Abemaciclib (2) – Verzenios®

Mammakarzinom, HR+, HER2-, Kombination mit Fulvestrant

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.11.2018 – Zulassung: 27.09.2018
Beschluss 02.05.2019
Befristung bis 31.12.2020
Wirkstoff Abemaciclib
Handelsname Verzenios®
Pharm. Unternehmer Lilly Deutschland GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-401
ATC-Code L01EF03 CDK-Inhibitoren (L01EF)
ICD-10 Codes (AIS) C50.0Bösartige Neubildung: Brustwarze und Warzenhof, C50.1Bösartige Neubildung: Zentraler Drüsenkörper der Brustdrüse, C50.2Bösartige Neubildung: Oberer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.3Bösartige Neubildung: Unterer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.4Bösartige Neubildung: Oberer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.5Bösartige Neubildung: Unterer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.6Bösartige Neubildung: Recessus axillaris der Brustdrüse, C50.8Bösartige Neubildung: Brustdrüse, mehrere Teilbereiche überlappend, C50.9Bösartige Neubildung: Brustdrüse, nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I102868Bösartige Neubildung der äußeren 2 Quadranten der Brustdrüse, I102970Bösartige Neubildung des oberen inneren Quadranten der Brustdrüse, I102971Bösartige Neubildung des unteren inneren Quadranten der Brustdrüse, I102972Bösartige Neubildung des oberen äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102973Bösartige Neubildung des unteren äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102998Bösartige Neubildung des zentralen Drüsenkörpers der Brustdrüse, I102999Bösartige Neubildung des Recessus axillaris der Brustdrüse, I111628Bösartige Neubildung der Brustwarze und des Warzenhofes, I18052Mammakarzinom
DDD Tagesdosis 0.3 g oral
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom / Brustkrebs (BC)
Grund des Verfahrens Erstbewertung
Neubewertet durch: Abemaciclib (3) (03.09.2020)
Besonderheit Bundling

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Verzenios ist angezeigt zur Behandlung von Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, humanem epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder Fulvestrant als initiale endokrine Therapie oder bei Frauen mit vorangegangener endokriner Therapie.

Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die endokrine Therapie mit einem LHRH-Agonisten (LHRH = Luteinising Hormone-Releasing Hormone) kombiniert werden.

Hinweis:

Patientengruppe Indikation ZVT
a1) Postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben Anastrozol oder Letrozol oder Fulvestrant oder ggf. Tamoxifen
a2) Prä-/perimenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben Tamoxifen in Kombination mit einer Ausschaltung der Ovarialfunktion
b1) Postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit vorangegangener endokriner Therapie Tamoxifen oder Anastrozol oder Fulvestrant oder Letrozol oder Exemestan oder Everolimus in Kombination mit Exemestan
b2) Prä-/perimenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit vorangegangener endokriner Therapie Endokrine Therapie nach Maßgabe des Arztes: Tamoxifen, Letrozol, Exemestan, Megestrolacetat, Medroxyprogesteronacetat

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (MONARCH-2)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT (off-label)
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) Vorbehandlung, Alter

  • Klinische Studien
    • Der pharmazeutische Unternehmer hat für den Nachweis eines Zusatznutzens von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant Ergebnisse der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie MONARCH-2 vorgelegt.
    • In dieser multinationalen Studie (N=669) wurden prä-/perimenopausale und postmenopausale Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HR-positivem, HER2-negativem Brustkrebs eingeschlossen, die zur Behandlung der lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Erkrankung noch keine endokrine Therapie erhalten hatten oder bereits mit einer endokrinen Therapie vorbehandelt worden waren. Verglichen wurden die Wirkstoffkombinationen Abemaciclib + Fulvestrant (N=446) mit Placebo + Fulvestrant (N=223).

