Secukinumab (4) – Cosentyx®

Psoriasis-Arthritis

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.09.2020 – Zulassung: 19.11.2015
Beschluss 18.02.2021
Wirkstoff Secukinumab
Handelsname Cosentyx®
Pharm. Unternehmer Novartis Pharma GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-576
ATC-Code L04AC10 Interleukin-Inhibitoren (L04AC)
ICD-10 Codes (AIS) L40.5Psoriasis-Arthropathie
DDD Tagesdosis 10 mg parenteral
Therapeutisches Gebiet Hauterkrankungen Psoriasis-Arthritis (PA)
Grund des Verfahrens Neubewertung: §14 (Antrag Hersteller)
Ursprünglicher Beschluss: Secukinumab (2) (02.06.2016)
Besonderheit Bundling ZVT-Änderung Praxisbesonderheit

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Cosentyx, allein oder in Kombination mit Methotrexat (MTX), ist angezeigt für die Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis, wenn das Ansprechen auf eine vorhergehende Therapie mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARD) unzureichend gewesen ist.

Patientengruppe Indikation ZVT
a1) Erwachsene Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die auf eine vorangegangene krankheitsmodifizierende antirheumatische (DMARD-) Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben, mit gleichzeitiger mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis Ein TNF-alpha-Antagonist (Adalimumab oder Certolizumab Pegol oder Etanercept oder Golimumab oder Infliximab) oder ein Interleukin-Inhibitor (Ixekizumab oder Ustekinumab), ggf. in Kombination mit Methotrexat
a2) Erwachsene Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die unzureichend auf eine vorhergehende Therapie mit krankheitsmodifizierenden biologischen Antirheumatika (bDMARD) angesprochen oder diese nicht vertragen haben Der Wechsel auf ein anderes biologisches krankheitsmodifizierendes Antirheumatikum (Adalimumab oder Certolizumab Pegol oder Etanercept oder Golimumab oder Infliximab oder Ixekizumab oder Ustekinumab), ggf. in Kombination mit Methotrexat
b) Erwachsene Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die auf eine vorangegangene krankheitsmodifizierende antirheumatische (DMARD-) Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben, ohne gleichzeitige mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis Ein TNF-alpha-Antagonist (Adalimumab oder Certolizumab Pegol oder Etanercept oder Golimumab oder Infliximab) oder ein Interleukin-Inhibitor (Ixekizumab oder Ustekinumab), ggf. in Kombination mit Methotrexat

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (EXCEED)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) Anzahl Arzneimittel, Krankheitsstadium, Patienten-Eignung
ZVT-Änderung 07.07.2020 – EMA Zulassung

  • Klinische Studien
    • Der erneuten Nutzenbewertung von Secukinumab lag die randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie EXCEED zugrunde, in der Secukinumab gegenüber Adalimumab über einen Zeitraum von 52 Wochen untersucht wurde.

a1) Erwachsene Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die auf eine vorangegangene krankheitsmodifizierende antirheumatische (DMARD-) Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben, mit gleichzeitiger mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis.

