Osimertinib (1) – Tagrisso®

Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, T790M-EGFR-Mutation

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.03.2016 – Zulassung: 02.02.2016
Beschluss 15.09.2016 Patientengruppen aufgehoben
Befristung bis 30.06.2017
Wirkstoff Osimertinib
Handelsname Tagrisso®
Pharm. Unternehmer Dossier: AstraZeneca GmbH
Neuer Inverkehrbringer: AstraZeneca GmbH GB Spezialvertrieb
G-BA Vorgangsnummer D-219
ATC-Code L01EB04 EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitoren (L01EB)
ICD-10 Codes (AIS) C34.0Bösartige Neubildung: Hauptbronchus, C34.1Bösartige Neubildung: Oberlappen (-Bronchus), C34.2Bösartige Neubildung: Mittellappen (-Bronchus), C34.3Bösartige Neubildung: Unterlappen (-Bronchus), C34.8Bösartige Neubildung: Bronchus und Lunge, mehrere Teilbereiche überlappend, C34.9Bösartige Neubildung: Bronchus oder Lunge, nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I111155Karzinom des Oberlappenbronchus, I116693Nicht kleinzelliges Lungenkarzinom, I24595Karzinom des Hauptbronchus, I30015Lungenkarzinom des Mittellappens, I30021Lungenkarzinom des Unterlappens, I30022Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge, mehrere Teilbereiche überlappend
DDD Tagesdosis 80 mg oral
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC)
Grund des Verfahrens Erstbewertung
Aufgehoben durch: Osimertinib (2) (19.10.2017)

Anwendungsgebiet des Beschlusses

TAGRISSO ist angezeigt zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) und einer positiven T790M-Mutation des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (Epidermal Growth Factor Receptor, EGFR).

Patientengruppe Indikation ZVT
1a) Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) und einer positiven T790M-Mutation des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (Epidermal Growth Factor Receptor, EGFR): Patienten nach Vorbehandlung mit einem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor Zytotoxische Chemotherapie oder Best-Supportive-Care
1b) Patienten nach Vorbehandlung mit einem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor, für die eine zytotoxische Chemotherapie nicht infrage kommt Best-Supportive-Care
2) Nicht vorbehandelte Patienten mit einer de novo positiven T790M-Mutation Gefitinib oder Erlotinib oder Afatinib (nur für Patienten mit aktivierenden EGFR-Mutationen) oder Patienten mit ECOG-Performance-Status 0, 1 oder 2: Cisplatin in Kombination mit einem Drittgenerationszytostatikum (Vinorelbin oder Gemcitabin oder Docetaxel oder Paclitaxel oder Pemetrexed) unter Beachtung des Zulassungsstatus oder Carboplatin in Kombination mit einem Drittgenerationszytostatikum (nur für Patienten mit erhöhtem Risiko für Cisplatin-induzierte Nebenwirkungen im Rahmen einer Kombinationstherapie; Patienten mit ECOG-Performance-Status 2: alternativ zur platinbasierten Kombinationsbehandlung: Monotherapie mit Gemcitabin oder Vinorelbin
3) Patienten nach Vorbehandlung mit einer Platin-basierten Chemotherapie und einer de novo positiven T790M-Mutation (Docetaxel oder Pemetrexed) oder (Gefitinib oder Erlotinib) oder Best-Supportive-Care

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (AURA)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
Single-Arm + kein Vergleich
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) Vorbehandlung, Genetik/Mutationstyp, Patienten-Eignung

  • Klinische Studien
    • AURAex ist der Phase-II-Extensionsteil der offenen, einarmigen multizentrischen Phase-I-Zulassungsstudie AURA von Osimertinib und startete im Februar 2013.
    • AURA2, die im April 2014 begann, ist ebenfalls eine offene, einarmige multizentrische Phase-II-Studie, in der 210 Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten EGFR-T790M-mutationspositiven NSCLC eingeschlossen wurden, die nach einer Behandlung mit einem EGFR-TKI eine Progression erfahren haben.
    • IMPRESS ist eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, multizentrische Phase-III-Studie, in der die Behandlung mit Gefitinib in Kombination mit einer Platin-haltigen Chemotherapie aus Pemetrexed und Cisplatin gegenüber einer alleinigen Chemotherapie aus Pemetrexed und Cisplatin (Chemotherapie-Arm) verglichen wurde.
    • LUX-Lung 1 war eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, multizentrische Phase IIb/III-Studie, die von April 2008 bis Oktober 2013 lief und in die 585 erwachsene Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC, die bereits eine oder zwei Chemotherapien erhalten haben und nach einer mind. 12-wöchigen EGFR TKI-Behandlung eine Krankheitsprogression erfahren haben, eingeschlossen und mit Afatinib oder Placebo, jeweils zusätzlich zu BSC, behandelt wurden.

