Abemaciclib (5) – Verzenios®

Mammakarzinom, HR+, HER2-, früh mit hohem Rezidivrisiko, Adjuvanz, Kombination mit endokriner Therapie

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.05.2022 – Zulassung: 01.04.2022
Beschluss 20.10.2022
Befristung bis 01.07.2025
Wirkstoff Abemaciclib
Handelsname Verzenios®
Pharm. Unternehmer Lilly Deutschland GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-811
ATC-Code L01EF03 CDK-Inhibitoren (L01EF)
ICD-10 Codes (AIS) C50.0Bösartige Neubildung: Brustwarze und Warzenhof, C50.1Bösartige Neubildung: Zentraler Drüsenkörper der Brustdrüse, C50.2Bösartige Neubildung: Oberer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.3Bösartige Neubildung: Unterer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.4Bösartige Neubildung: Oberer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.5Bösartige Neubildung: Unterer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.6Bösartige Neubildung: Recessus axillaris der Brustdrüse, C50.8Bösartige Neubildung: Brustdrüse, mehrere Teilbereiche überlappend, C50.9Bösartige Neubildung: Brustdrüse, nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I102868Bösartige Neubildung der äußeren 2 Quadranten der Brustdrüse, I102970Bösartige Neubildung des oberen inneren Quadranten der Brustdrüse, I102971Bösartige Neubildung des unteren inneren Quadranten der Brustdrüse, I102972Bösartige Neubildung des oberen äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102973Bösartige Neubildung des unteren äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102998Bösartige Neubildung des zentralen Drüsenkörpers der Brustdrüse, I102999Bösartige Neubildung des Recessus axillaris der Brustdrüse, I111628Bösartige Neubildung der Brustwarze und des Warzenhofes, I18052Mammakarzinom
DDD Tagesdosis 0.3 g oral
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom / Brustkrebs (BC)
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Verzenios ist in Kombination mit einer endokrinen Therapie angezeigt für die adjuvante Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, humanem epidermalem Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem, nodalpositivem Brustkrebs im frühen Stadium mit einem hohen Rezidivrisiko.

Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die endokrine Aromatasehemmer-Therapie mit einem LHRH-Agonisten (LHRH= Luteinising Hormone Releasing Hormone) kombiniert werden.

Patientengruppe Indikation ZVT
a1) Prämenopausale Frauen mit einem Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko Tamoxifen (ggf. zusätzlich mit einer Ausschaltung der Ovarialfunktion)
a2) Postmenopausale Frauen mit einem Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko − ein Aromataseinhibitor (Anastrozol oder Letrozol) allein, ggf. Tamoxifen falls Aromataseinhibitoren nicht geeignet sind, oder − ein Aromataseinhibitor (Anastrozol oder Exemestan) in Sequenz nach Tamoxifen
a3) Männer mit einem Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko Tamoxifen

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (MONARCH-E)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) Alter

  • Klinische Studien
    • Für den Nachweis eines Zusatznutzens hat der pharmazeutische Unternehmer im Dossier die Ergebnisse der noch laufenden, offenen, randomisierten, kontrollierten Studie MONARCH-E vorgelegt, in der Abemaciclib in Kombination mit endokriner Standardtherapie mit einer endokrinen Standardtherapie verglichen wird.

a1) Prämenopausale Frauen mit einem Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko

  • In der Gesamtschau wird daher ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie gegenüber endokriner Therapie festgestellt.
  • Somit wird die Aussagesicherheit für den festgestellten Zusatznutzen insgesamt in die Kategorie Anhaltspunkt eingestuft.
  • Mortalität
    • Das Gesamtüberleben wurde in der Studie MONARCH-E definiert als die Zeit zwischen Randomisierung und Tod durch jegliche Ursache.
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Rezidive (Rezidivrate und krankheitsfreies Überleben)
    • Die Erkrankten im vorliegenden Anwendungsgebiet werden mit einem kurativen Therapieansatz behandelt: adjuvante Therapie nach vollständiger Resektion der Primärtumore und ggf. befallener Lymphknoten. Verbleibende Tumorzellen können im weiteren Verlauf ein Rezidiv verursachen. Ein Rezidiv bedeutet, dass der Versuch der Heilung durch den kurativen Therapieansatz nicht erfolgreich war. Das Auftreten eines Rezidivs ist patientenrelevant.
    • Der kombinierte Endpunkt Rezidive umfasst folgende Einzelkomponenten: lokales Brustkrebsrezidiv, regionäres invasives Mammakarzinomrezidiv, Fernrezidiv, kontralateraler invasiver Brustkrebs, sekundäres Primärkarzinom (kein Brustkrebs), Tod jeglicher Ursache ohne vorangegangenes Rezidiv.
    • Für die vorliegende Bewertung werden für den Endpunkt Rezidive die Ergebnisse der Operationalisierungen als Anteil der Patientinnen mit Rezidiv (Rezidivrate) und als krankheitsfreies Überleben herangezogen.
    • Für den Endpunkt Rezidive zeigt sich sowohl für die Endpunktkomponente Rezidivrate als auch für die Endpunktkomponente krankheitsfreies Überleben jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie gegenüber endokriner Therapie.
    • In der Betrachtung beider Endpunktkomponenten wird insgesamt ein relevanter Vorteil hinsichtlich der Vermeidung von Rezidiven für Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie festgestellt.
  • Morbidität - Symptomatik (FACIT-Fatigue)
    • In der Studie MONARCH-E wurde der Endpunkt Fatigue mittels des validierten Erhebungsinstruments FACIT-Fatigue erhoben.
    • Im Ergebnis zeigt sich für den Endpunkt Symptomatik, erhoben anhand des FACIT-Fatigue, ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie. Das 95 %-KI der standardisierten Mittelwertdifferenz liegt jedoch jeweils nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs von −0,2 bis 0,2. Somit lässt sich nicht ableiten, dass der beobachtete Effekt relevant ist.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Functional Assessment of Cancer Therapy – Breast (FACT-B)
    • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wird in der Studie unter anderem anhand des krankheitsspezifischen Fragebogens FACT-B erfasst.
    • Im Ergebnis zeigt sich für den Endpunkt gesundheitsbezogene Lebensqualität, erhoben anhand des FACT-B, ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie. Das 95 %-KI der standardisierten Mittelwertdifferenz liegt jedoch nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs von −0,2 bis 0,2. Somit lässt sich nicht ableiten, dass der beobachtete Effekt relevant ist.
  • Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE)
    • In der Studie MONARCH-E trat im Interventionsarm bei 98,2 % und im Vergleichsarm bei 86,9 % der prämenopausalen Patientinnen ein unerwünschtes Ereignis auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
  • Gesamtbewertung
    • Für die Nutzenbewertung von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie zur Behandlung des Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Mammakarzinoms im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko bei prämenopausalen Patientinnen liegen Ergebnisse der noch laufenden, offenen, randomisierten, kontrollierten Studie MONARCH-E zu den Endpunktkategorien Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen vor.
    • In der Endpunktkategorie Mortalität zeigen die vorliegenden Ergebnisse zum Endpunkt Gesamtüberleben keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Studienarmen. Es liegen lediglich geringe Ereigniszahlen beim Endpunkt Gesamtüberleben vor.
    • In der Kategorie Morbidität zeigen sich für den Endpunkt Rezidive, dargestellt als Rezidivrate und krankheitsfreies Überleben, statistisch signifikant weniger Rezidive für Patientinnen, welche mit Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie behandelt wurden. In der vorliegenden adjuvanten Therapiesituation stellt die Vermeidung von Rezidiven ein besonders relevantes Therapieziel dar.
    • Hinsichtlich der Symptomatik zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie. Es lässt sich jedoch nicht ableiten, dass der beobachtete Effekt relevant ist. Beim Gesundheitszustand liegt weder ein Vorteil noch ein Nachteil von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie vor.
    • In der Kategorie Lebensqualität zeigt sich statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie. Es lässt sich jedoch nicht ableiten, dass der beobachtete Effekt relevant ist.
    • Hinsichtlich der Nebenwirkungen zeigen sich statistisch signifikante Nachteile bei den Endpunkten schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere unerwünschte Ereignisse (UE) und Abbruch wegen UE für die Behandlung mit Abemaciclib in Kombination mit einer endokrinen Therapie und im Detail auch bei den spezifischen UE.
    • In der Gesamtbetrachtung stehen dem relevanten Vorteil hinsichtlich der Vermeidung von Rezidiven bedeutsame Nachteile bei den Nebenwirkungen gegenüber. Die Nachteile bei den Nebenwirkungen werden vor dem Hintergrund gewichtet, dass die Vermeidung von Rezidiven ein essentielles Therapieziel in der vorliegenden kurativen Therapiesituation darstellt.
    • Der G-BA kommt in einer Abwägungsentscheidung zu dem Ergebnis, dass der Vorteil bei den Rezidiven gegenüber den Nachteilen bei den Nebenwirkungen überwiegt und insgesamt eine moderate und nicht nur geringfügige Verbesserung des therapierelevanten Nutzens vorliegt. Für Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie wird im Vergleich zu einer alleinigen endokrinen Therapie in der adjuvanten Behandlung von prämenopausalen Patientinnen mit HER2-positivem frühem Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko somit ein geringer Zusatznutzen festgestellt.