a1) Postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben

  • Für postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben, ist ein Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
  • Mortalität
    • Das Gesamtüberleben war in der Studie MONARCH-2 als die Zeit zwischen Randomisierung und dem Tod ungeachtet der zugrundeliegenden Todesursache definiert.
    • Für das Gesamtüberleben zeigte sich in MONARCH-2 für postmenopausale Patientinnen, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten hatten, kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen (HR: 0,76 [95%-KI: 0,47; 1,23]; p = 0,279).
    • Für die Endpunktkategorie Mortalität ergibt sich auf Grundlage der verfügbaren Ergebnisse kein Zusatznutzen durch die Hinzunahme von Abemaciclib zur Therapie mit Fulvestrant.
  • Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
    • Das progressionsfreie Überleben war in der Studie MONARCH-2 der primäre Endpunkt und definiert als Zeit zwischen Randomisierung und Krankheitsprogression (festgestellt durch den Prüfarzt anhand der RECIST-Kriterien Version 1.1) oder Tod ungeachtet der zugrundeliegenden Todesursache.
    • Für diesen Endpunkt wurden die Ergebnisse im Dossier des pharmazeutischen Unternehmers in Form zusammengefasster Auswertungen für alle postmenopausalen Patientinnen vorgelegt, bei denen nicht danach differenziert wurde, ob die Patientinnen im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium bereits eine vorgegangene endokrine Therapie erhalten hatten oder nicht. Somit liegen keine verwertbaren Daten zu diesem Endpunkt für die relevante Teilpopulation a1 vor.
  • Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D Visuelle Analogskala) und Symptomatik
    • In der Endpunktkategorie Morbidität wurden der Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) sowie die Symptomatik (mBPI-SFI, Symptomskalen des EORTC QLQ-C30 und –BR23,) erhoben.
    • Auch für diese Endpunkte wurden die Ergebnisse im Dossier des pharmazeutischen Unternehmers in Form zusammengefasster Auswertungen für alle postmenopausalen Patientinnen vorgelegt, bei denen nicht danach differenziert wurde, ob die Patientinnen im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium bereits eine vorgegangene endokrine Therapie erhalten hatten oder nicht.
    • Somit liegen keine verwertbaren Daten für die relevante Teilpopulation a1 vor.
  • Lebensqualität
    • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mittels der Funktionsskalen der Erhebungsinstrumente EORTC QLQ-C30 und –BR23 erhoben.
    • Auch für die Endpunkte dieser Kategorie liegen aufgrund der beschriebenen zusammengefassten Auswertungen für alle postmenopausalen Patientinnen im Dossier des pharmazeutischen Unternehmers sowie in den im Stellungnahmeverfahren vorgelegten Unterlagen keine verwertbaren Daten für die relevante Teilpopulation vor.
  • Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE)
    • In MONARCH-2 trat im Interventionsarm bei 99,1 % der postmenopausalen Patientinnen, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten hatten, ein unerwünschtes Ereignis auf, im Vergleichsarm waren es 86,8 % der Patientinnen.
  • Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
    • Für die schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse zeigte sich ein statistisch signifikanter Effekt zum Nachteil von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant (HR: 3,11 [95%-KI: 1,59; 6,09]; p < 0,001).
    • Bei der Bewertung der Ergebnisse zu den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen ist ein Verzerrungspotenzial zu berücksichtigen.
  • Gesamtbewertung
    • Für die Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant liegen aus der Studie MONARCH-2 Ergebnisse im Vergleich zu Fulvestrant zur Mortalität (Gesamtüberleben) und zu Nebenwirkungen vor.
    • In der Endpunktkategorie Mortalität lassen die vorläufigen Daten für den Endpunkt Gesamtüberleben keine abschließende Bewertung der Effekte auf das Gesamtüberleben zu. Auf Basis der vorliegenden Daten zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied für das Gesamtüberleben zwischen den Studienarmen. Finale Analysen zum Endpunkt Gesamtüberleben stehen aus. Für das Gesamtüberleben ist ein Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant auf Basis der vorliegenden Daten nicht belegt.
    • Für die Endpunkte der Kategorien Morbidität (Symptomatik und Gesundheitszustand) und Lebensqualität liegen keine verwertbaren Daten für die relevante Teilpopulation vor, da vom pharmazeutischen Unternehmer im Dossier und in den im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens vorgelegten Unterlagen zusammengefasste Auswertungen für alle postmenopausalen Patientinnen eingereicht wurden, bei denen nicht danach differenziert wurde, ob die Patientinnen im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium bereits eine vorgegangene endokrine Therapie erhalten hatten oder nicht. Somit liegen auch für den Endpunkt „Progressionsfreies Überleben“ keine verwertbaren Daten zu der betrachteten Teilpopulation vor.
    • Bei den Nebenwirkungen sind hinsichtlich der Endpunkte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3 oder 4) sowie Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen bedeutsame, statistisch signifikante Nachteile für Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant im Vergleich zu Fulvestrant festzustellen. Zu relevanten spezifischen UE wie insbesondere der Neutropenie (CTCAE-Grad 3 oder 4) lagen keine Auswertungen für die betrachtete Teilpopulation vor. Das Nebenwirkungsprofil von Abemaciclib unterscheidet sich insgesamt deutlich von dem Nebenwirkungsprofil einer endokrinen Therapie. Der Nachteil bei den Nebenwirkungen erreicht unter Berücksichtigung der klinischen Relevanz jedoch nicht ein Ausmaß, das in der Gesamtbewertung einen geringeren Nutzen rechtfertigen würde.
    • In einer Abwägungsentscheidung gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant zur Behandlung von postmenopausalen Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die in diesem Krankheitsstadium noch keine initiale endokrine Therapie erhielten, ein Zusatznutzen gegenüber Fulvestrant nicht belegt ist.

