Belantamab-Mafodotin (1) – Blenrep®
Multiples Myelom, mind. 4 Vortherapien, Monotherapie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.09.2020 – Zulassung: 25.08.2020 |
|---|---|
| Beschluss | 04.03.2021 aufgehoben |
| Befristung bis | 01.09.2022 |
| Wirkstoff | Belantamab-Mafodotin |
| Handelsname | Blenrep® |
| Pharm. Unternehmer | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG |
| G-BA Vorgangsnummer | D-582 |
| ATC-Code | L01XC39 ANDERE ANTINEOPLASTISCHE MITTEL (L01X) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C90.00Multiples Myelom: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C90.01Multiples Myelom: In kompletter Remission |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I21328Multiples Myelom, I31059Multiples Myelom in kompletter Remission |
| ORPHAcodes (AIS) | 29073Multiples Myelom, |
| DDD Tagesdosis | 9.3 mg parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Multiples Myelom (MM) Orphan |
| Grund des Verfahrens |
Erstbewertung
Aufgehoben durch: Belantamab-Mafodotin (2) (05.10.2023) |
| Regulatorischer Status | Bedingte Zulassung (CMA) Zulassung zurückgezogen durch EMA |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Blenrep ist indiziert als Monotherapie zur Behandlung des multiplen Myeloms bei erwachsenen Patienten, die bereits mindestens vier Therapien erhalten haben und deren Erkrankung refraktär gegenüber mindestens einem Proteasom-Inhibitor, einem Immunmodulator und einem monoklonalen Anti-CD38-Antikörper ist, und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression zeigten. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit multiplem Myelom, die bereits mindestens vier Therapien erhalten haben und deren Erkrankung refraktär gegenüber mindestens einem Proteasom-Inhibitor, einem Immunmodulator und einem monoklonalen Anti-CD38-Antikörper ist, und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression zeigten | – (Orphan Drug) |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (Dreamm-2) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
Single-Arm + sonstiger Vergleich |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Bei der Studie DREAMM-2 handelt es sich um eine noch laufende, multizentrische Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit zweier Dosierungen von Belantamab-Mafodotin bei Patienten mit multiplem Myelom, die zuvor 3 oder mehr Therapielinien erhalten haben, refraktär gegenüber einem PI und einem IMiD sind und bei denen eine Behandlung mit einem Anti-CD38-Antikörper versagt hat.
- Die Nutzenbewertung bezieht sich lediglich auf eine einzelne Behandlungskohorte (N = 97) der Studie DREAMM-2, in der Belantamab-Mafodotin in der FI-konformen Dosierung von 2,5 mg/kg KG eingesetzt wurde; geeignete Kontrollen fehlen.
Erwachsene mit multiplem Myelom, die bereits mindestens vier Therapien erhalten haben und deren Erkrankung refraktär gegenüber mindestens einem Proteasom-Inhibitor, einem Immunmodulator und einem monoklonalen Anti-CD38-Antikörper ist, und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression zeigten.
- Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
- Die Aussagesicherheit wird mit einem Anhaltspunkt bewertet, weil nur eine einarmige nicht-kontrollierte Studie vorliegt und eine vergleichende Bewertung nicht möglich ist.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben ist definiert als die Zeit von der Randomisierung bis zum Tod jeglicher Ursache.
- Zum Datenschnitt des 13-Monate-Updates vom 31.1.2020 waren 48 (49 %) der 97 mit Belantamab-Mafodotin behandelten Studienpatienten verstorben. Die mediane Überlebensdauer betrug 13,7 Monate.
- Da keine vergleichbaren Daten vorliegen, lässt sich auf Basis dieser Ergebnisse keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens treffen.
- Morbidität
- Der EORTC QLQ-C30 und der QLQ-MY20 wurden in der Studie DREAMM-2 während der Behandlungsperiode alle 6 Wochen sowie zum Behandlungsende erhoben.
- Die Rücklaufquoten (Datenschnitt vom 20.09.2019) bezogen auf die ITT-Population sanken von Baseline mit 77 % zu allen Post-Baseline-Visiten unter 70 %.
- Aufgrund der geringen Rücklaufquoten werden die Ergebnisse der EORTC-Fragebögen nicht für die Nutzenbewertung herangezogen.
- Somit kann aus den Ergebnissen der DREAMM-2-Studie keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens für die Morbidität hergeleitet werden.
- Lebensqualität
- Zur Erfassung der Lebensqualität wurden in der Studie DREAMM-2 die Funktionsskalen und globale Skala allgemeiner Gesundheitszustand / Lebensqualität des EORTC QLQ-C30 sowie die Funktionsskalen des QLQ-MY20 und der Fragebogen NEI VFQ-25 eingesetzt.
- Analog zu den patientenberichteten Endpunkten der Morbidität waren die Rücklaufquoten für die EORTC-Fragebögen so gering, dass daraus keine validen Ergebnisse abgeleitet werden können.
- Der NEI VFQ-25 wurde in der Studie DREAMM-2 eingesetzt, um die Auswirkung potentieller kornealer Ereignisse auf die Funktion und die gesundheitsbezogene Lebensqualität zu bewerten. Aufgrund des deskriptiven Charakters der Ergebnisse, des sehr kurzen Beobachtungszeitraums von 3 Wochen und der fehlenden Kontrolle können keine validen Aussagen zu Effekten von Belantamab-Mafodotin auf die Lebensqualität abgeleitet werden.
- Somit kann aus den Ergebnissen der DREAMM-2-Studie keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens für die Lebensqualität hergeleitet werden.
