Ravulizumab (1) – Ultomiris®
Paroxysmale Hämoglobinurie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.08.2019 – Zulassung: 02.07.2019 |
|---|---|
| Beschluss | 06.02.2020 |
| Wirkstoff | Ravulizumab |
| Handelsname | Ultomiris® |
| Pharm. Unternehmer | Alexion Pharma Germany GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-463 |
| ATC-Code | L04AJ02 IMMUNSUPPRESSIVA (L04A) |
| ICD-10 Codes (AIS) | D59.5Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (Marchiafava-Micheli) |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I118016PNH (Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie) |
| DDD Tagesdosis | 59 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Ultomiris wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH): – bei Patienten mit Hämolyse zusammen mit einem oder mehreren klinischen Symptomen als Hinweis auf eine hohe Krankheitsaktivität, – bei Patienten, die klinisch stabil sind, nachdem sie mindestens während der vergangenen 6 Monate mit Eculizumab behandelt wurden (siehe Abschnitt 5.1). |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Erwachsene Patienten mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH) mit einer hohen Krankheitsaktivität, gekennzeichnet durch klinische Symptome einer Hämolyse | Eculizumab |
| b) | Erwachsene Patienten mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), die Eculizumab seit ≥ 6 Monaten erhalten und klinisch stabil sind | Eculizumab |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (Study 302) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Sonstiges |
- Klinische Studien
- Bei der Studie 301 handelt es sich um eine randomisierte, offene, kontrollierte zweiarmige Parallelgruppenstudie in der Ravulizumab im Vergleich zu Eculizumab bei erwachsenen Patienten mit PNH, die zuvor noch nie mit einem Komplementinhibitor behandelt wurden, untersucht wurde.
- Bei der Studie 302 handelt es sich um eine randomisierte, offene, kontrollierte zweiarmige Parallelgruppenstudie in der Ravulizumab im Vergleich zu Eculizumab bei erwachsenen Patienten mit PNH, die zuvor ≥ 6 Monate mit Eculizumab behandelt wurden und klinisch stabil waren, untersucht wurden.
a) Erwachsene Patienten mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH) mit einer hohen Krankheitsaktivität, gekennzeichnet durch klinische Symptome einer Hämolyse
- Für erwachsene Patienten mit PNH mit einer hohen Krankheitsaktivität, gekennzeichnet durch klinische Symptome einer Hämolyse ist der Zusatznutzen gegenüber Eculizumab nicht belegt.
- Mortalität
- Bis Woche 26 traten in der Studie 301 keine Todesfälle auf.
- Morbidität - Schwere unerwünschte vaskuläre Ereignisse (MAVE)
- Für den Endpunkt MAVE zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Fatigue (FACIT-Fatigue)
- Für den Endpunkt Fatigue zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Transfusionsvermeidung
- Für den Endpunkt Transfusionsvermeidung zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Durchbruchhämolyse
- Aufgrund der zuvor beschriebenen Unsicherheiten bei der Operationalisierung des Endpunktes Durchbruchhämolyse ist der Endpunkt nicht Bestandteil der vorliegenden Bewertung des Zusatznutzens.
- Lebensqualität
- In der Studie 301 zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen in den sechs verschiedenen Funktionsskalen des EORTC QLQ30-C30.
- Nebenwirkungen
- Bis Woche 26 sind in der Studie 301 weder Abbrüche wegen UEs noch Infektionen verursacht durch Menigokokken aufgetreten.
- Für den Endpunkt SUEs zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Gesamtbewertung / Fazit
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Ravulizumab zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit PNH mit einer hohen Krankheitsaktivität, gekennzeichnet durch klinische Symptome einer Hämolyse, liegen Daten zu Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und Nebenwirkungen vor.
- In der vorgelegten Studie traten keine Todesfälle auf, so dass hinsichtlich des Endpunktes Mortalität kein Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen beobachtet wurde.
- In Bezug auf die patientenrelevanten Endpunkte MAVE, Fatigue und Transfusionsvermeidung der Kategorie Morbidität besteht kein Unterschied zwischen Ravulizumab und Eculizumab.
- Es bestehen weder Vor- noch Nachteile hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität gemessen mit Hilfe des EORTC-QLQ-C30.
- Die vorgelegten Daten zeigen keinen statistisch signifikanten Unterschied hinsichtlich des Auftretens von Nebenwirkungen.
