Pegcetacoplan (1) – Aspaveli®
Paroxysmale Nächtliche Hämoglobinurie, vorbehandelte Patienten
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.04.2022 – Zulassung: 13.12.2021 |
|---|---|
| Beschluss | 15.09.2022 |
| Wirkstoff | Pegcetacoplan |
| Handelsname | Aspaveli® |
| Pharm. Unternehmer | Swedish Orphan Biovitrum GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-770 |
| ATC-Code | L04AJ03 IMMUNSUPPRESSIVA (L04A) |
| ICD-10 Codes (AIS) | D59.5Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (Marchiafava-Micheli) |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I118016PNH (Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie) |
| ORPHAcodes (AIS) | 447PNH (Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie) |
| DDD Tagesdosis | 0.31 g parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH) Orphan |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Aspaveli wird angewendet für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), die nach Behandlung mit einem C5-Inhibitor für mindestens 3 Monate nach wie vor anämisch sind. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), die nach Behandlung mit einem C5-Inhibitor für mindestens 3 Monate nach wie vor anämisch sind | – (Orphan Drug) |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (PEGASUS) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Der pharmazeutische Unternehmer hat zur Nutzenbewertung Daten der abgeschlossenen, pivotalen, multizentrischen, randomisierten, kontrollierten, offenen Phase III-Studie PEGASUS vorgelegt.
Erwachsene mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), die nach Behandlung mit einem C5-Inhibitor für mindestens 3 Monate nach wie vor anämisch sind
- Im Ergebnis wird für Pegcetacoplan zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit PNH, die nach Behandlung mit einem C5-Inhibitor für mindestens 3 Monate nach wie vor anämisch sind, ein nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen festgestellt, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
- Die Aussagekraft der Nachweise wird in die Kategorie „Anhaltspunkt“ eingestuft.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben wurde in der Studie PEGASUS nicht als eigenständiger Endpunkt erhoben. Todesfälle wurden im Rahmen der Erhebung unerwünschter Ereignisse erfasst. Im Rahmen der RCP ist in keinem Studienarm ein Todesfall aufgetreten. Aus den vorliegenden Daten ergibt sich somit kein relevanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität
- Transfusionsfreiheit
- Der Endpunkt Transfusionsfreiheit während der RCP beschreibt den Anteil der Patientinnen und Patienten, die zwischen Tag 1 und Woche 16 keine Transfusionen (Vollblut, Erythrozytenkonzentrate [EK] oder andere Bluttransfusionen) erhalten haben.
- Die Ergebnisse zum Endpunkt Transfusionsfreiheit sind daher im vorliegenden Fall nicht bewertbar und somit nicht geeignet um das Ausmaß des Zusatznutzens zu quantifizieren. Der Endpunkt wird nur ergänzend dargestellt.
- Thrombotische und kardiovaskuläre Ereignisse
- Im Rahmen der RCP ist in keinem Studienarm ein thrombotisches oder kardiovaskuläres Ereignis aufgetreten. Aus den vorliegenden Daten ergibt sich somit kein relevanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Fatigue (FACIT-Fatigue)
- Die Symptomskalen des EORTC QLQ-C30 werden daher nicht für die vorliegende Bewertung herangezogen.
- Lebensqualität
- LASA
- Bei den Responderanalysen zur Verschlechterung zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied. In den Responderanalysen zur Verbesserung zeigen sich für alle drei Einzelskalen des LASA (Aktivitätslevel, Fähigkeit alltägliche Aktivitäten durchzuführen und generelle Lebensqualität) statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen zugunsten von Pegcetacoplan. Die Ergebnisse sind vor dem Hintergrund der eingangs dargelegten Unsicherheiten der Studie PEGASUS nicht bewertbar und somit nicht geeignet, das Ausmaß des Zusatznutzens zu quantifizieren.
- EORTC QLQ-C30
- Bei den Responderanalysen zur Verschlechterung zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied. In den Responderanalysen zur Verbesserung zeigen sich statistisch signifikante Unterschiede in den Funktionsskalen Rollenfunktion und physische Funktion sowie in der Skala zum globalen Gesundheitszustand zugunsten von Pegcetacoplan. Die Ergebnisse sind vor dem Hintergrund der eingangs dargelegten Unsicherheiten der Studie PEGASUS nicht bewertbar und somit nicht geeignet, das Ausmaß des Zusatznutzens zu quantifizieren.
- Nebenwirkungen
- Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
- UE traten bei ca. 88 % der Patientinnen und Patienten im Interventionsarm und ca. 85 % der Patientinnen und Patienten im Vergleichsarm auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
- Schwerwiegende UE (SUE), schwere UE und Therapieabbrüche aufgrund von UE
- Bei den Endpunkten SUE, schwere UE und Therapieabbrüche aufgrund von UE liegen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen vor.
- UE von besonderem Interesse
- Im Detail zeigen sich bezüglich der UE von besonderem Interesse „Reaktion an der Injektionsstelle“ und „Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion“ statistisch signifikante Unterschiede zum Nachteil von Pegcetacoplan.
- In der Gesamtschau sind die Ergebnisse zur Endpunktkategorie Nebenwirkungen vor dem Hintergrund der eingangs dargelegten Unsicherheiten der Studie PEGASUS nicht bewertbar und somit nicht geeignet, das Ausmaß des Zusatznutzens zu quantifizieren.
- Gesamtbewertung
- Für die Nutzenbewertung von Pegcetacoplan zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), die nach Behandlung mit einem C5-Inhibitor für mindestens 3 Monate nach wie vor anämisch sind, liegen Ergebnisse der Studie PEGASUS vor. Im Rahmen der 16-wöchigen, offenen, randomisiert kontrollierten Periode (RCP) der Studie wurde Pegcetacoplan mit Eculizumab verglichen.
- Bei der PNH handelt es sich um eine chronische Erkrankung. Vor diesem Hintergrund wird insbesondere die Dauer der RCP von 16 Wochen insgesamt als zu kurz bewertet, um das Ausmaß des Zusatznutzens quantifizieren zu können.
- Darüber hinaus ist das Studiendesign mit deutlichen Unsicherheiten und Limitationen behaftet.
- Zusammenfassend lassen die vorliegenden Daten zu Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und Nebenwirkungen insbesondere vor dem Hintergrund der mit 16 Wochen zu kurzen Dauer der RCP keine Quantifizierung des Ausmaßes des Zusatznutzen von Pegcetacoplan zu.
Zugehörige Verfahren
| Pegcetacoplan (4) | Aspaveli® | Swedish Orphan Biovitrum AB | Primäre immunkomplexvermittelte membranoproliferative Glomerulonephritis, ≥ 12 Jahre | 75–180 | 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan | |
| Pegcetacoplan (3) | Aspaveli® | Swedish Orphan Biovitrum AB | Komplement-3-Glomerulopathie, ≥ 12 Jahre | 180–370 | 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan | |
| Pegcetacoplan (2) | Aspaveli® | Swedish Orphan Biovitrum GmbH | Paroxysmale Nächtliche Hämoglobinurie, nicht vorbehandelte Patienten | 100–425 | 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan | |
| Pegcetacoplan (1) | Aspaveli® | Swedish Orphan Biovitrum GmbH | Paroxysmale Nächtliche Hämoglobinurie, vorbehandelte Patienten | 190–520 | 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan |
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