Asciminib (3) – Scemblix®
Chronische myeloische Leukämie, Philadelphia-Chromosom-+, chronische Phase Ph+ CML-CP
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.12.2025 – Zulassung: 17.11.2025 |
|---|---|
| Beschluss | 21.05.2026 |
| Wirkstoff | Asciminib |
| Handelsname | Scemblix® |
| Pharm. Unternehmer | Novartis Pharma GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1267 |
| ATC-Code | L01EA06 BCR-ABL-Tyrosinkinase-Inhibitoren (L01EA) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C92.10Chronische myeloische Leukämie (CML), BCR/ABL-positiv: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C92.11Chronische myeloische Leukämie (CML), BCR/ABL-positiv: In kompletter Remission |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I17650CML (Chronische myeloische Leukämie), I31095CML (Chronische myeloische Leukämie) in kompletter Remission |
| ORPHAcodes (AIS) | 521CML (Chronische myeloische Leukämie), 521CML (Chronische myeloische Leukämie) in kompletter Remission |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Orphan (Umsatzgrenze) |
| Grund des Verfahrens | Neues Anwendungsgebiet |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Behandlung von Erwachsenen mit neu diagnostizierter Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP). Behandlung von Erwachsenen mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), welche zuvor mit einem Tyrosinkinase-Inhibitor behandelt wurden. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| b) | Erwachsene mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), welche zuvor mit einem TKI behandelt wurden; Zweitlinientherapie | Eine individualisierte Therapie unter Auswahl von Nilotinib, Dasatinib, Bosutinib und − Ponatinib |
| a) | Erwachsene mit neu diagnostizierter Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), Erstlinientherapie | − Imatinib oder − Nilotinib oder − Dasatinib oder − Bosutinib |
Studien und Ergebnisse
- Klinische Studien
- Es handelt sich bei beiden Studien um laufende, offene, randomisierte, kontrollierte Studien (RCT) zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Asciminib bei Patientinnen und Patienten mit neu diagnostizierter CML in der chronischen Phase.
a) Erwachsene mit neu diagnostizierter Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), Erstlinientherapie
- Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen
- In der Gesamtbetrachtung wird vom G-BA basierend auf der deutlichen Verbesserung der Symptomatik bei gleichzeitiger relevanter Verbesserung in der Lebensqualität und bei den Nebenwirkungen ein beträchtlicher Zusatznutzen von Asciminib festgestellt.
- Die Aussagesicherheit des festgestellten Zusatznutzens wird als Anhaltspunkt eingestuft.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben ist in den Studien ASC4FIRST und ASC4START operationalisiert als Zeitraum zwischen der Randomisierung und dem Tod aufgrund jeglicher Ursache.
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich weder in den einzelnen Studien noch in der Metaanalyse der Studien ASC4FIRST und ASC4START ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Progression in die Blastenkrise
- Der Endpunkt „Progression in die Blastenkrise“ ist in den Studien ASC4FIRST und ASC4START operationalisiert als der Zeitraum zwischen der Randomisierung und dem ersten Auftreten einer Progression in die Blastenkrise, definiert als ≥ 30% Blasten im peripheren Blut oder im Knochenmarkaspirat.
- Für den Endpunkt „Progression in die Blastenkrise“ zeigt sich weder in den Einzelstudien noch in der Metaanalyse ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Symptomatik (Fatigue, Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung, krankheitsspezifische Symptomatik)
- Hinsichtlich der Symptomatik zeigten sich in der vorgelegten Metaanalyse statistisch signifikante Unterschiede zugunsten von Asciminib in der Zeit bis zur ersten Verschlechterung in den Symptomskalen des EORTC QLQ-C30 Fatigue, Übelkeit und Erbrechen sowie Verstopfung und in der Zeit bis zur ersten Verschlechterung der krankheitsspezifischen Symptomatik, erhoben mittels EORTC QLQ-CML24.
- Für die Endpunktkategorie Morbidität ergibt sich somit insgesamt ein Vorteil von Asciminib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie, welcher auf den positiven Effekten von Asciminib hinsichtlich der Symptome Fatigue, Übelkeit und Erbrechen sowie Verstopfung und der krankheitsspezifischen Symptomatik beruht.
- Gesundheitsbezogene Lebensqualität - Soziale Funktion und Auswirkungen auf das tägliche Leben
- Hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigte sich in der Metaanalyse der Studien ASC4FIRST und ASC4START ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Asciminib in der Zeit bis zur ersten Verschlechterung in der sozialen Funktion, erhoben mittels EORTC QLQ-C30, sowie in den Auswirkungen auf das tägliche Leben, erhoben mittels EORTC QLQ-CML24.
- Es lässt sich somit ein Vorteil von Asciminib hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität feststellen.
- Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (UE) und Therapieabbrüche aufgrund von UE
- Für die Endpunkte schwere UE sowie Therapieabbrüche aufgrund von UE zeigten sich in der Metaanalyse der Studien ASC4FIRST und ASC4START statistisch signifikante Unterschiede zum Vorteil von Asciminib.
- Bei den schweren UEs zeigte sich im Detail ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Asciminib Systemorganklasse „Gefäßerkrankungen“.
- Für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen lässt sich insgesamt eine Verbesserung für Asciminib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ableiten, welche auf den positiven Effekten bei den schweren UE sowie den Abbrüchen wegen UE beruht.
- Gesamtbewertung
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Asciminib für die Behandlung von Erwachsenen mit neu diagnostizierter Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP) legte der pharmazeutische Unternehmer die Ergebnisse einer metaanalytischen Zusammenfassung der Studien ASC4FIRST und ASC4START vor, in denen Asciminib mit anderen Tyrosinkinase-Inhibitoren (Imatinib, Nilotinib, Dasatinib, Bosutinib) verglichen wurde.
- Hinsichtlich des Gesamtüberlebens zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- In der Endpunktkategorie Morbidität ergeben sich Vorteile für die Endpunkte Fatigue, Übelkeit und Erbrechen sowie Verstopfung, erhoben mittels EORTC-QLQ-C30. Zudem zeigte sich ein Vorteil in der krankheitsspezifischen Symptomatik, erhoben mittels EORTC-QLQ-CML24.
- In der Kategorie Lebensqualität ergibt sich ein Vorteil von Asciminib aufgrund von Verbesserungen in der sozialen Funktion, erhoben mittels EORTC QLQ-C30, sowie in den Auswirkungen auf das tägliche Leben, erhoben mittels EORTC QLQ-CML24.
- In der Endpunktkategorie Nebenwirkungen lassen sich Vorteile für Asciminib für die Endpunkte schwere UEs und Therapieabbrüche wegen UEs feststellen. Im Detail zeigt sich ein Nachteil für Asciminib in der Systemorganklasse Gefäßerkrankungen.
- In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zu den patientenrelevanten Endpunkten zeigt sich für Asciminib eine deutliche Verbesserung der Symptomatik bei gleichzeitiger relevanter Verbesserung in der Lebensqualität und bei den Nebenwirkungen.
- Im Ergebnis wird für Asciminib für die Behandlung von Erwachsenen mit neu diagnostizierter Ph+ CML-CP ein beträchtlicher Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie festgestellt.
b) Erwachsene mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), welche zuvor mit einem TKI behandelt wurden; Zweitlinientherapie
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Ein Zusatznutzen von Asciminib für Erwachsene mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), welche zuvor mit einem TKI behandelt wurden, ist somit nicht belegt.
- Für die Nutzenbewertung legt der pharmazeutische Unternehmer eine deskriptive Gegenüberstellung der Daten aus Studien zu neu diagnostizierten Patientinnen und Patienten (Erstlinie, Studien ASC4FIRST und ASC4START), Patientinnen und Patienten mit genau einer Vorbehandlung (Zweitlinie, Studie ASC2ESCALATE) und Patientinnen und Patienten mit mindestens zwei Vorbehandlungen (Studie ASCEMBL) vor, anhand derer er eine Übertragbarkeit der Ergebnisse für die Erstlinie und für Personen mit mindestens zwei Vorbehandlungen auf die Therapiesituation in der Zweitlinie begründet.
- Eine deskriptive Gegenüberstellung von Daten zu verschiedenen Therapielinien wird als nicht geeignet für die Bewertung des Zusatznutzens von Asciminib für Patientinnen und Patienten mit genau einer Vortherapie erachtet.
Zugehörige Verfahren
| Asciminib (4) | Scemblix® | Novartis Pharma GmbH | Chronische myeloische Leukämie, Ph+, CML-CP mit T315I-Mutation, vorbehandelt | n.d. | laufendes Verfahren Orphan (Umsatzgrenze) | |
| Asciminib (3) | Scemblix® | Novartis Pharma GmbH | Chronische myeloische Leukämie, Philadelphia-Chromosom-+, chronische Phase Ph+ CML-CP | 7.130–7.330 | 80% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze) | |
| Asciminib (2) | Scemblix® | Novartis Pharma GmbH | Chronische myeloische Leukämie, Ph+, nach ≥ 2 Vortherapien | 1.500–1.730 | 50% Hinweis auf geringer Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze) | |
| Asciminib (1) | Scemblix® | Novartis Pharma GmbH | Chronische myeloische Leukämie, Ph+, nach ≥ 2 Vortherapien |
0
840–1.150 |
100% Hinweis auf geringer Zusatznutzen Orphan aufgehoben |
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