Ribociclib (1) – Kisqali®
Mammakarzinom, HR+, HER2-, postmenopausale Frauen, Kombination mit Aromatasehemmer
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.09.2017 – Zulassung: 22.08.2017 |
|---|---|
| Beschluss | 16.03.2018 aufgehoben |
| Befristung bis | 01.03.2019 |
| Wirkstoff | Ribociclib |
| Handelsname | Kisqali® |
| Pharm. Unternehmer | Novartis Pharma GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-307 |
| ATC-Code | L01EF02 CDK-Inhibitoren (L01EF) |
| DDD Tagesdosis | 0.45 g oral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom / Brustkrebs (BC) |
| Grund des Verfahrens |
Erstbewertung
Aufgehoben durch: Ribociclib (3) (20.08.2020) |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
„Kisqali® (Ribociclib) wird in Kombination mit einem Aromatasehemmer zur Behandlung von postmenopausalen Frauen mit einem Hormonrezeptor(HR)-positiven, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2(HER2)-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom als initiale endokrin-basierte Therapie angewendet.“ |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Postmenopausale Frauen mit einem Hormonrezeptor(HR)-positiven, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2(HER2)-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom | Anastrozol oder Letrozol oder Fulvestrant oder ggf Tamoxifen, wenn Aromatasehemmer nicht geeignet sind |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (MONALEESA-2) |
|---|---|
|
Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Der pharmazeutische Unternehmer hat für den Nachweis eines Zusatznutzens von Ribociclib die Ergebnisse der doppelblinden randomisierten kontrollierten Studie MONALEESA-2 vorgelegt, in der Ribociclib in Kombination mit Letrozol gegenüber Placebo in Kombination Letrozol direkt verglichen wird.
postmenopausale Frauen mit einem Hormonrezeptor(HR)-positiven, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2(HER2)-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom als initiale endokrin-basierte Therapie
- Für postmenopausale Frauen mit einem Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom ist ein Zusatznutzen von Ribociclib in Kombination mit Letrozol als initiale endokrin-basierte Therapie gegenüber einer Letrozol-Monotherapie nicht belegt.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben war definiert als der Zeitraum zwischen dem Datum der Randomisierung und dem Datum des Todes ungeachtet der zugrundeliegenden Todesursache.
- Für das Gesamtüberleben zeigte sich in der Studie MONALEESA-2 kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen (HR: 0,75 [0,52; 1,08]; p = 0,118).
- Fazit: Für die Endpunktkategorie Mortalität ergibt sich auf Grundlage der verfügbaren noch unreifen Daten kein Zusatznutzen durch die Kombination von Ribociclib mit Letrozol.
- Morbidität
- Progressionsfreies Überleben (PFS)
- Für das progressionsfreie Überleben zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen (HR: 0,57 [0,46; 0,70]; p < 0,001). Das mediane progressionsfreie Überleben war unter Ribociclib in Kombination mit Letrozol gegenüber der Monotherapie mit Letrozol um 9,3 Monate verlängert.
- Die Ergebnisse zum Endpunkt progressionsfreies Überleben werden deshalb in der vorliegenden Bewertung nicht herangezogen.
- Zeit bis zur ersten nachfolgenden Chemotherapie
- Die Ergebnisse zum Endpunkt Zeit bis zur ersten nachfolgenden Chemotherapie werden deshalb in der vorliegenden Bewertung nicht herangezogen.
- Krankheitssymptomatik
- In keiner Symptomskala zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Gesundheitszustand
- Für den Endpunkt Gesundheitszustand zeigt sich sowohl bei einer MID von 7 als auch bei einer MID von 10 kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Fazit: Für die Endpunktkategorie Morbidität ergibt sich auf Grundlage der verfügbaren Daten kein Zusatznutzen durch die Kombination von Ribociclib mit Letrozol.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität
- In keiner Funktionsskala zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Fazit: Für die Endpunktkategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität ergibt sich auf Basis der verfügbaren Daten kein Zusatznutzen durch die Kombination von Ribociclib mit Letrozol.
