Abemaciclib (1) – Verzenios®
Mammakarzinom, HR+, HER2-, Kombination mit Aromatasehemmer
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.11.2018 – Zulassung: 27.09.2018 |
|---|---|
| Beschluss | 02.05.2019 |
| Befristung bis | 21.12.2022 |
| Wirkstoff | Abemaciclib |
| Handelsname | Verzenios® |
| Pharm. Unternehmer | Lilly Deutschland GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-400 |
| ATC-Code | L01EF03 CDK-Inhibitoren (L01EF) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C50.0Bösartige Neubildung: Brustwarze und Warzenhof, C50.1Bösartige Neubildung: Zentraler Drüsenkörper der Brustdrüse, C50.2Bösartige Neubildung: Oberer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.3Bösartige Neubildung: Unterer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.4Bösartige Neubildung: Oberer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.5Bösartige Neubildung: Unterer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.6Bösartige Neubildung: Recessus axillaris der Brustdrüse, C50.8Bösartige Neubildung: Brustdrüse, mehrere Teilbereiche überlappend, C50.9Bösartige Neubildung: Brustdrüse, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I102868Bösartige Neubildung der äußeren 2 Quadranten der Brustdrüse, I102970Bösartige Neubildung des oberen inneren Quadranten der Brustdrüse, I102971Bösartige Neubildung des unteren inneren Quadranten der Brustdrüse, I102972Bösartige Neubildung des oberen äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102973Bösartige Neubildung des unteren äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102998Bösartige Neubildung des zentralen Drüsenkörpers der Brustdrüse, I102999Bösartige Neubildung des Recessus axillaris der Brustdrüse, I111628Bösartige Neubildung der Brustwarze und des Warzenhofes, I18060Metastasierendes Mammakarzinom |
| DDD Tagesdosis | 0.3 g oral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom / Brustkrebs (BC) |
| Grund des Verfahrens |
Erstbewertung
Neubewertet durch: Abemaciclib (6) (15.06.2023) |
| Besonderheit | Bundling |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Verzenios ist angezeigt zur Behandlung von Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, humanem epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder Fulvestrant als initiale endokrine Therapie oder bei Frauen mit vorangegangener endokriner Therapie. Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die endokrine Therapie mit einem LHRH-Agonisten (LHRH = Luteinising Hormone-Releasing Hormone) kombiniert werden. Hinweis: |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a1) | Postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs (BC), die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben | Anastrozol oder Letrozol oder Fulvestrant oder ggf Tamoxifen |
| a2) | Prä-/perimenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben | Tamoxifen in Kombination mit einer Ausschaltung der Ovarialfunktion |
| b1) | Postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit vorangegangener endokriner Therapie | Tamoxifen oder Anastrozol oder Fulvestrant oder Letrozol oder Exemestan oder Everolimus in Kombination mit Exemestan |
| b2) | Prä-/perimenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit vorangegangener endokriner Therapie | Endokrine Therapie nach Maßgabe des Arztes: Tamoxifen, Letrozol, Exemestan, Megestrolacetat, Medroxyprogesteronacetat |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (MONARCH-3) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT (off-label) |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Vorbehandlung, Alter |
- Klinische Studien
- Für den Nachweis eines Zusatznutzens von Abemaciclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer als initialer Therapie bei postmenopausalen Patientinnen hat der pharmazeutische Unternehmer die Ergebnisse der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie MONARCH-3 vorgelegt.
- In dieser multinationalen Studie (N=493) wurden postmenopausale Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HR-positivem, HER2-negativem Brustkrebs eingeschlossen. Verglichen wurden die Wirkstoffkombinationen Abemaciclib + Anastrozol oder Letrozol (N=328) mit Placebo + Anastrozol oder Letrozol (N=165).
a1) Postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben
- Für postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben, ist ein Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit Anastrozol oder Letrozol gegenüber Anastrozol oder Letrozol nicht belegt.
- Mortalität
- Für das Gesamtüberleben zeigte sich in MONARCH-3 kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen (HR: 1,07 [95%-KI: 0,69; 1,66]; p = 0,757).
