Sofosbuvir (1) – Sovaldi®
Chronische Hepatitis C
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.02.2014 – Zulassung: 16.01.2014 |
|---|---|
| Beschluss | 17.07.2014 |
| Befristung bis | 15.07.2016 Befristung aufgehoben |
| Wirkstoff | Sofosbuvir |
| Handelsname | Sovaldi® |
| Pharm. Unternehmer | Gilead Sciences GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-091 |
| ATC-Code | J05AP08 Antivirale Mittel zur Behandlung von Hepatitis C Infektionen (J05AP) |
| ICD-10 Codes (AIS) | B18.2Chronische Virushepatitis C, B24Nicht näher bezeichnete HIV-Krankheit (Humane Immundefizienz-Viruskrankheit), Z21Asymptomatische HIV-Infektion (Humane Immundefizienz-Virusinfektion) |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I24822HIV-Infektion, I29602Chronische Virushepatitis C, I29605HIV-Krankheit |
| DDD Tagesdosis | 0.4 g oral |
| Therapeutisches Gebiet | Infektionskrankheiten Hepatitis C (HCV) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Regulatorischer Status | Beschleunigtes Verfahren (AA) |
| Besonderheit | Kombinationstherapie |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Sofosbuvir (Sovaldi®) wird in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung der chronischen Hepatitis C (CHC) bei Erwachsenen angewendet (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 5.1 der Fachinformation von Sovaldi®). Zur spezifischen Aktivität gegen die verschiedenen Genotypen des Hepatitis-C-Virus (HCV) (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1. der Fachinformation von Sovaldi®). |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Therapienaive Patienten ohne Zirrhose mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 1), in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin + Proteaseinhibitor (Boceprevir oder Telaprevir) | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) oder Triple-Therapie (Kombination aus einem Proteaseinhibitor (Boceprevir oder Telaprevir), Peginterferon alfa und Ribavirin) |
| b) | Therapienaive Patienten mit Zirrhose mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 1), in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) |
| c) | Therapieerfahrene Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 1), in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin + Proteaseinhibitor (Boceprevir oder Telaprevir) | Therapy-experienced patients with chronic hepatitis C virus (cHCV) infection (genotype 1), in combination with peginterferon alfa + ribavirin versus peginterferon alfa + ribavirin + protease inhibitor (boceprevir or telaprevir). |
| d) | Therapienaive Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 2), in Kombination mit Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) |
| e) | Therapieerfahrene Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 2), in Kombination mit Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) |
| f) | Therapienaive und therapieerfahrene Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 3), in Kombination mit Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) |
| g) | Therapienaive und therapieerfahrene Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 3), in Kombination mit Peginterferon alfa und Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) |
| h) | Therapienaive und therapieerfahrene Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 4, 5, und 6), in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) |
| i) | Therapienaive und therapieerfahrene Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 1 bis 6) mit einer HIV-Koinfektion, in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin bzw. Kombination mit Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin | Duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (FISSION) |
|---|---|
|
Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Anzahl Arzneimittel, Vorbehandlung, Genetik/Mutationstyp |
- Klinische Studien
- NEUTRINO (N=327) war eine nicht verblindete, einarmige Phase III Studie, in der eine 12-wöchige Behandlung mit Sofosbuvir in Kombination mit Peginterferon alfa 2a und Ribavirin bei nicht vorbehandelten Patienten mit einer HCV-Infektion vom Genotyp 1, 4, 5 oder 6 untersucht wurde; 17 % hatten eine Zirrhose (N=54); 89 % hatten den HCV-Genotyp 1 (N= 292) und 11 % die HCV-Genotypen 4, 5 oder 6 (N= 35).
- FISSION (N=499; [256Intervention/243Kontrolle]) war eine randomisierte, nicht verblindete, aktiv kontrollierte Studie, in der eine 12-wöchige Behandlung mit Sofosbuvir und Ribavirin mit einer 24-wöchigen Behandlung mit Peginterferon alfa 2a und Ribavirin bei nicht vorbehandelten Patienten mit HCV-Infektion vom Genotyp 2 oder 3 verglichen wurde; 28 % hatten den Genotyp 2 (N=140 [73Intervention/67Kontrolle]), davon hatten ca. 18 % eine Zirrhose (N=25).
