Migalastat (2) – Galafold®
Morbus Fabry, 12 bis < 16 Jahre
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.09.2021 – Zulassung: 23.07.2021 |
|---|---|
| Beschluss | 17.02.2022 aufgehoben |
| Wirkstoff | Migalastat |
| Handelsname | Galafold® |
| Pharm. Unternehmer | Amicus Therapeutics GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-727 |
| ATC-Code | A16AX14 Sonstige Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel (A16AX) |
| ICD-10 Codes (AIS) | E75.2Sonstige Sphingolipidosen |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I2418Fabry-Krankheit |
| ORPHAcodes (AIS) | 324Fabry-Krankheit |
| DDD Tagesdosis | 61.5 mg oral |
| Therapeutisches Gebiet | Stoffwechselkrankheiten Lysosomale Speicherkrankheit, Morbus Fabry Orphan |
| Grund des Verfahrens |
Neues Anwendungsgebiet
Aufgehoben durch: Migalastat (3) (15.02.2024) |
| Besonderheit | ZVT-Änderung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Galafold ist für die Dauerbehandlung von Jugendlichen in einem Alter von 12 bis < 16 Jahre mit gesicherter Morbus Fabry-Diagnose (α-Galaktosidase A-Mangel) indiziert, die eine auf die Behandlung ansprechende Mutation aufweisen |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| Jugendliche in einem Alter von 12 bis < 16 Jahre mit gesicherter Morbus Fabry-Diagnose (α-Galaktosidase A-Mangel), die eine auf die Behandlung ansprechende Mutation aufweisen | – (Orphan Drug) |
Studien und Ergebnisse
|
Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (AT1001-020) |
|---|---|
|
Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
Single-Arm + kein Vergleich |
|
Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| ZVT-Änderung | 01.02.2022 – Stellungnahmeverfahren |
- Klinische Studien
- Die Studie AT1001-020 ist eine abgeschlossene, einarmige, offene Phase-IIIb-Studie, in der 22 Jugendliche im Alter von 12 bis < 18 Jahren und einem Körpergewicht ≥ 45 kg mit Morbus-Fabry-Diagnose und amenable (= Migalastat-sensitiv) GLA-Mutation mit Migalastat behandelt wurden.
Jugendliche in einem Alter von 12 bis < 16 Jahre mit gesicherter Morbus Fabry-Diagnose (α-Galaktosidase A-Mangel), die eine auf die Behandlung ansprechende Mutation aufweisen
- Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
- Im Ergebnis stuft der G-BA das Ausmaß des Zusatznutzens von Migalastat zur Behandlung von Jugendlichen in einem Alter von 12 bis < 16 Jahre mit gesicherter Morbus Fabry-Diagnose (α-Galaktosidase A-Mangel), die eine auf die Behandlung ansprechende Mutation aufweisen, aufgrund der limitierten Datengrundlage auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV als nicht quantifizierbar ein.
- Ein Zusatznutzen liegt gemäß § 35a Absatz 1 Satz 11 1. Halbs. SGB V vor, ist aber nicht quantifizierbar, weil die wissenschaftliche Datengrundlage dies nicht zulässt.
- Mortalität
- In der Studie AT1001-020 sind keine Todesfälle aufgetreten.
- Es lässt sich keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens treffen, da keine Kontrollgruppe vorliegt.
- Morbidität
- Zu Monat 12 bzw. bei vorzeitigem Abbruch berichteten 6 Personen (50,0 %) eine Verbesserung im PGI-C für „Diarrhö“, „Gesamtschmerzen“ und „Aktivitäten des alltäglichen Lebens“ bzw. 5 Personen (41,7 %) im PGI-C für „Bauchschmerzen“ im Vergleich zu Studienbeginn.
- Eine Verschlechterung wurde von jeweils 1 Person (8,3 %) im PGI-C für „Bauchschmerzen“, „Gesamtschmerzen“ und „Aktivitäten des alltäglichen Lebens“ zu Monat 12 bzw. bei vorzeitigem Abbruch berichtet.
- Für die Nutzenbewertung werden die Ergebnisse der a-priori geplanten kontinuierlichen Auswertung herangezogen.
