Asciminib (2) – Scemblix®
Chronische myeloische Leukämie, Ph+, nach ≥ 2 Vortherapien
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.06.2025 – Zulassung: 25.08.2022 |
|---|---|
| Beschluss | 20.11.2025 |
| Wirkstoff | Asciminib |
| Handelsname | Scemblix® |
| Pharm. Unternehmer | Novartis Pharma GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1197 |
| ATC-Code | L01EA06 BCR-ABL-Tyrosinkinase-Inhibitoren (L01EA) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C92.10Chronische myeloische Leukämie (CML), BCR/ABL-positiv: Ohne Angabe einer kompletten Remission, C92.11Chronische myeloische Leukämie (CML), BCR/ABL-positiv: In kompletter Remission |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I17650CML (Chronische myeloische Leukämie), I31095CML (Chronische myeloische Leukämie) in kompletter Remission |
| ORPHAcodes (AIS) | 521CML (Chronische myeloische Leukämie), 521CML (Chronische myeloische Leukämie) in kompletter Remission |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Orphan (Umsatzgrenze) |
| Grund des Verfahrens | Neubewertung: Orphan Umsatz-Überschreitung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Scemblix wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), die zuvor mit zwei oder mehr Tyrosinkinase-Inhibitoren behandelt wurden. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a2) | Erwachsene mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), die zuvor mit zwei oder mehr Tyrosinkinase-Inhibitoren behandelt wurden - Erwachsene mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), die zuvor mit zwei oder mehr Tyrosinkinase-Inhibitoren behandelt wurden, für die Nilotinib, Dasatinib oder Ponatinib die geeignete individualisierte Therapie darstellt | − Individualisierte Therapie unter Auswahl von o Nilotinib, o Dasatinib, o Bosutinib und o Ponatinib |
| a1) | Erwachsene mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), die zuvor mit zwei oder mehr Tyrosinkinase-Inhibitoren behandelt wurden - Erwachsene mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), die zuvor mit zwei oder mehr Tyrosinkinase-Inhibitoren behandelt wurden, für die Bosutinib die geeignete individualisierte Therapie darstellt | − Individualisierte Therapie unter Auswahl von o Nilotinib, o Dasatinib, o Bosutinib und o Ponatinib |
Studien und Ergebnisse
- Klinische Studien
- Für die Nutzenbewertung legt der pharmazeutische Unternehmer die Ergebnisse der Studie ASCEMBL vor. Es handelt sich um eine abgeschlossene multizentrische, offene RCT zum Vergleich von Asciminib mit Bosutinib.
a1) Erwachsene mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), die zuvor mit zwei oder mehr Tyrosinkinase-Inhibitoren behandelt wurden, für die Bosutinib die geeignete individualisierte Therapie darstellt
- Insgesamt wird ein geringer Zusatznutzen festgestellt.
- Die Aussagesicherheit des festgestellten Zusatznutzens wird in die Kategorie „Hinweis“ eingestuft.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben ist in der Studie ASCEMBL als der Zeitraum zwischen der Randomisierung und Tod aufgrund jeglicher Ursache definiert. Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Progression in die Blastenkrise
- Die Blastenkrise war in der Studie ASCEMBL operationalisiert als ein Anteil von ≥ 30 % Blasten im Blut oder Knochenmark. Für die Endpunkte Progression in die Blastenkrise zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied.
- Morbidität - Symptomatik und Gesundheitszustand
- Es zeigt sich für die Endpunkte Symptomschwere und Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens durch Symptome, jeweils erhoben mittels MDASI-CML, statistisch signifikante Unterschiede zum Vorteil von Asciminib gegenüber Bosutinib.
- Beim Endpunkt Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens zeigt sich eine Effektmodifikation durch das Merkmal Geschlecht. Diesbezüglich liegt ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Asciminib nur in der Subgruppe der Frauen vor. Für die Bewertung wird das Ergebnis für die Gesamtpopulation herangezogen.
- Für die Endpunkte Symptomatik, erhoben mittels PGIC, sowie Gesundheitszustand, erhoben mittels EQ-5D VAS, zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Aktivitätsbeeinträchtigung (WPAI-CML Frage 6)
- Es liegen Ergebnisse zur Frage 6 des Fragebogens WPAI-CML vor. Die Frage 6 des WPAI-CML wird der Kategorie Morbidität zugeordnet. Durch die hinreichende Abdeckung der Aktivitätsbeeinträchtigung der Patientinnen und Patienten mittels des MDASI-CML (Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens durch Symptome), wird der WPAI-CML jedoch nicht zur Bewertung herangezogen.