a) Patienten nach Vorbehandlung mit einem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor – für Patienten, für die eine zytotoxische Chemotherapie nach Maßgabe des Arztes in Frage kommt

  • Für Patienten nach Vorbehandlung mit einem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
  • Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3)
    • Einzig in den Time-to-Event-Analysen der schweren UE mit Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE)-Grad ≥ 3 (sowohl gesamt als auch bei einzelnen spezifischen UE) zeigen sich statistisch signifikante Ergebnisse (z. B. Gesamtrate schwere UE für den Vergleich Zweitlinie der Studien AURA vs. IMPRESS: HR 0,26 [0,13; 0,53]; p < 0,001), wobei jedoch auch dieser Unterschied allein auf einer systematischen Verzerrung beruhen kann.
    • Die Studienberichte und Studienprotokolle der AURA-Studien unterschieden sich hinsichtlich der Erfassungsmethodik unerwünschter Ereignisse.
    • Im Besonderen sind in den AURA-Studienberichten Laborwertveränderungen in der Zahl neutrophiler Granulozyten erfasst worden, die mit einem CTCAE-Schweregrad von 3 und höher aufgetreten sind, wobei sich jedoch die Gesamtheit der mit der Neutrophilen-Zahl assoziierten CTCAE-Grad-3-Ereignisse nicht in der Gesamtrate unerwünschter Ereignisse niederschlägt.
    • Im Gegensatz dazu wurden in der IMPRESS-Studie alle unerwünschten Ereignisse mit CTCAE-Grad 3 und höher in die Gesamtrate unerwünschter Ereignisse eingestuft.

b) Patienten nach Vorbehandlung mit einem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor – für Patienten, für die eine zytotoxische Chemotherapie nicht infrage kommt

  • Für Patienten nach Vorbehandlung mit einem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor, für die eine zytotoxische Chemotherapie nicht infrage kommt, ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
  • Für Patienten mit T790M-Mutation nach Vorbehandlung mit einem EGFR-TKI, für die eine zytotoxische Chemotherapie nicht infrage kommt, wurden keine Daten vorgelegt.

2) Nicht vorbehandelte Patienten mit einer de novo positiven T790M-Mutation

  • Für nicht vorbehandelte Patienten mit einer de novo positiven T790M-Mutation ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
  • Der pharmazeutische Unternehmer beschreibt die Daten von vier Patienten mit einer de novo-T790M-Mutation aus der Dosisexpansionsphase der Phase-I-Studie AURA, ohne jedoch einen Vergleich gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie durchzuführen, wobei auch nur zwei dieser vier Patienten nicht vorbehandelt sind und somit dem vorliegenden Teilanwendungsgebiet entsprechen.

3) Patienten nach Vorbehandlung mit einer Platin-basierten Chemotherapie und einer de novo positiven T790M-Mutation

  • Für Patienten nach Vorbehandlung mit einer Platin-basierten Chemotherapie und einer de novo positiven T790M-Mutation ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
  • Der pharmazeutische Unternehmer beschreibt die Daten von vier Patienten mit einer de novo-T790M-Mutation aus der Dosisexpansionsphase der Phase-I-Studie AURA, ohne jedoch einen Vergleich gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie durchzuführen, wobei nur zwei dieser vier Patienten mit einer Platin-basierten Chemotherapie vorbehandelt sind und somit dem vorliegenden Teilanwendungsgebiet entsprechen.

Zugehörige Verfahren

Osimertinib (7) Tagrisso® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, EGFR-Mutationen, nach platinbasierter Radiochemotherapie 160–290 100% Zusatznutzen nicht belegt
Osimertinib (6) Tagrisso® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, Erstlinie, Kombination mit Pemetrexed und platinhaltiger Chemotherapie 840–2.720 100% Zusatznutzen nicht belegt
Osimertinib (5) Tagrisso® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, EGFR Mutationen, adjuvante Therapie 640–930 50% Anhaltspunkt für erheblicher Zusatznutzen
Osimertinib (4) Tagrisso® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, EGFR Mutationen, adjuvante Therapie 0
1.280–1.860
50% Hinweis auf nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen aufgehoben
Osimertinib (3) Tagrisso® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, Erstlinie 860–2.030 84% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen
Osimertinib (2) Tagrisso® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, T790M-EGFR-Mutation 560–2.730 100% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen
Osimertinib (1) Tagrisso® AstraZeneca GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, T790M-EGFR-Mutation 245–1.465
475–2.830
100% Zusatznutzen nicht belegt Patientengruppen aufgehoben


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