- Zusammenfassend zeigt sich nur in der Subskala Bauchschmerzen und Fatigue in beiden altersspezifischen Versionen des FPHPQ eine leichte Verbesserung der Werte zu Monat 6 im Vergleich zu Baseline.
- Lebensqualität
- Im PedsQL-Gesamtscore sowie den beiden Summenskalen zeigt sich zusammenfassend eine leichte Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität bis Monat 6 im Vergleich zum Baseline-Wert.
- In der vorliegenden Bewertung lässt sich aufgrund der fehlenden Kontrollgruppe jedoch keine valide Interpretation und Bewertung der Ergebnisse vornehmen.
- Nebenwirkungen
- Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) wurden in der Studie AT1001-020 bei 1 von 14 Personen festgestellt, schwere unerwünschte Ereignisse (UEs CTCAE-Grad ≥ 3) traten unter Behandlung mit Migalastat bei 2 von 14 Personen auf.
- In der Studie AT1001-020 brach keine Person aufgrund von UE die Therapie mit Migalastat ab.
- UE jeglichen Schweregrads, die bei ≥ 10 % der Personen in der Studie aufgetreten sind, traten am häufigsten (ca. 64 % der Patientinnen und Patienten) in der Systemorganklasse „Infektionen und parasitäre Erkrankungen“ auf.
- In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen lassen sich keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens ableiten, da keine Kontrollgruppe vorliegt.
- Zusammenfassende Beurteilung der Endpunkte zur Untersuchung der Symptomatik und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität
- Die Symptomatik ist bei Patientinnen und Patienten mit Morbus Fabry patientenindividuell unterschiedlich ausgeprägt, da es sich um eine Multisystemerkrankung handelt, bei der verschiedene Organe im Vordergrund stehen können.
- In der vorliegenden Studie AT1001-020 wurden unter anderem krankheitsspezifische Symptome und die patientenberichtete Veränderung der Symptomatik, sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei jugendlichen Patientinnen und Patienten mit Morbus Fabry erfasst.
- Daher lassen sich auf Basis dieser Endpunkte auch keine Aussagen zum Zusatznutzen ableiten.
- Gesamtbewertung / Fazit
- Der Nutzenbewertung von Migalastat zur Behandlung von Jugendlichen in einem Alter von 12 bis < 16 Jahre mit gesicherter Morbus Fabry-Diagnose (α-Galaktosidase A-Mangel), die eine auf die Behandlung ansprechende Mutation aufweisen, wurde die einarmige, unkontrollierte Studie AT1001-020 zugrunde gelegt.
- Aus der Studie AT1001-020 liegen Ergebnisse zu patientenrelevanten Endpunkten der Kategorien Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und Nebenwirkungen vor.
- In der Studie AT1001-020 sind keine Todesfälle aufgetreten. Es lässt sich keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens treffen, da keine Kontrollgruppe vorliegt.
- In der Studie wurden zudem Endpunkte zu krankheitsspezifischen Symptomen und zur patientenberichteten Veränderung der Symptomatik erhoben. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mit einem für die pädiatrische Patientenpopulation geeignetem Messinstrument erhoben. In der vorliegenden Bewertung lässt sich aufgrund der fehlenden Kontrollgruppe jedoch keine valide Interpretation und Bewertung der Ergebnisse vornehmen. Für die Kategorie Morbidität und Lebensqualität lassen sich daher keine Aussagen zum Ausmaß des Zusatznutzens ableiten.
- In der Kategorie Nebenwirkungen ist anhand der vorgelegten Ergebnisse keine vergleichende Bewertung möglich. Es lässt sich keine Aussage zum Ausmaß des Zusatznutzens ableiten.
- In der Gesamtschau wird ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen festgestellt, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
Zugehörige Verfahren
| Migalastat (3) | Galafold® | Amicus Therapeutics GmbH | Morbus Fabry, ≥ 12 Jahre | 20–460 | 100% Zusatznutzen nicht belegt Orphan (Umsatzgrenze) | |
| Migalastat (2) | Galafold® | Amicus Therapeutics GmbH | Morbus Fabry, 12 bis < 16 Jahre |
0
1–19 |
100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan aufgehoben | |
| Migalastat (1) | Galafold® | Amicus Therapeutics GmbH | Morbus Fabry |
0
20–490 |
100% nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan aufgehoben |
<< Liste aller Beschlüsse