Vandetanib (2) – Caprelsa®
Schilddrüsenkarzinom
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.03.2013 – Zulassung: 16.02.2012 |
|---|---|
| Beschluss | 05.09.2013 aufgehoben |
| Befristung bis | 05.09.2016 |
| Wirkstoff | Vandetanib |
| Handelsname | Caprelsa® |
| Pharm. Unternehmer |
Dossier: AstraZeneca GmbH
Neuer Inverkehrbringer: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-059 |
| ATC-Code | L01EX04 Andere Proteinkinase-Inhibitoren (L01EX) |
| DDD Tagesdosis | 0.3 g oral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Schilddrüsenkrebs (DTC / MTC) |
| Grund des Verfahrens |
Neubewertung: §14 (Antrag Hersteller)
Ursprünglicher Beschluss: Vandetanib (1) (06.09.2012) Aufgehoben durch: Vandetanib (4) (18.03.2022) |
| Regulatorischer Status | Bedingte Zulassung (CMA) |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Caprelsa® ist indiziert für die Behandlung von aggressivem und symptomatischem medullärem Schilddrüsenkarzinom (MTC) bei Patienten mit nicht resektabler, lokal fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung. Bei Patienten, deren Rearranged during Transfection-(RET)-Mutationsstatus nicht bekannt oder negativ ist, sollte vor der Entscheidung über eine individuelle Behandlung ein möglicherweise geringerer Nutzen berücksichtigt werden. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Behandlung von aggressivem und symptomatischem medullärem Schilddrüsenkarzinom (MTC) bei Patienten mit nicht resektabler, lokal fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung | Best-Supportive-Care + Placebo |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (D4200C00058) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
aggressives und symptomatisches medulläres Schilddrüsenkarzinom (MTC) bei Patienten mit nicht resektabler, lokal fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung
- Mortalität
- Der Endpunkt „Gesamtüberleben“ wurde in Studie 58 als einziger eingeschlossener Endpunkt der Nutzenbewertung nach dem Intention-to-Treat(ITT)-Prinzip über den gesamten Zeitraum bis zum Datenschnitt für die primäre Analyse vom 31. Juli 2009 ausgewertet.
- Für das Gesamtüberleben liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Vandetanib-Arm und Kontroll-Arm vor. In den beiden Behandlungsgruppen verstarben bezogen auf die relevante Teilpopulation insgesamt jeweils 21 (16,7 %) (Vandetanib + BSC) bzw. 10 (16,7 %) (Placebo + BSC) Patienten.
- Ein Zusatznutzen von Vandetanib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ist somit für das Gesamtüberleben nicht belegt.
- Morbidität - Zeit bis zur Schmerzprogression (Time to Worsening of Pain, TWP)
- In Studie 58 wurde der Endpunkt „Zeit bis zur Schmerzprogression (Time to Worsening of Pain, TWP)“ als kombinierter Endpunkt, abgeleitet aus der Bewertung für den stärksten Schmerz basierend auf dem validierten Schmerzfragebogen BPI-SF (Brief Pain Inventory-Short Form) sowie der Angabe des Patienten über die Anwendung von Opioidanalgetika, erhoben.
- Es zeigt sich für den Endpunkt „Zeit bis zur Schmerzprogression“ ein statistischer Vorteil für Vandetanib mit einer Verlängerung der TWP im Vergleich zu Placebo (Hazard Ratio von 0,62, 95%-Konfidenzintervall (KI): [0,39; 0,99], p-Wert: 0,045).
- Die mediane Zeit bis zur Schmerzprogression betrug in der Vandetanib-Gruppe ca. 11 Monate und in der Placebo-Gruppe ca. 3 Monate, was einer Verbesserung von etwa 8 Monaten entspricht.
- Für den Endpunkt „Zeit bis zur Schmerzprogression“ wertet der G-BA das Ausmaß des Zusatznutzens für Vandetanib als beträchtlich, da gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Best-Supportive-Care eine Verzögerung des Auftretens eines schwerwiegenden Krankheitssymptoms erreicht wird.
- Lebensqualität
- In Studie 58 wurden Daten zur Lebensqualität mit dem FACT-G, Functional Assessment of Cancer Therapy General Scale, erhoben. Dieser Endpunkt wurde rein explorativ erhoben.
- Es wurden keine verwertbaren Daten zur Lebensqualität vorgelegt. Daher lassen sich keine validen Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens für den Endpunkt „Lebensqualität“ ableiten.
- Nebenwirkungen
- Den positiven Effekten von Vandetanib stehen unerwünschte Ereignisse (UE) gegenüber.
- Die Gesamtrate der unerwünschten Ereignisse ist für die zeitadjustierte Auswertung nicht berechenbar; bei Betrachtung der nicht-zeitadjustierten Ergebnisse zeigen sich insgesamt hohe Raten an Nebenwirkungen (Vandetanib-Arm: 100 % der Patienten, Placebo-Arm: 94,9 % der Patienten). Ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen konnte nicht gezeigt werden. Für diesen Endpunkt ist ein geringerer oder größerer Schaden von Vandetanib + BSC nicht belegt.