- Lebensqualität
- Endpunkte zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden in der Studie nicht erhoben.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
- In der Studie ASCEMBL trat bei nahezu allen randomisierten Patientinnen und Patienten, mindestens ein unerwünschtes Ereignis auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE), schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3)
- Für die Endpunkte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) und schwere UE (CTCAE ≥ 3) zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen zum Vorteil von Asciminib.
- Nebenwirkungen - Therapieabbrüche aufgrund von UE
- Für den Endpunkt Abbruch wegen Nebenwirkungen zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Asciminib gegenüber Bosutinib
- Nebenwirkungen - Spezifische unerwünschte Ereignisse
- Bei den schweren UE zeigen sich im Detail Vorteile für Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums, Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts, Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes, Alaninaminotransferase erhöht und Aspartataminotransferase erhöht. Bei dem schweren UE Thrombozytopenie zeigt sich im Detail ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Asciminib.
- Gesamtbewertung / Fazit
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Asciminib für die Behandlung von Erwachsenen mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), die zuvor mit zwei oder mehr Tyrosinkinase-Inhibitoren behandelt wurden, wurde die RCT ASCEMBL vorgelegt, in welcher Asciminib mit Bosutinib verglichen wurde.
- Die Ergebnisse zum Endpunkt Gesamtüberleben zeigen keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- In der Endpunktkategorie Morbidität zeigen sich für die Endpunkte Progression in die Blastenkrise, Symptomatik (erhoben mittels PGIC) sowie Gesundheitszustand (erhoben mittels EQ-5D VAS) keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Es ergeben sich Vorteile in den Endpunkten Symptomschwere und Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens durch Symptome (erhoben mittels MDASI-CML), die als moderat gewertet werden.
- In der Endpunktkategorie Nebenwirkungen lässt sich ein Vorteil für Asciminib für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs), schwere unerwünschte Ereignisse (schwere UEs) und Abbruch wegen unerwünschten Ereignissen feststellen. Im Detail zeigen sich Vorteile bei den schweren UE Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums, Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts, Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes, Alaninaminotransferase erhöht und Aspartataminotransferase erhöht sowie ein Nachteil für den Endpunkt Thrombozytopenie (schwere UEs). Insgesamt werden die Ergebnisse zu den Nebenwirkungen als eine deutliche Verbesserung gewertet.
- In einer Abwägungsentscheidung gelangt der G-BA insgesamt zu dem Ergebnis, dass für Asciminib zur Behandlung von Erwachsenen mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), die zuvor mit zwei oder mehr Tyrosinkinase-Inhibitoren behandelt wurden, und für die Bosutinib die geeignete individualisierte Therapie darstellt ein geringer Zusatznutzen gegenüber Bosutinib vorliegt.
a2) Erwachsene mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), die zuvor mit zwei oder mehr Tyrosinkinase-Inhibitoren behandelt wurden, für die Nilotinib, Dasatinib oder Ponatinib die geeignete individualisierte Therapie darstellt
- Ein Zusatznutzen ist für Asciminib zur Behandlung von Erwachsenen mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP), die zuvor mit zwei oder mehr Tyrosinkinase-Inhibitoren behandelt wurden und für die Nilotinib, Dasatinib oder Ponatinib die geeignete individualisierte Therapie darstellt, gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
- Es wurden keine Daten zum Vergleich gegenüber Nilotinib, Dasatinib oder Ponatinib vorgelegt.
Zugehörige Verfahren
| Asciminib (4) | Scemblix® | Novartis Pharma GmbH | Chronische myeloische Leukämie, Ph+, CML-CP mit T315I-Mutation, vorbehandelt | n.d. | laufendes Verfahren Orphan (Umsatzgrenze) | |
| Asciminib (3) | Scemblix® | Novartis Pharma GmbH | Chronische myeloische Leukämie, Philadelphia-Chromosom-+, chronische Phase Ph+ CML-CP | 7.130–7.330 | 80% Anhaltspunkt für beträchtlicher Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze) | |
| Asciminib (2) | Scemblix® | Novartis Pharma GmbH | Chronische myeloische Leukämie, Ph+, nach ≥ 2 Vortherapien | 1.500–1.730 | 50% Hinweis auf geringer Zusatznutzen Orphan (Umsatzgrenze) | |
| Asciminib (1) | Scemblix® | Novartis Pharma GmbH | Chronische myeloische Leukämie, Ph+, nach ≥ 2 Vortherapien |
0
840–1.150 |
100% Hinweis auf geringer Zusatznutzen Orphan aufgehoben |
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