Burosumab (3) – Crysvita®

X-chromosomale Hypophosphatämie, ≥ 18 Jahre

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.11.2020 – Zulassung: 30.09.2020
Beschluss 15.04.2021 aufgehoben
Wirkstoff Burosumab
Handelsname Crysvita®
Pharm. Unternehmer Kyowa Kirin GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-588
ATC-Code M05BX05 Andere Mittel mit Einfluss auf die Knochenstruktur und die Mineralisation (M05BX)
ICD-10 Codes (AIS) E83.30Familiäre hypophosphatämische Rachitis
Alpha-ID Codes (AIS) I125310X-chromosomale Hypophosphatämie
ORPHAcodes (AIS) 89936X-chromosomale Hypophosphatämie
DDD Tagesdosis 1.43 mg parenteral
Therapeutisches Gebiet Stoffwechselkrankheiten Hypophosphatämie Orphan
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet
Aufgehoben durch: Burosumab (5) (21.07.2022)
Regulatorischer Status Bedingte Zulassung (CMA)

Anwendungsgebiet des Beschlusses

CRYSVITA wird angewendet zur Behandlung der X-chromosomalen Hypophosphatämie (XLH) bei Erwachsenen.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene Patienten mit X-chromosomaler Hypophosphatämie (XLH) – (Orphan Drug)

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (UX023-CL303)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Für die Bewertung des Zusatznutzens von Burosumab für Erwachsene mit X-chromosomaler Hypophosphatämie wurde seitens des pharmazeutischen Unternehmers die zulassungsbegründende, multizentrische, randomisierte, doppelblinde Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie UX023-CL303 mit Datenschnitt zu Woche 24 vorgelegt.

Erwachsene Patienten mit X-chromosomaler Hypophosphatämie (XLH)

  • Mortalität
    • In der Studie UX023-CL303 traten keine Todesfälle auf.
  • Morbidität - Serumphosphat
    • Die Erhöhung des pathologisch erniedrigten Serumphosphatwertes bis zum Erreichen des Normbereiches ist als Therapieziel der klinisch bedeutsame Parameter.
    • Für den Endpunkt Anteil der Personen mit mittlerem Serumphosphatspiegel ≥ 2,5 mg/dL in der Mitte des Dosiszyklus zeigte sich in Studie UX023-CL303 ein statistisch signifikanter Vorteil von Burosumab gegenüber Placebo.
    • Zum Ende des Dosiszyklus erreichten 46 Patienten aus dem Burosumabarm (67,6%) und 4 Personen aus dem Placeboarm (6,1%) einen mittleren Serumphosphatspiegel ≥ 2,5 mg/dL.
    • Die Ergebnisse zum Serumphosphatwert zeigen, dass bei der Mehrzahl der Patienten der Serumphosphat-Spiegel unter Therapie mit Burosumab den Normalbereich erreicht und der durch den Gendefekt verursachte pathologisch veränderte Serumphosphat-Spiegel stabilisiert wird.
  • Lebensqualität
    • Die Lebensqualität wurde in der Studie UX023-CL303 nicht erhoben.
  • Nebenwirkungen
    • In der Studie UX023-CL303 wurden bei 2 Patienten im Burosumabarm (2,9%) und bei 2 Patienten im Kontrollarm (3,0%) jeweils schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) festgestellt.
    • Für 8 Patienten im Burosumabarm (11,8%) und 9 Patienten im Kontrollarm (13,6%) zeigten sich jeweils schwere unerwünschte Ereignisse (UEs CTCAE-Grad 3 oder 4).
    • Hieraus kann für die Endpunkte SUEs und UEs CTCAE-Grad 3 oder 4 jeweils insgesamt kein Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen abgeleitet werden.
    • In der Studie UX023-CL303 brach kein Patient aufgrund von UE die Therapie mit Burosumab oder mit Placebo ab.
    • Daraus ergibt sich kein Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
    • Auf Ebene der SOC (Systemorganklasse) und PT (bevorzugter Begriff) kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Symptome der XLH umfasst sind.
    • Es zeigte sich für die Endpunkte Arthralgie (PT) und Oropharyngeale Schmerzen (PT) jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Burosumab.
    • In der Kategorie Nebenwirkungen ergeben sich in der Gesamtschau keine Vor- oder Nachteile für Burosumab.
  • Gesamtbewertung / Fazit
    • Für die Nutzenbewertung von Burosumab für Erwachsene mit X-chromosomaler Hypophosphatämie wurde seitens des pharmazeutischen Unternehmers die zulassungsbegründende, multizentrische, randomisierte, doppelblinde Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie UX023-CL303 mit Datenschnitt zu Woche 24 vorgelegt.
    • Aus der Studie UX023-CL303 ergeben sich Ergebnisse zur Mortalität, Morbidität sowie zu Nebenwirkungen.
    • In der Studie UX023-CL303 traten keine Todesfälle auf.
    • Für den Endpunkt der Kategorie Morbidität Gehfähigkeit erhoben mittels 6MWT konnte ein statistisch signifikanter Vorteil von Burosumab gegenüber Placebo festgestellt werden, dessen Ausmaß nicht abschließend beurteilt werden kann.
    • Für den klinisch bedeutsamen Endpunkt Serumphosphatwert zeigte sich in Studie UX023-CL303 für den Anteil der Personen mit mittlerem Serumphosphatspiegel ≥ 2,5 mg/dL in der Mitte des Dosiszyklus ein statistisch signifikanter Vorteil von Burosumab gegenüber Placebo.
    • Zum Ende des Dosiszyklus erreichten 46 Patienten aus dem Burosumab-Arm (67,6%) und 4 Personen aus dem Placebo-Arm (6,1%) einen mittleren Serumphosphatspiegel ≥ 2,5 mg/dL.
    • Die Ergebnisse zeigen, dass bei der Mehrzahl der Patienten der Serumphosphat-Spiegel unter der Therapie mit Burosumab den Normalbereich erreicht.
    • Für die Endpunkte Schmerzen erhoben mittels WOMAC, Fatigue erhoben mittels BFI und Krankheitszustand erhoben mittels PGI-I zeigten sich jeweils keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
    • Für die Subskala „Steifheit“ wurde in der Responderanalyse (Abnahme um ≥ 15 nu) ein statistisch signifikanter Vorteil von Burosumab gegenüber Placebo gezeigt.
    • Für die Subskala „Physische Funktion“ konnte in der Responderanalyse kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen festgestellt werden.
    • Für die Subskala „Schmerzen“ wurden keine Responderanalysen nachgereicht.
    • Für die Domänen Schmerzintensität und Schmerzbeeinträchtigung des BPI-SF zeigte sich in der mittleren Veränderung von Baseline zu Woche 24 jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
    • Für den Endpunkt „Schlimmste Schmerzen“ konnte in der Responderanalyse des BPI-SF (Item 3) für die Verringerung um > 15% kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen festgestellt werden.
    • Die Lebensqualität wurde in der Studie UX023-CL303 nicht erhoben.
    • In der Kategorie Nebenwirkungen ergeben sich in der Gesamtschau keine Vor- oder Nachteile für Burosumab.
    • In der Gesamtschau kommt der G-BA zu dem Ergebnis, dass ein geringer Zusatznutzen von Burosumab für die Behandlung erwachsener Patienten mit XLH vorliegt.
  • Gesamtbewertung / Fazit
    • Für die Nutzenbewertung von Burosumab für Erwachsene mit X-chromosomaler Hypophosphatämie wurde seitens des pharmazeutischen Unternehmers die zulassungsbegründende, multizentrische, randomisierte, doppelblinde Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie UX023-CL303 mit Datenschnitt zu Woche 24 vorgelegt.
    • Aus der Studie UX023-CL303 ergeben sich Ergebnisse zur Mortalität, Morbidität sowie zu Nebenwirkungen.
    • In der Studie UX023-CL303 traten keine Todesfälle auf.
    • Für den Endpunkt der Kategorie Morbidität Gehfähigkeit erhoben mittels 6MWT konnte ein statistisch signifikanter Vorteil von Burosumab gegenüber Placebo festgestellt werden, dessen Ausmaß nicht abschließend beurteilt werden kann.
    • Für den klinisch bedeutsamen Endpunkt Serumphosphatwert zeigte sich in Studie UX023-CL303 für den Anteil der Personen mit mittlerem Serumphosphatspiegel ≥ 2,5 mg/dL in der Mitte des Dosiszyklus ein statistisch signifikanter Vorteil von Burosumab gegenüber Placebo.
    • Zum Ende des Dosiszyklus erreichten 46 Patienten aus dem Burosumab-Arm (67,6%) und 4 Personen aus dem Placebo-Arm (6,1%) einen mittleren Serumphosphatspiegel ≥ 2,5 mg/dL.
    • Die Ergebnisse zeigen, dass bei der Mehrzahl der Patienten der Serumphosphat-Spiegel unter der Therapie mit Burosumab den Normalbereich erreicht.
    • Für die Endpunkte Schmerzen erhoben mittels WOMAC, Fatigue erhoben mittels BFI und Krankheitszustand erhoben mittels PGI-I zeigten sich jeweils keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
    • Für die Subskala „Steifheit“ wurde in der Responderanalyse (Abnahme um ≥ 15 nu) ein statistisch signifikanter Vorteil von Burosumab gegenüber Placebo gezeigt.
    • Für die Subskala „Physische Funktion“ konnte in der Responderanalyse kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen festgestellt werden.

