Risankizumab (1) – Skyrizi®
Plaque-Psoriasis
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.06.2019 – Zulassung: 26.04.2019 |
|---|---|
| Beschluss | 22.11.2019 |
| Wirkstoff | Risankizumab |
| Handelsname | Skyrizi® |
| Pharm. Unternehmer | AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG |
| G-BA Vorgangsnummer | D-453 |
| ATC-Code | L04AC18 Interleukin-Inhibitoren (L04AC) |
| ICD-10 Codes (AIS) | L40.0Psoriasis vulgaris |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I109655Plaque-Psoriasis |
| DDD Tagesdosis | 1.79 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Hauterkrankungen Plaque-Psoriasis (PP) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Besonderheit | ZVT-Änderung Praxisbesonderheit |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Skyrizi™ wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie infrage kommen. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die im Rahmen einer erstmaligen systemischen Therapie nicht für eine konventionelle Therapie in Frage kommen | Adalimumab oder Guselkumab oder Ixekizumab oder Secukinumab |
| b) | Erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die auf eine systemische Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben | Adalimumab oder Brodalumab oder Guselkumab oder Infliximab oder Ixekizumab oder Secukinumab oder Ustekinumab |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
2 (UltlMMa-1, UltlMMa-2) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
ja |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Patienten-Eignung |
| ZVT-Änderung | 01.09.2018 – Fumarsäureester keine Option der zweckmäßigen Vergleichstherapie mehr |
- Klinische Studien
- Bei der Studie M16-178 handelt es sich um eine randomisierte, offene Parallelgruppenstudie, in der Risankizumab im Vergleich zu Fumarsäureester bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die bislang keine systemische Therapie erhalten haben, untersucht wurde.
- Bei den Studien UltIMMa-1 und UltIMMa-2 handelt es sich um randomisierte, doppelblinde Parallelgruppenstudien mit identischem Protokoll (Zwillingsstudien). In den Studien wird Risankizumab im Vergleich zu Placebo und Ustekinumab bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis untersucht.
a) Erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die im Rahmen einer erstmaligen systemischen Therapie nicht für eine konventionelle Therapie in Frage kommen.
- Für erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die im Rahmen einer erstmaligen systemischen Therapie nicht für eine konventionelle Therapie in Frage kommen, ist der Zusatznutzen nicht belegt.
- In der Gesamtschau ist ein Zusatznutzen daher nicht belegt.
- Mortalität
- Bis Woche 24 traten in der Studie M16-178 keine Todesfälle auf.
- Morbidität
- Für den Endpunkt Remission, ermittelt über den PASI 100, zeigt sich ein statistisch signifikanter Effekt zum Vorteil von Risankizumab gegenüber Fumarsäureestern (RR 9,91 [95%-KI 3,20; 30,71]; p-Wert < 0,001).
- Auch anhand des Anteils der Patienten mit einer Verbesserung des PASI-Scores von Studienbeginn zu Woche 24 um jeweils 75 % (PASI 75) bzw. 90 % (PASI 90) zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Vorteil für Risankizumab gegenüber Fumarsäureestern (PASI 75: RR 1,96 [95 %-KI 1,51; 2,54]; p-Wert < 0,001; PASI 90: RR 8,36 [95 %-KI 3,88; 18,00]; p-Wert < 0,001).
- Diese positiven Effekte spiegeln sich auch in der patientenberichteten Symptomfreiheit wider: Für die Endpunkte PSS-Juckreiz, PSS-Schmerz, PSS-Rötung und PSS-Brennen der patientenberichteten Symptomfreiheit zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Risankizumab gegenüber Fumarsäureestern.
- Weitere Vorteile zugunsten von Risankizumab zeigen sich in den Endpunkten „Erscheinungsfreiheit der Kopfhaut (PSSI 0)“, „Erscheinungsfreiheit der Nägel (NAPSI 0)“ sowie dem Gesundheitszustand der Patienten gemessen anhand der EQ-5D VAS.