a2) Postmenopausale Frauen mit einem Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko

  • In der Gesamtschau wird daher festgestellt, dass ein Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie gegenüber endokriner Therapie, nicht belegt ist.
  • Mortalität
    • Das Gesamtüberleben wurde in der Studie MONARCH-E definiert als die Zeit zwischen Randomisierung und Tod durch jegliche Ursache.
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - Rezidive (Rezidivrate und krankheitsfreies Überleben)
    • Die Erkrankten im vorliegenden Anwendungsgebiet werden mit einem kurativen Therapieansatz behandelt: adjuvante Therapie nach vollständiger Resektion der Primärtumore und ggf. befallener Lymphknoten. Verbleibende Tumorzellen können im weiteren Verlauf ein Rezidiv verursachen. Ein Rezidiv bedeutet, dass der Versuch der Heilung durch den kurativen Therapieansatz nicht erfolgreich war. Das Auftreten eines Rezidivs ist patientenrelevant.
    • Der kombinierte Endpunkt Rezidive umfasst folgende Einzelkomponenten: lokales Brustkrebsrezidiv, regionäres invasives Mammakarzinomrezidiv, Fernrezidiv, kontralateraler invasiver Brustkrebs, sekundäres Primärkarzinom (kein Brustkrebs), Tod jeglicher Ursache ohne vorangegangenes Rezidiv.
    • Für die vorliegende Bewertung werden für den Endpunkt Rezidive die Ergebnisse der Operationalisierungen als Anteil der Patientinnen mit Rezidiv (Rezidivrate) und als krankheitsfreies Überleben herangezogen.
    • Für den Endpunkt Rezidive zeigt sich sowohl für die Endpunktkomponente Rezidivrate als auch für die Endpunktkomponente krankheitsfreies Überleben jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie gegenüber endokriner Therapie.
    • In der Betrachtung beider Endpunktkomponenten wird insgesamt ein Vorteil hinsichtlich der Vermeidung von Rezidiven für Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie festgestellt.
  • Morbidität - Symptomatik (FACIT-Fatigue)
    • In der Studie MONARCH-E wurde der Endpunkt Fatigue mittels des validierten Erhebungsinstruments FACIT-Fatigue erhoben.
    • Im Ergebnis zeigt sich für den Endpunkt Symptomatik, erhoben anhand des FACIT-Fatigue, ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie. Das 95 %-KI der standardisierten Mittelwertdifferenz liegt jedoch jeweils nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs von −0,2 bis 0,2. Somit lässt sich nicht ableiten, dass der beobachtete Effekt relevant ist.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Functional Assessment of Cancer Therapy – Breast (FACT-B)
    • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wird in der Studie unter anderem anhand des krankheitsspezifischen Fragebogens FACT-B erfasst.
    • Im Ergebnis zeigt sich für den Endpunkt gesundheitsbezogene Lebensqualität, erhoben anhand des FACT-B, ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie. Das 95 %-KI der standardisierten Mittelwertdifferenz liegt jedoch nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs von −0,2 bis 0,2. Somit lässt sich nicht ableiten, dass der beobachtete Effekt relevant ist.
  • Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE)
    • In der Studie MONARCH-E trat im Interventionsarm bei 98,2 % und im Vergleichsarm bei 88,5 % der postmenopausalen Patientinnen ein unerwünschtes Ereignis auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
  • Gesamtbewertung
    • Für die Nutzenbewertung von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie zur Behandlung des Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Mammakarzinoms im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko bei postmenopausalen Patientinnen liegen Ergebnisse der noch laufenden, offenen, randomisierten, kontrollierten Studie MONARCH-E zu den Endpunktkategorien Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen vor.
    • In der Endpunktkategorie Mortalität zeigen die vorliegenden Ergebnisse zum Endpunkt Gesamtüberleben keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Studienarmen. Es liegen lediglich geringe Ereigniszahlen beim Endpunkt Gesamtüberleben vor.
    • In der Kategorie Morbidität zeigen sich für den Endpunkt Rezidive, dargestellt als Rezidivrate und krankheitsfreies Überleben, statistisch signifikant weniger Rezidive für Patientinnen, welche mit Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie behandelt wurden. In der vorliegenden adjuvanten Therapiesituation stellt die Vermeidung von Rezidiven ein besonders relevantes Therapieziel dar.
    • Hinsichtlich Symptomatik und Gesundheitszustand zeigen sich statistisch signifikante Unterschiede zum Nachteil von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie. Es lässt sich jedoch nicht ableiten, dass die beobachteten Effekte relevant sind.
    • In der Kategorie Lebensqualität zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie. Es lässt sich jedoch nicht ableiten, dass der beobachtete Effekt relevant ist.
    • Hinsichtlich der Nebenwirkungen zeigen sich statistisch signifikante Nachteile bei den Endpunkten schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere unerwünschte Ereignisse (UE) und Abbruch wegen UE für die Behandlung mit Abemaciclib in Kombination mit einer endokrinen Therapie und im Detail auch überwiegend bei den spezifischen UE.
    • In der Gesamtbetrachtung stehen dem Vorteil hinsichtlich der Vermeidung von Rezidiven bedeutsame Nachteile bei den Nebenwirkungen gegenüber. Die Nachteile bei den Nebenwirkungen werden vor dem Hintergrund gewichtet, dass die Vermeidung von Rezidiven ein essentielles Therapieziel in der vorliegenden kurativen Therapiesituation darstellt.
    • Der G-BA kommt in einer Abwägungsentscheidung, vor dem Hintergrund der beobachteten Effektstärke bei dem Endpunkt Rezidive, zu dem Ergebnis, dass die bedeutsamen Nachteile bei den Nebenwirkungen den Vorteil beim Endpunkt Rezidive infrage stellen. Dabei wurde berücksichtigt, dass die Aussagekraft der vorliegenden Ergebnisse zum Endpunkt Rezidive in der vorliegenden Therapiesituation limitiert ist, da die mediane Beobachtungsdauer in der Studie erst ca. 28 Monate beträgt.
    • Somit wird insgesamt festgestellt, dass ein Zusatznutzen für Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie im Vergleich zu einer alleinigen endokrinen Therapie in der adjuvanten Behandlung von postmenopausalen Patientinnen mit HER2-positivem frühem Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko nicht belegt ist.

