Cemiplimab (3) – Libtayo®

Basalzellkarzinom, lokal fortgeschritten oder metastasiert

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.08.2021 – Zulassung: 21.06.2021
Beschluss 20.01.2022
Wirkstoff Cemiplimab
Handelsname Libtayo®
Pharm. Unternehmer Dossier: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Neuer Inverkehrbringer: Regeneron GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-706
ATC-Code L01FF06 PD-1/PDL-1-Inhibitoren (L01FF)
ICD-10 Codes (AIS) C44.9Bösartige Neubildung der Haut, nicht näher bezeichnet
Alpha-ID Codes (AIS) I9937Basalzellkarzinom
DDD Tagesdosis 17 mg parenteral
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Basaliom / Basalzellkarzinom (BCC / laBCC / smBCC)
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet
Regulatorischer Status Bedingte Zulassung (CMA)
Besonderheit Bundling Praxisbesonderheit

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Libtayo ist indiziert als Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Basalzellkarzinom (locally advanced basal cell carcinoma, laBCC, oder metastatic basal cell carcinoma, mBCC), bei denen eine Krankheitsprogression unter einem Hedgehog-Signalweg-Inhibitor (hedgehog pathway inhibitor, HHI) aufgetreten ist oder die eine Unverträglichkeit gegen einen HHI haben.

Patientengruppe Indikation ZVT
a) Erwachsene mit lokal fortgeschrittenem Basalzellkarzinom (laBCC), die zuvor mit einem Hedgehog-Inhibitor behandelt wurden und während dieser Behandlung eine Krankheitsprogression oder eine Unverträglichkeit gegen diese aufzeigen Best-Supportive-Care
b) Erwachsene mit metastasiertem Basalzellkarzinom (mBCC), die zuvor mit einem Hedgehog-Inhibitor behandelt wurden und während dieser Behandlung eine Krankheitsprogression oder eine Unverträglichkeit gegen diese aufzeigen Best-Supportive-Care

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (R2810-ONC-1620)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
Single-Arm + kein Vergleich
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) Krankheitsstadium

  • Klinische Studien
    • Für den Nachweis eines Zusatznutzens hat der pharmazeutische Unternehmer im Dossier die Ergebnisse der einarmigen, offenen und multizentrischen Phase-II-Studie R2810-ONC-1620 vorgelegt.

a) Erwachsene mit lokal fortgeschrittenem Basalzellkarzinom (laBCC), die zuvor mit einem Hedgehog-Inhibitor behandelt wurden und während dieser Behandlung eine Krankheitsprogression oder eine Unverträglichkeit gegen diese aufzeigen.

  • Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen
  • Im Ergebnis stellt der G-BA unter Berücksichtigung der Stellungnahmen medizinischer Sachverständiger sowie der hier vorliegenden Therapiesituation für Patientinnen und Patienten mit laBCC einen patientenrelevanten Vorteil für Cemiplimab beim Tumoransprechen fest.
  • Das Ausmaß des Zusatznutzens von Cemiplimab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Best Supportive Care wird für Patientinnen und Patienten mit laBCC insgesamt als gering eingestuft.
  • Mortalität
    • Der Endpunkt Gesamtüberleben wurde in der Studie R2810-ONC-1620 als sekundärer Endpunkt erhoben und definiert als Zeitspanne zwischen Behandlungsbeginn und Eintreten des Todes aufgrund jeglicher Ursache.
    • Insgesamt lässt sich anhand der Ergebnisse der Studie R2810-ONC-1620 zum Endpunkt Gesamtüberleben keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens für die Endpunktkategorie Mortalität treffen, da keine vergleichenden Daten vorliegen.
    • Der Endpunkt Gesamtüberleben wird ergänzend dargestellt.
  • Morbidität - Objektive Ansprechrate / Klinisches Ansprechen
    • Der Endpunkt Objektive Ansprechrate (ORR) wurde in der Studie R2810-ONC-1620 als primärer Endpunkt erhoben und operationalisiert als Komposit-Ansprechen, in das das klinische und radiologische Ansprechen eingehen.
    • Hinsichtlich des Komposit-Ansprechens zeigte sich für 28,6% der Patientinnen und Patienten mit laBCC und für 21,4% der Patientinnen und Patienten mit mBCC ein Ansprechen.
    • Bei 30% der Patientinnen und Patienten mit laBCC wurde ein klinisches Ansprechen festgestellt.
    • Von den Patientinnen und Patienten mit größeren Läsionen (Kategorie 1) sprachen 23% an, während von den Patientinnen und Patienten mit kleineren Läsionen (Kategorie 2) 44% auf die Behandlung mit Cemiplimab ansprachen.
    • Bei 9 der Patientinnen und Patienten, die auf die Behandlung mit Cemiplimab angesprochen haben, zeigte sich eine komplette Remission der Läsionen um 100 % und Elimination der Ulzerationen (11 %).
    • Die weiteren 15 Patienten zeigten eine partielle Remission der Stufen 2 oder 3.
    • Bei Patientinnen und Patienten mit klinischem Ansprechen in Kategorie 1 (Läsionsgröße > 50 mm) wurde die Läsionsgröße im Mittel um ca. 39 %, bei Patientinnen und Patienten mit klinischem Ansprechen in Kategorie 2 (Läsionsgröße ≤ 50 mm) im Mittel um ca. 65 % reduziert.
    • In der Indikation des lokal fortgeschrittenen Basalzellkarzinoms liegt der Sonderfall vor, dass aufgrund der guten äußeren Sichtbarkeit der Tumorläsionen und Ulzerationen, die sich z.T. in deutlich sichtbaren Entstellungen manifestieren und zudem mit einer olfaktorischen Komponente einhergehen können, der Endpunkt Objektive Ansprechrate (ORR) als patientenrelevanter Endpunkt erachtet wird, sofern durch geeignete Operationalisierung gezeigt wird, dass Tumorgröße und Tumorulzerationen relevant zurückgehen.
    • Die durch Vorlage der Einzelkomponenten des ORR ermöglichte Auswertung zeigte Ergebnisse in Form einer relevanten Reduktion der Tumore und Tumorulzerationen durch ein klinisches Ansprechen bei 24 von 81 Patienten mit laBCC (30 %) – darunter eine komplette Remission bei 9 Patienten (11 %) – die als patientenrelevant zu betrachten sind.
    • Somit kann aus den vorliegenden Ergebnissen eine Steigerung des klinischen Ansprechens durch die Behandlung mit Cemiplimab gegenüber Best Supportive Care bei Patientinnen und Patienten mit laBCC gefolgert werden.
  • Morbidität - Progressionsfreies Überleben
    • Das Progressionsfreie Überleben (PFS) wurde definiert als Zeitspanne zwischen Behandlungsbeginn und dem Beginn eines Rezidivs oder einer Krankheitsprogression (fotografisch oder radiologisch) oder dem Zeitpunkt des Todes aufgrund jeglicher Ursache.
    • Der Endpunkt Progressionsfreies Überleben lässt sich aufgrund seiner Zusammensetzung aus verschiedenen Endpunktkategorien mit unterschiedlicher Relevanz und Schwere in seiner Patientenrelevanz nicht eindeutig einzuschätzen, weshalb insgesamt keine Aussage zum Zusatznutzen getroffen werden kann.
    • Davon unbenommen lässt sich anhand der Ergebnisse der Studie R2810-ONC-1620 zum Endpunkt Progressionsfreies Überleben keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens für die Endpunktkategorie Mortalität treffen, da keine vergleichenden Daten vorliegen.
    • Der Endpunkt Progressionsfreies Überleben wird ergänzend dargestellt.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität
    • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde in der Studie R2810-ONC-1620 mittels des globalen Gesundheitsstatus und der Funktionsskalen des Fragebogens EORTC QLQ-C30 sowie dem Fragebogen SKINDEX-16 ermittelt.
    • Die Ergebnisse zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität sind nicht bewertbar, da keine vergleichenden Daten vorliegen.
  • Nebenwirkungen
    • Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
    • Bei nahezu allen Studienteilnehmern traten unerwünschte Ereignisse (UE) auf.
    • Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3), Therapieabbrüche aufgrund von UE und UE von besonderem Interesse
    • Es liegen keine vergleichenden Daten für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3), Therapieabbrüche aufgrund von UE und UE von besonderem Interesse vor.
    • Insgesamt lässt sich anhand der Ergebnisse der Studie R2810-ONC-1620 zu den unerwünschten Ereignissen keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen treffen, da keine vergleichenden Daten vorliegen.
    • Die Ergebnisse der Endpunktkategorie Nebenwirkungen werden lediglich ergänzend dargestellt.
  • Gesamtbewertung
    • In der Endpunktkategorie Morbidität wurde für Patientinnen und Patienten mit lokal fortgeschrittenem Basalzellkarzinom (laBCC) für die Endpunktkomponente klinisches Ansprechen des Komposit-Endpunkts Objektive Ansprechrate (ORR) ein gutes klinisches Ansprechen gezeigt.
    • Da mit hinreichender Sicherheit angenommen werden kann, dass unter der Vergleichstherapie Best Supportive Care keine relevanten Effekte hinsichtlich eines klinischen Ansprechens erzielt werden können, wird ein klinisches Ansprechen in diesem relevanten Ausmaß in der vorliegenden Indikation als patientenrelevant betrachtet und kann mit ausreichender Sicherheit zur Nutzenbewertung herangezogen werden.
    • Dem positiven Effekt auf das klinische Ansprechen stehen unerwünschte Ereignisse unter Cemiplimab gegenüber.
    • In der Gesamtbetrachtung liegt somit nur für das klinische Ansprechen ein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied bzw. bewertbare Daten vor.
    • Die Ergebnisse zum klinischen Ansprechen erlauben nur Aussagen für Patientinnen und Patienten mit laBCC; für Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Basalzellkarzinom (mBCC) liegen insgesamt keine bewertbaren Daten vor.

b) Erwachsene mit metastasiertem Basalzellkarzinom (mBCC), die zuvor mit einem Hedgehog-Inhibitor behandelt wurden und während dieser Behandlung eine Krankheitsprogression oder eine Unverträglichkeit gegen diese aufzeigen.

  • Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
  • Für Patientinnen und Patienten mit mBCC liegen keine zur Ableitung eines Zusatznutzen geeigneten Daten vor, sodass im Ergebnis für diese Patientinnen und Patienten festgestellt wird, dass ein Zusatznutzen nicht belegt ist.
  • Mortalität
    • Der Endpunkt Gesamtüberleben wurde in der Studie R2810-ONC-1620 als sekundärer Endpunkt erhoben und definiert als Zeitspanne zwischen Behandlungsbeginn und Eintreten des Todes aufgrund jeglicher Ursache.
    • Insgesamt lässt sich anhand der Ergebnisse der Studie R2810-ONC-1620 zum Endpunkt Gesamtüberleben keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens für die Endpunktkategorie Mortalität treffen, da keine vergleichenden Daten vorliegen.
    • Der Endpunkt Gesamtüberleben wird ergänzend dargestellt.
  • Morbidität - Objektive Ansprechrate / Klinisches Ansprechen
    • Der Endpunkt Objektive Ansprechrate (ORR) wurde in der Studie R2810-ONC-1620 als primärer Endpunkt erhoben und operationalisiert als Komposit-Ansprechen, in das das klinische und radiologische Ansprechen eingehen.
    • Hinsichtlich des Komposit-Ansprechens zeigte sich für 28,6% der Patientinnen und Patienten mit laBCC und für 21,4% der Patientinnen und Patienten mit mBCC ein Ansprechen.
    • Für Patienten mit mBCC ist durch das Vorhandensein von Fernmetastasen eine alleinige Betrachtung des klinischen Ansprechens nicht zielführend, da für die Beurteilung des gesamten Tumorgeschehens hier auch die Beurteilung des radiologischen Ansprechens notwendig ist.
  • Morbidität - Progressionsfreies Überleben
    • Das Progressionsfreie Überleben (PFS) wurde definiert als Zeitspanne zwischen Behandlungsbeginn und dem Beginn eines Rezidivs oder einer Krankheitsprogression (fotografisch oder radiologisch) oder dem Zeitpunkt des Todes aufgrund jeglicher Ursache.
    • Der Endpunkt Progressionsfreies Überleben lässt sich aufgrund seiner Zusammensetzung aus verschiedenen Endpunktkategorien mit unterschiedlicher Relevanz und Schwere in seiner Patientenrelevanz nicht eindeutig einzuschätzen, weshalb insgesamt keine Aussage zum Zusatznutzen getroffen werden kann.
    • Davon unbenommen lässt sich anhand der Ergebnisse der Studie R2810-ONC-1620 zum Endpunkt Progressionsfreies Überleben keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens für die Endpunktkategorie Mortalität treffen, da keine vergleichenden Daten vorliegen.
    • Der Endpunkt Progressionsfreies Überleben wird ergänzend dargestellt.
  • Morbidität - Symptomatik
    • Die Ergebnisse zur Symptomatik sind nicht bewertbar, da keine vergleichenden Daten vorliegen.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität
    • Die Ergebnisse zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität sind nicht bewertbar, da keine vergleichenden Daten vorliegen.
  • Nebenwirkungen
    • Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
    • Bei nahezu allen Studienteilnehmern traten unerwünschte Ereignisse (UE) auf.
    • Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3), Therapieabbrüche aufgrund von UE und UE von besonderem Interesse
    • Es liegen keine vergleichenden Daten für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3), Therapieabbrüche aufgrund von UE und UE von besonderem Interesse vor.
    • Insgesamt lässt sich anhand der Ergebnisse der Studie R2810-ONC-1620 zu den unerwünschten Ereignissen keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen treffen, da keine vergleichenden Daten vorliegen.
    • Die Ergebnisse der Endpunktkategorie Nebenwirkungen werden lediglich ergänzend dargestellt.
  • Gesamtbewertung
    • Für Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Basalzellkarzinom (mBCC) liegen insgesamt keine bewertbaren Daten vor.

Zugehörige Verfahren

Cemiplimab (6) Libtayo® Regeneron GmbH Onkologische Erkrankungen Kutanes Plattenepithelkarzinom, nach Resektion und Strahlentherapie, adjuvante Therapie 690–1.420 100% Hinweis auf nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen
Cemiplimab (5) Libtayo® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, Erstlinie, PD-L1-Expression ≥ 1 %, Kombination mit platinbasierter Chemotherapie 9.540–12.900 100% Zusatznutzen nicht belegt
Cemiplimab (4) Libtayo® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Zervixkarzinom, vorbehandelt 380–1.450 50% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen
Cemiplimab (3) Libtayo® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Basalzellkarzinom, lokal fortgeschritten oder metastasiert 83–155 97% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen
Cemiplimab (2) Libtayo® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, Erstlinie 4.130–5.110 100% Zusatznutzen nicht belegt
Cemiplimab (1) Libtayo® Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Onkologische Erkrankungen Kutanes Plattenepithelkarzinom 450–1.400 100% Zusatznutzen nicht belegt


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