Pertuzumab / Trastuzumab (2) – Phesgo®
Mammakarzinom, HER2+, lokal fortgeschritten oder entzündlichem oder früh mit hohem Rezidivrisiko, neoadjuvante Therapie, Kombination mit Chemotherapie
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.02.2021 – Zulassung: 21.12.2020 |
|---|---|
| Beschluss | 15.07.2021 |
| Wirkstoff | Pertuzumab/Trastuzumab |
| Handelsname | Phesgo® |
| Pharm. Unternehmer | Roche Pharma AG |
| G-BA Vorgangsnummer | D-631 |
| ATC-Code | L01FY01 MONOKLONALE ANTIKÖRPER UND ANTIKÖRPER-WIRKSTOFF-KONJUGATE (L01F) |
| ICD-10 Codes (AIS) | C50.0Bösartige Neubildung: Brustwarze und Warzenhof, C50.1Bösartige Neubildung: Zentraler Drüsenkörper der Brustdrüse, C50.2Bösartige Neubildung: Oberer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.3Bösartige Neubildung: Unterer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.4Bösartige Neubildung: Oberer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.5Bösartige Neubildung: Unterer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.6Bösartige Neubildung: Recessus axillaris der Brustdrüse, C50.8Bösartige Neubildung: Brustdrüse, mehrere Teilbereiche überlappend, C50.9Bösartige Neubildung: Brustdrüse, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I102868Bösartige Neubildung der äußeren 2 Quadranten der Brustdrüse, I102970Bösartige Neubildung des oberen inneren Quadranten der Brustdrüse, I102971Bösartige Neubildung des unteren inneren Quadranten der Brustdrüse, I102972Bösartige Neubildung des oberen äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102973Bösartige Neubildung des unteren äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102998Bösartige Neubildung des zentralen Drüsenkörpers der Brustdrüse, I102999Bösartige Neubildung des Recessus axillaris der Brustdrüse, I111628Bösartige Neubildung der Brustwarze und des Warzenhofes, I18052Mammakarzinom |
| DDD Tagesdosis | 0.05 parenteral |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom / Brustkrebs (BC) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Besonderheit | Bundling |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Phesgo ist zur Anwendung in Kombination mit Chemotherapie indiziert zur neoadjuvanten Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem lokal fortgeschrittenem, entzündlichem oder frühem Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Erwachsene mit HER2-positivem lokal fortgeschrittenem, entzündlichem oder frühem Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko zur neoadjuvanten Behandlung | Ein Therapieschema; Trastuzumab, ein Taxan (Paclitaxel oder Docetaxel) und ggf. ein Anthrazyklin (Doxorubicin oder Epirubicin) enthaltend |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (NeoSphere) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
- Klinische Studien
- Die herangezogene Studie NeoSphere ist eine multizentrische, offene, randomisierte kontrollierte Phase II Studie, in der Erwachsene (N=417) mit einem HER2-positivem lokal fortgeschrittenem, entzündlichem oder frühem invasivem Brustkrebs mit einem Durchmesser des Primärtumors von > 2 cm und einem Eastern Cooperative Oncology Group Performance Status≤ 1 eingeschlossen wurden.
Erwachsene mit HER2-positivem lokal fortgeschrittenem, entzündlichem oder frühem Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko zur neoadjuvanten Behandlung
- Für die neoadjuvante Behandlung Erwachsener mit HER2-positivem lokal fortgeschrittenem, entzündlichem oder frühem Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
- In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zur Mortalität, Morbidität und zu den Nebenwirkungen ergibt sich gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie kein Zusatznutzen und auch kein geringerer Nutzen von Pertuzumab in der neoadjuvanten Therapie des HER2-positiven lokal fortgeschrittenen, entzündlichen oder frühen Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko.
- Somit stellt der G-BA fest, dass für die s.c. Fixkombination Pertuzumab/ Trastuzumab in Kombination mit Chemotherapie gegenüber Trastuzumab in Kombination mit einem Taxan und gegebenenfalls einem Anthrazyklin ein Zusatznutzen nicht belegt ist.
- Mortalität
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den bewertungsrelevanten Studienarmen (Arm A: Pertuzumab + Trastuzumab + Docetaxel, Arm B: Trastuzumab + Docetaxel).
- Für den Endpunkt Gesamtüberleben wird somit kein Zusatznutzen festgestellt.
