Cemiplimab (6) – Libtayo®
Kutanes Plattenepithelkarzinom, nach Resektion und Strahlentherapie, adjuvante Therapie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.12.2025 – Zulassung: 17.11.2025 |
|---|---|
| Beschluss | 04.06.2026 |
| Befristung bis | 01.11.2028 |
| Wirkstoff | Cemiplimab |
| Handelsname | Libtayo® |
| Pharm. Unternehmer | Regeneron GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1275 |
| ATC-Code | L01FF06 PD-1/PDL-1-Inhibitoren (L01FF) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C44.9Bösartige Neubildung der Haut, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I24840Plattenepithelkarzinom der Haut |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
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Libtayo ist indiziert als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung von erwachsenen Patienten mit kutanem Plattenepithelkarzinom (CSCC) und hohem Rezidivrisiko nach Operation und Bestrahlung. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit kutanem Plattenepithelkarzinom mit hohem Rezidivrisiko nach Resektion und Strahlentherapie; adjuvante Behandlung | Beobachtendes Abwarten |
Studien und Ergebnisse
- Klinische Studien
- Die Studie C-POST ist eine noch laufende, multizentrische, doppelblinde, randomisierte kontrollierte Phase-III-Studie, in der Cemiplimab als Monotherapie gegenüber Placebo, jeweils nach erfolgter Operation und anschließender Strahlentherapie, verglichen wird.
Erwachsene mit kutanem Plattenepithelkarzinom mit hohem Rezidivrisiko nach Resektion und Strahlentherapie; adjuvante Behandlung
- Im Ergebnis wird für Cemiplimab zur adjuvanten Behandlung des kutanen Plattenepithelkarzinoms nach Resektion und Strahlentherapie bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit hohem Risiko für ein Rezidiv, ein nicht quantifizierbarer Zusatznutzen gegenüber beobachtendem Abwarten festgestellt.
- Zusammenfassend leitet der G-BA daher hinsichtlich der Aussagesicherheit (Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens) einen Hinweis für den festgestellten Zusatznutzen ab.
- Mortalität
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Scheitern des kurativen Therapieansatzes
- Insgesamt liegt für den Endpunkt Scheitern des kurativen Therapieansatzes, für die Haupt- als auch für die Sensitivitätsanalysen, ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Cemiplimab gegenüber beobachtendem Abwarten sowohl für die Ereignisrate als auch für die zeitabhängige Auswertung vor.
- Es ist jedoch anzumerken, dass zum Zeitpunkt des 2. Datenschnitts noch eine hohe Anzahl von frühen Zensierungen für den Endpunkt DFS vorlagen, was darauf schließen lässt, dass die Beobachtungsdauer noch nicht ausreicht, um den Endpunkt abschließend bewerten zu können.
- Auch die EMA kritisiert die Beobachtungsdauer und forderte ursprünglich einen fixen Beobachtungszeitraum von 3 Jahren.
- Da von der vorliegenden Studie C-POST nur Patientinnen und Patienten mit R0- und R1-Resektion umfasst waren, kann somit davon ausgegangen werden, dass die Patientinnen und Patienten im vorliegenden Anwendungsgebiet mit einem kurativen Therapieansatz behandelt werden.
- Morbidität - Symptomatik (erhoben mittels EORTC QLQ-C30)
- Für alle Skalen des EORTC QLQ-C30 (globaler Gesundheitsstatus, körperliche Funktion, Rollenfunktion, emotionale Funktion, kognitive Funktion und soziale Funktion) zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Cemiplimab und beobachtendem Abwarten.
- Morbidität - Gesundheitszustand (erhoben mittels EQ-5D VAS)
- Es zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Lebensqualität
- Für alle Funktionsskalen des EORTC QLQ-C30 zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
- Insgesamt ergibt sich damit hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität weder ein Vorteil noch ein Nachteil für Cemiplimab.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3), Therapieabbruch aufgrund von unerwünschten Ereignissen
- Für die Endpunkte SUE, schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) und Therapieabbrüche aufgrund von UE zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Cemiplimab gegenüber beobachtendem Abwarten.
