Secukinumab (3) – Cosentyx®
Plaque-Psoriasis
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.03.2017 – Zulassung: 14.01.2015 |
|---|---|
| Beschluss | 17.08.2017 |
| Wirkstoff | Secukinumab |
| Handelsname | Cosentyx® |
| Pharm. Unternehmer | Novartis Pharma GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-276 |
| ATC-Code | L04AC10 Interleukin-Inhibitoren (L04AC) |
| ICD-10 Codes (AIS) | L40.0Psoriasis vulgaris |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I109655Plaque-Psoriasis |
| DDD Tagesdosis | 10 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Hauterkrankungen Plaque-Psoriasis (PP) |
| Grund des Verfahrens |
Neubewertung: §14 (Antrag Hersteller)
Ursprünglicher Beschluss: Secukinumab (1) (27.11.2015) |
| Besonderheit | Praxisbesonderheit |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Secukinumab (Cosentyx) ist angezeigt für die Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie in Frage kommen. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie in Frage kommen | Fumarsäureester oder Ciclosporin oder Methotrexat oder Phototherapie |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (PRIME (CAIN457ADE06) n) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
A) Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische und/oder Phototherapie geeignet sind
- Zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie in Frage kommen, liegt ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von Secukinumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Fumarsäureester vor.
- In der Gesamtschau werden die positiven Effekte von Secukinumab auf alle untersuchten Morbiditätsendpunkte und auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität ohne Nachteile bei den Nebenwirkungen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie als bisher nicht erreichte deutliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens bewertet.
- Das Ausmaß des Zusatznutzens wird daher als beträchtlich eingestuft.
- Es wird daher insgesamt ein Hinweis für die Aussagesicherheit abgeleitet.
- Mortalität
- In der Studie PRIME traten keine Todesfälle auf.
- Morbidität - Remission (PASI 100)
- Eine Remission (PASI 100) wird als patientenrelevant betrachtet.
- Für die Zeit bis zum Ereignis PASI 100 zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Secukinumab im Vergleich zu Fumarsäureester (HR 25,65 [95 %-KI 6,17;106,66]; p-Wert < 0,001).
- Zu Woche 24 erreichten 45 % im Secukinumab-Arm einen PASI 100 und damit eine vollständige Remission; im Fumarsäureester-Arm waren es hingegen nur 6 %.
- Morbidität - PASI 75- und PASI 90-Response
- Ein PASI 75- bzw. PASI 90-Response wird als patientenrelevant gewertet.
- Für beide Response-Schwellenwerte (PASI 75 und PASI 90) zeigen sich hinsichtlich der medianen Zeit, in der eine Verbesserung um 75 % bzw. 90 % erreicht wurde (PASI 75: HR 9,84 [95 %-KI 5,51;17,57]; p-Wert < 0,001; PASI 90: HR 9,75 [95 %-KI 5,08;18,72]; p-Wert < 0,001), ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Secukinumab gegenüber Fumarsäureester.
- Zu Woche 24 erreichten 92 % der Patienten im Secukinumab-Arm einen PASI 75-Response vs. 48 % der Patienten im Fumarsäureester-Arm.
- Einen PASI 90-Response erreichten 76 % der Patienten unter der Secukinumab-Therapie und 31 % der Patienten unter der Fumarsäureester-Therapie.
- Morbidität - Symptomatik Nagelbeteiligung (NAPSI 100)
- Eine Reduktion im NAPSI um 100 % (NAPSI 100), welche einen kompletten Rückgang der Nagel-Psoriasis beschreibt, wird als patientenrelevant erachtet.
- Es zeigt sich für den NAPSI 100 bei Patienten, bei denen zu Studienbeginn ein Nagelbefall vorlag, kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Dermatology Life Quality Index (DLQI)-Response
- Für die Zeit bis zum Erreichen eines DLQI von 0 oder 1 zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Secukinumab im Vergleich zu Fumarsäureester (HR 4,49 [95 %-KI 2,69;7,47]; p-Wert < 0,001).
- Basierend auf den Responderanalysen zum Anteil der Patienten, die zu Woche 24 einen DLQI von 0 oder 1 erreichten, war der Patientenanteil im Secukinumab-Arm ebenfalls größer als im Fumarsäureester-Arm (72 % vs. 35 %).
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Health Survey Short Form 36 (SF-36)
- Hinsichtlich der Mittelwertdifferenzen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Die Herleitung der vom pharmazeutischen Hersteller verwendeten Größenordnung der MIDs für die Responderauswertungen zum SF-36 (MCS und PCS) wurden vom pharmazeutischen Unternehmer nicht hinreichend begründet und konnten somit für die Nutzenbewertung nicht herangezogen werden.
- Nebenwirkungen - SUE
- Für den patientenrelevanten Endpunkt SUE zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Nebenwirkungen - Spezifische UE
- Für den Endpunkt Infektionen und parasitäre Erkrankungen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Für die Endpunkte Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems, Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts und Hitzegefühl zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Vorteil von Secukinumab im Vergleich zu Fumarsäureester.
- Nebenwirkungen - Abbruch wegen UE
- Für den patientenrelevanten Endpunkt Abbruch wegen UE zeigt sich ein statistisch signifikantes Ergebnis zugunsten von Secukinumab im Vergleich zu Fumarsäureester (2 % vs. 40 %; RR 0,05 [95%-KI 0,01;0,19]; p-Wert < 0,001).
- Die häufigsten Ursachen für einen Abbruch der Fumarsäureester-Therapie stellten mit jeweils 15 % Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems (12 % der Patienten erkrankten an einer Lymphopenie) sowie Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (Abdominalschmerz, Schmerzen im Oberbauch, Diarrhoe) dar.
- Gesamtbewertung
- Für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie in Frage kommen, zeigt sich sowohl in den Endpunktkategorien Remission anhand des PASI 100 als auch in der Verbesserung des PASI-Scores um 75 % bzw. 90 % ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Secukinumab gegenüber Fumarsäureester.
- In der Endpunktkategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität finden sich ebenfalls große Effekte, die einen deutlichen Vorteil von Secukinumab gegenüber Fumarsäureester belegen.
- Im Rahmen der 24-wöchigen Studiendauer ergeben sich in der Kategorie nicht schwerwiegende / nicht schwere Nebenwirkungen weitere positive Effekte.
- Für den Endpunkt Abbruch wegen UE zeigt sich ebenfalls ein geringerer Schaden zugunsten von Secukinumab gegenüber Fumarsäureester.
- Auch wenn die patientenrelevanten Endpunkte Schmerz, Juckreiz und Schuppung zur Beurteilung der krankheitsspezifischen Symptomatik nicht explizit erhoben wurden, waren die Effekte insbesondere bei den Endpunkten Remission (PASI 100) und krankheitsspezifische Lebensqualität (DLQI) so groß, sodass die fehlende Erhebung dieser Symptome zu keiner Verringerung im Ausmaß des Zusatznutzens führte.
Zugehörige Verfahren
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