Cemiplimab (4) – Libtayo®

Zervixkarzinom, vorbehandelt

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.05.2023 – Zulassung: 18.11.2022
Beschluss 19.10.2023
Wirkstoff Cemiplimab
Handelsname Libtayo®
Pharm. Unternehmer Dossier: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Neuer Inverkehrbringer: Regeneron GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-931
ATC-Code L01FF06 PD-1/PDL-1-Inhibitoren (L01FF)
ICD-10 Codes (AIS) C53.0Bösartige Neubildung: Endozervix, C53.1Bösartige Neubildung: Ektozervix, C53.8Bösartige Neubildung: Cervix uteri, mehrere Teilbereiche überlappend, C53.9Bösartige Neubildung: Cervix uteri, nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I102090Bösartige Neubildung des Zervixstumpfes, I102158Bösartige Neubildung der Cervix uteri, I23846Bösartige Neubildung der Ektozervix, I23916Bösartige Neubildung der Endozervix
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Zervixkarzinom / Gebärmutterhalskrebs
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet
Besonderheit Bundling ZVT-Änderung Praxisbesonderheit

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Libtayo ist indiziert als Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder metastasiertem Zervixkarzinom und Krankheitsprogression während oder nach einer platinbasierten Chemotherapie.

Patientengruppe Indikation ZVT
a) Erwachsene Patientinnen mit rezidiviertem oder metastasiertem Zervixkarzinom, bei denen eine Krankheitsprogression während oder nach einer platinbasierten Erstlinienchemotherapie aufgetreten ist, und für die eine weitere antineoplastische Therapie in Frage kommt Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Auswahl einer Monotherapie mit: – Nab-Paclitaxel – Vinorelbin – Ifosfamid – Topotecan – Pemetrexed – Irinotecan – Pembrolizumab (für Patientinnen mit PD-L1 positivem Zervixkarzinom)
b) Erwachsene Patientinnen mit rezidiviertem oder metastasiertem Zervixkarzinom, bei denen eine Krankheitsprogression während oder nach einer platinbasierten Erstlinienchemotherapie aufgetreten ist, und für die eine weitere antineoplastische Therapie nicht in Frage kommt Best-Supportive-Care

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (EMPOWER-Cervical 1)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) Patienten-Eignung
ZVT-Änderung 23.05.2023 – Stellungnahme der Fachgesellschaften, BSG-Urteil

  • Klinische Studien
    • In die offene, randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie EMPOWER-Cervical 1 wurden erwachsene Patientinnen mit rezidiviertem oder metastasiertem Zervixkarzinom (Plattenepithelkarzinom, Adenokarzinom oder adenosquamöses Karzinom) und Krankheitsprogression während oder nach einer platinbasierten Chemotherapie eingeschlossen.
    • In den Studienarmen wurde Cemiplimab mit einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Auswahl einer Monotherapie mit Pemetrexed, Topotecan, Irinotecan, Gemcitabin oder Vinorelbin (im Folgenden: Chemotherapie) verglichen.

a) Erwachsene Patientinnen mit rezidiviertem oder metastasiertem Zervixkarzinom, bei denen eine Krankheitsprogression während oder nach einer platinbasierten Erstlinienchemotherapie aufgetreten ist und für die eine weitere antineoplastische Therapie in Frage kommt