- FUSION (N=201; [103 12 Wochen/98 16 Wochen]) war eine randomisierte, doppelblinde Phase III Studie, in der eine 12- oder 16-wöchige Behandlung mit Sofosbuvir und Ribavirin bei Patienten mit HCV-Infektion vom Genotyp 2 oder 3 untersucht wurde, die bei einer vorherigen Interferon-haltigen Therapie kein SVR erzielt hatten (Relapser und Non-Responder); 39 Patienten vom Genotyp 2 erhielten eine der Zulassung entsprechende 12-wöchige Behandlung.
- VALENCE war eine Phase III Studie, bei der Sofosbuvir in Kombination mit Ribavirin zur Behandlung einer HCV-Infektion vom Genotyp 2 (N=73) oder 3 (N=261) bei nicht vorbehandelten Patienten oder bei Patienten angewendet wurde, die bei einer vorherigen Interferon-haltigen Therapie kein SVR erzielt hatten, einschließlich Patienten mit kompensierter Zirrhose.
- PHOTON-1 war eine nicht verblindete klinische Phase III Studie, in der eine 12- oder 24-wöchige Behandlung mit Sofosbuvir und Ribavirin bei Patienten mit einer chronischen Hepatitis-C Infektion vom Genotyp 1, 2 oder 3 und HIV-1-Koinfektion untersucht wurde.
- POSITRON (N=272; [207Intervention/71Placebo]) war eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase III Studie, in der eine 12-wöchige Behandlung mit Sofosbuvir und Ribavirin mit Placebo bei HCV Patienten (Genotypen 2 und 3) mit einer Interferon-Unverträglichkeit und bei Patienten, die für eine Interferontherapie ungeeignet waren oder diese ablehnten, verglichen wurde; 16 % hatten eine Zirrhose; 49 % hatten eine HCV Genotyp 3 Infektion (N=135; [98Intervention/37Placebo]).
a) Therapienaive Patienten ohne Zirrhose mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 1)
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Sofosbuvir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als gering ein.
- Die Aussagesicherheit wird auf einen Anhaltspunkt herabgestuft, da nur eine einarmige Studie für den Nachweis eines adäquaten Ansprechens bezüglich des SVR sowie der Beschreibung des Nebenwirkungsprofils des Sofosbuvir-Ribavirin-Peginterferon Regimes vorlag.
- Morbidität - dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained Virologic Response)
- In der NEUTRINO Studie erreichen unter den HCV Patienten, Genotyp 1 262 von 292 Patienten ein SVR (90 %). Die SVR Raten liegen bei Patienten ohne Zirrhose bei 93 %.
- Aufgrund der erreichten Größenordnung der SVR-Raten und unter Berücksichtigung der Studiengröße wird trotz einer einarmigen Studie von einer Äquivalenz einer Behandlung mit einem Sofosbuvir-Regime im Vergleich zu einer Tripel-Therapie (Proteaseinhibitor plus Ribavirin plus Peginterferon) bezüglich dieses Endpunktes ausgegangen.
- Nebenwirkungen
- Die in der NEUTRINO Studie erhobenen Nebenwirkungen unter dem Sofosbuvir-Ribavirin-Peginterferon Regime entsprechen in ihrer Art dem Nebenwirkungsprofil eines Ribavirin-Peginterferon Regimes.
- Unter Berücksichtigung der sowohl in Studien hinreichend belegten und in den Fachinformationen beschriebenen unerwünschten Wirkungen der Behandlung mit der Tripel-Therapie, insbesondere die unerwünschten Wirkungen einer Behandlung mit Peginterferon, wird die wesentliche Verkürzung der Therapiedauer gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie als relevant hinsichtlich der Vermeidung von Nebenwirkungen bewertet.
- In der Zusammenschau im Sinne eines indirekten Vergleichs stellt der G-BA einen geringen Zusatznutzen bei den therapienaiven HCV Patienten mit Genotyp 1 (mit und ohne Zirrhose) gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie durch die relevante Vermeidung von Nebenwirkungen fest.
Therapienaive Patienten mit Zirrhose mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 1)
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Sofosbuvir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als gering ein.
- Die Aussagesicherheit wird auf einen Anhaltspunkt herabgestuft, da nur eine einarmige Studie für den Nachweis eines adäquaten Ansprechens bezüglich des SVR sowie der Beschreibung des Nebenwirkungsprofils des Sofosbuvir-Ribavirin-Peginterferon Regimes vorlag.
- Morbidität - dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained Virologic Response)
- In der NEUTRINO Studie erreichen unter den HCV Patienten, Genotyp 1 262 von 292 Patienten ein SVR (90 %). Die SVR Raten liegen bei Patienten mit Zirrhose bei 80 %.