- In der Gesamtschau liegen somit weder positive noch negative Effekte von Ravulizumab im Vergleich zu Eculizumab vor, so dass insgesamt für Ravulizumab zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit PNH mit einer hohen Krankheitsaktivität, gekennzeichnet durch klinische Symptome einer Hämolyse, ein Zusatznutzen nicht belegt ist.
b) Erwachsene Patienten mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), die Eculizumab seit ≥ 6 Monaten erhalten und klinisch stabil sind
- Für erwachsene Patienten mit PNH, die Eculizumab seit ≥ 6 Monaten erhalten und klinisch stabil sind, ist der Zusatznutzen gegenüber Eculizumab nicht belegt.
- Es wird darauf hingewiesen, dass die jeweiligen Operationalisierungen der Endpunkte in Studie 302 analog zu der Erhebung der jeweiligen Endpunkte in Studie 301 durchgeführt wurden. Die Erläuterungen zu den einzelnen Endpunkten gelten demnach für Studie 302 wie zuvor beschrieben.
- Mortalität
- Bis Woche 26 traten in der Studie 302 keine Todesfälle auf.
- Morbidität - Schwere unerwünschte vaskuläre Ereignisse (MAVE)
- Bis Woche 26 traten keine MAVE in der Studie 301 auf.
- Morbidität - Fatigue (FACIT-Fatigue)
- Für die Fatigue, gemessen anhand der FACIT-Fatigue Skala, zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Transfusionsvermeidung
- Für den Endpunkt Transfusionsvermeidung zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Durchbruchhämolyse
- Aufgrund der zuvor beschriebenen Unsicherheiten bei der Operationalisierung des Endpunktes Durchbruchhämolyse ist der Endpunkt nicht Bestandteil der vorliegenden Bewertung des Zusatznutzens.
- Lebensqualität
- Für 5 von 6 Items der EORTC QLQ-C30 Funktionsskalen (körperliche Funktion, Rollenfunktion, emotionale Funktion, kognitive Funktion, soziale Funktion) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Für das Item globaler Gesundheitsstatus zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Ravulizumab gegenüber Eculizumab. (1,8 vs. -2,7; MD 4,52 [95 %-KI 0,17;8,87]; p = 0,042). Die klinische Relevanz dieses Effektes lässt sich aber nicht abschließend beurteilen, da das 95 %-KI der standardisierten Mittelwertdifferenz nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs von -0,2 bis 0,2 liegt (Hedges’ g: 0,29 [0,01; 0,57]).
- Nebenwirkungen
- Bis Woche 26 sind in der Studie 302 weder Abbrüche wegen UEs noch Infektionen verursacht durch Menigokokken aufgetreten.
- Für den Endpunkt SUEs zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Gesamtbewertung / Fazit
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Ravulizumab zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit PNH, die Eculizumab seit ≥ 6 Monaten erhalten und klinisch stabil sind, liegen Daten zu Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und Nebenwirkungen vor.
- In den vorgelegten Studien traten keine Todesfälle auf, so dass hinsichtlich des Endpunktes Mortalität kein Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen beobachtet wurde.
- In Bezug auf die Endpunkte MAVE, Fatigue und Transfusionsvermeidung der Kategorie Morbidität besteht kein Unterschied zwischen Ravulizumab und Eculizumab.
- Es bestehen weder Vor- noch Nachteile hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität gemessen mit Hilfe des EORTC-QLQ-C30.
- Die vorgelegten Daten zeigen keinen statistisch signifikanten Unterschied hinsichtlich des Auftretens von Nebenwirkungen.
- In der Gesamtschau liegen somit weder positive noch negative Effekte von Ravulizumab im Vergleich zu Eculizumab vor, so dass insgesamt für Ravulizumab zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit PNH, die Eculizumab seit ≥ 6 Monaten erhalten und klinisch stabil sind, ein Zusatznutzen nicht belegt ist.
Zugehörige Verfahren
| Ravulizumab (5) | Ultomiris® | Alexion Pharma Germany GmbH | Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen, Anti-Aquaporin-4-IgG-seropositiv | 460–1.170 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Ravulizumab (4) | Ultomiris® | Alexion Pharma Germany GmbH | Myasthenia gravis, AChR-Antikörper+ | 800–1.200 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Ravulizumab (3) | Ultomiris® | Alexion Pharma Germany GmbH | Paroxysmale Hämoglobinurie, pädiatrische Patienten | 0–49 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Ravulizumab (2) | Ultomiris® | Alexion Pharma Germany GmbH | Atypisches Hämolytisch-Urämischen Syndrom (aHUS) | 210–700 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Ravulizumab (1) | Ultomiris® | Alexion Pharma Germany GmbH | Paroxysmale Hämoglobinurie | 260–700 | 100% Zusatznutzen nicht belegt |
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