Niraparib (4) – Zejula®
Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäre Peritonealkarzinose
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.02.2021 – Zulassung: 16.11.2017 |
|---|---|
| Beschluss | 15.07.2021 |
| Wirkstoff | Niraparib |
| Handelsname | Zejula® |
| Pharm. Unternehmer | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG |
| G-BA Vorgangsnummer | D-643 |
| ATC-Code | L01XK02 PARP-Inhibitoren (L01XK) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C48.0Bösartige Neubildung: Retroperitoneum, C48.1Bösartige Neubildung: Näher bezeichnete Teile des Peritoneums, C48.2Bösartige Neubildung: Peritoneum, nicht näher bezeichnet, C48.8Bösartige Neubildung: Retroperitoneum und Peritoneum, mehrere Teilbereiche überlappend, C56Bösartige Neubildung des Ovars, C57.0Bösartige Neubildung: Tuba uterina (Falloppio), C57.1Bösartige Neubildung: Lig. latum uteri, C57.3Bösartige Neubildung: Parametrium, C57.4Bösartige Neubildung: Uterine Adnexe, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I105561Bösartige Neubildung des parietalen Peritoneums, I127389Primäres Peritonealkarzinom, I12785Bösartige Neubildung des Retroperitoneums, I20716Ovarialkarzinom, I30230Eileiterkarzinom, I30231Bösartige Neubildung des Ligamentum latum uteri, I30237Bösartige Neubildung des Parametriums, I30243Bösartige Neubildung der Uterusadnexe |
| ORPHAcodes (AIS) | 168829Primäres Peritonealkarzinom, 213500Ovarialkarzinom, |
| DDD Tagesdosis | 0.3 g oral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Ovarialkarzinom / Eileiterkarzinom / Peritonealkarzinom Orphan (Umsatzgrenze) |
| Grund des Verfahrens |
Neubewertung: Ablauf Befristung
Ursprünglicher Beschluss: Niraparib (2) (02.04.2020) |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
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Zejula wird als Monotherapie zur Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patientinnen mit Rezidiv eines Platin-sensiblen, high-grade serösen epithelialen Karzinoms der Ovarien, der Tuben oder mit primärem Peritonealkarzinom, die sich nach einer Platin-basierten Chemotherapie in Remission (komplett oder partiell) befinden, angewendet. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene Patientinnen mit Rezidiv eines Platin‐sensiblen, gering differenzierten serösen Karzinoms der Ovarien, der Tuben oder mit primärer Peritonealkarzinose, die sich nach einer Platin-basierten Chemotherapie in Remission (komplett oder partiell) befinden; Erhaltungstherapie | Olaparib oder beobachtendes Abwarten |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (NOVA) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. Nicht-ZVT + indirekter Vergleich (Bucher) |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Bei der Studie NOVA handelt es sich um eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, kontrollierte Phase-III-Studie, in der in zwei unabhängigen Kohorten Niraparib mit Placebo verglichen wird.
- Die Studie 19 ist eine multizentrische, doppelblinde, randomisierte kontrollierte Studie zum Vergleich von Olaparib mit Placebo.
- Bei der Studie SOLO2 handelt es sich um eine multizentrische, doppelblinde, randomisierte kontrollierte Studie zum Vergleich von Olaparib mit Placebo.
Erwachsene Patientinnen mit Rezidiv eines Platin‐sensiblen, high-grade serösen Karzinoms der Ovarien, der Tuben oder mit primärem Peritonealkarzinom, die sich nach einer Platin-basierten Chemotherapie in Remission (komplett oder partiell) befinden; Erhaltungstherapie
- Für die Behandlung erwachsener Patientinnen mit Rezidiv eines Platin‐sensiblen, high-grade serösen Karzinoms der Ovarien, der Tuben oder mit primärem Peritonealkarzinom, die sich nach einer Platin-basierten Chemotherapie in Remission (komplett oder partiell) befinden, ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
- Mortalität
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigte sich im adjustierten indirekten Vergleich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Niraparib und Olaparib.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben wird kein Zusatznutzen festgestellt.
- Morbidität
- Zum progressionsfreien Überleben liegen für den adjustierten indirekten Vergleich keine verwertbaren Daten vor.
- Für den Endpunkt Gesundheitszustand, gemessen über die VAS des EQ-5D, liegen keine verwertbaren Daten vor, da in den Studien unterschiedliche Nachbeobachtungsstrategien für diesen Endpunkt angewendet wurden.
- Es liegen somit bezüglich der Symptomatik keine verwertbaren Daten vor.
- Lebensqualität
- Zur Erhebung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurde in den Studien SOLO2 und Studie 19 nicht jedoch in der Studie NOVA der Gesamtscore des krankheitsspezifische Fragebogen FACT-O erhoben. Für einen indirekten Vergleich sind daher keine ausreichenden Daten verfügbar.
- Es liegen somit keine verwertbaren Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität vor.
- Nebenwirkungen
- Unerwünschte Ereignisse traten bei nahezu allen Patientinnen in den Behandlungsgruppen der Studien mindesten einmal auf. Die Ergebnisse werden daher lediglich ergänzend dargestellt.