- Aufgrund der erreichten Größenordnung der SVR-Raten und unter Berücksichtigung der Studiengröße wird trotz einer einarmigen Studie von einer Äquivalenz einer Behandlung mit einem Sofosbuvir-Regime im Vergleich zu einer Tripel-Therapie (Proteaseinhibitor plus Ribavirin plus Peginterferon) bezüglich dieses Endpunktes ausgegangen.
- Nebenwirkungen
- Die in der NEUTRINO Studie erhobenen Nebenwirkungen unter dem Sofosbuvir-Ribavirin-Peginterferon Regime entsprechen in ihrer Art dem Nebenwirkungsprofil eines Ribavirin-Peginterferon Regimes.
- Unter Berücksichtigung der sowohl in Studien hinreichend belegten und in den Fachinformationen beschriebenen unerwünschten Wirkungen der Behandlung mit der Tripel-Therapie, insbesondere die unerwünschten Wirkungen einer Behandlung mit Peginterferon, wird die wesentliche Verkürzung der Therapiedauer gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie als relevant hinsichtlich der Vermeidung von Nebenwirkungen bewertet.
- In der Zusammenschau im Sinne eines indirekten Vergleichs stellt der G-BA einen geringen Zusatznutzen bei den therapienaiven HCV Patienten mit Genotyp 1 (mit und ohne Zirrhose) gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie durch die relevante Vermeidung von Nebenwirkungen fest.
Therapieerfahrene Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 1)
- Es liegen keine ausreichenden Daten vor, um den Zusatznutzen bewerten zu können. Daher ist der Zusatznutzen für die therapieerfahrenen HCV Patienten mit Genotyp 1 nicht belegt.
Therapienaive Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 2)
- Für therapienaive Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 2) liegt ein Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Sofosbuvir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als beträchtlich ein. Gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie handelt es sich gemäß § 5 Abs. 7 i.V.m. § 2 Abs. 3 AM-NutzenV um eine beträchtliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens, die sich insbesondere durch eine signifikante Verbesserung des dauerhaften virologischen Ansprechens (SVR) und der Möglichkeit eines Interferon-freien Regimes und der damit verbundenen relevanten Vermeidung von Nebenwirkungen ergibt.
- Morbidität - dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained Virologic Response)
- Die Population „therapienaive HCV Patienten mit Genotyp 2“ wurde in einer randomisierten, nicht verblindeten, aktiv kontrollierten Studie (FISSION) untersucht. Der Anteil an therapienaiven Patienten mit Genotyp 2, die nach einer 12-wöchigen Therapie mit Sofosbuvir plus Ribavirin ein SVR 24 zeigten, ist signifikant höher als nach einer 24-wöchigen Behandlung mit Peginterferon alfa plus Ribavirin (97,1 % versus 76,1 % [RR: 1,28 / 95 % -KI: 1,11; 14,7]).
- Aufgrund der Patientenrelevanz des SVR wird ein beträchtlicher Zusatznutzen in dieser Patientengruppe gesehen.
- Nebenwirkungen
- In der qualitativen Betrachtung traten weniger UEs sowie weniger Abbrüche wegen UEs in der FISSION Studie bei therapienaiven HCV Patienten mit Genotyp 2 auf.
- In einer gemeinsamen Auswertung der HCV Patienten Genotyp 2 und 3 der FISSION-Studie ist zu erkennen, dass eine qualitative Häufung von Nebenwirkungen wie z.B. grippeähnliche Symptome, Depression, Fieber in der Kontrollgruppe auftritt, die dem Nebenwirkungsprofil von Peginterferon entsprechen.
- Durch das Interferon-freie Therapieregime Sofosbuvir plus Ribavirin wird ein Vorteil gegenüber der Interferon-basierten zweckmäßigen Vergleichstherapie gesehen, da eine positive Beeinflussung des Nebenwirkungsprofils erkennbar ist.
- Das Interferon-freie Therapieregime Sofosbuvir plus Ribavirin ermöglicht zudem therapienaiven HCV Patienten Genotyp 2, bei denen Interferonhaltige Therapieregime nicht zur Anwendung kommen können, eine antivirale Behandlung.
- Gesamtbewertung
- Für therapienaive Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 2) liegt in der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zur Mortalität, zur Morbidität und zu Nebenwirkungen ein Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Sofosbuvir in Kombination mit Ribavirin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie [Peginterferon + Ribavirin] hinsichtlich der Therapieeffekte auf Morbidität vor.