a2) Prä-/perimenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben

  • Für prä-/perimenopausale Patientinnen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben, ist ein Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
  • Für prä-/perimenopausale Patientinnen, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben, wurde vom G-BA „Tamoxifen in Kombination mit einer Ausschaltung der Ovarialfunktion“ als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt. In MONARCH-2 wurden alle prä-/perimenopausalen Patientinnen im Vergleichsarm mit Fulvestrant (und zusätzlich einen GnRH-Agonisten zur Ovarialsuppression) behandelt. Fulvestrant ist explizit nur für postmenopausale Patientinnen zugelassen. Zur Behandlung von prä-/perimenopausalen Patientinnen, die noch keine initiale endokrine Therapie erhalten haben, steht hingegen mit Tamoxifen eine zugelassene und in den Leitlinien empfohlene Therapieoption zur Verfügung. Die zweckmäßige Vergleichstherapie wurde somit für die Teilpopulation a2 nicht adäquat umgesetzt.

b1) Postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit vorangegangener endokriner Therapie

  • Für postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit vorangegangener endokriner Therapie ist ein Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
  • Vor dem Hintergrund der besonderen Therapie- und Versorgungsituation im vorliegenden Anwendungsgebiet wird trotz verbleibender Unsicherheiten Fulvestrant bzw. Fulvestrant alleine, ohne Berücksichtigung von weiteren, in der vorliegenden Behandlungssituation leitlinienkonform angezeigten endokrinen Therapien, ausnahmsweise als hinreichend geeigneter Komparator bewertet. Hieraus können keine Schlussfolgerungen über die Zweckmäßigkeit von Fulvestrant in der zulassungsüberschreitenden Anwendungsform in der Regelversorgung von Versicherten in der GKV abgeleitet werden.
  • Mortalität
    • Für das Gesamtüberleben zeigte sich in MONARCH-2 für postmenopausale Patientinnen mit vorangegangener endokriner Therapie kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen (HR: 1,09 [95%-KI: 0,57; 2,09]; p = 0,751).
    • Für die Endpunktkategorie Mortalität ergibt sich auf Grundlage der verfügbaren Ergebnisse kein Zusatznutzen durch die Hinzunahme von Abemaciclib zur Therapie mit Fulvestrant.
  • Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
    • Für den Endpunkt „Progressionsfreies Überleben“ wurden die Ergebnisse im Dossier des pharmazeutischen Unternehmers in Form zusammengefasster Auswertungen für alle postmenopausalen Patientinnen vorgelegt, bei denen nicht danach differenziert wurde, ob die Patientinnen im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium bereits eine vorgegangene endokrine Therapie erhalten hatten oder nicht. Somit liegen zu diesem Endpunkt keine verwertbaren Daten für die relevante Teilpopulation b1 vor.
  • Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D Visuelle Analogskala) und Symptomatik
    • In der Endpunktkategorie Morbidität wurden der Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) sowie die Symptomatik (mBPI-SFI, Symptomskalen des EORTC QLQ-C30 und –BR23) erhoben.
    • Auch für diese Endpunkte wurden die Ergebnisse im Dossier des pharmazeutischen Unternehmers in Form zusammengefasster Auswertungen für alle postmenopausalen Patientinnen vorgelegt, bei denen nicht danach differenziert wurde, ob die Patientinnen im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium bereits eine vorgegangene endokrine Therapie erhalten hatten oder nicht.
    • Somit liegen keine verwertbaren Daten für die relevante Teilpopulation b1 vor.
  • Lebensqualität
    • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mittels der Funktionsskalen der Erhebungsinstrumente EORTC QLQ-C30 und –BR23 erhoben.