a3) Männer mit einem Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko

  • Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
  • Für die Bewertung des Zusatznutzens von Abemaciclib in Kombination mit endokriner Therapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie bei Männern mit einem Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko liegen keine interpretierbaren Daten vor.
  • Der pharmazeutische Unternehmer hat Ergebnisse zu insgesamt 19 Patienten vorgelegt, wovon 10 Patienten mit Abemaciclib in Kombination mit einer endokrinen Therapie und 9 Patienten mit einer endokrinen Therapie behandelt wurden. Somit besteht keine ausreichende Datengrundlage zur Bewertung des Zusatznutzens.

Zugehörige Verfahren

Abemaciclib (7) Verzenios® Lilly Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, früh mit hohem Rezidivrisiko, Adjuvanz, Kombination mit endokriner Therapie n.d. laufendes Verfahren
Abemaciclib (6) Verzenios® Lilly Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, Kombination mit Aromatasehemmer 7.400–34.790 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen
Abemaciclib (5) Verzenios® Lilly Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, früh mit hohem Rezidivrisiko, Adjuvanz, Kombination mit endokriner Therapie 6.905–9.435 40% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen
Abemaciclib (4) Verzenios® Lilly Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, Kombination mit Fulvestrant 12.870–59.690 42% Hinweis auf geringer Zusatznutzen
Abemaciclib (3) Verzenios® Lilly Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, Kombination mit Fulvestrant 906–4.118
13.776–63.808
39% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen Patientengruppen aufgehoben
Abemaciclib (2) Verzenios® Lilly Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, Kombination mit Fulvestrant 14.560–70.550 100% Zusatznutzen nicht belegt
Abemaciclib (1) Verzenios® Lilly Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, Kombination mit Aromatasehemmer 14.560–70.550 100% Zusatznutzen nicht belegt


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