Tisagenlecleucel (4) – Kymriah®
Diffus großzelliges B-Zell-Lymphom
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.03.2020 – Zulassung: 23.08.2018 |
|---|---|
| Beschluss | 17.09.2020 aufgehoben |
| Befristung bis | 01.09.2023 |
| Wirkstoff | Tisagenlecleucel |
| Handelsname | Kymriah® |
| Pharm. Unternehmer | Novartis Pharma GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-530 |
| ATC-Code | L01XL04 ANDERE ANTINEOPLASTISCHE MITTEL (L01X) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C83.3Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I114432Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom |
| ORPHAcodes (AIS) | 544Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom |
| DDD Tagesdosis | 1 E parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen B-Zell-Lymphom (DLBCL / PMBCL) Orphan |
| Grund des Verfahrens |
Neubewertung: Ablauf Befristung
Ursprünglicher Beschluss: Tisagenlecleucel (1) (07.03.2019) Aufgehoben durch: Tisagenlecleucel (7) (15.02.2024) |
| Regulatorischer Status | ATMP (CAR-T) |
| Besonderheit | Bundling |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Kymriah wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL), nach zwei oder mehr Linien einer systemischen Therapie. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL), nach zwei oder mehr Linien einer systemischen Therapie | – (Orphan Drug) |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (JULIET) |
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
Single-Arm + historischer Vergleich |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Bei der Zulassungsstudie JULIET handelt es sich um eine einarmige Phase II-Studie, welche in 27 Zentren weltweit durchgeführt wird.
Erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL), nach zwei oder mehr Linien einer systemischen Therapie
- In der Gesamtschau wird für Tisagenlecleucel zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligen B-Zell- Lymphom nach zwei oder mehr Linien einer systemischen Therapie ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen festgestellt, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
- Mortalität
- Die mediane Beobachtungszeit zum Gesamtüberleben betrug zum vorliegenden Datenschnitt 5,9 Monate.
- Bezogen auf die ITT-Population waren zu diesem Zeitpunkt 59,3 % der Patienten verstorben bei einer medianen Überlebensdauer von 8,2 Monaten.
- Der Kaplan-Meyer-Schätzer (KM-Schätzer) in der Studie JULIET ändert sich zwischen Studienmonat 24 und Studienmonat 30 nur geringfügig.
- Morbidität - Gesamtansprechen
- Das Gesamtansprechen (CR oder PR) bildet in der Studie JULIET den primären Endpunkt.
- Operationalisiert wird es ab Protokollversion 4 anhand der Lugano Classification 2014 basierend auf PET-CT oder CT.
- Zum Zeitpunkt des Datenschnittes vom 1. Juli 2019 lag eine Gesamtansprechrate von 35,9 % in der ITT-Population vor.
- Morbidität - Progessionsfreies Überleben
- Das Progressionsfreie Überleben (PFS) ist in der Studie JULIET in der ITT-Population operationalisiert als Zeit vom Einschluss in die Studie bis zur Progression oder Rezidiv oder bis zum Tod des Patienten, ungeachtet der zugrundeliegenden Todesursache.
- Zum Zeitpunkt des Datenschnittes vom 1. Juli 2019 hatten 58,1 % der Patienten ein solches Ereignis erlitten.
- Lebensqualität - FACT-Lym, SF-36
- Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde in der Studie JULIET mittels der Fragebögen FACT-Lym und SF-36 erhoben.
- Zu beiden Fragebögen lagen während des Studienverlaufs die Rücklaufquoten unter 70 %, sodass diese als nicht verwertbar angesehen werden.
- Nebenwirkungen
- Eine vollständige Erfassung der unerwünschten Ereignisse erfolgte ab Beginn der Chemotherapie zur Lymphozytendepletion bis zum Studienmonat 12 der primären Nachbeobachtungsphase.
- Innerhalb der ersten auf die Infusion folgenden Wochen wiesen 85,2 % der ITT-Population ein UE CTCAE-Grad 3/4 auf.
- Schwerwiegende UE (SUE) traten von Infusion bis Woche 8 bei 48,7 % der Patienten der ITT-Population auf.
- Von Woche 9 bis zu Studienmonat 12 wiesen 30,0% der Patienten ein solches Ereignis auf.
- Bei 57,4 % der mit Tisagenlecleucel behandelten Patienten trat ein Zytokin-Freisetzungssyndrom auf.
- Gesamtbewertung / Fazit
- Für die Nutzenbewertung liegen Daten der pivotalen einarmige Zulassungsstudie JULIET-1 zur Mortalität, zur Morbidität und zu Nebenwirkungen vor.
- Weiterhin liegen Daten zur Lebensqualität vor. Diese weisen jedoch sehr geringe Rücklaufquoten auf.
- Der durchgeführte indirekte Vergleich zur Studie SCHOLAR-1 wird aufgrund von fehlenden Informationen zu relevanten Confoundern und einer somit unzureichenden Adjustierung als wenig valide angesehen.
- Vor dem Hintergrund dessen, dass die beschriebenen methodischen Unsicherheiten in Bezug auf die Adjustierung bestehen und der Effektschätzer nicht in einer Größenordnung liegt, bei dem man unter Berücksichtigung der Unsicherheiten einen tatsächlichen Effekt ableiten kann, können die vorliegenden Daten nicht zur Ableitung des Ausmaßes des Zusatznutzens herangezogen werden.
- Zusammenfassend werden die vorliegenden Ergebnisse in der Gesamtschau in ihrem Ausmaß als nicht quantifizierbar eingestuft, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
Zugehörige Verfahren
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