    • Auch für die Endpunkte dieser Kategorie liegen aufgrund der beschriebenen zusammengefassten Auswertungen für alle postmenopausalen Patientinnen im Dossier des pharmazeutischen Unternehmers sowie in den im Stellungnahmeverfahren vorgelegten Unterlagen keine verwertbaren Daten für die relevante Teilpopulation vor.
  • Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE)
    • In MONARCH-2 trat im Interventionsarm bei 97,9 % der postmenopausalen Patientinnen mit vorangegangener endokriner Therapie ein unerwünschtes Ereignis auf, im Vergleichsarm waren es 89,4 % der Patientinnen.
  • Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
    • Für die schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
    • Bei der Bewertung der Ergebnisse zu den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen ist ein Verzerrungspotenzial zu berücksichtigen.
  • Nebenwirkungen - Schwere UE (CTCAE Grad 3 oder 4)
    • Es zeigte sich hinsichtlich der Zeit bis zum Auftreten von schweren unerwünschten Ereignissen mit CTCAE-Grad 3 oder 4 ein statistisch signifikanter Behandlungseffekt zuungunsten von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant (HR: 2,70 [95%-KI: 1,64; 4,43]; p < 0,001).
    • Wie für den Endpunkt SUE sind auch die Ergebnisse des Endpunkts schwere unerwünschte Ereignisse als potenziell verzerrt anzusehen.
  • Gesamtbewertung
    • Für die Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant liegen aus der Studie MONARCH-2 Ergebnisse im Vergleich zu Fulvestrant zur Mortalität (Gesamtüberleben) und zu Nebenwirkungen vor.
    • In der Endpunktkategorie Mortalität lassen die vorläufigen Daten für den Endpunkt Gesamtüberleben keine abschließende Bewertung der Effekte auf das Gesamtüberleben zu. Auf Basis der vorliegenden Daten zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied für das Gesamtüberleben zwischen den Studienarmen. Finale Analysen zum Endpunkt Gesamtüberleben stehen aus. Für das Gesamtüberleben ist ein Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant auf Basis der vorliegenden Daten nicht belegt.
    • Für die Endpunkte der Kategorien Morbidität (Symptomatik und Gesundheitszustand) und Lebensqualität liegen keine verwertbaren Daten für die relevante Teilpopulation vor, da vom pharmazeutischen Unternehmer im Dossier und in den im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens vorgelegten Unterlagen zusammengefasste Auswertungen für alle postmenopausalen Patientinnen eingereicht wurden, bei denen nicht danach differenziert wurde, ob die Patientinnen im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium bereits eine vorgegangene endokrine Therapie erhalten hatten oder nicht. Somit liegen auch für den Endpunkt „Progressionsfreies Überleben“ keine verwertbaren Daten zu der betrachteten Teilpopulation vor.
    • Bei den Nebenwirkungen sind hinsichtlich der Endpunkte schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3 oder 4) sowie Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen bedeutsame, statistisch signifikante Nachteile für Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant im Vergleich zu Fulvestrant festzustellen. Zu relevanten spezifischen UE wie insbesondere der Neutropenie (CTCAE-Grad 3 oder 4) lagen keine Auswertungen für die betrachtete Teilpopulation vor. Das Nebenwirkungsprofil von Abemaciclib unterscheidet sich insgesamt deutlich von dem Nebenwirkungsprofil einer endokrinen Therapie. Der Nachteil bei den Nebenwirkungen erreicht unter Berücksichtigung der klinischen Relevanz jedoch nicht ein Ausmaß, das in der Gesamtbewertung einen geringeren Nutzen rechtfertigen würde.
    • In einer Abwägungsentscheidung gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant zur Behandlung von postmenopausalen Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit vorangegangener endokriner Therapie in diesem Krankheitsstadium ein Zusatznutzen gegenüber Fulvestrant nicht belegt ist.

