Mepolizumab (1) – Nucala®
Asthma bronchiale
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.02.2016 – Zulassung: 02.12.2015 |
|---|---|
| Beschluss | 21.07.2016 |
| Befristung bis | 01.08.2019 Befristung aufgehoben |
| Wirkstoff | Mepolizumab |
| Handelsname | Nucala® |
| Pharm. Unternehmer | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG |
| G-BA Vorgangsnummer | D-211 |
| ATC-Code | R03DX09 Andere Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen zur systemischen Anwendung (R03DX) |
| ICD-10 Codes (AIS) | J45.0Vorwiegend allergisches Asthma bronchiale, J45.1Nichtallergisches Asthma bronchiale, J45.8Mischformen des Asthma bronchiale, J45.9Asthma bronchiale, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I16367Asthma bronchiale, I5235Vorwiegend allergisches Asthma bronchiale, I5238Nichtallergisches Asthma bronchiale, I5245Mischform des Asthma bronchiale |
| DDD Tagesdosis | 3.6 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Krankheiten des Atmungssystems Asthma bronchiale |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Besonderheit | Kombinationstherapie |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
„Nucala® ist angezeigt als Zusatzbehandlung bei schwerem refraktärem eosinophilem Asthma bei erwachsenen Patienten.“ |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Erwachsene Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma, die nicht oder nur im Rahmen von akuten Exazerbationen mit oralen Corticosteroiden behandelt werden | Patientenindividuelle Therapieeskalation der mittel- bis hochdosierten inhalativen Corticosteroide und der langwirksamen Bronchodilatatoren (LABA) ggf. mit oralen Corticosteroiden (kurzzeitig) in der niedrigst-wirksamen Dosis oder mit Tiotropium oder ggf. bei IgE-vermittelter Pathogenese des Asthmas Omalizumab zusätzlich zu hochdosierten inhalativen Corticosteroiden und langwirksamen Bronchodilatatoren (LABA) und ggf. der oralen Corticosteroidtherapie |
| b) | Erwachsene Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma, die auch über die Behandlung akuter Exazerbationen hinaus regelmäßig mit oralen Corticosteroiden behandelt werden | Patientenindividuelle Therapieeskalation der mittel- bis hochdosierten inhalativen Corticosteroide und der langwirksamen Bronchodilatatoren (LABA) ggf. mit oralen Corticosteroiden (kurzzeitig) in der niedrigst-wirksamen Dosis oder mit Tiotropium oder ggf. bei IgE-vermittelter Pathogenese des Asthmas Omalizumab zusätzlich zu hochdosierten inhalativen Corticosteroiden und langwirksamen Bronchodilatatoren (LABA) und ggf. der oralen Corticosteroidtherapie |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (SIRIUS) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Sonstiges |
- Klinische Studien
- Für die Nutzenbewertung von Mepolizumab bei erwachsenen Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma zieht der pharmazeutische Unternehmer die zwei randomisierten kontrollierten Studien MENSA und SIRIUS heran.
- In der multizentrischen, randomisierten, doppelblinden MENSA-Studie wurden Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma in den Interventionsarmen mit Mepolizumab bzw. im Vergleichsarm mit Placebo (jeweils zusätzlich zu einer Therapie mit ICS und LABA) behandelt.
- Die multizentrische, randomisierte und doppelblinde Studie SIRIUS untersuchte Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma, welche entweder 100 mg s.c. Mepolizumab oder Placebo s.c. (jeweils zusätzlich zu einer Therapie mit ICS, LABA sowie OCS) während einer 24-wöchigen Behandlungsdauer erhielten.
a) Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma, die nicht oder nur im Rahmen von akuten Exazerbationen mit oralen Corticosteroiden behandelt werden
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Da für die Patientenpopulation a) nur die MENSA-Studie vorgelegt wurde und diese jedoch aus den beschriebenen Gründen nicht für eine Bewertung herangezogen werden kann, ist somit ein Zusatznutzen für diese Patientenpopulation nicht belegt.
b) Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma, die auch über die Behandlung akuter Exazerbationen hinaus regelmäßig mit oralen Corticosteroiden behandelt werden
- Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen.
- Aus diesen Erwägungen heraus, auf Basis der Angaben im Dossier und der Ergebnisse der Nutzenbewertung und des Addendums sowie der Stellungnahmen, stellt der G-BA für erwachsene Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma, die auch über die Behandlung akuter Exazerbationen hinaus regelmäßig mit OCS behandelt werden, einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Mepolizumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie fest.