- Der Vergleich der zeitadjustierten Ergebnisse im Vandetanib-Arm und im Placebo-Arm ergab keinen statistisch signifikanten Unterschied für die schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse (SUE). Bei Betrachtung der nicht-zeitadjustierten Ergebnissen (RR) zeigte sich ein statistisch signifikantes Ergebnis zuungunsten von Vandetanib + BSC. Für diesen Endpunkt ist bei Betrachtung der zeitadjustierten Auswertung ein geringerer oder größerer Schaden von Vandetanib + BSC nicht belegt; bei Betrachtung der relativen Risiken ergibt sich jedoch ein größerer Schaden von Vandetanib + BSC gegenüber Placebo + BSC.
- Im Vandetanib-Arm zeigt die zeitadjustierte Auswertung für den Endpunkt „Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3)“ gegenüber dem Kontrollarm ein statistisch signifikantes Ergebnis zuungunsten von Vandetanib + BSC. Für diesen Endpunkt beobachtet man bei Betrachtung der nicht-zeitadjustierte Auswertung (RR) deutlich unterschiedliche Ereignisraten zum Nachteil von Vandetanib + BSC (Vandetanib-Arm: 61,1 % vs. Placebo-Arm: 23,7 % der Patienten mit einem Ereignis, RR und KI nicht berechnet). Für diesen Endpunkt ist ein größerer Schaden von Vandetanib + BSC belegt.
- Im Vandetanib-Arm zeigt die zeitadjustierte Auswertung für den Endpunkt „Therapieabbrüche aufgrund UE“ gegenüber dem Kontrollarm kein statistisch signifikantes Ergebnis zwischen den Behandlungsgruppen. Für diesen Endpunkt liegt auch bei Betrachtung der nicht-zeitadjustierte Auswertung (RR) kein signifikantes Ergebnis vor. (Vandetanib-Arm: 11,9 % vs. Placebo-Arm: 1,7 % der Patienten mit einem Ereignis, RR: 7,02 und 95%-KI [0,95; 51,93]). Für diesen Endpunkt ist ein größerer oder geringerer Schaden von Vandetanib + BSC nicht belegt.
- Für den Endpunkt „Hautausschläge“ zeigte die zeitadjustierte Auswertung ein statistisch signifikantes Ergebnis zwischen den Behandlungsgruppen zuungunsten von Vandetanib + BSC. Für diesen Endpunkt beobachtet man bei Betrachtung der nicht-zeitadjustierten Auswertung (RR) ebenfalls deutlich unterschiedliche Ereignisraten zum Nachteil von Vandetanib + BSC (Vandetanib-Arm: 49,2 % vs. Placebo-Arm: 13,6 % der Patienten mit einem Ereignis, RR und KI nicht berechnet). Für diesen Endpunkt ist ein größerer Schaden von Vandetanib + BSC belegt.
- Für den Endpunkt „Diarrhoen“ lagen keine zeitadjustierten Auswertungen vor. Für diesen Endpunkt beobachtet man bei Betrachtung der nicht-zeitadjustierten Auswertung (RR) auch deutlich unterschiedliche Ereignisraten zum Nachteil von Vandetanib + BSC (Vandetanib-Arm: 52,4 % vs. Placebo-Arm: 22,0 % der Patienten mit einem Ereignis, RR und KI nicht berechnet). Für den Endpunkt „Diarrhoen“ sieht der G-BA daher einen Nachteil für Vandetanib + BSC. Allerdings ergab die Berechnung des Inzidenzdichteverhältnisses für den Endpunkt „Diarrhoen (SUE)“ keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungsarmen. Für diesen Endpunkt ist ein größerer oder geringerer Schaden von Vandetanib + BSC nicht belegt.
- In Hinblick auf die Nebenwirkungen ergibt sich damit ein größerer Schaden durch Vandetanib, der eine Herabstufung des Ausmaßes des Zusatznutzens rechtfertigt.
Zugehörige Verfahren
| Vandetanib (4) | Caprelsa® | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | Medulläres Schilddrüsenkarzinom | 50–670 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Vandetanib (3) | Caprelsa® | Genzyme GmbH | Schilddrüsenkarzinom, ≥ 5 bis < 18 Jahre |
0
2–8 |
100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen aufgehoben | |
| Vandetanib (2) | Caprelsa® | AstraZeneca GmbH | Schilddrüsenkarzinom |
0
60–1.500 |
100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen aufgehoben | |
| Vandetanib (1) | Caprelsa® | AstraZeneca GmbH | Schilddrüsenneoplasien |
0
130–1.300 |
100% Zusatznutzen nicht belegt aufgehoben |
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