Isatuximab (3) – Sarclisa®
Multiples Myelom, Erstlinie, Stammzelltransplantation ungeeignet, Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.02.2025 – Zulassung: 20.01.2025 |
|---|---|
| Beschluss | 07.08.2025 |
| Wirkstoff | Isatuximab |
| Handelsname | Sarclisa® |
| Pharm. Unternehmer | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1140 |
| ATC-Code | L01FC02 CD38-Inhibitoren (L01FC) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C90.00Multiples Myelom: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C90.01Multiples Myelom: In kompletter Remission |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I21328Multiples Myelom, I31059Multiples Myelom in kompletter Remission |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom (MM) |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Sarclisa ist indiziert in Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason zur Behandlung des neu diagnostizierten Multiplen Myeloms bei Erwachsenen, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit neu diagnostiziertem Multiplem Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind | - Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder – Daratumumab in Kombination mit Bortezomib, Melphalan und Prednison oder – Bortezomib in Kombination mit Melphalan und Prednison oder – Bortezomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder – Thalidomid in Kombination mit Melphalan und Prednison oder – Bortezomib in Kombination mit Cyclophosphamid und Dexamethason [nur für Patientinnen und Patienten mit einer peripheren Polyneuropathie oder einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer peripheren Polyneuropathie; vgl. Anlage VI zum Abschnitt K der Arzneimittel-Richtlinie] |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (IMROZ) |
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- In der noch laufenden Studie IMROZ wird Isatuximab in Kombination mit Bortezomib + Lenalidomid + Dexamethason (Isa-VRd-Schema) gegenüber Bortezomib + Lenalidomid + Dexamethason (VRd-Schema) verglichen.
Erwachsene mit neu diagnostiziertem Multiplem Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind
- Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen
- Unter Berücksichtigung der genannten Unsicherheiten lässt sich insgesamt ein Anhaltspunkt für den festgestellten Zusatznutzen ableiten.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben wird in der Studie IMROZ operationalisiert als Zeit von der Randomisierung bis zum Tod aus beliebiger Ursache.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben (PFS)
- Das progressionsfreie Überleben wird in der Studie IMROZ operationalisiert als Zeit von der Randomisierung bis zum Zeitpunkt der ersten dokumentierten Progression der Erkrankung (gemäß unabhängigem Bewertungskomitee [Independent Review Committee; IRC]) bzw. dem Zeitpunkt des Todes aufgrund jeglicher Ursache, je nachdem, welches Ereignis früher eintritt.
- Für den Endpunkt PFS zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Isatuximab + Bortezomib + Lenalidomid + Dexamethason.
- Unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte bestehen hinsichtlich der Patientenrelevanz des Endpunktes PFS unterschiedliche Auffassungen innerhalb des G-BA.
- Morbidität - EORTC-QLQ C30
- Die Erhebung der Krankheitssymptomatik erfolgte in der Studie IMROZ anhand des krebsspezifischen Fragebogens EORTC-QLQ C30.
- Für das Symptom Dyspnoe liegt in der Studie ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Isatuximab + Bortezomib + Lenalidomid + Dexamethason vor.
- Zudem zeigt sich bei den Symptomen Übelkeit und Erbrechen sowie Appetitverlust ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Isatuximab + Bortezomib + Lenalidomid + Dexamethason.
- Für die übrigen Symptome Fatigue, Schmerzen, Schlaflosigkeit, Verstopfung und Diarrhö zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - EORCT QLQ-MY20
- Für die Endpunkte Krankheitssymptome und Nebenwirkungen, erhoben mittels EORCT QLQ-MY20, liegt jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen vor.
- Morbidität - Gesundheitszustand nach EQ-5D VAS
- Der Gesundheitszustand wird in der vorliegenden Studie mittels der visuellen Analogskala (VAS) des EQ-5D erhoben.
- Für den Gesundheitszustand zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Lebensqualität - EORTC-QLQ C30
- Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wird in der Studie IMROZ anhand der Funktionsskalen des EORTC-QLQ C30 und des Zusatzmoduls EORCT QLQ-MY20 (Zukunftsperspektive, Körperbild) erhoben.
