Luspatercept (1) – Reblozyl®
Β-Thalassämie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.08.2020 – Zulassung: 25.06.2020 |
|---|---|
| Beschluss | 21.01.2021 aufgehoben |
| Wirkstoff | Luspatercept |
| Handelsname | Reblozyl® |
| Pharm. Unternehmer |
Dossier: Celgene GmbH
Neuer Inverkehrbringer: Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA |
| G-BA Vorgangsnummer | D-560 |
| ATC-Code | B03XA06 Andere Antianämika (B03XA) |
| ICD-10 Codes (AIS) | D56.1Beta-Thalassämie |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I27811Beta-Thalassämie |
| ORPHAcodes (AIS) | 848Beta-Thalassämie |
| DDD Tagesdosis | 3.3 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe Transfusionsabhängige β-Thalassämie (TDT) Orphan |
| Grund des Verfahrens |
Erstbewertung
Aufgehoben durch: Luspatercept (4) (02.11.2023) |
| Besonderheit | Bundling |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Reblozyl wird angewendet für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit transfusionsabhängiger Anämie, die mit einer Beta-Thalassämie verbunden ist. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene Patienten mit transfusionsabhängiger Anämie, die mit einer ꞵ-Thalassämie verbunden ist | – (Orphan Drug) |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (BELIEVE) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Für die Nutzenbewertung des Wirkstoffs Luspatercept legte der pharmazeutische Unternehmer Ergebnisse der noch laufenden, pivotalen Phase-III-Studie BELIEVE (ACE-536-B-THAL-001) vor.
Erwachsene Patienten mit transfusionsabhängiger Anämie, die mit einer ꞵ-Thalassämie verbunden ist
- Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
- Die Aussagekraft der Nachweise wird in die Kategorie „Anhaltspunkt“ eingestuft.
- Mortalität
- Todesfälle werden in der Studie BELIEVE als Sicherheitsereignisse erfasst. Zum Zeitpunkt des relevanten Datenschnitts trat in beiden Behandlungsarmen jeweils ein Todesfall auf.
- Für das Gesamtüberleben liegt somit für die Nutzenbewertung kein relevanter Unterschied vor.
- Morbidität - Hospitalisierung
- Der Endpunkt Hospitalisierung wird in der Studie BELIEVE als Anzahl an Patienten mit Hospitalisierungen jeglicher Ursache erhoben. Es liegen statistisch signifikante Unterschiede hinsichtlich der Hospitalisierungen aufgrund jeglicher Ursache zum Nachteil von Luspatercept + BSC im Vergleich zu Placebo + BSC vor.
- In der Gesamtschau zeigt sich für die Endpunktkategorie Morbidität hinsichtlich der Hospitalisierungen ein Nachteil von Luspatercept + BSC im Vergleich zu Placebo + BSC.
- Morbidität - Transfusionsfreiheit
- Eine Transfusionsfreiheit von ≥ 24 Wochen wurde im Interventionsarm bei fünf Patienten und im Kontrollarm bei keinem Patienten beobachtet.
- Auf Basis der Ergebnisse zur Transfusionsfreiheit von ≥ 24 Wochen lässt sich hinsichtlich einer langfristigen Vermeidung von Transfusionen (Transfusionsfreiheit) kein statistisch belastbarer Unterschied feststellen.
- Lebensqualität - TranQoL
- Insgesamt zeigt sich auf Basis der Mittelwertdifferenz kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Lebensqualität - SF-36
- Es zeigen sich weder für die Verbesserung noch für die Verschlechterung des PCS sowie des MCS statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
- In der Gesamtschau zeigen sich für die gesundheitsbezogene Lebensqualität keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3), Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen
- Hinsichtlich der SUE, schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3) sowie Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen besteht jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Luspatercept + BSC im Vergleich zu Placebo + BSC.
- In der Gesamtschau der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen zeigen sich für Luspatercept + BSC gegenüber Placebo + BSC Nachteile bei schwerwiegenden und schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3) sowie Therapieabbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen, wodurch sich insgesamt ein relevanter Nachteil für Luspatercept + BSC im Vergleich zu Placebo + BSC in der Endpunktkategorie Nebenwirkungen ergibt.
- Nebenwirkungen - Knochenschmerzen (PT)
- Für die weiteren relevanten Sicherheitsereignisse liegt bei Knochenschmerzen (PT) ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Luspatercept + BSC im Vergleich zu Placebo + BSC vor.
- Gesamtbewertung
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Luspatercept zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit transfusionsabhängiger Anämie, die mit einer Beta-Thalassämie verbunden ist, liegen Ergebnisse zu den Endpunktkategorien Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und Nebenwirkungen aus der Studie BELIEVE vor.
- In der Gesamtbewertung der vorliegenden Ergebnisse zu den patientenrelevanten Endpunkten stuft der G-BA das Ausmaß des Zusatznutzens von Luspatercept in der Behandlung von erwachsenen Patienten mit transfusionsabhängiger Anämie, die mit einer Beta-Thalassämie verbunden ist, auf der Basis der Kriterien in § 5 Absatz 8 S. 1, 2 i.V.m. § 5 Absatz 7 Satz 1 Nummer 4 AM-NutzenV als nicht quantifizierbar ein, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
Zugehörige Verfahren
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