- Nebenwirkungen - Immunvermittelte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, immunvermittelte schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE ≥ 3)
- Für die Endpunkte Immunvermittelte SUE und immunvermittelte schwere UEs zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Cemiplimab gegenüber beobachtendem Abwarten.
- Nebenwirkungen - Hypothyreose (PT, unerwünschte Ereignisse)
- Für den spezifischen UE Hypothyreose (PT, UEs) liegt im Detail ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Cemiplimab gegenüber beobachtendem Abwarten vor.
- Gesamtbewertung
- Für das Gesamtüberleben zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Aus den Ergebnissen zur Symptomatik, dem Gesundheitszustand und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (erhoben mittels EORTC QLQ-C30 und EQ 5D-VAS) lässt sich für Cemiplimab weder ein Vorteil noch ein Nachteil im Vergleich zu beobachtendem Abwarten ableiten.
- Hinsichtlich der Ergebnisse zum Scheitern des kurativen Therapieansatzes, dargestellt als Rezidivrate und krankheitsfreies Überleben, wird ein deutlicher Vorteil von Cemiplimab im Vergleich zu beobachtendem Abwarten festgestellt.
- Die Vermeidung von Rezidiven stellt ein essenzielles Therapieziel in der vorliegenden kurativen Therapiesituation dar.
- Es ist jedoch anzumerken, dass zum Zeitpunkt des 2. Datenschnitts eine hohe Anzahl von frühen Zensierungen für den Endpunkt DFS vorlagen, was darauf schließen lässt, dass die Beobachtungsdauer noch nicht ausreicht, um den Endpunkt abschließend bewerten zu können.
- Auch die EMA kritisiert die Beobachtungsdauer und forderte ursprünglich einen fixen Beobachtungszeitraum von 3 Jahren.
- Aus den Ergebnissen zu den Nebenwirkungen ergibt sich ein Nachteil für Cemiplimab.
- Dem liegen statistisch signifikante Unterschiede zuungunsten von Cemiplimab bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (UE), schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3) und den Therapieabbrüchen aufgrund von UE zugrunde.
- Im Detail liegt bei den spezifischen UE ein Nachteil von Cemiplimab im Vergleich zu beobachtendem Abwarten vor.
- In der Gesamtbetrachtung steht dem Vorteil im Endpunkt Scheitern des kurativen Ansatzes ein Nachteil hinsichtlich der Nebenwirkungen gegenüber.
- Vor dem Hintergrund der hohen Anzahl von frühen Zensierungen lässt sich das Ausmaß der Verbesserung im Endpunkt Scheitern des kurativen Ansatzes nicht sicher quantifizieren.
- Der große Unterschied zwischen den Behandlungsarmen stellt jedoch den Effekt nicht infrage.
- Ein längerer Beobachtungszeitraum wäre notwendig, um eine Quantifizierung des Ausmaßes der erzielten Verbesserung zu ermöglichen.
- Der Nachteil bei den Nebenwirkungen wird zwar als bedeutend eingestuft, dies führt jedoch nicht zu einer Herabstufung in der Gesamtaussage zum Zusatznutzen.
Zugehörige Verfahren
| Cemiplimab (6) | Libtayo® | Regeneron GmbH | Kutanes Plattenepithelkarzinom, nach Resektion und Strahlentherapie, adjuvante Therapie | 690–1.420 | 100% Hinweis auf nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen | |
| Cemiplimab (5) | Libtayo® | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, Erstlinie, PD-L1-Expression ≥ 1 %, Kombination mit platinbasierter Chemotherapie | 9.540–12.900 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Cemiplimab (4) | Libtayo® | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | Zervixkarzinom, vorbehandelt | 380–1.450 | 50% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen | |
| Cemiplimab (3) | Libtayo® | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | Basalzellkarzinom, lokal fortgeschritten oder metastasiert | 83–155 | 97% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen | |
| Cemiplimab (2) | Libtayo® | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, Erstlinie | 4.130–5.110 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Cemiplimab (1) | Libtayo® | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | Kutanes Plattenepithelkarzinom | 450–1.400 | 100% Zusatznutzen nicht belegt |
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