- Nebenwirkungen
- Die Ergebnisse zu den Nebenwirkungen beziehen sich auf die 95 Patienten der Full Safety Set-Population. Diese Population umfasst alle Patienten, die mindestens eine Dosis der Studienmedikation erhalten haben.
- Unerwünschte Ereignisse (UEs) gesamt
- Nahezu jeder Patient erlitt ein unerwünschtes Ereignis (93 Patienten (98 %)).
- Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs)
- Bei 40 von 95 der Patienten (42 %) trat mindestens ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis (SUE) auf. Am häufigsten traten Pneumonie und Pyrexie bei jeweils 7 % der Patienten auf.
- Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3)
- Bei 80 von 95 Patienten (84 %) trat mindestens ein schweres UE mit CTCAE-Grad ≥ 3 auf. Die häufigsten UE mit einem Schweregrad ≥ 3 waren Keratopathien; UE des Blutes (u. a. Preferred Terms: Anämie, Thrombozytopenie, verringerte Thrombozytenzahl, Neutropenie, verringerte Neutrophilenzahl, verringerte Lymphozytenzahl) sowie Pneumonie.
- Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen
- 9 % der Patienten brachen die Therapie aufgrund von unerwünschten Ereignissen ab.
- UE von besonderem Interesse
- Als UE von besonderem Interesse wurden in der Studie DREAMM-2 infusionsbedingte Reaktionen, Thrombozytopenien, Neutropenien und korneale Ereignisse definiert. Infusionsbedingte Ereignisse sind bei 21 % der Patienten aufgetreten. Thrombozytopenien wurden bei 38 % der Patienten beobachtet. 15 % der Patienten litten an Neutropenien. Die kornealen Ereignisse wurden sowohl anhand der CTCAE- als auch anhand einer von GSK entwickelten Klassifizierungsskala beurteilt. Nach der GSK-Skala wiesen 72 % der Behandelten korneale Ereignisse auf, wobei fast die Hälfte dieser Patienten gleichzeitig Symptome von verschwommenen Sehen und trockenen Augen zeigten. Fast 50 % aller Patienten wiesen die kornealen Ereignisse auf der GSK-Skala mit Grad 3 oder 4 auf. Anhand der CTCAE-Klassifikation wurde bei 71 % der Patienten eine Keratopathie dokumentiert. 31 % dieser Patienten wiesen eine schwere Keratopathie auf. Verschwommenes Sehen und trockene Augen gemäß CTCAE wurde bei 25 bzw. 15 % der Behandelten beobachtet, wobei der Anteil an Patienten mit schweren Ereignissen gering war. Schwerwiegende korneale Ereignisse gemäß CTCAE sind nicht aufgetreten.
- Da die Ergebnisse der Studie DREAMM-2 zu den Nebenwirkungen auf unkontrollierten Daten beruhen, lassen sich keine vergleichenden Aussagen ableiten.
- Gesamtbewertung
- Für die Nutzenbewertung von Belantamab-Mafodotin zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit multiplem Myelom, die bereits mindestens vier Therapien erhalten haben und deren Erkrankung refraktär gegenüber mindestens einem Proteasom-Inhibitor, einem Immunmodulator und einem monoklonalen Anti-CD38-Antikörper ist, und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression zeigen, liegen Ergebnisse aus der nicht-kontrollierten Studie DREAMM-2 zum Gesamtüberleben und zu den Nebenwirkungen vor.
- Weiterhin liegen Daten zur Morbidität und zur Lebensqualität vor. Diese weisen jedoch so geringe Rücklaufquoten auf, dass daraus keine validen Ergebnisse abgeleitet werden können. Die Daten werden als nicht bewertbar eingestuft.
- Davon unbenommen ist eine vergleichende Bewertung der Studienergebnisse aufgrund des einarmigen Designs der DREAMM-2-Studie nicht möglich.
- Die im Stellungnahmeverfahren vorgelegten Ergebnisse zu indirekten Vergleichen sowohl zwischen Belantamab-Mafodotin und Selinexor + Dexamethason als auch zwischen Belantamab-Mafodotin und „conventional care“ über den Brückenkomparator Selinexor + Dexamethason können nicht zur Ableitung eines Zusatznutzens herangezogen werden, weil unklar bleibt, inwieweit die eingeschlossenen Patientenpopulationen zwischen den einbezogenen Studien vergleichbar sind und nicht ausgeschlossen werden kann, dass relevante Adjustierungs- und Matchingfaktoren unberücksichtigt bleiben und zu Verzerrungen der Ergebnisse führen.
- Damit ist eine quantitative Beurteilung des Ausmaßes des Effektes und eine Quantifizierung des Zusatznutzens auf der Grundlage der vorgelegten Daten nicht möglich.
Zugehörige Verfahren
| Belantamab-Mafodotin (4) | Blenrep® | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG | Multiples Myelom, rezidiviert oder refraktär, nach mind. einer Vortherapie, Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason | n.d. | laufendes Verfahren | |
| Belantamab-Mafodotin (3) | Blenrep® | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG | Multiples Myelom, rezidiviert oder refraktär, nach mind. einer Vortherapie, Kombination mit Bortezomib und Dexamethason | n.d. | laufendes Verfahren | |
| Belantamab-Mafodotin (2) | Blenrep® | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG | Multiples Myelom, mind. 4 Vortherapien, Monotherapie |
0
570–1.130 |
100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan aufgehoben | |
| Belantamab-Mafodotin (1) | Blenrep® | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG | Multiples Myelom, mind. 4 Vortherapien, Monotherapie |
0
570–1.130 |
100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan aufgehoben |
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