Nirsevimab (3) – Beyfortus®

Prävention von RSV-Infektionen, Kinder während ihrer 1. RSV-Saison, die nicht im Therapiehinweis zu RSV-Antikörpern adressiert sind

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.03.2025 – Zulassung: 31.10.2022
Beschluss 21.08.2025
Wirkstoff Nirsevimab
Handelsname Beyfortus®
Pharm. Unternehmer Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-1176
ATC-Code J06BD08 Antivirale monoklonale Antikörper (J06BD)
ICD-10 Codes (AIS) Z29.1Immunprophylaxe
Alpha-ID Codes (AIS) I32424Vorbeugende Immuntherapie
Therapeutisches Gebiet Infektionskrankheiten RSV-Infektionen
Grund des Verfahrens Erstbewertung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Beyfortus ist indiziert zur Prävention von Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV)-Erkrankungen der unteren Atemwege bei:

– Neugeborenen und Säuglingen während ihrer ersten RSV-Saison, die nicht im Therapiehinweis zu RSV-Antikörpern adressiert sind

Patientengruppe Indikation ZVT
Kinder während ihrer ersten RSV-Saison, zur Prävention von Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV)-Erkrankungen der unteren Atemwege, die nicht im Therapiehinweis zu RSV-Antikörpern adressiert sind Beobachtendes Abwarten

Studien und Ergebnisse

Anzahl Studien
(beste Patientengruppe)
2 (HARMONIE, MELODY)
Studiendesign
(beste Patientengruppe)
H2H vs. ZVT
Metaanalyse
(beste Patientengruppe)
nein

  • Klinische Studien
    • Bei der Studie HARMONIE handelt es sich um eine laufende, offene, randomisierte, multizentrische Studie zum Vergleich von Nirsevimab gegenüber keiner Behandlung zur Prävention von RSV-Erkrankungen der unteren Atemwege bei Kindern in ihrer ersten RSV-Saison.
    • Bei der Studie MELODY handelt es sich um eine abgeschlossene doppelblinde RCT zum Vergleich von Nirsevimab gegenüber Placebo zur Prävention von RSV-Infektionen der unteren Atemwege bei Kindern.

Kinder während ihrer ersten RSV-Saison, zur Prävention von Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV)-Erkrankungen der unteren Atemwege, die nicht im Therapiehinweis zu RSV-Antikörpern adressiert sind

  • In der Gesamtschau ergibt sich für Nirsevimab bei Kindern während ihrer ersten RSV-Saison, zur Prävention von RSV-Erkrankungen der unteren Atemwege, die nicht im Therapiehinweis zu RSV-Antikörpern adressiert sind, ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber beobachtendem Abwarten.
  • Das Verzerrungspotenzial der Ergebnisse der patientenrelevanten Endpunkte der Studie HARMONIE wird mit Ausnahme des Endpunkts Abbruch wegen UEs als niedrig eingeschätzt.
  • Darüber hinaus bestehen in den beiden Studien HARMONIE und MELODY Unsicherheiten in Bezug auf den Anteil eingeschlossener Kinder, die nicht der Zielpopulation des hier zu bewertenden Anwendungsgebietes entsprechen. Diese Unsicherheiten führen zu einer Einschränkung der Aussagesicherheit der Studienergebnisse.
  • Bei metaanalytischer Zusammenfassung der Ergebnisse aus den Studien HARMONIE und MELODY ergibt sich jedoch – unter Berücksichtigung der dargelegten Unsicherheiten – in der Gesamtschau hinsichtlich der Aussagekraft der Nachweise ein Hinweis auf einen Zusatznutzen.
  • Mortalität
    • Es traten nur in der Studie MELODY im Interventionsarm vier Todesfälle auf. Es zeigt sich hierbei kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
  • Morbidität - RSV-bedingte Infektion der unteren Atemwege
    • Der kombinierte Endpunkt RSV-bedingte Infektion der unteren Atemwege wurde nur in der Studie MELODY erhoben. Der Endpunkt umfasst die Komponenten RSV-bedingte Hospitalisierung und RSV-bedingte ambulante Versorgung.
    • Für den kombinierten Endpunkt RSV-bedingte Infektion der unteren Atemwege zeigt sich für die Auswertung zu Tag 361 und zu Tag 151 jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Nirsevimab im Vergleich zu beobachtendem Abwarten.
    • Es zeigt sich allerdings eine Effektmodifikation hinsichtlich des Alters: Für Kinder ≤ 6 Monate zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil von Nirsevimab gegenüber beobachtendem Abwarten, für Kinder > 6 Monate hingegen nicht.
  • Morbidität - Schwere RSV-bedingte Infektion der unteren Atemwege
    • Der Endpunkt schwere RSV-bedingte Infektion der unteren Atemwege ist operationalisiert als die Hospitalisierung aufgrund von einer RSV-bedingten Infektion der unteren Atemwege.
    • Für den Endpunkt schwere RSV-bedingte Infektion der unteren Atemwege zeigt sich in der Metaanalyse sowohl in der Auswertung zu Tag 361 bzw. 366 als auch zu Tag 151 jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Nirsevimab gegenüber beobachtendem Abwarten.
  • Gesamtschau
    • In der Gesamtschau der Ergebnisse lässt sich für Nirsevimab bei Kindern während ihrer ersten RSV-Saison, zur Prävention von Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV)-Erkrankungen der unteren Atemwege, die nicht im Therapiehinweis zu RSV-Antikörpern adressiert sind, auf Basis der positiven Effekte in den Endpunkten zur Morbidität – d.h. RSV-bedingte Infektion der unteren Atemwege und schwere RSV-bedingte Infektion der unteren Atemwege – ein Zusatznutzen ableiten, der in seinem Ausmaß als beträchtlich eingestuft wird.

Zugehörige Verfahren



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