- Lebensqualität
- Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde in der vorliegenden Studie anhand des DLQI und des SF-36 erhoben. Für den DLQI (DLQI 0 oder 1) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Risankizumab gegenüber Fumarsäureestern.
- Für den SF-36 werden der körperliche Summenscore (PCS) und der psychische Summenscore (MCS) einzeln betrachtet. Berücksichtigt wird jeweils die Mittelwertdifferenz der Änderung von Studienbeginn bis Behandlungswoche 24. Bei Betrachtung der Mittelwertdifferenzen zeigt sich sowohl für den PCS als auch den MCS ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Risankizumab gegenüber Fumarsäureestern. Da sowohl beim PCS als auch beim MCS das Konfidenzintervall für das Hedges’ g vollständig außerhalb des Irrelevanzbereiches [−0,2; 0,2] liegt, wird dies jeweils als relevanter Effekt interpretiert.
- Nebenwirkungen
- Für die Endpunkte SUEs, Abbruch wegen UEs sowie Infektionen und parasitäre Erkrankungen (SOC) zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Für die spezifischen UEs Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (SOC, inklusive der zugehörigen PTs Diarrhö, Schmerzen Oberbauch, Abdominalschmerz und Übelkeit), Gefäßerkrankungen (SOC, inklusive des zugehörigen PTs Hitzegefühl) und Erkrankungen des Nervensystems (SOC) zeigt sich hingegen jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Risankizumab.
b) Erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die auf eine systemische Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben.
- Für erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die auf eine systemische Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben, liegt für Risankizumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Ustekinumab ein Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen vor.
- In der Gesamtschau wird daher ein Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Risankizumab gegenüber Ustekinumab festgestellt.
- Insgesamt erfolgt eine Einstufung der Aussagesicherheit auf einen Beleg.
- Mortalität
- Bis Woche 52 traten in den Studien UltIMMa-1 und UltIMMa-2 keine Todesfälle auf.
- Morbidität - Psoriasis Area and Severity Index (PASI)
- Für die vorliegende Nutzenbewertung werden die Ergebnisse zum Anteil der Patienten mit einer Verbesserung des PASI-Scores von Studienbeginn zu Woche 52 um jeweils 100 % (PASI 100), 90 % (PASI 90) und 75 % (PASI 75) herangezogen.
- Zu Woche 52 erreichten 64 % (UltIMMa-1) bzw. 62 % (UltIMMa-2) der Patienten im Risankizumab-Arm einen PASI 100 und damit eine vollständige Remission; im Ustekinumab-Arm waren es hingegen nur 15 % (UltIMMa-1) bzw. 31 % (UltIMMa-2).
- In der Metaanalyse beider Studien zeigt sich ein statistisch signifikanter Effekt zum Vorteil von Risankizumab.
- Auch ein PASI 75- bzw. PASI 90-Response wird als patientenrelevant gewertet. Über den Anteil der Patienten mit einer Verbesserung des PASI-Scores von Studienbeginn zu Woche 52 um jeweils 75 % (PASI 75) bzw. 90 % (PASI 90) zeigen sich anhand der Metaanalysen beider Studien jeweils statistisch signifikante Vorteile für Risankizumab gegenüber Ustekinumab.
- Morbidität - Patientenberichtete Symptomfreiheit – erhoben mittels PSS-Juckreiz 0, PSS-Schmerz 0, PSS-Rötung 0 und PSS-Brennen 0
- Dabei zeigt sich in der Metaanalyse für die Endpunkte PSS-Juckreiz, PSS-Schmerz, PSS-Rötung und PSS-Brennen der patientenberichteten Symptomfreiheit jeweils ein statistisch signifikanter Effekt zum Vorteil von Risankizumab gegenüber Ustekinumab.