b2) Prä-/perimenopausale Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit vorangegangener endokriner Therapie

  • Für prä-/perimenopausale Patientinnen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit vorangegangener endokriner Therapie ist ein Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
  • Vor dem Hintergrund der besonderen Therapie- und Versorgungsituation im vorliegenden Anwendungsgebiet wird trotz verbleibender Unsicherheiten Fulvestrant bzw. Fulvestrant alleine, ohne Berücksichtigung von weiteren, in der vorliegenden Behandlungssituation leitlinienkonform angezeigten endokrinen Therapien, ausnahmsweise als hinreichend geeigneter Komparator bewertet. Hieraus können keine Schlussfolgerungen über die Zweckmäßigkeit von Fulvestrant in der zulassungsüberschreitenden Anwendungsform in der Regelversorgung von Versicherten in der GKV abgeleitet werden.
  • Mortalität
    • Für das Gesamtüberleben sind für prä-/perimenopausale Patientinnen mit vorangegangener endokriner Therapie der Studie MONARCH-2 aufgrund der geringen Anzahl von Ereignissen in der kleinen Teilpopulation von 46 Patientinnen keine Angaben bezüglich der Ereigniszeitanalyse verfügbar, da vom pharmazeutischen Unternehmer bei weniger als 10 Ereignissen keine Auswertung durchgeführt wurde.
  • Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
    • Für den Endpunkt „Progressionsfreies Überleben“ wurden die Ergebnisse im Dossier des pharmazeutischen Unternehmers in Form zusammengefasster Auswertungen für alle prä-/perimenopausalen Patientinnen vorgelegt, bei denen nicht danach differenziert wurde, ob die Patientinnen im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium bereits eine vorgegangene endokrine Therapie erhalten hatten oder nicht. Somit liegen zu diesem Endpunkt keine verwertbaren Daten für die relevante Teilpopulation b2 vor.
  • Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D Visuelle Analogskala) und Symptomatik
    • In der Endpunktkategorie Morbidität wurden der Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) sowie die Symptomatik (mBPI-SFI, Symptomskalen des EORTC QLQ-C30 und –BR23) erhoben.
    • Auch für diese Endpunkte wurden die Ergebnisse im Dossier des pharmazeutischen Unternehmers in Form zusammengefasster Auswertungen für alle postmenopausalen Patientinnen vorgelegt, bei denen nicht danach differenziert wurde, ob die Patientinnen im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium bereits eine vorgegangene endokrine Therapie erhalten hatten oder nicht.
    • Somit liegen keine verwertbaren Daten für die relevante Teilpopulation b2 vor.
  • Lebensqualität
    • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mittels der Funktionsskalen der Erhebungsinstrumente EORTC QLQ-C30 und –BR23 erhoben.
    • Auch für die Endpunkte dieser Kategorie liegen aufgrund der beschriebenen zusammengefassten Auswertungen für alle postmenopausalen Patientinnen im Dossier des pharmazeutischen Unternehmers sowie in den im Stellungnahmeverfahren vorgelegten Unterlagen keine verwertbaren Daten für die relevante Teilpopulation vor.
  • Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE)
    • In MONARCH-2 trat im Interventionsarm bei 96,2 % der prä-/perimenopausalen Patientinnen mit vorangegangener endokriner Therapie ein unerwünschtes Ereignis auf, im Vergleichsarm waren es 95,0 % der Patientinnen.
  • Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
    • Für die schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse sind aufgrund der geringen Anzahl von Ereignissen keine Angaben bezüglich der Ereigniszeitanalyse verfügbar, da vom pharmazeutischen Unternehmer bei weniger als 10 Ereignissen keine Auswertung durchgeführt wurde.
  • Gesamtbewertung
    • Für die Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant liegen aus der Studie MONARCH-2 Ergebnisse im Vergleich zu Fulvestrant zur Mortalität (Gesamtüberleben) und zu Nebenwirkungen vor.