- Für die Endpunktkategorie Mortalität ergibt sich auf Grundlage der verfügbaren Ergebnisse kein Zusatznutzen durch die Hinzunahme von Abemaciclib zur Therapie mit Anastrozol oder Letrozol.
- Morbidität - Diarrhö
- Für den Endpunkt „Diarrhö“ zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied zuungunsten von Abemaciclib + Anastrozol oder Letrozol (HR: 2,23 [95%-KI: 1,44; 3,45]; p<0,001).
- In der Endpunktkategorie Morbidität zeigte sich bezüglich des Symptoms Diarrhö ein nachteiliger Effekt durch die Behandlung mit Abemaciclib plus Anastrozol oder Letrozol.
- Morbidität - Zeit bis zur ersten nachfolgenden Chemotherapie
- Der Endpunkt Zeit bis zur ersten nachfolgenden Chemotherapie wurde post-hoc im Dossier für die vorliegende Nutzenbewertung definiert als Zeitspanne von der Randomisierung bis zum Beginn der ersten nachfolgenden Chemotherapie oder dem Tod ungeachtet der zugrundeliegenden Todesursache.
- Unbeschadet der grundsätzlichen Fragestellung, ob sich der Endpunkt „Zeit bis zur ersten nachfolgenden Chemotherapie“ auch in weiteren relevanten Endpunkten widerspiegeln sollte, um als patientenrelevant bewertet zu werden, bestehen im vorliegenden Fall deutliche Unsicherheiten hinsichtlich der Aussagekraft der Ergebnisse zum diesem Endpunkt, die dazu führen, dass sich aus den vorliegenden Daten keine Aussagen zum Zusatznutzen ableiten lassen.
- Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D Visuelle Analogskala)
- Diese zeigen für die Zeit bis zur dauerhaften Verschlechterung keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungsarmen auf.
- Ein Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit Anastrozol oder Letrozol für den Endpunkt Gesundheitszustand (EQ-5D-VAS) ist daher nicht belegt.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Körperbild
- Für den Endpunkt „Körperbild“ zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied zuungunsten von Abemaciclib + Anastrozol oder Letrozol (HR: 1,55 [95%-KI: 1,00; 2,40]; p=0,047).
- In der Kategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität ergab sich bezüglich des Endpunktes Körperbild ein nachteiliger Effekt durch die Behandlung mit Abemaciclib plus Anastrozol oder Letrozol.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE)
- In MONARCH-3 trat im Interventionsarm bei 98,8 % der Patientinnen ein unerwünschtes Ereignis auf, im Vergleichsarm waren es 94,4 % der Patientinnen.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
- Für die schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse zeigte sich ein statistisch signifikanter Effekt zum Nachteil von Abemaciclib in Kombination mit Anastrozol oder Letrozol (HR: 1,90 [95%-KI: 1,24; 2,90]; p = 0,003).
- Es ergab sich demnach für Frauen im Alter von ≥ 65 Jahren ein statistisch signifikanter Effekt zuungunsten von Abemaciclib plus Anastrozol oder Letrozol (HR: 3,33 [95%-KI: 1,80; 6,17]; p < 0,001).
- Nebenwirkungen - Schwere UE (CTCAE Grad 3 oder 4)
- Es zeigte sich hinsichtlich der Zeit bis zum Auftreten von schweren unerwünschten Ereignissen mit CTCAE-Grad 3 oder 4 ein statistisch signifikanter Behandlungseffekt zuungunsten von Abemaciclib in Kombination mit Anastrozol oder Letrozol (HR: 3,14 [95%-KI: 2,25; 4,39]; p < 0,001).
- Für Frauen im Alter von ≥ 65 Jahren zeigte sich ein statistisch signifikanter Effekt zum Nachteil von Abemaciclib plus Anastrozol oder Letrozol (HR: 5,77 [95%-KI: 3,54; 9,41]; p < 0,001).
- Auch für Frauen im Alter von < 65 Jahren zeigte sich ein statistisch signifikanter nachteiliger Effekt von Abemaciclib plus Anastrozol oder Letrozol (HR: 1,94 [95%-KI: 1,23; 3,07]; p = 0,004).
