Pegcetacoplan (3) – Aspaveli®

Komplement-3-Glomerulopathie, ≥ 12 Jahre

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.02.2026 – Zulassung: 15.01.2026
Beschluss 06.08.2026
Wirkstoff Pegcetacoplan
Handelsname Aspaveli®
Pharm. Unternehmer Swedish Orphan Biovitrum AB
G-BA Vorgangsnummer D-1292
Therapeutisches Gebiet Krankheiten des Urogenitalsystems Orphan
Grund des Verfahrens Neues Anwendungsgebiet

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Aspaveli wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen und jugendlichen Patienten im Alter von 12 bis 17 Jahren mit C3-Glomerulopathie (C3G) in Kombination mit einem Renin-Angiotensin-System (RAS)-Hemmer, es sei denn, die Behandlung mit einem RAS-Hemmer wird nicht vertragen oder ist kontraindiziert.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren mit Komplement-3-Glomerulopathie (C3G) – (Orphan Drug)

Studien und Ergebnisse

  • Klinische Studien
    • Für die Nutzenbewertung legt der pharmazeutische Unternehmer Auswertungen der Phase-III-Studie VALIANT vor.

Erwachsene und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren mit Komplement-3-Glomerulopathie (C3G)

  • In der Gesamtschau wird ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen von Pegcetacoplan zur Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit C3G festgestellt, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • Zusammenfassend wird der Zusatznutzen von Pegcetacoplan wie folgt bewertet: Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • Mortalität
    • Die Todesfälle wurden im Rahmen der Sicherheitserhebung erfasst. Insgesamt trat in der betrachteten Teilpopulation ein Todesfall im Verumarm auf. Es zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
    • Es trat in der betrachteten Teilpopulation ein Todesfall unter den mit Pegcetacoplan behandelten Patientinnen und Patienten auf. Insgesamt zeigt sich beim Endpunkt Gesamtmortalität kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
  • Morbidität - Veränderung der Nierenfunktion, gemessen anhand der Proteinurie
    • Als primärer Endpunkt der Studie wurde die „Veränderung der Nierenfunktion, gemessen anhand der Proteinurie“, unter anderem operationalisiert als Veränderung der logtransformierten FMU-uPCR zu Woche 26 gegenüber Baseline, erhoben.
    • Der Endpunkt stellt einen Laborparameter ohne direkten Symptombezug dar. Innerhalb des G-BA herrschen unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die Proteinurie einen per se patientenrelevanten Endpunkt darstellt. Die Proteinurie stellt - gemeinsam mit der eGFR - einen relevanten Parameter zur Therapiesteuerung im vorliegenden Anwendungsgebiet dar.
    • Für das vorliegende Nutzenbewertungsverfahren legt der pharmazeutische Unternehmer keine geeigneten Untersuchungen zur Validierung der Proteinurie als Surrogat für einen patientenrelevanten Endpunkt vor. Eine abschließende Bewertung zur etwaigen Surrogatvalidierung der Proteinurie kann daher auf Grundlage der eingereichten Unterlagen im vorliegenden Verfahren nicht erfolgen. Der Endpunkt Proteinurie wird daher nur ergänzend dargestellt. Es zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Pegcetacoplan gegenüber Placebo.
    • Bei den ergänzend dargestellten Endpunkten zeigen sich im Endpunkt „Proteinurie“ ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Pegcetacoplan.
  • Morbidität - Veränderung der Nierenfunktion, gemessen anhand der glomerulären Filtrationsrate (eGFR)
    • Der Endpunkt „Veränderung der Nierenfunktion, gemessen anhand der eGFR“ wurde in der Studie als Veränderung der eGFR zu Woche 26 gegenüber Baseline operationalisiert.
    • Der Endpunkt stellt einen Laborparameter ohne direkten Symptombezug dar. Innerhalb des G-BA herrschen unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die Nierenfunktion gemessen anhand der eGFR einen per se patientenrelevanten Endpunkt darstellt. Die eGFR stellt – gemeinsam mit der Proteinurie - einen relevanten Parameter zur Therapiesteuerung im vorliegenden Anwendungsgebiet dar.
    • Für das vorliegende Nutzenbewertungsverfahren legt der pharmazeutische Unternehmer keine geeigneten Untersuchungen zur Validierung der eGFR als Surrogat für einen patientenrelevanten Endpunkt vor. Eine abschließende Bewertung zur etwaigen Surrogatvalidierung des eGFR kann daher auf Grundlage der eingereichten Unterlagen im vorliegenden Verfahren nicht erfolgen. Der Endpunkt eGFR wird daher nur ergänzend dargestellt. Es zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
  • Morbidität - Fatigue (FACIT-Fatigue, Peds FACIT-F)
    • Der Endpunkt „Fatigue“ wurde in der Studie mittels FACIT-Fatigue für Erwachsene und Peds FACIT-F für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren erhoben.
    • Die Daten zu diesem Endpunkt sind aufgrund zu geringer und teils stark differenzieller Rücklaufquoten nicht bewertbar.
  • Morbidität - WPAI:SHP (Frage 6)
    • Der „Work Productivity and Activity Impairment Questionnaire: Specific Health Problem“ (WPAI:SHP) dient als Instrument zur krankheitsspezifischen Erfassung der selbstberichteten Beeinträchtigungen im Arbeitsleben bei Erwachsenen und enthält zudem eine Frage zur Beeinträchtigung anderer täglicher Aktivitäten.
    • Die Daten zu diesem Endpunkt sind aufgrund zu geringer Rücklaufquoten nicht bewertbar.
  • Morbidität - EQ-5D VAS
    • Der selbsteingeschätzte allgemeine Gesundheitszustand wurde in der Studie mittels „European Quality of Life 5-Dimension 5-Level“ (EQ-5D-5L) erhoben. Die verwendete visuelle Analogskala des EQ-5D-5L (EQ-5D VAS) erfasst den aktuellen Gesundheitszustand auf einer Skala von 100 („denkbar bester Gesundheitszustand“) bis 0 („denkbar schlechtester Gesundheitszustand“).
    • Die Daten zu diesem Endpunkt sind aufgrund zu geringer Rücklaufquoten nicht bewertbar.
  • Morbidität - PGI-C
    • Die vorliegende Version des „Patient Global Impression of Change“ (PGIC) soll in der Studie die patientenberichtete Veränderung des allgemeinen Gesundheitszustands seit Behandlungsbeginn erheben.
    • Unabhängig von der Geeignetheit der Operationalisierung sind die Rücklaufquoten zu gering und die Daten zu diesem Endpunkt daher nicht bewertbar.
  • Lebensqualität - KDQOL-36
    • In der Endpunktkategorie Lebensqualität zeigt sich bei dem Endpunkt KDQOL-36 in keiner Domäne ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
  • Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse
    • Bezüglich der Nebenwirkungen liegen keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede bei den schweren bzw. schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen und Therapieabbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen vor.
  • Gesamtbewertung
    • Hinsichtlich der Endpunktkategorie Morbidität sind die Daten aufgrund von zu geringen und teils stark differenzieller Rücklaufquoten nicht bewertbar.
    • In der Endpunktkategorie Lebensqualität zeigt sich bei dem Endpunkt KDQOL-36 in keiner Domäne ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
    • In der Endpunktkategorie Nebenwirkungen lassen sich ebenfalls insgesamt weder Vor- noch Nachteile von Pegcetacoplan gegenüber Placebo ableiten.

Zugehörige Verfahren



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