    • In der Endpunktkategorie Mortalität sind für das Gesamtüberleben bei prä-/perimenopausalen Patientinnen mit vorangegangener endokriner Therapie aufgrund der geringen Anzahl von Ereignissen in der kleinen Teilpopulation von 46 Patientinnen keine Angaben zur Ereigniszeitanalyse verfügbar. Somit lassen die vorläufigen Daten für diesen Endpunkt keine abschließende Bewertung der Effekte auf das Gesamtüberleben zu. Finale Analysen zum Endpunkt Gesamtüberleben stehen aus. Für das Gesamtüberleben ist ein Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant auf Basis der vorliegenden Daten nicht belegt.
    • Für die Endpunkte der Kategorien Morbidität (Symptomatik und Gesundheitszustand) und Lebensqualität liegen keine verwertbaren Daten für die relevante Teilpopulation vor, da vom pharmazeutischen Unternehmer im Dossier und in den im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens vorgelegten Unterlagen zusammengefasste Auswertungen für alle prä-/perimenopausalen Patientinnen eingereicht wurden, bei denen nicht danach differenziert wurde, ob die Patientinnen im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium bereits eine vorgegangene endokrine Therapie erhalten hatten oder nicht. Somit liegen auch für den Endpunkt „Progressionsfreies Überleben“ keine verwertbaren Daten zu der betrachteten Teilpopulation vor.
    • Bei den Nebenwirkungen ist hinsichtlich des Endpunkts schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3 oder 4) ein bedeutsamer, statistisch signifikanter Nachteil für Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant im Vergleich zu Fulvestrant festzustellen. Für die schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse sowie die Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen sind aufgrund der geringen Anzahl von Ereignissen keine Angaben bezüglich der Ereigniszeitanalysen verfügbar. Zu relevanten spezifischen UE wie insbesondere der Neutropenie (CTCAE-Grad 3 oder 4) lagen keine Auswertungen für die betrachtete Teilpopulation vor. Das Nebenwirkungsprofil von Abemaciclib unterscheidet sich insgesamt deutlich von dem Nebenwirkungsprofil einer endokrinen Therapie. Der Nachteil bei den Nebenwirkungen erreicht unter Berücksichtigung der klinischen Relevanz jedoch nicht ein Ausmaß, das in der Gesamtbewertung einen geringeren Nutzen rechtfertigen würde.
    • In einer Abwägungsentscheidung gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant zur Behandlung von prä-/perimenopausalen Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit vorangegangener endokriner Therapie in diesem Krankheitsstadium ein Zusatznutzen gegenüber Fulvestrant nicht belegt ist.

Zugehörige Verfahren

Abemaciclib (7) Verzenios® Lilly Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, früh mit hohem Rezidivrisiko, Adjuvanz, Kombination mit endokriner Therapie n.d. laufendes Verfahren
Abemaciclib (6) Verzenios® Lilly Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, Kombination mit Aromatasehemmer 7.400–34.790 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen
Abemaciclib (5) Verzenios® Lilly Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, früh mit hohem Rezidivrisiko, Adjuvanz, Kombination mit endokriner Therapie 6.905–9.435 40% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen
Abemaciclib (4) Verzenios® Lilly Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, Kombination mit Fulvestrant 12.870–59.690 42% Hinweis auf geringer Zusatznutzen
Abemaciclib (3) Verzenios® Lilly Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, Kombination mit Fulvestrant 906–4.118
13.776–63.808
39% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen Patientengruppen aufgehoben
Abemaciclib (2) Verzenios® Lilly Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, Kombination mit Fulvestrant 14.560–70.550 100% Zusatznutzen nicht belegt
Abemaciclib (1) Verzenios® Lilly Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom, HR+, HER2-, Kombination mit Aromatasehemmer 14.560–70.550 100% Zusatznutzen nicht belegt


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