  • Im Ergebnis stellt der G-BA für Cemiplimab im Vergleich zu einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Auswahl einer Monotherapie mit Nab-Paclitaxel, Vinorelbin, Ifosfamid, Topotecan, Pemetrexed, Irinotecan und Pembrolizumab (für Patientinnen mit PD-L1 positivem metastasiertem Zervixkarzinom) für Patientinnen mit rezidiviertem oder metastasiertem Zervixkarzinom und Krankheitsprogression während oder nach einer platinbasierten Chemotherapie und für die eine weitere antineoplastische Therapie in Frage kommt einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen fest.
  • Somit wird die Aussagesicherheit für den festgestellten Zusatznutzen in die Kategorie „Hinweis“ eingestuft.
  • Mortalität
    • Das Gesamtüberleben ist in der Studie EMPOWER-Cervical 1 definiert als die Zeit von der Randomisierung bis zum Tod jeglicher Ursache.
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zugunsten von Cemiplimab im Vergleich zu einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Auswahl einer Monotherapie mit Nab-Paclitaxel, Vinorelbin, Ifosfamid, Topotecan, Pemetrexed, Irinotecan und Pembrolizumab (für Patientinnen mit PD-L1 positivem metastasiertem Zervixkarzinom) (Im Folgenden: Chemotherapie).
    • Das Ausmaß der erzielten Verlängerung im Gesamtüberleben wird als eine deutliche Verbesserung bewertet.
  • Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
    • Das PFS wird in der Studie Empower-Cervical 1 operationalisiert als der Zeitraum von der Randomisierung bis zur ersten Dokumentation einer Krankheitsprogression oder Tod jeglicher Ursache, je nachdem, was zuerst eintritt.
    • Es zeigt sich für das PFS ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Cemiplimab.
    • Bei dem Endpunkt PFS handelt es sich um einen kombinierten Endpunkt, der sich aus Endpunkten der Kategorien Mortalität und Morbidität zusammensetzt.
  • Morbidität - Symptomatik (erhoben mittels EORTC QLQ-C30)
    • Die Symptomatik der Patientinnen wird in der Studie EMPOWER-Cervical 1 mittels der Symptomskalen des krebsspezifischen Fragebogens EORTC QLQ-C30 erhoben.
    • Für die Endpunkte Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen und Appetitlosigkeit zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Cemiplimab im Vergleich zu Chemotherapie.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität
    • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wird in der Studie EMPOWER-Cervical 1 mittels des EORTC QLQ-C30-Fragebogens erhoben.
    • Für die Endpunkte körperliche Funktion, Rollenfunktion und soziale Funktion zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Cemiplimab im Vergleich zum Kontrollarm.
  • Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3)
    • Für den Endpunkt schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Cemiplimab im Vergleich zu Chemotherapie.
  • Nebenwirkungen - Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen
    • Für den Endpunkt Therapieabbrüche aufgrund von UE zeigt ein sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Interventions- und Kontrollarm.
  • Nebenwirkungen - Spezifische unerwünschte Ereignisse
    • Für die weiteren spezifischen UE Übelkeit (PT, UE) und Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems (SOC, SUE) zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Cemiplimab im Vergleich zu Chemotherapie.
    • Für den Endpunkt Leber- und Gallenerkrankungen (SOC, schwere UE [CTCAE-Grad ≥ 3]) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Cemiplimab im Vergleich zu Chemotherapie.
  • Gesamtschau
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zugunsten von Cemiplimab im Vergleich zu Chemotherapie.
    • Das Ausmaß der erzielten Verlängerung im Gesamtüberleben wird als eine deutliche Verbesserung bewertet.
    • Die Symptomatik wurde in der Studie EMPOWER-Cervical 1 mittels der Symptomskalen des EORTC QLQ-C30 erhoben. Für die Endpunkte Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen und Appetitlosigkeit zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Cemiplimab im Vergleich zu Chemotherapie.
    • Hinsichtlich der Endpunktkategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) ergibt sich für die Endpunkte körperliche Funktion, Rollenfunktion und soziale Funktion jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Cemiplimab im Vergleich zum Kontrollarm.
    • Für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen lässt sich für Cemiplimab im Vergleich zu Chemotherapie insgesamt ein Vorteil feststellen, der auf einer statistisch signifikanten Verminderung von schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3) sowie auf überwiegenden Vorteilen bei spezifischen UE basiert.
    • In der Gesamtschau stellt der G-BA für Cemiplimab im Vergleich zu einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Auswahl einer Monotherapie mit Nab-Paclitaxel, Vinorelbin, Ifosfamid, Topotecan, Pemetrexed, Irinotecan und Pembrolizumab (für Patientinnen mit PD-L1 positivem metastasiertem Zervixkarzinom) für Patientinnen mit rezidiviertem oder metastasiertem Zervixkarzinom und Krankheitsprogression während oder nach einer platinbasierten Chemotherapie und für die eine weitere antineoplastische Therapie in Frage kommt einen beträchtlichen Zusatznutzen fest.

b) Erwachsene Patientinnen mit rezidiviertem oder metastasiertem Zervixkarzinom, bei denen eine Krankheitsprogression während oder nach einer platinbasierten Erstlinienchemotherapie aufgetreten ist und für die eine weitere antineoplastische Therapie nicht in Frage kommt

  • Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
  • Mit dem Dossier wurden vom pharmazeutischen Unternehmer keine Daten für eine Bewertung des Zusatznutzens von Cemiplimab in dieser Patientengruppe bzw. im Vergleich zu einer Best-Supportive-Care vorgelegt.
  • Somit ist ein Zusatznutzen für Patientinnen, für die eine weitere antineoplastische Therapie nicht in Frage kommt, nicht belegt.

Zugehörige Verfahren

Cemiplimab (6) Libtayo® Regeneron GmbH Onkologische Erkrankungen Kutanes Plattenepithelkarzinom, nach Resektion und Strahlentherapie, adjuvante Therapie 690–1.420 100% Hinweis auf nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen
Cemiplimab (5) Libtayo® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, Erstlinie, PD-L1-Expression ≥ 1 %, Kombination mit platinbasierter Chemotherapie 9.540–12.900 100% Zusatznutzen nicht belegt
Cemiplimab (4) Libtayo® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Zervixkarzinom, vorbehandelt 380–1.450 50% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen
Cemiplimab (3) Libtayo® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Basalzellkarzinom, lokal fortgeschritten oder metastasiert 83–155 97% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen
Cemiplimab (2) Libtayo® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, Erstlinie 4.130–5.110 100% Zusatznutzen nicht belegt
Cemiplimab (1) Libtayo® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Kutanes Plattenepithelkarzinom 450–1.400 100% Zusatznutzen nicht belegt


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