Isatuximab (2) – Sarclisa®

Multiples Myelom, mind. 1 Vortherapie, Kombination mit Carfilzomib und Dexamethason

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.05.2021 – Zulassung: 15.04.2021
Beschluss 04.11.2021
Wirkstoff Isatuximab
Handelsname Sarclisa®
Pharm. Unternehmer Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-676
ATC-Code L01FC02 CD38-Inhibitoren (L01FC)
ICD-10 Codes (AIS) C90.00Multiples Myelom: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C90.01Multiples Myelom: In kompletter Remission
Alpha-ID Codes (AIS) I21328Multiples Myelom, I31059Multiples Myelom in kompletter Remission
DDD Tagesdosis 50 mg parenteral
Therapeutisches Gebiet Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom (MM)
Grund des Verfahrens Erstbewertung
Besonderheit Bundling ZVT-Änderung Kombinationstherapie

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Sarclisa ist indiziert in Kombination mit Carfilzomib und Dexamethason zur Behandlung des Multiplen Myeloms bei Erwachsenen, die mindestens eine vorausgegangene Therapie erhalten haben.

Patientengruppe Indikation ZVT
Erwachsene mit Multiplem Myelom, die mindestens eine vorangegangene Therapie erhalten haben - Bortezomib in Kombination mit pegyliertem liposomalen Doxorubicin oder – Bortezomib in Kombination mit Dexamethason oder – Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason oder – Elotuzumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder – Carfilzomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder – Carfilzomib in Kombination mit Dexamethason oder – Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason oder – Daratumumab in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
1 (IKEMA)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein
ZVT-Änderung 27.04.2021 – neue Leitlinien

  • Klinische Studien
    • Die Nutzenbewertung des Wirkstoffs Isatuximab basiert auf der laufenden, pivotalen Studie IKEMA. Hierbei handelt es sich um eine offene, randomisierte, kontrollierte, multizentrische Phase-III-Studie, in der die Dreifachkombination aus Isatuximab, Carfilzomib und Dexamethason (Isa-Kd) mit der Zweifachkombination Carfilzomib und Dexamethason (Kd) verglichen wird.

Erwachsene mit Multiplem Myelom, die mindestens eine vorangegangene Therapie erhalten haben

  • Für die Behandlung des Multiplen Myeloms bei Erwachsenen, die mindestens eine vorausgegangene Therapie erhalten haben, ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
  • Mortalität
    • Gesamtüberleben
    • Für den Endpunkt Gesamtmortalität zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen. Der Median der Überlebenszeit ist in beiden Studienarmen nicht erreicht.
    • Für den Endpunkt Gesamtüberleben wird somit kein Zusatznutzen für Isa-Kd festgestellt.
  • Morbidität
    • Progressionsfreies Überleben
    • Das progressionsfreie Überleben (PFS) stellt den primären Endpunkt der Studie IKEMA dar. Das PFS wurde definiert als die Zeit zwischen der Randomisierung und dem Zeitpunkt der ersten dokumentierten Progression der Erkrankung bzw. dem Zeitpunkt des Todes aufgrund jeglicher Ursache, je nachdem, welches Ereignis früher eintrat.
    • Es zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen zum Vorteil von Isatuximab in Kombination mit Carfilzomib und Dexamethason (Isa-Kd) gegenüber Carfilzomib in Kombination mit Dexamethason (Kd).
    • Unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte bestehen hinsichtlich der Patientenrelevanz des Endpunktes PFS unterschiedliche Auffassungen innerhalb des G-BA. Die Gesamtaussage zum Zusatznutzen bleibt davon unberührt, da selbst bei einer Berücksichtigung des vorliegenden Ergebnisses zum PFS in der Gesamtbewertung die Gesamtaussage zum Ausmaß des Zusatznutzens unverändert bliebe.
    • Symptomatik
    • In Hinblick auf die dauerhafte Verschlechterung der Krankheitssymptomatik zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
    • Gesundheitszustand
    • Für keines der Responsekriterien zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
    • Insgesamt ergeben sich in der Endpunktkategorie Morbidität keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede zwischen Isa-Kd gegenüber Kd.
  • Lebensqualität
    • Für keines der Responsekriterien zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
    • Für die Endpunktkategorie Lebensqualität liegen somit keine Vor- oder Nachteile von Isa-Kd gegenüber Kd vor.
  • Nebenwirkungen
    • Entsprechend des Studienprotokolls der Studie IKEMA wurden Laborwerte nur dann als unerwünschtes Ereignis (UE) berichtet, wenn diese zum Abbruch der Behandlung führten oder eine Dosismodifikation zur Folge hatten oder ein schwerwiegendes UE (SUE) oder Adverse Event of Special Interest (AESI) waren. Dies führt potenziell zu einer nicht vollständigen Erfassung, insbesondere der schweren UE.
    • Schwerwiegende UE (SUE) und Schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3)
    • Für die Endpunkte SUE sowie schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) liegen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen vor.
    • Therapieabbrüche aufgrund von UE
    • Auf der Grundlange der Auswertungen der Zeit bis zum Abbruch mindestens einer Wirkstoffkomponente ergibt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
    • Spezifische UE
    • Für die UEs Infusionsbedingte Reaktionen (PT) und Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes (SOC) zeigen sich jeweils statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen zum Nachteil von Isa-Kd gegenüber Kd. Für das schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) Thrombozytopenie (PT) ergibt sich dagegen ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Isa-Kd gegenüber Kd.
    • In der Gesamtschau der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen ergeben sich keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen. Im Detail zeigen sich bei den spezifischen unerwünschten Ereignissen Infusionsbedingte Reaktionen (PT) und Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes (SOC) Nachteile sowie für Thrombozytopenie (PT) ein Vorteil für Isa-Kd gegenüber Kd.
  • Gesamtbewertung
    • Für das Gesamtüberleben liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen vor.
    • In den Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität (erhoben mittels EORTC QLQ-C30, EORTC QLQ-MY20 und EQ-5D VAS) zeigen sich ebenfalls keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Isa-Kd und Kd.
    • In der Gesamtschau der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen ergeben sich keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen. Im Detail zeigen sich jedoch Nachteile bei den spezifischen unerwünschten Ereignissen Infusionsbedingte Reaktionen (PT) und Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes (SOC) sowie ein Vorteil für Thrombozytopenie (PT) für Isa-Kd gegenüber Kd.
    • In der Gesamtschau kommt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für die Behandlung von Erwachsenen mit Multiplen Myelom, die mindestens eine vorausgegangene Therapie erhalten haben, ein Zusatznutzen von Isatuximab in Kombination mit Carfilzomib und Dexamethason gegenüber Carfilzomib und Dexamethason nicht belegt ist.

Zugehörige Verfahren



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