- Für den Endpunkt SUEs liegen auf der Niraparib-Seite des indirekten Vergleichs potenziell hoch verzerrte Ergebnisse vor. Somit sind auch hier die Voraussetzungen nicht erfüllt, um aus einem adjustierten indirekten Vergleich ergebnissichere Aussagen ableiten zu können.
- Auf der Niraparib-Seite des adjustierten indirekten Vergleichs liegen nur die Ergebnisse mit endpunktbezogen hohem Verzerrungspotenzial der Studie NOVA vor. Die Voraussetzungen, um aus einem adjustierten indirekten Vergleich Aussagen zum Zusatznutzen ableiten zu können, sind damit zunächst grundsätzlich nicht erfüllt. Im adjustierten indirekten Vergleich mit Olaparib zeigt sich jedoch ein großer statistisch signifikanter Effekt zum Nachteil von Niraparib.
- Für den Endpunkt Abbruch wegen UE liegen auf der Niraparib-Kante des indirekten Vergleichs lediglich Ergebnisse mit einer eingeschränkten Ergebnissicherheit vor. Somit sind auch hier die Voraussetzungen, aus einem adjustierten indirekten Vergleich Aussagen zum Zusatznutzen zu treffen, nicht erfüllt.
- Für die spezifischen UEs von besonderer Bedeutung liegen keine verwertbaren Daten vor, da in den Studien unterschiedliche Nachbeobachtungsstrategien für diese Endpunkte angewendet wurden. Für das spezifische UE Pneumonitis liegen zu wenige Ereignisse zur Berechnung eines adjustierten indirekten Vergleichs vor.
- In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zu Nebenwirkungen liegen aus dem adjustierten indirekten Vergleich lediglich zu schweren UE Auswertungen vor, die hinreichend ergebnissichere Aussagen zulassen. Somit können zu schwerwiegende UE, spezifischen UE und Abbrüchen wegen UE keine Aussagen getroffen werden.
- Gesamtbewertung / Fazit
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Niraparib liegt ein adjustierter indirekter Vergleich von Niraparib (Studie NOVA) mit Olaparib (Studie SOLO2 und Studie 19) über den Brückenkomperator Placebo vor.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich anhand des adjustierten indirekten Vergleichs kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Niraparib und Olaparib. Für den Endpunkt Gesamtüberleben wird somit kein Zusatznutzen festgestellt.
- In den Endpunktkategorien Morbidität sowie gesundheitsbezogene Lebensqualität liegen keine verwertbaren Daten vor.
- In der Endpunktkategorie Nebenwirkungen liegt für die Endpunkte SUE, Abbruch wegen UE sowie für die spezifischen UEs keine verwertbaren Daten vor.
- Anhand des adjustierten indirekten Vergleichs für den Endpunkt schwere UE (CTCAE Grad ≥ 3) liegt ein statistisch signifikanter Effekt zum Nachteil von Niraparib gegenüber Olaparib vor. Dabei ist nicht davon auszugehen ist, dass dieser große Effekt zum Nachteil von Niraparib durch potenzielle Verzerrungen vollständig infrage gestellt werden kann.
- In der Gesamtschau liegen aus dem adjustierten indirekten Vergleich lediglich für die Endpunktkategorien Mortalität und Nebenwirkungen Ergebnisse vor.
- Diese zeigen ausschließlich einen Nachteil für die Behandlung mit Niraparib im Vergleich zu Olaparib auf.
- Der negative Effekt von Niraparib gegenüber Olaparib bei den schweren UEs kann zwar nicht durch potentielle Verzerrungen vollständig infrage gestellt werden, jedoch wird dessen Aussagekraft, Ausmaß und therapeutische Bedeutung, unter Berücksichtigung fehlender verwertbarer Daten für andere Endpunkte der Kategorie Nebenwirkungen sowie unter Berücksichtigung der Stellungnahmen der medizinischen Fachgesellschaften, als nicht hinreichend betrachtet, um in der Gesamtbewertung insgesamt einen geringeren Nutzen von Niraparib gegenüber Olaparib abzuleiten. Somit wird festgestellt, dass für Niraparib gegenüber Olaparib ein Zusatznutzen nicht belegt ist.
Zugehörige Verfahren
| Niraparib (4) | Zejula® | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG | Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäre Peritonealkarzinose | 700–1.000 | 100% Zusatznutzen nicht belegt Orphan (Umsatzgrenze) | |
| Niraparib (3) | Zejula® | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG | Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom, FIGO-Stadien III und IV, Erhaltungstherapie | 2.010–2.810 | 100% Zusatznutzen nicht belegt Orphan (Umsatzgrenze) | |
| Niraparib (2) | Zejula® | TESARO Bio Germany GmbH | Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom |
0
1.900–2.400 |
100% Zusatznutzen nicht belegt Orphan (Umsatzgrenze) aufgehoben | |
| Niraparib (1) | Zejula® | TESARO Bio Germany GmbH | Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom |
0
1.900–2.400 |
100% nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan aufgehoben |
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