Tumorprogression gemäß RECIST Version 1.1 oder dem Tod des Patienten ungeachtet der Todesursache – je nachdem welches Ereignis früher eintrat.
- Es zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen zugunsten von Trastuzumab-Deruxtecan.
- Bei dem Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien „Mortalität“ und „Morbidität“ zusammensetzt.
- Unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte bestehen hinsichtlich der Patientenrelevanz des Endpunktes PFS unterschiedliche Auffassungen innerhalb des G-BA.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität (erhoben mittels EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23)
- Die Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurde in der Studie DESTINY-Breast02 anhand der Funktionsskalen und der Skala zum globalen Gesundheitsstatus des krebsspezifischen Fragebogens EORTC QLQ-C30 und des brustkrebsspezifischen Zusatzmoduls EORTC QLQ-BR23 für den Zeitraum der Behandlung mit der Studienmedikation zuzüglich 40 Tage sowie zuzüglich weiterer 3 Monate durchgeführt.
- Der pharmazeutische Unternehmer legt Auswertungen für die „Zeit bis zur 1. Verschlechterung“ und für die „Zeit bis zur mehrfach bestätigten Verschlechterung“ um ≥ 10 Punkte oder ≥ 15 Punkte vor.
- Für den Endpunkt Freude am Sex liegen keine verwertbaren Daten vor.
- Für die Endpunkte emotionale Funktion, Körperbild, sexuelle Aktivität und Zukunftsperspektive zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse wird für die gesundheitsbezogene Lebensqualität insgesamt ein Vorteil von Trastuzumab-Deruxtecan im Vergleich zur Therapie nach ärztlicher Maßgabe festgestellt.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE), gesamt
- In der Studie DESTINY-Breast02 trat bei nahezu allen randomisierten Patientinnen und Patienten, mindestens ein unerwünschtes Ereignis auf.
- Gesamtbewertung
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Trastuzumab-Deruxtecan zur Behandlung des inoperablen oder metastasierten HER2-positivem Brustkrebs bei erwachsenen Patientinnen und Patienten, die bereits mindestens zwei gegen HER2-gerichtete Vorbehandlungen erhalten haben, liegen aus der randomisierten, kontrollierten, offenen, Studie DESTINY-Breast02 Ergebnisse zu den Endpunktkategorien Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe vor.
- In der Endpunktkategorie Mortalität zeigt sich im Endpunkt Gesamtüberleben eine statistisch signifikante Verlängerung der Überlebenszeit durch eine Behandlung mit Trastuzumab-Deruxtecan gegenüber der Therapie nach ärztlicher Maßgabe, die als eine deutliche Verbesserung bewertet wird.
- In der Kategorie Morbidität lässt sich für den Endpunkt Gesundheitszustand ein Vorteil für die Behandlung mit Trastuzumab-Deruxtecan feststellen, der als eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes gewertet wird.
- Hinsichtlich der Symptomatik bestehen unter der Behandlung mit Trastuzumab-Deruxtecan positive Effekte in den Endpunkten Schmerzen, Schlaflosigkeit, Diarrhö, Symptome im Brustbereich und Symptome im Armbereich sowie negative Effekte bei den Endpunkten „Übelkeit und Erbrechen“ und Verstopfung.
- In der Gesamtschau liegt hinsichtlich der Symptomatik ein Vorteil von Trastuzumab-Deruxtecan vor.
- Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität ergibt sich ebenfalls ein Vorteil von Trastuzumab-Deruxtecan im Vergleich zur Therapie nach ärztlicher Maßgabe.
- In der Gesamtschau der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen ergeben sich keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- In der Gesamtbetrachtung kommt der G-BA zu dem Ergebnis, dass insbesondere aufgrund des Ausmaßes der Verlängerung der Überlebensdauer und in Anbetracht der positiven Effekte auf die Morbidität und Lebensqualität für Trastuzumab-Deruxtecan in der Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit inoperablem oder metastasiertem HER2-positivem Brustkrebs, die bereits mindestens zwei gegen HER2-gerichtete Vorbehandlungen erhalten haben, ein beträchtlicher Zusatznutzen gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe vorliegt.
Zugehörige Verfahren
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