- Nebenwirkungen
- Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)
- Für den Endpunkt SUE zeigt sich ein statistisch signifikanter Effekt zuungunsten von Ribociclib plus Letrozol im Vergleich zu Letrozol (HR: 1,65 [1,17; 2,34]; p = 0,004).
- Schwere UE (CTCAE Grad 3 oder 4)
- Für schwere UE vom CTCAE-Grad 3 oder 4 zeigt sich ebenfalls ein statistisch signifikanter Effekt zuungunsten von Ribociclib plus Letrozol im Vergleich zu einer Monotherapie mit Letrozol (HR: 4,21 [3,40; 5,21]; p < 0,001).
- Abbruch wegen UE
- Es zeigt sich für diesen Endpunkt ein statistisch signifikanter Effekt zuungunsten von Ribociclib plus Letrozol im Vergleich zu Letrozol (RR: 4,26 [2,37; 7,63]; p < 0,001).
- Spezifische UE
- Insbesondere für die SOC Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems (schwere UE) und die SOC Untersuchungen (schwere UE) ergeben sich entscheidende Nachteile für die Kombination aus Ribociclib und Letrozol gegenüber einer Letrozol-Monotherapie (HR: 26,89 [13,76; 52,56]; p < 0,001 und HR: 5,47 [3,61; 8,29]; p < 0,001).
- Fazit: Für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen lassen sich auf Basis der verfügbaren Daten eine Vielzahl bedeutsamer Nachteile durch die Kombination von Ribociclib mit Letrozol feststellen.
- Gesamtbewertung
- Für die Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens von Ribociclib in Kombination mit Letrozol liegen aus der Studie MONALEESA-2 Ergebnisse im Vergleich zu Letrozol für die Endpunktkategorien Mortalität (Gesamtüberleben), Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen vor.
- In der Endpunktkategorie Mortalität lassen die vorläufigen Daten für den Endpunkt Gesamtüberleben keine abschließende Bewertung der Effekte auf das Gesamtüberleben zu.
- Für Endpunkte der Kategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigt sich ebenfalls kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Ribociclib in Kombination mit Letrozol und einer Letrozol-Monotherapie.
- Bei Nebenwirkungen sind hinsichtlich der Endpunkte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3 oder 4) sowie Abbruch wegen UE bedeutsame Nachteile für Ribociclib in Kombination mit Letrozol im Vergleich zu Letrozol festzustellen, insbesondere hinsichtlich der unter Ribociclib beobachteten ausgeprägten Myelosuppression und Lebertoxizität.
- In einer Abwägungsentscheidung gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für Ribociclib in Kombination mit Letrozol zur Behandlung von postmenopausalen Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs ein Zusatznutzen gegenüber einer Monotherapie mit Letrozol nicht belegt ist.
Zugehörige Verfahren
| Ribociclib (5) | Kisqali® | Novartis Pharma GmbH | Mammakarzinom, HR+, HER2-, früh mit hohem Rezidivrisiko, adjuvante Therapie, Kombination mit Aromatasehemmer | 3.730–15.960 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Ribociclib (4) | Kisqali® | Novartis Pharma GmbH | Mammakarzinom, HR+, HER2-, Kombination mit Fulvestrant | 13.140–59.690 | 58% Hinweis auf geringer Zusatznutzen | |
| Ribociclib (3) | Kisqali® | Novartis Pharma GmbH | Mammakarzinom, HR+, HER2-, Kombination mit einem Aromatasehemmer | 7.400–34.790 | 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen | |
| Ribociclib (2) | Kisqali® | Novartis Pharma GmbH | Mammakarzinom, HR+, HER2-, post-, prä- und perimenopausale Frauen, Kombination mit Fulvestrant, Kombination mit Aromatasehemmer |
9.450–45.780
21.940–106.310 |
100% Zusatznutzen nicht belegt Patientengruppen aufgehoben | |
| Ribociclib (1) | Kisqali® | Novartis Pharma GmbH | Mammakarzinom, HR+, HER2-, postmenopausale Frauen, Kombination mit Aromatasehemmer |
0
7.180–34.790 |
100% Zusatznutzen nicht belegt aufgehoben |
<< Liste aller Beschlüsse