- Die Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Studie zeigen, dass die Behandlung mit Sofosbuvir plus Ribavirin gegenüber Peginterferon plus Ribavirin zu einer signifikanten Verbesserung des dauerhaften virologischen Ansprechens führt. Dies wird unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als eine beträchtliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens gewertet.
- In der Zusammenschau der Ergebnisse der FISSION Studie wird aufgrund der signifikanten Verbesserung des SVR sowie der positiven Beeinflussung der Nebenwirkungen durch das Interferon-freie Therapieregime (Sofosbuvir plus Ribavirin) ein beträchtlicher Zusatznutzen festgestellt. Da eine RCT vorliegt, werden die Ergebnisse zum SVR als robust bewertet und damit ein Hinweis für einen Zusatznutzen gesehen.
- Für eine Bewertung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität liegen keine ausreichend belastbaren Ergebnisse vor für die relevante Teilpopulation vor. In der Studie traten in der relevante Teilpopulation keine Todesfälle auf.
Therapieerfahrene Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 2)
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Sofosbuvir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als gering ein.
- Die Aussagesicherheit wird aufgrund des Vorliegens zwei einarmiger Studien für das Interferon-freie Therapieregime Sofosbuvir plus Ribavirin bei therapieerfahrenen HCV Patienten mit Genotyp 2 und der vergleichenden Betrachtung der Nebenwirkungsprofile des Interferon-freien Sofosbuvir-Regimes einerseits und der Interferon-haltigen zweckmäßigen Vergleichstherapie andererseits auf einen Anhaltspunkt herabgestuft.
- Morbidität - dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained Virologic Response)
- In der FUSION Studie erreichen unter den HCV Patienten, Genotyp 2 (therapieerfahren) 32 von 39 Patienten (82,1 %) und in der VALENCE Studie 37 von 41 Patienten ein SVR (90 %). Die SVR Raten liegen bei Patienten mit Zirrhose bei 60,0 % (FUSION) bzw. 88 % (VALENCE) sowie bei Patienten ohne Zirrhose bei 89,6 % (FUSION) bzw. bei 91 % (VALENCE).
- Aufgrund der erreichten Größenordnung der SVR-Raten und des Vorliegens zweier gleichgerichteter Studien wird trotz einarmiger Studien von einer Äquivalenz einer Behandlung mit einem Sofosbuvir-Regime im Vergleich zu einer dualen Therapie (Ribavirin plus Peginterferon) bezüglich dieses Endpunktes ausgegangen.
- Nebenwirkungen
- Unter Berücksichtigung der sowohl in Studien hinreichend belegten und in den Fachinformationen beschriebenen unerwünschten Wirkungen der Behandlung mit Peginterferon wird durch das Interferon-freie Therapieregime Sofosbuvir plus Ribavirin, welches zudem vergleichsweise in einem wesentlich kürzeren Behandlungszyklus angewandt wird, ein Vorteil gegenüber der Interferon-basierten zweckmäßigen Vergleichstherapie gesehen, da eine positive Beeinflussung des Nebenwirkungsprofils erkennbar ist.
- Das Interferon-freie Therapieregime Sofosbuvir plus Ribavirin ermöglicht zudem therapieerfahrenen HCV Patienten Genotyp 2, bei denen Interferon-haltige Therapieregime nicht zur Anwendung kommen können, eine antivirale Behandlung.
- In der Zusammenschau im Sinne eines indirekten Vergleichs stellt der G-BA einen geringen Zusatznutzen bei den therapieerfahrenen HCV Patienten mit Genotyp 2 gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie durch die relevante Vermeidung von Nebenwirkungen fest.
Therapienaive Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 3)
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Sofosbuvir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als gering ein.
- Die Aussagesicherheit wird aufgrund des Vorliegens einer einarmigen Studien für das Interferon-freie Therapieregime Sofosbuvir plus Ribavirin bei therapienaiven und therapieerfahrenen HCV Patienten mit Genotyp 3 und der vergleichenden Betrachtung der Nebenwirkungsprofile des Interferon-freien Sofosbuvir-Regimes einerseits und der Interferon-haltigen zweckmäßigen Vergleichstherapie andererseits auf einen Anhaltspunkt herabgestuft.
- Morbidität - dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained Virologic Response)
- In der VALENCE Studie erreichen unter den HCV Patienten, Genotyp 3 (therapienaiv) 98 von 105 Patienten (93 %) ein SVR.
