Luspatercept (3) – Reblozyl®
Β-Thalassämie, nicht-transfusionsabhängige Anämie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.04.2023 – Zulassung: 27.02.2023 |
|---|---|
| Beschluss | 21.09.2023 |
| Wirkstoff | Luspatercept |
| Handelsname | Reblozyl® |
| Pharm. Unternehmer | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA |
| G-BA Vorgangsnummer | D-933 |
| ATC-Code | B03XA06 Andere Antianämika (B03XA) |
| ICD-10 Codes (AIS) | D56.1Beta-Thalassämie |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I27811Beta-Thalassämie |
| ORPHAcodes (AIS) | 848Beta-Thalassämie |
| Therapeutisches Gebiet | Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe Transfusionsabhängige β-Thalassämie (TDT) Orphan (Umsatzgrenze) |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet – Überschreitung Orphan-Umsatzgrenze |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Reblozyl wird bei Erwachsenen angewendet für die Behandlung von Anämie, die mit nicht-transfusionsabhängiger Beta-Thalassämie verbunden ist. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit nicht-transfusionsabhängiger Anämie aufgrund von β-Thalassämie | Eine bedarfsgerechte Transfusionstherapie mit Erythrozytenkonzentraten in Kombination mit einer Chelattherapie gemäß der Zulassung, vorzugsweise als Monotherapie |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (BEYOND) |
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Für die Nutzenbewertung liegen die Ergebnisse der abgeschlossenen, randomisierten, doppelblinden Phase III-Studie BEYOND zum Vergleich von Luspatercept + Best-Supportive-Care (BSC) mit Placebo + BSC bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit einer nicht-transfusionsabhängigen β-Thalassämie vor.
Erwachsene mit nicht-transfusionsabhängiger Anämie aufgrund von β-Thalassämie
- In der Gesamtschau wird basierend auf den Vorteilen von Luspatercept in der Endpunktkategorie Morbidität in den Endpunkten zur patientenberichteten Symptomatik eine bisher nicht erreichte moderate und nicht nur geringfügige Verbesserung des therapierelevanten Nutzens festgestellt.
- Der G-BA kommt daher zu dem Ergebnis, dass für Luspatercept für die Behandlung Erwachsener mit Anämie aufgrund von nicht-transfusionsabhängiger β-Thalassämie ein geringer Zusatznutzen gegenüber einer bedarfsgerechten Transfusionstherapie mit Erythrozytenkonzentraten in Kombination mit einer Chelattherapie vorliegt.
- In der Gesamtschau wird die Aussagesicherheit für den festgestellten Zusatznutzen in die Kategorie „Hinweis“ eingestuft.
- Mortalität
- Todesfälle wurden in der Studie BEYOND im Rahmen der Erhebung der unerwünschten Ereignisse erfasst. In dem gesamten Beobachtungszeitraum bis zum Datenschnitt vom 14.09.2020 traten in beiden Studienarmen keine Todesfälle auf.
- Für das Gesamtüberleben liegt somit für die Nutzenbewertung kein relevanter Unterschied vor.
- Morbidität - Gesamthospitalisierung
- Als Hospitalisierungen wurden in der Studie BEYOND alle dokumentierten stationären Krankenhausaufenthalte während der Studie unabhängig von ihrer Ursache gezählt.
- Es zeigt sich bezogen auf die Gesamthospitalisierung kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen.
- Morbidität - Symptomatik (NTDT-PRO)
- Der NTDT-PRO ist ein für Patientinnen und Patienten mit nicht-transfusionsabhängiger β-Thalassämie entwickelter validierter Fragebogen, mit dem die Anämie-bezogenen Symptome Müdigkeit/Schwäche und Kurzatmigkeit erhoben werden.
- Für den NTDT-PRO zeigt sich in den beiden Domänen zur Müdigkeit/Schwäche und zur Kurzatmigkeit ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Luspatercept.
- Morbidität - Symptomatik (PGIS)
- Der PGIS besteht aus einer einzigen Frage, bei der die Patientin bzw. der Patient auf einer 10-stufigen Skala die Schwere der β-Thalassämie bedingten Symptomatik bewertet.