- Morbidität
- Rezidive (Rezidivrate und Krankheitsfreies Überleben)
- In beiden Auswertungen liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden herangezogenen Studienarmen vor.
- Hinsichtlich der Rezidivrate und des krankheitsfreien Überlebens ist ein Zusatznutzen von Pertuzumab + Trastuzumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
- Brusterhaltende Operationen
- Der Anteil der Patienten, die nach der neoadjuvanten Therapie nach Einschätzung des Studienarztes brusterhaltend operiert werden konnten, war zwischen den Behandlungsarmen nicht statistisch signifikant unterschiedlich.
- Für den Endpunkt Brusterhaltende Operationen ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
- Pathologische Komplettremission
- Der primäre Endpunkt der NeoSphere-Studie war die pathologische Komplettremission, hinsichtlich derer ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden bewertungsrelevanten Studienarmen vorlag.
- Die pathologische Komplettremission (pCR) wird als ein Surrogatendpunkt unklarer Validität erachtet.
- Insgesamt ist für eine hinreichende Validierung eines Surrogatendpunkts in der Regel sowohl der Nachweis einer Korrelation auf Patientenebene, als auch auf Studienebene erforderlich. Da dies für den vorliegenden Endpunkt nicht gegeben ist, kann die pCR nicht zur Bewertung des Zusatznutzens herangezogen werden.
- In der NeoSphere-Studie konnte nicht gezeigt werden, dass sich der unterschiedliche Anteil der Patienten mit pCR in einen statistisch signifikant unterschiedlichen Anteil an Patienten mit Rezidiv überträgt. Ebenso wenig besteht ein Unterschied hinsichtlich des Gesamtüberlebens in beiden Patientengruppen.
- Lebensqualität
- Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden in der Studie NeoSphere nicht erhoben.
- Nebenwirkungen
- Die Daten der Studie NeoSphere bilden ausschließlich Nebenwirkungen der freien intravenösen Kombination von Pertuzumab + Trastuzumab ab. Unerwünschte Ereignisse, die direkt auf die subkutane Anwendung der Fixkombination zurückzuführen sind, konnten im Rahmen dieser Studie nicht erfasst werden.
- Unerwünschte Ereignisse
- Mit der Ausnahme von zwei Patienten im Pertuzumab-Arm wurde bei allen Patienten in den berücksichtigten Studienarmen ein unerwünschtes Ereignis dokumentiert.
- Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE ≥ Grad 3)
- Es liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen vor.
- Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse
- Es liegt kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen vor.
- Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse
- Zu Therapieabbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen kam es bei sechs Patienten im Interventionsarm. Im Vergleichsarm wurden keine Therapieabbrüche aufgezeichnet. Der Unterschied zwischen den Behandlungsarmen ist statistisch signifikant zuungunsten von Pertuzumab + Trastuzumab.
- In der Gesamtbetrachtung spiegelt sich die erhöhte Anzahl an Therapieabbrüchen nicht in den Gesamtraten an SUEs und schweren UEs CTCAE ≥ Grad 3 wider. Ferner liegen geringe Fallzahlen in der NeoSphere-Studie und eine unklare Kausalität vor. Insgesamt kann der statistisch signifikante Unterschied zwischen den Behandlungsarmen daher nicht mit hinreichender Sicherheit auf Pertuzumab zurückgeführt werden, sodass für den Endpunkt Nebenwirkungen ein Zusatznutzen oder ein geringerer Nutzen nicht belegt ist.
- Gesamtbewertung / Fazit
- Für die Endpunkte Gesamtüberleben, Rezidive, brusterhaltende Operationen und Nebenwirkungen zeigten sich in den Ergebnissen der NeoSphere-Studie keine belastbaren, statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen. Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden in der Studie NeoSphere nicht erhoben.
- In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zur Mortalität, Morbidität und zu den Nebenwirkungen ergibt sich gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie kein Zusatznutzen und auch kein geringerer Nutzen von Pertuzumab in der neoadjuvanten Therapie des HER2-positiven lokal fortgeschrittenen, entzündlichen oder frühen Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko. Somit stellt der G-BA fest, dass für die s.c. Fixkombination Pertuzumab/ Trastuzumab in Kombination mit Chemotherapie gegenüber Trastuzumab in Kombination mit einem Taxan und gegebenenfalls einem Anthrazyklin ein Zusatznutzen nicht belegt ist.
Zugehörige Verfahren
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