- Morbidität - Symptomatik Erscheinungsfreiheit der Fingernägel (NAPSI-Finger 0)
- Für den Endpunkt Erscheinungsfreiheit der Fingernägel (NAPSI-Finger 0) zeigt sich in der Metaanalyse der Studien UltIMMa-1 und UltIMMa-2 kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Symptomatik Erscheinungsfreiheit der Kopfhaut (PSSI 0)
- Für den Endpunkt Erscheinungsfreiheit der Kopfhaut (PSSI 0) zeigt sich in der Metaanalyse der Studien UltIMMa-1 und UltIMMa-2 ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Risankizumab gegenüber Ustekinumab.
- Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)
- Für den Endpunkt Gesundheitszustand gemessen anhand der EQ-5D VAS zeigt sich in der Metaanalyse der Studien UltIMMa-1 und UltIMMa-2 ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Risankizumab gegenüber Ustekinumab.
- Lebensqualität - Dermatology Life Quality Index (DLQI)-Response
- Für den Endpunkt gesundheitsbezogene Lebensqualität gemessen über den DLQI zeigt sich in der Metaanalyse der Studien UltIMMa-1 und UltIMMa-2 ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Risankizumab gegenüber Ustekinumab.
- Nebenwirkungen
- Für den patientenrelevanten Endpunkt SUE zeigt sich in beiden Studien zu Woche 52 kein statistisch signifikanter Vor- oder Nachteil für Risankizumab gegenüber Ustekinumab.
- Für den patientenrelevanten Endpunkt „Abbruch wegen UE“ zeigen sich zu Woche 52 ebenfalls in beiden Studien weder Vor- noch Nachteile für Risankizumab gegenüber Ustekinumab.
- Für den Endpunkt „Infektionen und parasitäre Erkrankungen“ zeigt sich in beiden Studien zu Woche 52 kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Gesamtbewertung
- Für erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die auf eine systemische Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben, zeigt sich in der Endpunktkategorie Morbidität sowohl in der Remission anhand des PASI 100 als auch in der Verbesserung des PASI-Scores um 75 % bzw. 90 % zu Woche 52 jeweils ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Risankizumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Ustekinumab.
- Diese positiven Effekte spiegeln sich auch in der patientenberichteten Symptomfreiheit wider: Für die Endpunkte PSS-Juckreiz, PSS-Schmerz, PSS-Rötung und PSS-Brennen der patientenberichteten Symptomfreiheit zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Risankizumab gegenüber Ustekinumab.
- Weitere Vorteile zugunsten von Risankizumab zeigen sich in den Endpunkten „Erscheinungsfreiheit der Kopfhaut“ sowie dem Gesundheitszustand der Patienten gemessen anhand der EQ-5D VAS.
- In der Endpunktkategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität ergeben sich anhand des DLQI von 0 oder 1 zu Woche 52 ebenfalls positive Effekte zugunsten einer Therapie mit Risankizumab gegenüber Ustekinumab.
- In der Kategorie Nebenwirkungen zeigt sich für Risankizumab gegenüber Ustekinumab weder ein Vor- noch ein Nachteil.
- In der Gesamtschau werden die positiven Effekte von Risankizumab auf die untersuchten Morbiditätsendpunkte sowie auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität ohne Nachteile im Nebenwirkungsprofil gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie als bisher nicht erreichte deutliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens bewertet und das Ausmaß des Zusatznutzens als beträchtlich eingestuft.
Zugehörige Verfahren
| Risankizumab (5) | Skyrizi® | AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG | Mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis; 6 bis < 18 Jahre | n.d. | laufendes Verfahren | |
| Risankizumab (4) | Skyrizi® | AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG | Colitis ulcerosa, vorbehandelt | 29.100 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Risankizumab (3) | Skyrizi® | AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG | Morbus Crohn, vorbehandelt | 18.800–35.250 | 40% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen | |
| Risankizumab (2) | Skyrizi® | AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG | Psoriasis-Arthritis, Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat | 29.100 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Risankizumab (1) | Skyrizi® | AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG | Plaque-Psoriasis | 35.900–121.500 | 82% Beleg für beträchtlicher Zusatznutzen |
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