- Für den PGIS zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Luspatercept zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Symptomatik (PGIC)
- Der PGIC besteht aus einer einzigen Frage, bei der die Patientin bzw. der Patient die gesamte Änderung ihrer/seiner β-Thalassämie bedingten Symptomatik seit Beginn der Studie bewertet.
- Für den PGIC zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Luspatercept zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Fazit zur Morbidität
- Für die Endpunktkategorie Morbidität liegen insgesamt statistisch signifikante Unterschiede in der patientenberichteten Symptomatik (NTDT-PRO, PGIS, PGIC) zugunsten von Luspatercept vor.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität - FACIT-F
- Der FACIT-F besteht aus 13 Items, die die Intensität der Fatigue sowie die Schwäche und Schwierigkeiten zur Ausübung alltäglicher Aktivitäten aufgrund von Fatigue innerhalb der letzten 7 Tage abfragen.
- Für den FACIT-F liegen keine statistischen signifikanten Unterschiede sowohl im Gesamtscore als auch den einzelnen Subskalen zwischen den Studienarmen vor.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
- Für den Endpunkt schwerwiegende UE (SUE) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Luspatercept zwischen den Studienarmen.
- Es liegt eine Effektmodifikation durch das Merkmal „vorhergehende Splenektomie“ vor. Bei Patientinnen und Patienten mit einer vorhergehenden Splenektomie zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Luspatercept (HR = 0,08 [0,02;0,37]; < 0,001). Für Patientinnen und Patienten ohne vorhergehende Splenektomie liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen vor (HR = 1,18 [0,25;5,62]; 0,832).
- Insgesamt wird die Aussagekraft des Subgruppenergebnisses als nicht ausreichend erachtet, um darauf basierend in der Gesamtschau getrennte Aussagen zum Zusatznutzen von Luspatercept abzuleiten.
- Gesamtbewertung
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Luspatercept zur Behandlung Erwachsener mit Anämie, die mit einer nicht-transfusionsabhängigen β-Thalassämie verbunden ist, liegen Ergebnisse zu den Endpunktkategorien Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen der abgeschlossenen, doppelblinden Phase III-Studie BEYOND vor.
- Für das Gesamtüberleben kann weder ein Vorteil noch ein Nachteil für Luspatercept festgestellt werden.
- Für die Endpunktkategorie Morbidität liegen Ergebnisse zu den Endpunkten Gesamthospitalisierung und der patientenberichteten Symptomatik erhoben mittels der Fragebögen NTDT-PRO, PGI-S und PGI-C vor.
- Für den Endpunkt Gesamthospitalisierung liegen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen vor. Für die patientenberichtete Symptomatik zeigt sich in allen in der Studie eingesetzten Fragebögen ein statistisch signifikanter Vorteil für Luspatercept.
- Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität gemessen anhand der Fragebögen FACIT-F und SF-36v2 kann weder ein Vorteil noch ein Nachteil für die Behandlung mit Luspatercept festgestellt werden.
- Bezüglich der Endpunktkategorie Nebenwirkungen sind in den Endpunkten schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) und Abbruch wegen UE keine statistisch signifikanten Unterschiede vorhanden. Für den Endpunkt schwerwiegende UE zeigt sich ein Vorteil von Luspatercept, getragen durch die Subgruppe der Patientinnen und Patienten mit vorhergehender Splenektomie. Im Detail zeigt sich ein Nachteil von Luspatercept in dem spezifischen UE Knochenschmerzen.
- In der Gesamtschau wird basierend auf den Vorteilen von Luspatercept in der Endpunktkategorie Morbidität in den Endpunkten zur patientenberichteten Symptomatik eine bisher nicht erreichte moderate und nicht nur geringfügige Verbesserung des therapierelevanten Nutzens festgestellt. Der G-BA kommt daher zu dem Ergebnis, dass für Luspatercept für die Behandlung Erwachsener mit Anämie aufgrund von nicht-transfusionsabhängiger β-Thalassämie ein geringer Zusatznutzen gegenüber einer bedarfsgerechten Transfusionstherapie mit Erythrozytenkonzentraten in Kombination mit einer Chelattherapie vorliegt.
Zugehörige Verfahren
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