- Mortalität
- Für den patientenrelevanten Endpunkt Gesamtmortalität zeigte sich in der SIRIUS-Studie kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen, da insgesamt kein Todesfall im Interventionsarm unter Mepolizumab sowie nur ein Todesfall im Kontrollarm zu verzeichnen ist.
- Ein Zusatznutzen für das Gesamtüberleben ist damit nicht belegt.
- Morbidität - Klinisch signifikante Exazerbationen
- Im Rahmen der Reduktion der OCS-Dosis konnte in der SIRIUS-Studie die Jahresrate der Exazerbationen in beiden Studienarmen reduziert werden.
- Die Gesamtraten der Exazerbationen zeigen einen statistisch signifikanten Vorteil von Mepolizumab gegenüber Placebo (RR 0,60 [95%-KI: 0,44; 0,84]; p=0,002).
- Morbidität - OCS-Reduktionen auf ≤ 5 mg/Tag
- Für den Endpunkt „OCS-Reduktionen auf ≤ 5 mg/Tag“ zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil von Mepolizumab gegenüber Placebo (RR 1,71 [95%-KI: 1,13; 2,58]; p=0,008), wohingegen der Endpunkt „OCS-Reduktion auf 0 mg/Tag“ keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen aufwies.
- Die Reduktion der Dosierung der oralen Glukocorticoide in der Therapie des schweren, refraktären Asthmas ist ein anerkanntes Therapieziel.
- Der Endpunkt „OCS-Reduktion auf ≤ 5 mg/Tag“ wird daher als valider Surrogatendpunkt für die Bewertung des Zusatznutzens herangezogen.
- Morbidität - Episoden nächtlichen Erwachens mit Gebrauch von Notfallmedikation
- Die Auswertung der Endpunkte „Episoden nächtlichen Erwachens mit Gebrauch von Notfallmedikation“ und „Asthma-Symptomscore“ zeigte kein statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Asthma-Symptomscore
- Die Auswertung der Endpunkte „Episoden nächtlichen Erwachens mit Gebrauch von Notfallmedikation“ und „Asthma-Symptomscore“ zeigte kein statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität - SGRQ (St. George’s Respiratory Questionnaire) - Responder
- In der SIRIUS-Studie zeigte sich für den Endpunkt SGRQ-Responder kein statistisch signifikanter Vorteil von Mepolizumab gegenüber Placebo.
- Folglich ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Mepolizumab im Vergleich zum Placebo.
- Ein Zusatznutzen für die Lebensqualität ist damit nicht belegt.
- Nebenwirkungen - Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse (UE)
- Es ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen.
- Ein Zusatznutzen bei der Vermeidung von Nebenwirkungen ist daher nicht belegt.
- Fazit
- In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zur Mortalität, zur Morbidität, zur Lebensqualität und zu den Nebenwirkungen ergibt sich für Mepolizumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie auf Basis der Studie SIRIUS für die Patientengruppe b) „Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma, die auch über die Behandlung akuter Exazerbationen hinaus regelmäßig mit oralen Corticosteroiden behandelt werden“ (entsprechend GINA-Report 2016 Stufe 5) keine bisher nicht erreichte deutliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens, insbesondere keine Abschwächung schwerwiegender Symptome, keine moderate Verlängerung der Lebensdauer, keine relevante Vermeidung schwerwiegender Nebenwirkungen oder keine bedeutsame Vermeidung anderer Nebenwirkungen.
- Deshalb ist eine Einstufung als beträchtlicher Zusatznutzen nicht gerechtfertigt.
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Mepolizumab für diese Teilpopulation auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als gering ein.
- Dabei wird dem Endpunkt „OCS-Reduktionen auf ≤ 5 mg/Tag“ Rechnung getragen, welcher eine statistisch signifikante Verbesserung durch Mepolizumab im Vergleich zum Kontrollarm zeigt.
Zugehörige Verfahren
| Mepolizumab (6) | Nucala® | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG | COPD | n.d. | laufendes Verfahren | |
| Mepolizumab (4) | Nucala® | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG | Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis | 80–1.130 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Mepolizumab (3) | Nucala® | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG | Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen | 10.500–12.600 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Mepolizumab (5) | Nucala® | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG | Hypereosinophiles Syndrom | 100–400 | 100% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen | |
| Mepolizumab (2) | Nucala® | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG | Asthma bronchiale, ≥ 6 bis < 18 Jahre | 2.200–3.500 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Mepolizumab (1) | Nucala® | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG | Asthma bronchiale | 16.000–100.000 | 50% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen |
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