Zugehörige Verfahren

Burosumab (7) Crysvita® Kyowa Kirin GmbH Stoffwechselkrankheiten X-chromosomale Hypophosphatämie; ≥ 1 Monat bis < 1 Jahr n.d. laufendes Verfahren Orphan (Umsatzgrenze)
Burosumab (6) Crysvita® Kyowa Kirin GmbH Stoffwechselkrankheiten FGF23-bedingte Hypophosphatämie bei tumorinduzierter Osteomalazie 60–140 100% Zusatznutzen nicht belegt Orphan (Umsatzgrenze)
Burosumab (5) Crysvita® Kyowa Kirin GmbH Stoffwechselkrankheiten X-chromosomale Hypophosphatämie, ≥ 18 Jahre 410–810 100% Zusatznutzen nicht belegt Orphan (Umsatzgrenze)
Burosumab (4) Crysvita® Kyowa Kirin GmbH Stoffwechselkrankheiten X-chromosomale Hypophosphatämie, ≥ 1 bis < 17 Jahre 200–550 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze)
Burosumab (3) Crysvita® Kyowa Kirin GmbH Stoffwechselkrankheiten X-chromosomale Hypophosphatämie, ≥ 18 Jahre 0
410–810
100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen Orphan aufgehoben
Burosumab (2) Crysvita® Kyowa Kirin GmbH Stoffwechselkrankheiten X-chromosomale Hypophosphatämie, ≥ 1 bis < 18 Jahre 0
200–500
100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan aufgehoben
Burosumab (1) Crysvita® Kyowa Kirin GmbH Stoffwechselkrankheiten X-chromosomale Hypophosphatämie, ≥ 1 bis < 18 Jahre 0
200–500
100% nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan aufgehoben


<< Liste aller Beschlüsse