- Aufgrund der erreichten Größenordnung der SVR-Raten und unter Berücksichtigung der Studiengröße wird trotz einer einarmigen Studie von einer Äquivalenz einer Behandlung mit einem Sofosbuvir-Regime im Vergleich zu einer dualen Therapie (Ribavirin plus Peginterferon) bezüglich dieses Endpunktes ausgegangen.
- Nebenwirkungen
- In der Zusammenschau im Sinne eines indirekten Vergleichs stellt der G-BA einen geringen Zusatznutzen für das Sofosbuvir-Ribavirin-Regime bei therapienaiven und therapieerfahrenen HCV Patienten mit Genotyp 3 gegenüber der Interferon-haltigen zweckmäßigen Vergleichstherapie durch die relevante Vermeidung von Nebenwirkungen fest.
Therapieerfahrene Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 3)
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Sofosbuvir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als gering ein.
- Die Aussagesicherheit wird aufgrund des Vorliegens einer einarmigen Studien für das Interferon-freie Therapieregime Sofosbuvir plus Ribavirin bei therapienaiven und therapieerfahrenen HCV Patienten mit Genotyp 3 und der vergleichenden Betrachtung der Nebenwirkungsprofile des Interferon-freien Sofosbuvir-Regimes einerseits und der Interferon-haltigen zweckmäßigen Vergleichstherapie andererseits auf einen Anhaltspunkt herabgestuft.
- Morbidität - dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained Virologic Response)
- Aufgrund der erreichten Größenordnung der SVR-Raten und unter Berücksichtigung der Studiengröße wird trotz einer einarmigen Studie von einer Äquivalenz einer Behandlung mit einem Sofosbuvir-Regime im Vergleich zu einer dualen Therapie (Ribavirin plus Peginterferon) bezüglich dieses Endpunktes ausgegangen.
- Nebenwirkungen
- Unter Berücksichtigung der sowohl in Studien hinreichend belegten und in den Fachinformationen beschriebenen unerwünschten Wirkungen der Behandlung mit Peginterferon wird durch das Interferon-freie Therapieregime Sofosbuvir plus Ribavirin, welches zudem bei therapieerfahrenen Patienten vergleichsweise in einem wesentlich kürzeren Behandlungszyklus angewandt wird, ein Vorteil gegenüber der Interferon-basierten zweckmäßigen Vergleichstherapie gesehen, da eine positive Beeinflussung des Nebenwirkungsprofils erkennbar ist.
- In der Zusammenschau im Sinne eines indirekten Vergleichs stellt der G-BA einen geringen Zusatznutzen für das Sofosbuvir-Ribavirin-Regime bei therapienaiven und therapieerfahrenen HCV Patienten mit Genotyp 3 gegenüber der Interferon-haltigen zweckmäßigen Vergleichstherapie durch die relevante Vermeidung von Nebenwirkungen fest.
Therapienaive und therapieerfahrene Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 3) (Sofosbuvir in Kombination mit Ribavirin und Peginterferon alfa)
- Für HCV Patienten Genotyp 3, die mittels des Sofosbuvir-Ribavirin-Peginterferon-Regime behandelt wurden, lagen keine ausreichenden Daten vor, um den Zusatznutzen bewerten zu können. Daher ist der Zusatznutzen für das Sofosbuvir-Ribavirin-Peginterferon-Regime bei HCV Patienten mit Genotyp 3 nicht belegt.
Therapienaive und therapieerfahrene Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 4, 5 und 6)
- Morbidität - dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained Virologic Response)
- In der NEUTRINO Studie liegen die SVR Raten der Genotypen 4,5,6 bei 97 % (34/35) sowie 100 % (33/33) für die Genotypen 4,5,6 (ohne Zirrhose) und 50 % (1/2) für die Genotypen 4,5,6 (mit Zirrhose) vor. Die zur Verfügung stehenden Patientenzahlen für diese Genotypen sind sehr gering [Genotyp 4 (N=28), Genotyp 5 (N=1), Genotyp 6 (N=6)]. Eine Aussage zum SVR lässt sich auf Basis dieser Angaben nicht treffen. Die zur Verfügung stehenden Daten werden nicht als ausreichend betrachtet, um den Zusatznutzen bewerten zu können.
Therapienaive Patienten mit HIV-Koinfektion und chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 1 bis 6)
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Sofosbuvir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als gering ein.