- Für die Rollenfunktion liegt ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Isatuximab + Bortezomib + Lenalidomid + Dexamethason vor.
- Für die übrigen Funktionsskalen mittels EORTC-QLQ C30 (globaler Gesundheitsstatus, körperliche Funktion, emotionale Funktion, kognitive Funktion, soziale Funktion) liegt jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen vor.
- Lebensqualität - EORCT QLQ-MY20
- Für die Zukunftsperspektive, erhoben mittels EORCT QLQ-MY20, liegt ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Isatuximab + Bortezomib + Lenalidomid + Dexamethason vor.
- Für das Körperbild liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen vor.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) und schwere UEs
- Für die Endpunkte SUEs und schwere UEs liegen in der Studie jeweils keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen vor.
- Nebenwirkungen - Abbruch wegen UEs
- In Bezug auf die vom pharmazeutischen Unternehmer im Stellungnahmeverfahren eingereichten Analysen, welche die Unsicherheiten der im Dossier vorgelegten Analysen ausräumen, zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Fazit zu den Nebenwirkungen
- In der Gesamtschau liegen in der Endpunktkategorie Nebenwirkungen für SUE, schwere UE, und für die Abbrüche aufgrund von UE keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen vor.
- Im Detail zeigen sich bei einzelnen spezifischen UEs (Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen und Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums) Vorteile von Isatuximab + Bortezomib + Lenalidomid + Dexamethason.
- Vor dem Hintergrund, dass sich für die Gesamtraten von UEs, SUEs und schweren UEs keine statistisch signifikanten Unterschiede zeigen, werden diese Vorteile als nicht hinreichend bewertet, um zu einer anderen Feststellung zu gelangen, als dass für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen insgesamt kein relevanter Unterschied vorliegt.
- Gesamtbewertung
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Isatuximab in Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason zur Behandlung erwachsener Patientinnen und Patienten mit neu diagnostiziertem Multiplem Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind, liegen aus der Studie IMROZ Ergebnisse zu Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und Nebenwirkungen gegenüber der Kombinationstherapie Bortezomib + Lenalidomid + Dexamethason vor.
- Hinsichtlich des Gesamtüberlebens lässt sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Studienarmen feststellen.
- Für die Symptomatik, erhoben mittels EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-MY20, lässt sich aufgrund einer Verbesserung, insbesondere in den Endpunkten Dyspnoe, Übelkeit und Erbrechen, insgesamt ein Vorteil für Isatuximab + Bortezomib + Lenalidomid + Dexamethason feststellen.
- Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, erhoben mittels EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-MY20, zeigen sich für die Rollenfunktion und für die Zukunftsperspektive Verbesserungen, weshalb sich insgesamt ein Vorteil für Isatuximab + Bortezomib + Lenalidomid + Dexamethason feststellen lässt.
- Bezüglich der Endpunktkategorie Nebenwirkungen zeigen sich für die Gesamtraten zu schweren UEs, SUEs und bei den Abbrüchen aufgrund von UEs keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- In der Gesamtschau wird vom G-BA für Isatuximab in Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason zur Behandlung erwachsener Patientinnen und Patienten mit neu diagnostiziertem Multiplem Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind, ein geringer Zusatznutzen gegenüber Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason festgestellt.
Zugehörige Verfahren
| Isatuximab (4) | Sarclisa® | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | Multiples Myelom, Erstlinie, Stammzelltransplantation geeignet, Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason | 1.750–1.910 | 100% Zusatznutzen nicht belegt | |
| Isatuximab (3) | Sarclisa® | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | Multiples Myelom, Erstlinie, Stammzelltransplantation ungeeignet, Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason | 3.450–3.680 | 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen | |
| Isatuximab (1) | Sarclisa® | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | Multiples Myelom, mind. 2 Vortherapien, Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason | 2.500 | 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen | |
| Isatuximab (2) | Sarclisa® | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | Multiples Myelom, mind. 1 Vortherapie, Kombination mit Carfilzomib und Dexamethason | 4.700–7.000 | 100% Zusatznutzen nicht belegt |
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