- Nebenwirkungen - Abbruch wegen UE
- Für die mediane Zeit bis zum Therapieabbruch aufgrund eines UE zeigte sich ein statistisch signifikanter Effekt zuungunsten von Abemaciclib in Kombination mit Anastrozol oder Letrozol (HR: 6,25 [95%-KI: 2,73; 14,34]; p < 0,001).
- Nebenwirkungen - Neutropenie (CTCAE Grad ≥ 3)
- Es ergab sich für die Kombination aus Abemaciclib plus Anastrozol oder Letrozol ein statistisch signifikanter Nachteil gegenüber Anastrozol oder Letrozol hinsichtlich der Neutropenie (CTCAE Grad ≥ 3) (RR: 19,20 [4,78; 77,16]; p< 0,001).
- Gesamtbewertung
- In der Endpunktkategorie Mortalität lassen die vorläufigen Daten für den Endpunkt Gesamtüberleben keine abschließende Bewertung der Effekte auf das Gesamtüberleben zu. Auf Basis der vorliegenden Daten zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied für das Gesamtüberleben zwischen den Studienarmen. Finale Analysen zum Endpunkt Gesamtüberleben stehen aus.
- Die Ergebnisse zur Endpunktkategorie Morbidität zeigen bezüglich des Symptoms Diarrhö einen nachteiligen Effekt durch die Behandlung mit Abemaciclib plus Anastrozol oder Letrozol verglichen mit der Behandlung mit Anastrozol oder Letrozol.
- Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigt sich ein nachteiliger Effekt der Behandlung mit Abemaciclib plus Anastrozol oder Letrozol für den Endpunkt Körperbild.
- Bei den Nebenwirkungen sind hinsichtlich der Endpunkte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3 oder 4), Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen sowie im Detail bei dem spezifischen UE Neutropenie (CTCAE-Grad 3 oder 4) bedeutsame, statistisch signifikante Nachteile für Abemaciclib in Kombination mit Anastrozol oder Letrozol im Vergleich zu Anastrozol oder Letrozol festzustellen, insbesondere hinsichtlich der durch Abemaciclib hervorgerufenen ausgeprägten Myelosuppression.
- Der Nachteil bei den Nebenwirkungen erreicht unter Berücksichtigung der klinischen Relevanz jedoch nicht ein Ausmaß, das in der Gesamtbewertung einen geringeren Nutzen rechtfertigen würde.
- In einer Abwägungsentscheidung gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für Abemaciclib in Kombination mit Anastrozol oder Letrozol zur Behandlung von postmenopausalen Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs ein Zusatznutzen gegenüber Anastrozol oder Letrozol nicht belegt ist.
a2) Prä-/perimenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben
- Für prä-/perimenopausale Patientinnen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben, ist ein Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
- Für prä-/perimenopausale Patientinnen, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben, wurden keine Daten für die Bewertung des Zusatznutzens von Abemaciclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vorgelegt. In der vorgelegten Studie MONARCH-3 wurden ausschließlich postmenopausale Patientinnen untersucht.
b1) Postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit vorangegangener endokriner Therapie
- Für postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit vorangegangener endokriner Therapie ist ein Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
- Für postmenopausale Patientinnen mit vorangegangener endokriner Therapie wurden keine Daten für die Bewertung des Zusatznutzens von Abemaciclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vorgelegt. In der vorgelegten Studie MONARCH-3 wurden postmenopausale Patientinnen ausschließlich im Rahmen einer initialen endokrinen Therapie für das lokal fortgeschrittene oder metastasierte Stadium untersucht.
b2) Prä-/perimenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit vorangegangener endokriner Therapie
- Für prä-/perimenopausale Patientinnen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit vorangegangener endokriner Therapie ist ein Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
- Für prä-/perimenopausale Patientinnen mit vorangegangener endokriner Therapie wurden keine Daten für die Bewertung des Zusatznutzens von Abemaciclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vorgelegt. In der zur Kombinationstherapie von Abemaciclib mit einem Aromatasehemmer vorgelegten Studie MONARCH-3 wurden ausschließlich postmenopausale Patientinnen untersucht.
Zugehörige Verfahren
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