- Die Aussagesicherheit wird aufgrund des Vorliegens einer einarmigen Studien für die Patientengruppe HCV/HIV Koinfizierte und der vergleichenden Betrachtung der Nebenwirkungsprofile des Sofosbuvir-Regimes einerseits und der Interferon-haltigen zweckmäßigen Vergleichstherapie andererseits auf einen Anhaltspunkt herabgestuft.
- Morbidität - dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained Virologic Response)
- Aufgrund der erreichten Größenordnung der SVR-Raten und unter Berücksichtigung der Studiengröße (N=168 [Genotyp 1 (therapienaiv), Genotyp 2 (therapienaiv, therapieerfahren), Genotyp 3 (therapieerfahren)]) wird trotz einer einarmigen Studie von einer Äquivalenz einer Behandlung mit einem Sofosbuvir-Regime im Vergleich zu einer dualen Therapie (Ribavirin plus Peginterferon) bezüglich dieses Endpunktes ausgegangen.
- Nebenwirkungen
- Unter Berücksichtigung der sowohl in Studien hinreichend belegten und in den Fachinformationen beschriebenen unerwünschten Wirkungen der Behandlung mit Peginterferon wird durch den vergleichsweise wesentlich kürzeren Behandlungszyklus der Sofosbuvir-haltigen Therapieregime sowie durch das Interferon-freie Therapieregime „Sofosbuvir plus Ribavirin“ gegenüber der dualen Therapie ein Vorteil bezüglich der positiven Beeinflussung der Nebenwirkungen gesehen.
- In der Zusammenschau im Sinne eines indirekten Vergleichs stellt der G-BA einen geringen Zusatznutzen für Patienten mit einer HCV/HIV Koinfektion gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie durch die relevante Vermeidung von Nebenwirkungen fest.
Therapieerfahrene Patienten mit HIV-Koinfektion und chronischer Hepatitis-C-Virus (cHCV) Infektion (Genotyp 1 bis 6)
- Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens von Sofosbuvir auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des therapeutischen Ziels bei der Behandlung der Erkrankung als gering ein.
- Die Aussagesicherheit wird aufgrund des Vorliegens einer einarmigen Studien für die Patientengruppe HCV/HIV Koinfizierte und der vergleichenden Betrachtung der Nebenwirkungsprofile des Sofosbuvir-Regimes einerseits und der Interferon-haltigen zweckmäßigen Vergleichstherapie andererseits auf einen Anhaltspunkt herabgestuft.
- Morbidität - dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR = Sustained Virologic Response)
- Aufgrund der erreichten Größenordnung der SVR-Raten und unter Berücksichtigung der Studiengröße (N=168 [Genotyp 1 (therapienaiv), Genotyp 2 (therapienaiv, therapieerfahren), Genotyp 3 (therapieerfahren)]) wird trotz einer einarmigen Studie von einer Äquivalenz einer Behandlung mit einem Sofosbuvir-Regime im Vergleich zu einer dualen Therapie (Ribavirin plus Peginterferon) bezüglich dieses Endpunktes ausgegangen.
- Nebenwirkungen
- Unter Berücksichtigung der sowohl in Studien hinreichend belegten und in den Fachinformationen beschriebenen unerwünschten Wirkungen der Behandlung mit Peginterferon wird durch den vergleichsweise wesentlich kürzeren Behandlungszyklus der Sofosbuvir-haltigen Therapieregime sowie durch das Interferon-freie Therapieregime „Sofosbuvir plus Ribavirin“ gegenüber der dualen Therapie ein Vorteil bezüglich der positiven Beeinflussung der Nebenwirkungen gesehen.
- In der Zusammenschau im Sinne eines indirekten Vergleichs stellt der G-BA einen geringen Zusatznutzen für Patienten mit einer HCV/HIV Koinfektion gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie durch die relevante Vermeidung von Nebenwirkungen fest.
Zugehörige Verfahren
| Sofosbuvir (3) | Sovaldi® | Gilead Sciences Ireland UC | Chronische Hepatitis C, 3 bis <12 Jahre | 30–50 | 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen | |
| Sofosbuvir (2) | Sovaldi® | Gilead Sciences GmbH | Chronische Hepatitis C, 12 bis < 18 Jahre | 1.025 | 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen | |
| Sofosbuvir (1) | Sovaldi® | Gilead Sciences GmbH | Chronische Hepatitis C | 99.841 | 4% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen |
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