  • In der Gesamtschau wird ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen von Secukinumab gegenüber Adalimumab bei erwachsenen Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die auf eine vorangegangene krankheitsmodifizierende antirheumatische (DMARD-) Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben, und gleichzeitig eine mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis aufweisen, festgestellt.
  • Die Effekte von Secukinumab werden deshalb als bisher gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht erreichte moderate und nicht nur geringfügige Verbesserung des therapierelevanten Nutzens bewertet und das Ausmaß des Zusatznutzens als gering eingestuft.
  • Insgesamt wird daher für die Aussagesicherheit ein Hinweis abgeleitet.
  • Mortalität
    • In der Studie EXCEED traten während des Studienzeitraums keine Todesfälle auf.
  • Morbidität - Minimale Krankheitsaktivität (MDA)
    • Für den Endpunkt minimale Krankheitsaktivität (MDA) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Hautsymptomatik (PASI 100-Remission, PASI 90- und PASI 75-Response)
    • Für den Endpunkt Hautsymptomatik erhoben mit dem PASI zeigt sich sowohl in der Remission der Hautsymptomatik (PASI 100) als auch im PASI 90- und PASI 75-Response jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Secukinumab im Vergleich zu Adalimumab.
    • Für den Endpunkt PASI 100 zeigt sich eine Effektmodifikation für das Merkmal Alter. Da die beobachtete Effektmodifikation jedoch nicht abschließend bewertet werden kann, findet diese bei der Bewertung des Zusatznutzens keine Berücksichtigung.
  • Morbidität - Körperlicher Funktionsstatus (HAQ-DI)
    • Für den Endpunkt körperlicher Funktionsstatus erhoben mit dem HAQ-DI zeigt sich weder für den Anteil der Patienten mit einer Verbesserung um ≥ 0,45 Punkte (dies entspricht 15 % der Skalenspannweite) noch für den Anteil der Patienten mit einer Verbesserung um ≥ 0,35 Punkte ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)
    • Für den Endpunkt Gesundheitszustand erhoben mit der EQ-5D VAS zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Psoriasis-Arthritis-bedingter Schmerz (Schmerz VAS)
    • Für den Endpunkt Psoriasis-Arthritis-bedingter Schmerz erhoben mittels VAS zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Patientenberichtete globale Krankheitsaktivität (PatGA PASDAS VAS)
    • Für den Endpunkt patientenberichtete globale Krankheitsaktivität erhoben mit der PatGA PASDAS VAS zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Fatigue (FACIT-Fatigue)
    • Für den Endpunkt Fatigue erhoben mit dem FACIT-Fatigue zeigt sich weder für den Anteil der Patienten mit einer Verbesserung um ≥ 7,8 Punkte (dies entspricht 15 % der Skalenspannweite) noch für den Anteil der Patienten mit einer Verbesserung um ≥ 4 Punkte ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Enthesitis (LEI)
    • Für den Endpunkt Enthesitis erhoben mit dem LEI zeigt sich für die mittlere Veränderung kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Daktylitis (LDI)
    • Für den Endpunkt Daktylitis erhoben mit dem LDI zeigt sich für die mittlere Veränderung kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Anzahl druckschmerzhafter Gelenke
    • Für den Endpunkt Anzahl druckschmerzhafter Gelenke zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Short Form-36 Health Survey (SF-36)
    • Für den Endpunkt gesundheitsbezogene Lebensqualität erhoben über den SF-36 werden der psychische Summenscore (MCS) und der körperliche Summenscore (PCS) getrennt betrachtet.
    • Es zeigt sich weder für den Anteil der Patienten mit einer Verbesserung von ≥ 9,6 Punkten beim MCS noch für den Anteil der Patienten mit einer Verbesserung von ≥ 9,4 Punkten beim PCS ein statistisch signifikanter Vorteil.
    • Auf Basis des Anteils der Patienten mit einer Verbesserung von ≥ 5 Punkten zeigt sich für den psychischen Summenscore (MCS) ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Secukinumab im Vergleich zu Adalimumab.
  • Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (SUEs) und Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse (UEs)
    • Für die Endpunkte SUEs und Abbruch wegen UEs zeigt sich auf Basis aller Ereignisse jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Gesamtbewertung
    • In der Endpunktkategorie Morbidität zeigt sich nach 52 Wochen im Endpunkt Hautsymptomatik ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Secukinumab im Vergleich zu Adalimumab. Für alle weiteren Morbiditätsendpunkte zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
    • In der Endpunktkategorie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigt sich im psychischen Summenscore des SF-36 auf Basis einer Responseschwelle von ≥ 5 Punkten ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Secukinumab gegenüber Adalimumab. Im körperlichen Summenscore des SF-36 sowie anhand der Auswertungen mit einer Responseschwelle von 15 % und anhand des krankheitsspezifischen Lebensqualitätsfragebogens DLQI zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Behandlungsarmen.
    • In der Endpunktkategorie Nebenwirkungen zeigt sich weder ein Vorteil noch ein Nachteil für eine Behandlung mit Secukinumab im Vergleich zu einer Therapie mit Adalimumab.
    • Insgesamt zeigt sich somit ein positiver Effekt von geringem Ausmaß für Secukinumab gegenüber Adalimumab bei Psoriasis-Arthritis-Patienten mit gleichzeitiger mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis in der Verbesserung der Hautsymptomatik. Dieser Vorteil spiegelt sich auch in einer Verbesserung der Lebensqualität anhand des psychischen Summenscore des SF-36 wider. In den Morbiditätsendpunkten, die die Arthritis-Symptomatik abbilden, sowie bei den Nebenwirkungen zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Gesamtschau
    • In der Gesamtschau lässt sich somit ein geringer Zusatznutzen von Secukinumab gegenüber einer Behandlung mit Adalimumab bei erwachsenen Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die auf eine vorangegangene krankheitsmodifizierende antirheumatische (DMARD-) Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben, und gleichzeitig eine mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis aufweisen, ableiten.

a2) Erwachsene Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die auf eine vorangegangene krankheitsmodifizierende antirheumatische (DMARD-) Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben, ohne gleichzeitige mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis.

  • Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
  • Der pharmazeutische Unternehmer legt für Patienten ohne gleichzeitige mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis keine Daten vor, sodass keine Aussagen zum Zusatznutzen von Secukinumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abgeleitet werden können.

b) Erwachsene Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die unzureichend auf eine vorhergehende Therapie mit krankheitsmodifizierenden biologischen Antirheumatika (bDMARD) angesprochen oder diese nicht vertragen haben.

  • Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
  • Der pharmazeutische Unternehmer legt für die zu bewertende Patientenpopulation keine Daten vor, sodass keine Aussagen zum Zusatznutzen von Secukinumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abgeleitet werden können.

Zugehörige Verfahren

Secukinumab (9) Cosentyx® Novartis Pharma GmbH Hauterkrankungen Hidradenitis suppurativa (Acne inversa) 4.800–6.400 100% Zusatznutzen nicht belegt
Secukinumab (8) Cosentyx® Novartis Pharma GmbH Hauterkrankungen Juvenile Psoriasis-Arthritis, ≥ 6 Jahre 120–180 100% Zusatznutzen nicht belegt
Secukinumab (7) Cosentyx® Novartis Pharma GmbH Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems Enthesitis-assoziierte Arthritis, ≥ 6 Jahre 240–290 100% Zusatznutzen nicht belegt
Secukinumab (5) Cosentyx® Novartis Pharma GmbH Hauterkrankungen Plaque-Psoriasis, ≥ 6 bis < 18 Jahre 270–2.035 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen
Secukinumab (6) Cosentyx® Novartis Pharma GmbH Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems Axiale Spondyloarthritis 19.500 100% Zusatznutzen nicht belegt
Secukinumab (4) Cosentyx® Novartis Pharma GmbH Hauterkrankungen Psoriasis-Arthritis 29.100 35% Hinweis auf geringer Zusatznutzen
Secukinumab (3) Cosentyx® Novartis Pharma GmbH Hauterkrankungen Plaque-Psoriasis 19.800–137.300 100% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen
Secukinumab (2) Cosentyx® Novartis Pharma GmbH Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems Psoriasis-Arthritis, Morbus Bechterew 40.400–141.600 100% Zusatznutzen nicht belegt
Secukinumab (1) Cosentyx® Novartis Pharma GmbH Hauterkrankungen Plaque-Psoriasis 32.400–97.100
52.200–234.400
8% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen Patientengruppen aufgehoben


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